Plaste

#1 von petias , 08.08.2025 10:19

Plaste

Hier in Thüringen heißt alles was mit Kunststoffen zusammenhängt: Plaste

Derzeit, 5. bis 14. August 2025, läuft die Plastikkonferenz in Genf. Es wird ein starkes internationales Abkommen zur Reduktion von Plastik angestrebt.

Letztes Jahr im Dezember in der südkoreanischen Stadt Busan, gingen die Verhandelnden ohne ein Ergebnis nach Hause. Man wollte lieber kein Ergebnis als ein schlechtes. Die Plastiklobby hatte sich erst mal nicht durchgesetzt.
im Juni forderten 100 Staaten im "Weckruf von Nizza" dringend ein solches Abkommen.
"Schon" seit 2022 gibt es in der UN ein Ringen um eine Einigung, die den Plastikmüll bis 2040 stark reduziert, denn Der Kunststoff-Industrie wird vorausgesagt, dass sich die Produktion von Plastik bis 2060 verdreifacht.
Die Bemühungen werden jetzt in Genf fortgesetzt.

Für die erdölproduzierenden Staaten gilt Kunststoff, der mit Erdöl produziert wird, als Zukunftsmodell. Denn der Verbrauch an Erdöl als Energieträger für Verbrennung und Treibstoffe wird stark zurückgehen. Dabei soll die Verschmutzung mit Hilfe von Recycling minimiert werden. Fakt ist, dass derzeit noch keine 10 Prozent des weltweit genutzten Plastiks recycelt wird.

Und Plaste ist überall. Selbst Polarforscher finden es in den Polarmeeren.
Plastik geht nicht weg. Und es hat die Eigenschaft, dass es sich zum Beispiel in Form von Netzen aus der Fischerei um Tiere wickeln kann, die daran ersticken. Tiere und Menschen können es als Nahrung aufnehmen. Dann kann es zu körperlichen Reaktionen kommen, zu allen möglichen Problemen bis hin zur Fortpflanzung. Das Plastik wird nach und nach zu Mikroplastik zerrieben, das man schließlich gar nicht mehr mit bloßem Auge sehen kann. Dadurch wird es von einer immer größeren Anzahl von Organismen aufgenommen. Ein Teufelskreis (Nahrungskette) mit exponentiellem Wachstumspotential.
Ob sich das Plastik komplett abbaut, kann vermutet werden. Man spricht von 100 bis 500 Jahren. Aber genau weiß das niemand, denn die Plastikproduktion hat erst zu meinen Lebzeiten (geboren 1952) richtig angefangen. Irgend wann brachte mal ein Onkel ein kleines Spielzeug- Lastauto mit. Das wäre, meinte er, aus Bakelit (ein duroplastischer Kunststoff). Das war meine erste Berührung mit Plastikspielzeug. Mein Enkel hat drei Zimmer voll davon und das auch nur, weil zwischenzeitlich Unmengen davon weggegeben werden.

"Alternativen zu Plastik, die etwa aus Pflanzen oder Mineralien hergestellt werden, nehmen zwar langsam an Bedeutung zu. Doch werde der Markt durch eine Vielzahl an Auflagen beschränkt, kritisiert die UN-Welthandels- und -Entwicklungskonferenz zum Auftakt der Verhandlungen. Um Plastikalternativen weiterzuentwickeln und im größeren Maßstab einzusetzen, müsse die Welt viele offene Fragen klären, unter anderem zu Zollbestimmungen und Marktanreizen, so die Organisation. Die Plastikkonferenz soll hier Fortschritte liefern." (aus: "Letzte Chance im Kampf gegen Plastikmüll? Staaten ringen in Genf um ein Abkommen" von Alicia Prager)

Wenn ich allerdings - wir sind das meistens - mit meinem Enkel unterwegs bin, wird jedes Rindenstück oder Blatt zum Spielzeug. Die Qualität diese Spiels steht mit Sicherheit dem mit seinem Plaste-Spielzeug in Nichts nach.

Plaste findet sich bereits in der Plazenta und in der Muttermilch. Unsere Kinder werden damit bereits vor der Geburt in Berührung kommen.

Gibt es eine Lösung?
in Brandenburg arbeiten Forscher an der Entwicklung von plaste-fressenden Pilzen. Ist das die Lösung?
Die Forscher haben entdeckt, dass vier sehr häufige Pilzstämme - Fusarium, Penicillium, Botryotinia und Trichoderma - in der Lage sind, Kunststoffoberflächen zu besiedeln. Sie brechen die stabilen Verbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen auf und kommen so an die darunterliegenden Stoffe, die für sie interessant sind.
Die Plaste wird für die Pilze zur Nahrung.
Die Lösung ist das allerdings nicht. Den Kunststoffen sind giftige Substanzen beigemengt, die damit auch frei werden.
Außerdem gibt es viele verschiedenen Kunststoffe, für die es keine passenden Pilze gibt.
Noch ein Problem: die Pilze setzten beim Verdauen von Plaste CO2 frei. Also stellt sich die Frage: Plaste oder Klima?

Wir werden nicht drum herum kommen, die Kunststoffe drastisch zu verringern. Man sollte nicht aus Profitgier und Bequemlichkeit, Jux und Dollerei Alles und Jedes aus Plaste machen und kaufen.
Am Lichthügel hatten sich die letzten Jahre z.B. Gießkannen aus verzinktem Blech durchgesetzt. letzten Winter hab wir in einer Wasser drin gelassen und das ist gefroren und hat den Bodenfalz aufgesprengt. Bis ich mich versah, war sie durch eine aus Plastik ersetzt. Leicht, billig, bunt. Ein Kampf gegen Windmühlen mit einer Lanze, wie wir das aus Don Quichotte kennen.
Ich bin gespannt, wie das große Plaste-Abkommen, an dem man arbeitet, aussehen wird, sollte es jemals zustande kommen.

Wie bei allen Neuerungen sollte auch beim Plaste erst gründlich geprüft werden, wie es sich auswirkt. Die Anwendung der Neuerung sollte sich die Anwendung von wenigen, segensreichen und nützlichen Dinge beschränken. Aber wer bestimmt, was das ist? Schließlich herrscht auf der Erde der Profit und nicht allwissende Weise sind die uneigennützigen Staatenlenker!


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zuletzt bearbeitet 08.08.2025 | Top

   

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