RE: Pax hominibus

#16 von petias , 03.03.2026 19:22

Zitat von Eule im Beitrag #15
Betriebssystem: Linux
Arbeitsprogramme: LibreOffice
Keine "social media", kein Messenger, kein Smartphone, "alternative Identitäten" für die Online-Kommunikation, allgemeine "Datensparsamkeit"


Das klingt gut! Es löst Teile des Problems. In Sachen Linux bist Du schon einen Schritt weiter. Ich habe zwar vor langer Zeit mal mit einem UNIX-Betriebssystem gearbeitet auch mal mit den DEC-Betriebssystemen RS11 und RSX11M und natürlich mit DOS aber die letzten 30 Jahre oder so war ich beruflich wie privat auf Windows und MS-Office beschränkt.
Um Deinem Beispiel zu folgen und voran zu kommen habe ich mich zu einer sofortigen Hasenfuß-Variante entschieden. Ich lasse meinen Laptop zunächst unverändert und damit erstmal weiter funktionsfähig und habe mir soeben einen gebrauchten aufgearbeiteten Laptop mit vorinstalliertem Linux Mint sowie LibreOffice und Mozilla Firefox vorinstalliert bestellt. Das Ding kommt mit einem Jahr Garantie und kostet 259 € einschließlich Fracht.
Lenovo 15,6" ThinkPad T580, i5, 16GB RAM, 256GB
Das war mir der Einstieg in den Umstieg wert. Komme ich damit klar und sehe es als richtigen Weg an, übe ich mich in der Installation an meinem ausrangierten alten Laptop, der gerade noch irgendwie geht (hoffentlich immer noch) und wenn auch das funktionieren sollte stelle ich meinen aktuellen Laptop um.

Zu dem Schritt zu

Zitat
"kein Messenger, kein Smartphone,"

kann ich mich noch nicht entscheiden. Als Messenger verwende ich derzeit "Signal" Ende zu Ende verschlüsselt und Open Source für Server und Clients. Ist allerdings auch amerikanisch. Die Eingabe der Telefonnummer ist erforderlich. Alternativen, die weitgehend anonym funktionieren und Ende zu Ende verschlüsselt sind, sind angeblich Ginlo (Deutschland) und Threema (Schweiz). Letzterer ist kostenpflichtig. Wenn das nicht zu viel ist, finde ich das ganz gut. Ich nutze Email nicht über einen kostenlosen Anbieter, der sich irgendwie finanzieren muss und das halt über meine Daten macht, sondern über Posteo - Sitz in Berlin die 1 Euro pro Monat verlangen. Dafür gibt es keinerlei Werbung. Du musst nichts preisgeben, außer der Emailadresse bei ihnen. Zum bezahlen bekommst Du einen Code per Email. Wenn du komplett anonym bleiben möchtest kannst Du den Code in einem Briefumschlag zusammen mit z.B. einem 10 Euro Schein an die Firma schicken, damit kannst Du 10 Monate Emails versenden und bekommen. Selbst wenn jemand sich rechtlich Deine Daten holen könnte, gibt es nichts zu holen, weil der Anbieter selbst nichts weiß. So vorsichtig bin ich nicht, ich überweise das einfach.
Was das Smartphone angeht, so erkunde ich mich über GraphenOS und LinageOs statt Apple oder Android.
Apropos Smartphone. Geht das überhaupt noch ohne? z.B. beim Onlinebanking, bei Behördenkommunikation u.Ä. wäre schön zu hören.

Zitat
"alternative Identitäten" für die Online-Kommunikation

Meinst Du sowas wie den Avatar bzw. Nickname im Forum?
Ich trage mich mit dem Gedanken eine Art Bürgerbüro im Dorf aufzumachen und das unter anderem als Internet-Kaffee anzumelden. Da steht dann zunächst ein Rechner, an dem alle die das wollen sich mit einem Account anmelden können und z.B. Sachen bestellen. Das würde die Auswertetools sicher vor einige Aufgaben stellen.

Aber es muss schon auch möglich sein, seine Meinung zu sagen und dazu zu stehen. Auch im Internet.
Da müssen wir uns noch einiges an Gedanken machen.
Um Gesichtserkennung kommen wir ohnehin nicht drum rum.


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zuletzt bearbeitet 03.03.2026 | Top

RE: Pax hominibus

#17 von Eule , 03.03.2026 21:23

Zitat von petias im Beitrag #16
Meinst Du sowas wie den Avatar bzw. Nickname im Forum?

Nein, ich meine mehrere e-Mail Adressen, auch mit erfundenem Namen. Was ich auch versuche, sind absichtliche Schreibfehler bei der Angabe der persönlichen Daten, z.B. Zahlendreher beim Geburtsdatum, fehlende Buchstaben o.ä., die nicht sofort als Solche erkennbar sind, aber z.B. in späteren Spam-Mails wiedererkannt werden können.

Zitat von petias im Beitrag #16
Apropos Smartphone. Geht das überhaupt noch ohne? z.B. beim Onlinebanking, bei Behördenkommunikation u.Ä. wäre schön zu hören.

Wieso nicht? So lange man Internetzugang hat, tut's das Notebook auch. Allerdings gibt es manche, wichtige Software, die z.B. nur auf Windows läuft. Da hilft nur "Isolation", also z.B. das Steuerprogramm, das exklusiv auf einem separaten, billigen WIN10-Notebook läuft, auf dem sonst nichts Anderes passiert.

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RE: Pax hominibus

#18 von petias , 23.03.2026 11:38

Von den Ereignissen überholt!

Diese Beitragsreihe "pax hominibus" (Friede bei den Menschen) ist angetreten, die Probleme zu benennen, die uns gegenwärtig plagen, Gefahren aufzuzeigen, auf die wir zu schlittern, Abhängigkeiten zu analysieren und ihre Gefahren zu zeigen um dann zu überlegen wie es eigentlich laufen sollte und wie wir denn da hingelangen könnten.

Nun alle meine Mühen, die Gefahren von Big Tech, KI und Me First - Politik sind zu einem großen Teil grandios in den Schatten gestellt durch die aktuellen Ereignisse.

Da haben wir gerade mal drei Wochen Krieg intelligenterweise genau zwischen den Ölfeldern der Welt und die Öl und Gaszufuhr gerät weltweit ins Stocken. Katar, der größte Exporteur von LNG (Flüssiggas) stellte seine Produktion nach iranischen Drohnenangriffen ein. Die arabischen Öl- und Gas-Staaten mit freundschaftlichen Wirtschaftsbanden zu den USA stellen fest, dass die Militärstützpunkte der selbsternannten Weltmacht sie nicht schützen, sondern gefährden.
Aber es geht viel tiefer. Aus genau dieser Region kommt auch ein Großteil des Mineral-Düngers (früher sagte man Kunstdünger, was den Nagel auf den Kopf trifft: künstlichen Dünger für künstliches Essen) dieser Welt.
In vorauseilender Marktanpassung explodieren die Preise für Öl- und Gas- Erzeugnisse was man an den Tankstellen merken kann (die meisten meiner Bekannten fahren immer noch Auto, so bleibe auch ich nicht von dem Gejammere verschont) und die Düngemittel, obwohl die für die aktuelle Agrarproduktionsperiode bereits in den Lagern auf ihre Ausbringung warten.
Die landwirtschaftliche Selbstversorgung liegt in Deutschland bei 83 Prozent sagt das Landwirtschaftsministerium. Bei Getreide, Fleisch Milch, Kartoffeln und Zucker liegt der Selbstversorgungsgrad bei über 100 Prozent. Bei Obst, Gemüse, Pflanzenölen und Eiern dagegen liegt die Selbstversorgung deutlich unter 100 Prozent, was bedeutet wir sind von Importen abhängig.
Eine Lebensmittel- Produktionskrise wird erwartet. Fallen die Ernten wegen des fehlenden Stickstoffes dürftiger aus, steigen unweigerlich die Preise. Der Umstieg auf biologische Landwirtschaft wäre für mich hier das Gebot der Stunde. Dazu weniger Fleisch- und Milchprodukte und mehr Gemüse und Obst. Der eigenen Garten allerdings wäre hier der Anti-Bettler-Weg (statt Königsweg)!

Als Gegenmaßnahmen, weil der Wahl-Wut-Bürger das so erwartet, werden Steuererleichterung und Subventionen gefordert, zuallererst aber soll die CO2- Steuer fallen, denn der Umwelt- und Klimaschutz ist das schwächste Glied in der Kette, die Auswirkungen am Wenigsten schnell zu spüren und überhaupt, sagen nicht die Hoffnungsträger mit rasant steigenden Wahlerfolgen, dass Umwelt- und Klimaprobleme nur ein grünes Propagandamittel sind?
Die Flugpreise steigen auch rasant. Ist der nächste Urlaub gefährdet?
Preissteigerungen und Versorgungsengpässe sind Gift für den - milliardengestützten - versprochenen wirtschaftlichen Aufschwung. Zumindest hat man eine plausible Entschuldigung für etwas, das ohnehin nicht funktionieren kann.

Der Irankrieg gefährdet die Chip-Produktion wegen der Engpässe bei Erdgas und Helium, die durch die Sperrung der Straße von Hormus entstehen.
Die IEA (Internationale Energie Agentur) sieht eine große Krise auf uns zukommen und fordert Tempolimit und Home-Office zwecks Energieeinsparung. Die Auswirkungen sind weltweit.
Seit Cuba kein Öl aus Venezuela mehr bekommt, häufen sich da die Stromausfälle.
In Indien wird das Gas knapp. Die Bäcker versuchen wieder alte Holzofen zu reaktivieren.
Das sind nur einige der Auswirkungen von ausbleibenden Lieferungen, die gerade durch die Nachrichten geistern. Aber die Auswirkungen sind weltweit.
Was wir hier bei Öl-, Gas-, und Düngemittel erleben gilt grundsätzlich auch für alle anderen Abhängigkeiten. Gerät die Just-in-Time Lieferkette ins Stocken, dreht jemand den Strom ab oder das Internet, gerät die Welt ins Chaos und die Bürger in ernste Schwierigkeiten.
Lassen wir, wie von den Tech-Oligarchen geplant, die KI unseren Alltag bestimmen, sind wir von dieser oder ihren Anbietern abhängig. Je mehr die Abhängigkeiten steigen, desto mehr sind wir steuerbar und erpressbar. Selbstbestimmung gelingt nur durch Selbstversorgung! Das grundsätzliche Auskommen, die grundsätzliche Versorgung für die Lebensfähigkeit muss regional gesichert sein. Nur verzichtbare Güter können aus globaleren Märkten kommen. So wie der Pfeffer im Mittelalter, der aus Indien kam, aber den im Grunde niemand brauchte, weil heimische Gewürze völlig ausgereicht hätten. Die Seide aus Raupen aus China und das Purpur zum Färben edler Stoffe aus Meeresschnecken nach einem kompliziertem und aufwendigen Verfahren schon 1600 vor Christus hergestellt, braucht niemand. Es war nur Statussymbol für Superreiche.
Startups, die man fördern müsste sind solche, die den heimischen Markt mit benötigten Produkten versorgen aus heimischen Mitteln.
Das Bewusstsein dafür wird noch länger auf sich warten lassen. Setzte sich solche Erkenntnis durch, wäre das gegen die Interessen der Oligarchen. Wir können nur in eigenem Interesse davon zusammen mit denen, die das auch so sehen anfangen Stück für Stück umzusetzen. Jenseits von Parteipolitik, in kleinen lokalen Initiativen. Bei einem selbst fängt das an. Aufs Land ziehen, Nahrung und Energie selbst erzeugen, Abhängigkeiten auf allen Gebieten nach und nach reduzieren. Sehen, welche Art von lokaler nützlicher Produktion mit möglichst einfachen Mitteln allgemeindienlich möglich ist.


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