Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonæ voluntatis.
Ich besuchte vor vielen Jahren mal ein Krippenspiel. Da erschienen Engel den Hirten auf dem Felde und brachten ihnen die Weihnachtsbotschaft: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen, die guten Willens sind."
Das Krippenspiel wurde kurzerhand vom "Heiligen Land" in die bayrischen Berge versetzt. Die Hirten auf dem Felde nahmen die Botschaft der Engel auf: pax hominibus - Friede bei den Menschen?
"Pax bei de hominibus?", wiederholte einer der Hirten der Engel Worte. "Oh mei!"
Der Hirte glaubte nicht so recht an den Frieden unter den Menschen. Und auch heute, 2000 Jahre nach dem berichteten Ereignis, gibt es dafür weniger Hoffnung denn je.
Ich nehme das Erlebnis zum Aufhänger mir mal wieder Gedanken zu machen über die Lage der Welt und sinnvolle Handlungen zu überlegen.
Vor zwei Jahren um diese Zeit habe ich eine Beitragsserie geschrieben mit dem Thema
Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Wiederauferstehung des Glaubens?:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4 (Geld 1)
Teil 5 (Geld 2)
Teil 6 (Geld 3)
Teil 7 (Demokratie - Autokratie 1)
Teil 8 (Demokratie - Autokratie 2)
Teil 9 (Lieber tot als rot?)
Teil 10 (Das Zeit-Fenster für die Demokratie?)
Teil 11 ("Fortschritt")
Teil 12 (Glaubensbekenntnis)
Teil 13 (und nun? Umsetzung in die Praxis!)
im Anschluss an die Beitragsserie zum "Ende der Wahrheit" gab es einige Kapitel zur Romanstudie: Ökodorf "Eine Erde":
Vorwort
Kapitel 1: Das kann doch nicht alles gewesen sein
Kapitel 2: Wie viele Dinge braucht der Mensch?
Kapitel 3: Gemeinschaftsbildung
Kapitel 4: Ärmel hochkrempeln
Kapitel 5: Gewächshäuser
Kapitel 6: Badespaß
Kapitel 7: Erste Kurse
Kapitel 8: Tom, der Minimalist
Kapitel 9: Neiddebatte
Kapitel 10: Regionalgeld und Tauschbörse
Kapitel 11: Fortschritt
Kapitel 12: Wie hältst du’s mit der Wissenschaft
Kapitel 13: Flachland
Kapitel 14: Sense – sensibel – Sensenmann
Kapitel 15: Michael (und) der Sensenmann
Kapitel 16: Sense – Dengeln – Sensenschmied
Kapitel 17: Diplomatie
Leider ist es nicht ernsthaft zu praktischen Konsequenten aus den Überlegungen gekommen. An der Stelle möchte ich dieses Jahr wieder ansetzen.
Nach ein paar Aktualisierungen in der Beurteilung zur Lage versuche ich sinnvolle praktische Konsequenzen zu ziehen.
Es wäre schön, wenn ihr mich dabei unterstützen würdet oder mindestens mitschreiben um so zur Meinungsbildung beizutragen.
Als Start könnte man schon mal in die oben genannten Texte hineinsehen ...
Mein Lieblingskapitel ist übrigens Teil 11 ("Fortschritt")
Viel Spaß!
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Ich träume mir die Welt grad wie sie mir gefällt! Teil 1
Der Zustand unserer Welt macht Unbehagen. Mir zumindest und ich kenne da viele Andere. Will man was dagegen tun, sollte man das 1. erst mal benennen.
Dann wäre es 2. eine gute Idee einen Entwurf zu tägigen, wie es denn besser wäre. Der 3. Schritt sollte eine Weg-Beschreibung sein, wie man denn da hingelangen könnte.
Dieser 3. Schritt, wir ahnen es, wird der schwerste sein. Um in der Politik und Gesellschaft was zu erreichen braucht es Mehrheiten oder doch zumindest eine kritische Masse (Sozialwissenschaftler sprechen von 20 bis 30 Prozent) um soziale Kipppunkte zu triggern.
Aber ist die Zeit reif für gewisse Ideen z.B. weil gravierende Probleme auftreten, für die eine neue Verhaltensweise potentielle Lösungen bietet, dann kann das oft auch schnell gehen.
Es kommt drauf an, vorbereitet zu sein, Lösungen parat zu haben, wenn sie auch weder bequem noch einfach sein mögen und auf die Bereitschaft Allianzen zu schmieden. Man muss sich nicht in allen Punkten einig sein mit potentiellen Mitstreitern, um kleinste gemeinsame Schritte umzusetzen.
Nein, wir gehen nicht den dritten Schritt zuerst. Aber ein Wenig Motivation vorab, dass nicht alles sinnlos sein muss, kann nicht schaden!
Zu 1.
Was sind denn nun, gesellschaftlich, politisch gesehen, unsere Probleme?
Da ist erst mal die wachsende Kriegsgefahr. Zumindest in Europa, dachten wir, wären wir damit durch. Die Chinesen sind weit weg und beschränken sich in Europa zunächst auf wirtschaftlichen Imperialismus. Die Russen haben ihren Zenit überschritten und sind eigentlich gar keine richtige Großmacht und vor allem haben wir im Zweifelsfall einen mächtigen Freund, Partner und Beschützer, der die westlichen Werte teilt, ja von dem wir diese sogar teilweise übernommen haben und der froh ist, dass Europa an seiner Seite steht.
Die Zeiten können sich schnell ändern. Die mühsam gezimmerten Paragraphen des Völkerrechtes sind wirkungslos, wenn die Mächtigen sich nicht mehr daran halten. Wird die Freundschaft durch den vermeintlichen Beschützer aufgekündigt, muss man sehen, wo man bleibt. Neue Allianzen? Eigenes Erstarken?
Die Parolen der Friedensbewegung in den schrecklichen Zeiten des kalten Krieges sind schnell vergessen. Die Meinung, dass wir (Europa?) die eigenen Kriegstüchtigkeit aufpolieren müssen und kostet es noch so viel "Sondervermögen" (das Unwort des Jahres, das verschleiern soll, dass es sich um Schulden handelt) um sich in die Richtung zu bewegen. Trumps Amerika kocht sein eigenes Süppchen und will es ganz alleine essen. Europa ist auf sich selbst gestellt, der ehemalige Beschützer achtet den russischen Imperialismus mehr, als die europäische Wehleidigkeit.
Wir Bürger haben die Wahl. Aufrüstung was das Zeug hält, Soldaten zurück ins Straßenbild, Waffen bauen und kaufen (der Wirtschaft scheint es zunächst zu bekommen) Schulden für den guten Zweck - oder von Putin heim ins Reich geholt zu werden. Darüber hinaus scheint es nichts zu geben.
Und dann, war da nicht vor kurzem noch was? Ab und an wird eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass das Problem, das wir fast komplett verdrängt haben, schlimmer wird und nicht verschwindet, hört man einfach nur auf daran zu denken: Klimawandel, Artensterben, Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit.
Die Grenzen des Wachstums, der ökologische Fußabdruck, ein ausschweifendes Leben, das immer mehr Erden erfordern würde, weil es unsere eine Erde nicht leisten und verkraften kann.
Trump und Co leugnen das, aber wir ahnen, das wird nicht reichen!
Aber, wenn wir ehrlich sind, haben wir ein noch viel schwerwiegenderes Problem. Die Preise steigen, die Wirtschaft schrumpft, der Mangel an manchen Fachkräften ist erdrückend, andererseits steigt die Arbeitslosenzahl, die Renten werden zur Belastung, die den Generationsfrieden bedroht, Unternehmen wandern ab.
Der alles entscheidende Punkt, sagen die Wirtschaftsliberalisten ist Wirtschaftswachstum. Ohne Wachstum können wir die Unternehmer nicht halten, keine höheren Löhne bezahlen, den Umweltschutz und die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht stemmen, die soziale Marktwirtschaft nicht aufrecht erhalten. Die, die gerade an der Macht sind pumpen Milliarden an Sondervermögen in die Verbesserung der marktwirtschaftlichen Bedingungen wie niedrige Steuern, Subventionen und die Verbesserung der Infrastruktur. Vor allem muss die Digitalisierung endlich voran schreiten. Und bei der KI werden wir gerade abgehängt. Trumps Zölle und sein "Amerika first" kommen uns teuer zu stehen. Mal sehen, ob nicht das endlich verabschiedete Mercosur-Abkommen helfen kann. Der Kanzler umschwänzelt das aufstrebende Indien und überall in der Welt sucht man nach neuen Freihandelspartnern als Gegengewicht zu Trumps Zollpolitik. Ziel: endlich wieder Wachstum!
Was also können wir tun?
Länger Arbeiten, weniger Feiertage und Urlaub für die die Arbeit haben. Weniger Sozialleistungen wie Grundsicherung, Sozialhilfe und Rente, für die, die nicht arbeiten. Soziales Jahr für Rentner. Die jungen Leute an die Front(en). Aufrüsten: wenn schon die Autoindustrie schwächelt soll die Rüstungsindustrie ran.
Die Schwarzarbeit und das Schwarzgeld in den Griff bekommen indem wir das Bargeld endlich abschaffen und alle Geldflüsse digital überwachen. Das bringt viele Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen. Die Großunternehmen haben da ihre eigenen Möglichkeiten, den die sollen doch nicht etwa abwandern.
Umweltschutz/Klimawandel? Also das ist doch eher reichlich überzogen. Wir als kleine BRD mit unserem Anteil an 2 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes können da nicht viel tun. Das sollen mal die Großen richten. Und wenn die Wirtschaft endlich wächst, dann kann man auch was für den Umweltschutz tun. Sieht man doch in China! Außerdem gibt es dafür doch auch technische Lösungen. Man kann doch das CO2 aus der Luft holen und in alte Stollen pressen. Dann ist es erst mal weg (nach uns die Sintflut)
Ich glaube ihr ahnt es schon: das haut alles nicht wirklich hin...
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Ein prinzipieller Konstruktionsfehler in der Weltwirtschaft wird nicht erkannt oder geleugnet
Der Wert einer Volkswirtschaft wird unter anderem daran gemessen, wie seine Außenhandelsbilanz aussieht. Also ob sie mehr Werte exportiert als importiert oder umgekehrt. Deutschland war lange Jahre "Exportweltmeister" was das deutsche Wirtschaftswunder ermöglicht hat.
Trump und seine Zollpolitik richten sich vor allem gegen diejenigen Staaten, mit denen die USA eine negative Außenhandelsbilanz hat. "Die zocken uns ab", sagt er und hat nicht ganz unrecht. Allerdings unterschlägt er die Dienstleistungsmilliarden von Amazon, Google und Co.
Um als Volkswirtschaft weiter zu wachsen gibt es zwei Möglichkeiten. Man steigert den Export oder man erhöht den Konsum im heimischen Markt.
Tatsächlich ist der schwächelnde Inland-Verbrauch ein Grund für die schwächelnde Gesamtwirtschaft. Die Leute sind mit dem Ersparten vorsichtiger, denn die Zeiten sind wenig vertrauenerweckend, und viele haben einfach viel weniger Geld zur Verfügung, weil die Einkommenssteigerungen nicht mit der Preissteigerung mithalten kann. Der Export lässt sich nicht weiter steigern, weil China ständig dominierender wird auf den Weltmärkten, die Rohstoffe teuer, die Kosten für Rohstoffe wie z.B. "Seltene Erden" hoch, weil knapp. Dazu kommen Trumps "wunderbare Zölle"
Der Versuch, das mit vielen weiteren Schulden - beschönigt mit dem Unwort des Jahres 2025 "Sondervermögen" - kommt uns teuer zu stehen. Schulden müssen zurückgezahlt werden und verursachen Kosten, genannt Zinsen.
Aus anderer Sicht, aus der der Umwelt- und Ressourcenbewahrung, ist das Schrumpfen des Güterverbrauchs eine gute Sache, ja unabdingbar!
Warum muss denn eigentlich unsere Wirtschaft ständig wachsen?
In unserem weltweiten Finanzsystem gibt es einen Konstruktionsfehler, der für die meisten Menschen sowie das Ökosystem und die Ressourcen unserer Erde fatale Folgen hat. Für einige führt dieser Konstruktionsfehler zu unermesslichem Reichtum. Da könnte man schon auf die Idee kommen, dass das Methode hat, dass dieser Fehler entstand und der auch nicht korrigiert wird.
Dieser Konstruktionsfehler im Geldsystem ist der Zins.
Wer das noch nicht getan hat, mag doch bitte nachlesen:
Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Wiederauferstehung des Glaubens?
Teil 3
Teil 4 (Geld 1)
Teil 5 (Geld 2)
Teil 6 (Geld 3)
Zins führt zu exponentiellem Wachstum bzw. zu exponentiellen Schulden.
Kapital verdoppelt sich durch Zins und Zinseszins bei 1% alle 70 Jahre, bei 3 Prozent all 24 Jahre, bei 6% alle 12 Jahre und bei 12% alle 6 Jahre.
Der Zins ist ein Mechanismus, der Geld zu denen umschichtet, die soviel davon haben, dass sie es verleihen können und nimmt es von denen, die so wenig davon haben, dass sie sich welches leihen müssen. Ein Umverteilungsmechanismus von arm zu reich.
Alle Firmen, alle Staaten sprich deren Bürger, fast alle Privatpersonen zahlen Zinsen. Selbst wenn man keine "Schulden" hat, Zinsen stecken in allen Preisen und die, die unterm Strich mehr Zinsen bekommen aufgrund ihres Kapitals als sie Zinsen zahlen sind nur sehr Wenige.
Das ist für die Oligarchen dieser Welt so praktisch und mehr und mehr sind weltweit die Oligarchen dieser Erde zunehmend identisch mit den Staatführern, offen oder im Hintergrund, dass eine Abschaffung des Zins-Systems praktisch ausgeschlossen werden kann.
Führende Oligarchen dieser Erde, glaubt man Berichten von gefallen Größen in der Nähe der Macht, rechnen auch schon fest mit dem Untergang der Menschen. Die Menschheit wird durch Digitalisierung "gerettet" und die, die es sich leisten können, siedeln auf Mond oder Mars oder auf schwimmenden künstlichen Inseln im Meer.
Beispiel, solange verfügbar:
https://www.ardmediathek.de/film/trump-u...fNDAwMzU4MTExNg
Ob man das nun "glaubt" oder nicht, ist nicht wirklich wichtig. Die meisten werden mir zustimmen, dass wir in der absehbaren Zeit keine Chance haben werden, am weltweiten Wirtschaftssystem, das die Reichen und Mächtigen noch reicher und mächtiger macht, etwas zu ändern.
Andererseits hören wir die Botschaft der Forschung und Wissenschaft in Sachen Klimawandel, schwinden der Artenvielfalt, Umweltzerstörung. Die Spiegel der Meere steigen, Gegenden werden unbewohnbar, Menschen fliehen, Wetterextreme nehmen dramatisch zu.
Die Wirtschaft - in Teilen erkennst sie das an, denn es ist ein Milliarden Business - sagt, dass man das Wirtschaftswachstum bräuchte, weil man sonst der Umbau der Gesellschaft zu einer klimaneutralen Lebensweise nicht bezahlen könnte, spricht vom "Grünen Wachstum".
Grünes Wachstum kann es aber nicht geben. Es gibt bestenfalls "Grünes Schrumpfen".
Darüber haben wir hier im Forum wiederholt berichtet.
Niko Paech: Befreiung vom Überfluss auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie
Das Update nach 12 Jahren:
Niko Paech: Befreiung vom Überfluss auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie - Das Update
Ulrike Herrmann: Das Ende des Kapitalismus
Die Weltwirtschaft muss und wird schrumpfen. "By design or by disaster" wie Niko Paech schreibt.
Das Desaster werden wir nicht vermeiden können. Paech hat seine These deshalb etwas angepasst.
"by decentralized design and disaster". Das Einzige, was wir noch tun können, ist ein dezentraler Entwurf einer Postwachstumsgesellschaft und die Vorbereitung auf das Desaster!
Die Politik versucht den Unmut des Wahlbürgers über die gebrochenen Versprechen, dass es ihm immer besser gehen würde, mit krampfhaften Versuchen zu begegnen, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Da das nicht möglich (bestenfalls kurzfristig und auf Pump) sein wird, bekommen andere Politiker eine Chance. Dabei könnten äußerst zwielichtige Figuren an die Macht kommen und diese auch nicht wieder hergeben wollen. (Ich bin gespannt, wie sich das Ende der Amtszeit von Mr. Trump gestaltet). Aber das wird nichts Grundsätzliches ändern, denn wir haben ein noch viel größeres Problem.
Es droht nicht nur der Zusammenbruch der bekannten Welt durch die gierige Verschwendungswirtschaft der Zinsgesellschaft durch Ausbeutung unseres Planeten, sondern es droht die komplette Entmündigung des Menschen durch seine von ihm geschaffene Technik. Das werden wir im nächsten Beitrag der Reihe vertiefen.
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Homo Faber
Der Roman "Homo Faber" von Max Frisch (erschienen 1957) gehörte zu meiner Schullektüre. Der Titel des Romans nimmt Bezug auf den anthropologischen Begriff "Homo Faber", der als Gegenstück zum "Homo Sapiens", den Weisen, den Handwerker, den schaffenden Menschen, hervorhebt.
In dem Roman geht der Ingenieur Walter Faber nach vielen Verwirrungen unwissentlich, die Zeichen ignorierend, eine Liebesbeziehung mit seiner Tochter ein, die tragisch endet.
Seit dieser Schullektüre ist "Homo Faber" für mich die eigentliche Bezeichnung unserer Art (Sapiens) aus der Gattung Homo.
Nicht "Weise" sind wir sondern "Macher". Umgesetzt wird, was machbar ist. Ohne Rücksicht auf Verluste oder auch nur die Rücksichtname auf das Überleben unserer Art, geschweige denn anderer Arten.
Aber es besteht nicht nur die Gefahr, dass wir durch den Bau der Wasserstoffbombe in einem atomaren Overkill uns selbst und andere vernichten, sondern dass wir durch unsere eigenen Werkzeuge, die wir geschaffen haben, insbesondere durch die Schaffung einer technischen, nicht organischen Intelligenz schlichtweg abgelöst werden.
Die Entwicklungsgeschichte der Werkzeuge des Homo Faber ist sehr beeindruckend.
vor über 2 Millionen Jahren: Chopper, Stein-Schlagwerkzeuge
vor 1,75 Millionen Jahren: Faustkeile
vor ca. 1 Million Jahre: die früheste Nutzung des Feuers durch einen Homo
ca. 31.000 v. Chr.: Abbau von Feuerstein unter Tage in Ägypten
ca. 10.000 v. Chr.: Gebrauch von gediegen Kupfer und Kupfererzen im Jordantal
ca. 7.000 v. Chr.: Verwendung von Töpferofen für Keramik im Nahen Osten
ca. 4.000 v. Chr.: Ton brennen, Nutzung des Rades, 1. Zahlensysteme, Stempeldruck
ca. 3.500 v. Chr.: Keilschrift (Sumerer), Entwässerungskanäle im Euphrattal
ca. 3.200 v. Chr.: Erste Verwendung von Eisen als Werkstoff im Nahen Osten
ca. 3.000 v. Chr.: Glasherstellung in Ägypten
ca. 1.500 v. Chr.: altägyptische Hieroglyphenschrift, Bronzeverhüttung Naher Osten
ca. 1.100 v. Chr.: Rechenmaschine Abakus (Babylonier)
ca. 970 v. Chr.: Wasserleitungssystem in Jerusalem
ca. 450 v. Chr.: Erfindung des Flaschenzugs
ca. 300 v. Chr.: Erste Automaten werden entwickelt (Philon von Byzanz)
ca. 100 v. Chr.: Papier wird in China erfunden
um 620: Erfindung des Porzellans in China
um 700: Erste Verwendung von Hochöfen in Katalonien
um 1000: Erste Anwendung von Schwarzpulver und Raketen in China
10./11. Jahrhundert: Wasserrad in Europa, später auch Windrads
12. Jahrhundert:Entdeckung der Schwefelsäure
um 1450: Erfindung des Buchdrucks (Johannes Gutenberg)
1452: Spinnrad mit Schwungrad
1487: Leonardo da Vinci fertigt Skizzen eines Hubschraubers an
1590: Mikroskop wird entwickelt
1609: astronomisches Fernrohr wird gebaut und angewendet (Galileo Galilei)
1620: Rechenschieber wird entwickelt
1640: Erfindung der Pendeluhr (Galileo Galilei)
1645: funktionierende Addiermaschine (Blaise Pascal)
1662: pferdegezogene Omnibusse in Paris
1687: Darlegung der Grundgesetze der Mechanik (Sir Isaac Newton)
1688: Erstes Spiegelteleskop (Sir Isaac Newton)
1712: Erste verwendbare Dampfmaschine (Thomas Newcomen)
1714: Erstes Patent auf eine Maschine zum Schreiben (Henry Mill)
1752: Erfindung des Blitzableiters (Benjamin Franklin)
1769: Verbesserung von Newcomens Dampfmaschine durch James Watt
1785: vollmechanisierter Webstuhl (Edmond Cartwright)
1799: Erste Batterie wird von Alessandro Volta erfunden
1825: Eisenbahn, Aluminium
1826: Streichholz (John Walker)
1831: elektromagnetische Induktion
1838: Brennstoffzelle
1840: Elektrischer Fahrzeugantrieb
1860: Pasteurisation, Verbrennungsmotor
1861: Fernsprecher
1866: Elektro-Kabel über den Atlantik (das funktioniert)
1876: Telefon
1877: Erfindung des Phonographen
1879: elektrische Lokomotive, Glühlampe
1880: Transformator
1881: Straßenbahn
1882: elektrisches Kraftwerk in New York
1885: Energieversorgung mit hochgespanntem Wechselstrom
1886: Erfindung des Automobils, Entdeckung der Radiowellen
1887: Schallplatte
1890: elektrische U-Bahn in London
1891: Gleitflug, Fernübertragung elektrischer Energie als Drehstrom mit Hochspannung
1893: Dieselmotor, Druckluftbremse
1895: Entdeckung Röntgenstrahlung
1896: Entdeckung Radioaktivität
1897: Erfindung der Kathodenstrahlröhre
1901: transatlantische Funkübertragung
1903: gesteuerter Motorflug mit einem Schwerer-als-Luft-Flugzeug
1913: Fließbandfertigung zur Automobilmontage
1931: erstes Elektronenmikroskop
1935: erstes reguläres Fernsehprogramm
1938: Erste induzierte Kernspaltung des Urans
1939: Erstflug des ersten mit einem Strahltriebwerk angetriebenen Flugzeugs
1941: Zuse Z3, erster universell programmierbarer Digitalrechner
1945: Erste Zündung einer Atombombe
1946: erster arbeitsfähiger Röhrenrechner ENIAC
1948: Erfindung des Transistors, erste Atomuhr
1950: erster erschwinglicher programmierbarer Heimcomputer (Simon)
1952: Erste Zündung einer Wasserstoffbombe
1954: erstes Kernkraftwerk
1957: erster künstlicher Erdsatelliten Sputnik 1
1958: Integrierter Schaltkreis
1959: Erster Aufschlag eines Flugkörpers auf dem Mond, Erste Mondumrundung
1960: erster Laser
1961: erster Mensch im Weltraum Juri Gagarin
1963: Digitalkamera
1968: erste Netzwerkverbindung zwischen zwei Computern Vorläufer des Internets
1969: Mondlandung
1970: Erste gesteuerte Kernfusion, erste Mikroprozessoren, erster Taschenrechner,
1971: erste Email
1972: erster Raumflugkörpers verlässt das Sonnensystem
1977: erster kompletter Mikrocomputer Commodore, Programmiersprache BASIC
1979: CD als digitaler Audiospeicher
1991: Start des World Wide Web
1995: DVD als digitaler Videospeicher
1997: Computer gewinnt gegen Schachweltmeister Kasparow
2009: Bitcoin mit Konzept der Blockchain als alternative Währung
2010: erster Tablet Computer
2012: Durchbrüche auf den Gebieten der Sprach- und Bilderkennung (Geburtstag der modernen künstlichen Intelligenz (KI))
2016: Computer gewinnt gegen Go-Weltmeister (viel schwerer als im Schach)
2016: Erklärbare künstliche Intelligenz (XAI)
2019: Quantenphysik hält Einzug in die Informationstechnik (Quantencomputer)
2022: OpenAI macht den Chatbot ChatGPT öffentlich zugänglich
2023: Deep Fakes (gefälschte realistisch wirkende, Medieninhalte wie z. B. Gesichter oder Stimmen in Videos, Audiodateien oder Fotos)
Ein Rückblick in die Geschichte des Menschen zeigt eine exponentiell verlaufende Zunahme an Wissen.
Weltweit steigt die Zahl der Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker die immer mehr Wissen erarbeiten und so gibt es immer schneller technische Neuerungen. Insbesondere die KI (künstliche Intelligenz) wird die Wissens- und Technikentwicklung vorantreiben.
Das Ziel der KI-Forschung ist letztendlich, einen denkenden Computer mit eigener „Persönlichkeit“ zu entwickeln. Der Erfinder und Sachbuchautor Raymond Kurzweil geht davon aus, dass nur eine solche „Singularität“ auf Dauer mit dem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt mithalten könne – und diesen beschleunigen wird. So würde die künstliche Intelligenz bereits in den 2030er Jahren tausende Mal klüger als die menschliche Rasse sein.
Die NOI (Nicht Organische Intelligenz) kann unermüdlich an neuen Entwicklungen arbeiten. Die Welt wird immer komplexer und komplizierter und ist schließlich nur noch mit Hilfe der NOI erklär- und steuerbar. Der Mensch gibt die Führung ab.
Die NOI braucht eine hohe Rechenleistung. Der Ausbau der Rechenzentren wird weltweit vorangetrieben, denn wer den ersten Supercomputer baut, den, der in allen Bereichen besser ist als der Mensch, der (oder dessen Computer) übernimmt die Führung der Welt.
Der Energieverbrauch für die Rechenzentren ist enorm. Viele setzen auf eine neuen Generationen von Atomkraftwerken bzw. Kernfusionskraftwerken, die den nötigen Strom liefern werden.
Wiederbelebung der Atomkraft - der Totmannschalter des Homo Sapiens
Das passiert nicht in einer fernen Zukunft sondern in den nächsten Jahrzehnten, wenn nicht Jahren.
Ist die Singularität (Supercomputer) erreicht, kann die Entwicklung extrem schnell weitergehen und in eine Richtung, die wir überhaupt nicht abzusehen in der Lage sind. Wir können ebenso wenig absehen, was dann aus uns Menschen werden wird, wie etwa Menschenaffen absehen können, was wir Menschen uns noch so alles werden einfallen lassen.
Viele hoffen, die Verantwortlichen werden schon wissen, was sie tun. Sie wissen es nicht! Wir sind als Menschen an der Grenze unserer Verstandeskapazität.
Auch Cyborgs (Kybernetische Organismen) also Zwitter aus Mensch und Maschine, werden nicht lange mit der Entwicklung Schritt halten können.
Die Großen Firmen - staatlich oder privat - befinden sich in einem Wettrennen. The winner takes it all. Eher: Der Gewinner setzt Alles für Alle aufs Spiel. Der Wunsch zu gewinnen lässt jede Vorsicht hinten runterfallen.
Ist das menschliche Dummheit oder Evolution?
Ist es Evolution, dann können wir auch gar nichts dagegen tun? Ist es zwangsläufig so, dass wir möglicherweise eine Weile mit den intelligenten Maschinen parallel existieren, wie es die Neandertaler mit uns gemacht haben. Sind wir zum Aussterben verdammt wie sie?
Leseempfehlung in diesem Forum:
KI als der weise Staatenlenker in Platons Politeia?
KI und Bewusstsein
Was würde fehlen, wenn es die Menschheit nicht mehr gäbe?
You and me, baby, ain't nothin' but mammals. So let's do it like they do on the Discovery Channel
Wir sind ein Atom in der linken Brustwarze Gottes
Romanstudie: Neue Weltordnung
Gedicht: EVOLUTION (kommentiert)
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Ich träume mir die Welt grad wie sie mir gefällt Teil 2
Zitat von petias im Beitrag #2
Der Zustand unserer Welt macht Unbehagen. Mir zumindest und ich kenne da viele Andere. Will man was dagegen tun, sollte man das 1. erst mal benennen.
Dann wäre es 2. eine gute Idee einen Entwurf zu tägigen, wie es denn besser wäre. Der 3. Schritt sollte eine Weg-Beschreibung sein, wie man denn da hingelangen könnte.
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Ich träume mir die Welt grad wie sie mir gefällt Teil 3 (Jenny, Jenny, dreams are ten a penny
Dieses Lied von John Kincade aus dem Jahre 1972 fällt mir ein, wenn ich den Teil 2 von "ich träume mir die Welt ..."betrachte.
Hier ein Auszug:
Zitat
We built a house of willow tree
And dreamed of how our life would be
But now the dream has died
So got to say to you
Jenny, Jenny, dreams are ten a penny
Leave them in the lost and found
Jenny, Jenny, dreams are ten a penny
Get your feet back on the ground
Wenn wir die Träume ins Fundbüro ("lost and found") bringen, dann können sie vielleicht später wieder abgeholt werden oder sie werden versteigert und jemand kommt günstig daran!
Dabei wird da eine Welt skizziert, die nichts mit den Phantasien von Allmacht und Reichtum zu tun haben, die die meisten Menschen mit sich herumschleppen. Aber wenn man die bekannten Fakten versucht auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen,
Umweltzerstörung, Klimawandel, Konzentration von Vermögen und Macht in den Händen Weniger, Technik und wissenschaftlicher Fortschritt, der uns über den Kopf wächst und wir darin zu ersticken drohen, Krieg aus purem Imperialismus ... habe ich was vergessen?,
dann könnte es in etwa so aussehen.
Dass das so kommen könnte, wie "erträumt", ist extrem unwahrscheinlich. Dass die Mächtigen der Welt das zulassen dürfte recht unwahrscheinlich sein und mit fortschreitender Technik - selbst bei wider Erwarten extrem wachsendem Bewusstsein der Leute - ist ein Aufbegehren der Massen kaum mehr möglich. (siehe ... Das Zeit-Fenster für die Demokratie)
Aber man muss sich mir nicht in allen Punkten meiner Analyse anschließen, um wenigstens einige der Aktionen und Vorschläge, die wir in diesem Faden "pax hominibus" entwickeln werden, mitzutragen.
Fangen wir mit einigen nicht so strittigen Punkten an und sehen wir wie es weiter geht.
Ich rechne damit, dass die meisten meiner Leser mit mir übereinstimmen, dass die Abhängigkeiten, die wir hier in Europa haben, von der High Tech- Clique rund um Trump und ihren Unternehmungen nicht gut sind und wir die besser reduzieren sollten.
Ich möchte die nächsten Beiträge der Reihe diesen Leuten und ihren Unternehmen widmen, welche Perspektiven und Absichten sie haben und wie wir uns - Stück für Stück - davon unabhängiger machen können.
Als ersten dieser Silicon Valley Größen, vielleicht den Einflussreichsten, wenn auch nicht den Allerreichsten, nehme ich Peter Thiel auf die Liste.
Für ihn ist das, was ich tue, ein Hinweis auf den Antichristen. Ja, so sehr sie die neueste Technik befördern und so utopisch anmutend ihre Perspektiven sind, viele von ihnen sind Christen. Für Peter Thiel war die katholische Kirche nicht konservativ genug. Er wurde zum Orthodoxen.
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Die Geld-Oligarchen, ihr Einfluss, ihr Weltbild: Peter Thiel Teil 1
In Deutschland (1967) geboren, im Alter von 1 Jahr mit den Eltern nach den USA ausgewandert, aufgrund des Berufes des Vaters (Bergbauingenieur) oft umgezogen. Einschulung in Johannisburg in Südafrika (da kommt auch Musk her), 7 Schulwechsel an Orte wie Swakopmund in Südwestafrika, wo der Vater in einer Uranmiene arbeitete. Ab 1977 zurück in USA (Foster City, Kalifornien)
Studium in Stanford (konservative Eliteuni): Philosophie Abschluss 1989 mit einem Bachelor of Arts, Jura Abschluss 1992 Juris Doctor. Nach dem Studium arbeitete er ein knappes Jahr als Jurist, dann wurde er Derivate-Händler bei einer Bank (Credit Suisse). 1996 gründete er in Kalifornien seinen ersten Anlagefonds (Thiel Capital Management).
Das Philosophie-Studium in Stanford hat ihn mit dem österreichischen Theologen Wolfgang Palaver bekannt werden lassen mit dem er bis heute befreundet ist. Immer wieder lässt er ihn für Diskussionen und Veranstaltungen einfliegen.
Er befasste sich mit den Gedanken von Carl Schmitt. Der gilt als einer der einflussreichsten und umstrittensten deutschen Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts. Schmitt war Nazi (Mitglied in der NSDAP seit 1933) und rechtfertigte juristisch und philosophisch Nazi-Taten. Er war Protegé von Hermann Göring und Hans Frank.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus lehnte er eine Entnazifizierung ab und wirkte fortan als Privatgelehrter ohne Professur. Schmitt gilt als „Kronjurist des Dritten Reiches“.
In den letzten 40 Jahren ist ein neues Interesse an Schmitts Denken entstanden, insbesondere bei den amerikanischen Neokonservativen, denen die Kritik an Demokratie und liberalem Staat gut zupass kommt.
Auch die Ideen von René Girard haben Thiels Studien mit geprägt. Der Philosoph lehrte zu der Zeit in Stanford. Der zentrale Punkt seiner Lehre ist die "Mimetische Theorie". Sie geht davon aus, dass Menschen die zusammenleben sich nachahmen und die selben Dinge wollen und darüber in Streit geraten, der stark eskalieren kann. Gemeinschaftenn funktionieren nur dann, wenn sie diesen Streit beschwichtigen, im Zaum halten können. Das gelingt z.B. durch die Installation eines Sündenbockes, der für den Streit verantwortlich gemacht wird. Der Frieden wird zweitweise wieder hergestellt, indem man diesen Sündenbock, der völlig unschuldig sein kann, rituell opfert. Diese Sündenböcke können auch Ethnien sein, wie etwa die Juden oder ganze "Schurkenstaaten", die bekriegt werden.
Die Religion bewahrt das Wissen über Mimesis und Sündenbockreaktionen.
Dieses mimetische Verhalten wird teils bewusst in den Sozialen Netzwerken ausgenutzt und hilft bei der schnellen Verbreitung von Meinung und Verhalten.
Schon in Stanford sieht Thiel die "political correctness", also dass man Manches nicht sagen darf, Manche Worte nicht gebrauchen soll als einen Angriff auf die Meinungsfreiheit.
Weil wir schon dabei sind, unabhängig von Thiels Studien in Stanford haben ihn andere Werke geprägt. Das sind mal die Bücher von "Herr der Ringe". Immer wieder zitiert er daraus. Viele seiner Firmen die er gegründet hat tragen im Namen Begriffe aus Herr der Ringe, z.B. Palantir. Die Palantíri (Einzahl Palantír) waren die "Sehenden Steine" und wurden auch "was in die Ferne blickt" genannt.
Aus "Herr der Ringe" Wiki:
Die Steine waren vollkommene glatte Kugeln von schwarzem massiven Glas. Die kleinsten maßen etwa einen Fuß im Durchmesser, doch einige waren so groß, dass sie von einem Mann alleine nicht angehoben werden konnten. Der Meisterstein befand sich im Turm von Avallóne. Die Steine hielten über jede Distanz Verbindung zueinander, sodass die jeweiligen Besitzer mit ihrer Hilfe über große Entfernungen kommunizieren konnten. Das machte sie im Westen Mittelerdes zu wichtigen Machtapparaten und ihre Verwender konnten so den Lauf der Dinge erheblich beeinflussen. Sie trugen auch dazu bei, das Reich von Gondor lange zu behüten und zusammenzuhalten.
Wenn man weiß, was die Software von Palantir macht und will, so ist diese Beschreibung geradezu ein Programm!
Eine weitere Schriftstellerin hat Peter Thiel und mit ihm viele in den USA geprägt. Es ist die erfolgreiche Schriftstellerin Ayn Rand. sie hat ca. 30 Millionen Bücher verkauft. "The Fountainhead" (Lieblingsbuch von Trump) und "Atlas Shrugged" (Lieblingsbuch von Thiel) haben bei vielen Amis einen großen Eindruck hinterlassen.
Ich habe mir die Bücher gekauft und werde sie vermutlich demnächst mal in der Buchbesprechung hier im Forum behandeln.
Ayn Rand war eine 1926 in die USA ausgewanderte Russin. Sie wurde 1905 in St. Petersburg geboren und lebte unter Anderem in der Ukraine und auf der Krim. Sie starb 1982 in New York.
Rands "Objektivismus" meint, dass jeder Mensch durch vernünftiges, durch produktives Handeln zum eigenen Nutzen am Besten auch zum Fortschritt der Welt beiträgt und dies sei auch moralisches Handeln.
Egoismus, Erfindergeist und Tüchtigkeit sind die höchsten Tugenden. Erfolgreiche Firmengründer der Großindustrie vereinigen diese Tugenden in hohem Maße und sind damit der "Motor der Welt". Diesen Motor anzuhalten bedeute das Ende der Zivilisation. Staatliche Eingriffe sind unmoralisch, behindern die Entfaltung der Individuen und verschlechtern auch die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen.
Deshalb sei strikter Laissez-faire-Kapitalismus das einzig legitime Wirtschaftssystem.
In einer Neuauflage des 1943 erschienen Buches "The Fountainhead" schreibt Rand in einem Vorwort 1968 über die Gründe, warum das Buch seit 25 Jahren gekauft und gelesen wird:
"Es ist eines der Hauptgründe warum "The Fountainhead" immer noch anspricht: es feiert den Geist der Jugend, zeugt vom Glanz der Menschheit und zeigt wozu sie fähig ist. Dabei spielt es keine Rolle, dass in jeder Generation nur Wenige die volle Realität der menschlichen Möglichkeiten begreifen und verwirklichen - und alle Anderen sie verraten. Es sind die Wenigen, die die Welt bewegen und dem Leben seine Bedeutung verleihen - und an diese Wenigen habe ich immer versucht mich zu wenden. Die Restlichen sind bedeutungslos. Sie verraten nicht mich oder "The Fountainhead", sondern ihre eigenen Seelen."
Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von mir.
Thiel ist ein Contrairian, also ein Mensch, der gerne das Gegenteil tut, von dem, was der Mainstream macht. Nur so kann man aus der Masse hervorstechen. Das gilt nicht nur beim antizyklischem Investieren, sondern auch auf vielen anderen Gebieten.
In Amerika sagt man, dass zwei Dinge sicher seien: "Death and taxes" also der Tod und die Steuern.
Thiel versucht beides zu vermeiden.
Bei den Steuern funktioniert das z.B. gut durch Firmenkonglomerate die das Ausland einbezieht. Firmensitze in Steuerparadiesen z.B.. Aber er hat auch Millionen in einen staatlichen steuerfreien Altersfond eingezahlt, so eine Art Riesterrente auf amerikanisch.
Dass Thiel es gut findet, dass die Staaten immer zahlreicher werden und er den Einheitsstaat unter einer Weltregierung fürchtet (obwohl es danach nicht aussieht, finde ich) hat sehr damit zu tun, dass er erwartet, dann nicht mehr um die Zahlung von Steuern herumzukommen, wenn die Möglichkeit entfällt, ins Ausland auszuweichen.
Aber auch den Tod sieht er nicht als gegeben. Er investiert in zahlreiche Longevity-Projekte hat dafür gesorgt, dass er im Falle seines Todes eingefroren wird und unterstützt die Forschungen an der Digitalisierung des menschlichen Gehirnes. Eines der unterstützten Startups soll Bluttransfusionen von Jugendlichen zur Lebensverlängerung organisieren.
Thiel unterstützt die Methuselah Foundation, eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die 90 (Lebensalter) zur neuen 50 zu machen.
Das wichtigste an Thiels Macht, sind aber die Netzwerke, die er aufgebaut hat. Legendär ist die PayPal-Mafia.
Mafia ist dabei nicht im kriminellen Sinne gemeint, sondern eher scherzhaft.
Das kam so:
Thiel hatte schon früh den Gedanken, das staatliche Geld abzuschaffen bzw. ihm ein Gegengeld (was jetzt die Crypto-Währungen versuchen) entgegenzusetzen. Eine Währung, die nicht staatlich kontrolliert sein würde. Man versuchte zunächst mit einem Bezahldienst anzufangen.
Zusammen mit Max Levchin und Luke Nosek gründete man zu diesem Zweck in Palo Alto, Kalifornien, 1998 das Unternehmen Confinity. In dem Flur des selben Bürohauses in dem Confinity seine Räume hatte, residierte auch die Firma X.com eines Elon Musk. Der war damals schon dem Buchstaben "X" fasziniert.
Ein Mitarbeiter von Confinity fand in einer gemeinsam genutzten Mülltonne einen Aktenordner von X.com, dessen Inhalt zeigte, dass dies Firma ganz ähnliche Pläne hatte wie Confinity. Man begann Gespräche und gründete 2000 gemeinsam das Unternehmen PayPal. Thiel überließ großzügig Musk den CEO-Posten (Geschäftsführer). Die Handlungen von Musk waren vielen nicht so recht verständlich und es herrschte Proteststimmung. Als dann Musk darauf bestand die Firma in "X" umzubenennen, gab es einen Putsch von Thiel und Getreuen, als Musk für eine Woche auf Geschäftsreise war. Er übernahm provisorisch den CEO-Posten und man wollte dafür einen Fachmann suchen, was nicht geschah.
2002 brachte Thiel PayPal an die Börse und verkaufte die Firma an eeBBay. Der Verkauf machte die ursprünglichen Besitzer reich. Sie hätten sich zur Ruhe setzen können, aber sie investierten teils gemeinsam in immer neue Firmen und waren eine Macht im Silicon Valley. Viele der ersten Mitarbeiter von PayPal kündigten bei eeBBay und schlossen sich der PayPal-Mafia an.
Die Mitglieder der PayPal-Mafia
Peter Thiel, PayPal-Gründer und ehemaliger Chief Executive Officer, der manchmal als „Don“ der PayPal-Mafia bezeichnet wird
Max Levchin, PayPal-Gründer und ehemaliger Chief Executive Officer und späterer Mitgründer von Affirm
Elon Musk, Gründer von X.com, das mit Confinity fusionierte, um PayPal zu bilden. Musk gründete später SpaceX und gründete bzw. führt zahlreiche weitere Unternehmen (Tesla, Inc., Boring Company, OpenAI, Neuralink und Twitter)
David O. Sacks, ehemaliger COO von PayPal, der später Geni.com und Yammer gründete
Dave McClure, ehemaliger Marketingdirektor von PayPal, später ein Super-Angel-Investor für Startup-Unternehmen
Steve Chen, ehemaliger PayPal-Ingenieur, der YouTube mitbegründete
Chad Hurley, ehemaliger PayPal-Mitarbeiter, der YouTube mitbegründete
Jawed Karim, ehemaliger PayPal-Mitarbeiter, der YouTube mitbegründete
Reid Hoffman, ehemaliger Executive Vice President von PayPal, der später LinkedIn gründete und ein früher Investor in Facebook
Keith Rabois, ehemalige Führungskraft bei PayPal, die später bei LinkedIn, Slide, Square, Khosla Ventures und für Peter Thiel im Founders Fund arbeitete, Investor in u. a. YouTube, Yelp und LinkedIn
Premal Shah, ehemaliger PayPal-Mitarbeiter, wurde später der Gründungspräsident von Kiva.org
Russel Simmons, ehemaliger PayPal-Ingenieur und späterer Mitbegründer von Yelp
Jeremy Stoppelman, ehemaliger Vizepräsident für Technologie bei PayPal und späterer Mitbegründer von Yelp
Yishan Wong, ehemaliger technischer Leiter bei PayPal, arbeitete später bei Facebook, wurde CEO von Reddit und gründete Terraformation Inc.
Jack Selby, ehemaliger Vizepräsident für Unternehmens- und internationale Entwicklung bei PayPal und Mitbegründer von Clarium Capital mit Peter Thiel
Ken Howery, ehemaliger US-Botschafter in Schweden und aktueller US-Botschafter in Dänemark
Zum erweiterten Kreis der PayPal-Mafia wird mitunter gezählt:
Joe Lonsdale, PayPal-Praktikant, Palantir-Gründer und Wagniskapitalgeber
aus https://de.wikipedia.org/wiki/PayPal-Mafia
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Die Geld-Oligarchen, ihr Einfluss, ihr Weltbild: Peter Thiel Teil 2
Noch eine wahre Geschichte, die illustriert, wie Peter Thiel tickt:
2007 wurde er durch den US-Klatschblog Gawker (in einem Unterblog von Owen Thomas) als homosexuell geoutet. Der Beitrag war durchweg positiv, und Thiel machte auch kein Hehl aus seiner Homosexualität, er sprach nur nicht offiziell darüber. Er reagierte auch überhaupt nicht auf den Beitrag, aber er beschloss im Stillen sich zu rächen. Einige Zeit später veröffentlichte Gawker ein Sex-Video von Hulk Hogan, der Gawker verklagte. Die Firma war gut versichert und rechnete damit, dass den Geschädigten bald das Geld für die teuren Anwälte ausgehen würde. Nicht Hulk Hogan, denn Thiel zahlte seine Anwälte deren Honorare sich auf 10 Millionen US-Dollar beliefen. Gawker wurde zu einer Schadensersatzzahlung von 115 Millionen US-Dollar verurteilt und musste Konkurs anmelden. Das Erscheinen der Gawker-Blogs wurde eingestellt. In einem Interview gab Thiel bekannt, dass er hinter der Pleite von Gawker steckte. 10 Jahre nach dem unfreiwilligen Outing sendet Thiel die Botschaft: legt euch nicht mit mir an!
Ab 2016 Unterstützt Thiel im Wahlkampf Donald Trump. Am 22. Juli 2016 hielt Thiel auf dem Parteitag der Republikaner in Cleveland eine Rede, die Trump unterstützt deren Präsidentschaftskandidat zu werden.
"Ich bin kein Politiker", sagte Thiel. "Ebensowenig ist es Donald Trump. Er ist ein Macher. Er wird Amerika wieder groß machen!
„Ich bin stolz, schwul zu sein. Ich bin stolz, ein Republikaner zu sein. Vor allem bin ich stolz, Amerikaner zu sein.“ Rief er unter großem Beifall.
Trump gewann. Thiel war der einzige Silicon Valley Tech Gigant, der ihn unterstützt hatte (auch mit mindestens 1 Million Spenden für den Wahlkampf.)
Im Trump Tower empfängt Trump die Tech-Bosse. Thiel ist der Königsmacher.
Thiel überreichte Trump bereits 2016 eine Liste mit 150 Personen, die bereit waren, den althergebrachten amerikanischen Staat zu zerschlagen und zu erneuern. Thiel war seiner Zeit voraus. Damals war das sogar Trump noch zu viel, er gab nur etwa einem Dutzend der vorgeschlagenen Personen Ämter.
Thiel fungiert als Berater und versucht ähnlich 2025 Elon Musk den Bürokratieapparat zu zerschlagen. Es gelingt noch nicht. Aber mit diversen Firmen, allen voran Palantir, gewinnt Thiel Einfluss im Militärbereich, schafft sich Märkte und vermehrt Einfluss und Reichtum.
Auch andere Reiche profitieren. Allen voran Elon Musk besonders mit Space X und Tesla.
Nachdem Trump 2020 die Wahl verloren hatte, unterstützte Thiel Trump nahestehende junge Republikaner. Z.B. Black Masters, der Präsident der Thiel-Stiftung ist und 2022 als Kandidat für das Amt des Senators für den Bundesstaat Arizona antrat, aber unterlag, Josh Hawley, Senator für den Bundesstaat Missouri, und vor Allem JD Vance, der 2022 als Senator für Ohio kandidierte und gewann.
Thiel hat ihn bei Trump eingeführt und empfohlen. Heute ist er der Vizepräsident! Er hatte 10 Millionen für den Wahlkampf erhalten.
Thiel zeigte sich überrascht, dass Donald Trump gewann. Ihn hatte er nicht mehr direkt mit Geld unterstützt. (Das übernahm schon Elon Musk) Er setzte mit JD Vance auf die Zukunft. Es wird vom weitern Verlauf der Amtszeit abhängen, ob die zweite Amtszeit Trumps Vance nützen wird, oder nicht.
Aber Thiel hat bereits neue Pläne. Er bereitet sich darauf vor, die Apokalypse zu verschieben. Vance ist ähnlich religiös wie Thiel.
Peter Thiel investierte gemeinsam mit JD Vance 40 Millionen Dollar die religiöse App „Hallow“ (Heilig) und deren Vermarktung. 2024 stand die App zeitweise auf Platz 1 der Download-Charts von Apple. Über 23 Millionen Downloads verzeichnete die App weltweit. Sie bietet eine Gebetsanleitung und Meditationen für die Gläubigen und kostet 9,99 im Monat oder 69,99 im Jahr.
Thiel sieht in dem Bestreben Einheitsstaaten zu gründen, wie die EU oder in der Umweltbewegung mit Galionsfiguren wie Greta Thunberg den Antichristen. Er befürchtet, das könnte auf eine Weltregierung und weltweit geltenden Gesetze hinauslaufen, was jede Individualität und damit jeden nennenswerten Fortschritt für die Menschheit unterbinden würde. Auf den Antichristen folgt das Armageddon, der Weltuntergang.
„Die christliche Intuition, die ich habe, ist: Ich will nicht den Antichristen, ich will kein Armageddon. Ich möchte einen schmalen Weg genau dazwischen finden, auf dem wir beides vermeiden.“ Peter Thiel
Dieser Weg dazwischen ist der biblische "Katechon" (Aufhalter) aus 2 Thess 2,7 EU.
Nach Thiel ist das Katechon das, was Gesellschaften wehrhaft macht und Innovationen vorantreibt. Es steht für den Prozess des technischen Fortschritts. Die Amerikanischen Tech-Nerds sind die personalisierten Aufhalter (= Katechon) der drohenden Apokalypse und des Antichristen. Politisch gesehen sind das derzeit die USA.
Die USA als Königreich mit JD Vance als König. Der König ist die wichtigste Figur des Schachspiels. Aber der wahre Held des Schachs ist nicht der König, sondern der Spieler, der alle Figuren bewegt.
Thiel ist ein sehr guter Schachspieler. Auf Wettbewerben, an denen er in der Jugend teilgenommen hatte, hat er sich als einer der besten Schachspieler der USA erwiesen.
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Palantir
Peter Thiel, Alex Karp, Joe Lonsdale, Stephen Cohen und Nathan Gettings gründeten Palantir 2003/2004.
Thiel setzte dabei ein Kapital von 30 Millionen US Dollar ein. 2 Millionen Dollar kam von In-Q-Tel, dem Wagniskapitalzweig der US-amerikanischen CIA (Central Intelligence Agency). Nicht viel, aber die Informatiker und Geheimdienst-Analysten der Agancy entwickelten in den ersten 3 Jahren überwiegend Palantir's Software. Dabei griff man auf eine bei PayPal entwickelten Technologie zum Feststellen von Betrugsaktivitäten zurück.
Zu den ersten Kunden von Palantir gehörten damit hauptsächlich Geheimdienste und Militärbehörden zunächst in den USA bald aber auch bei den Verbündeten wie NATO-Partnern.
Palantir soll den USA dabei geholfen haben, im Jahr 2011 den früheren Al-Qaida-Chef Osama bin Laden aufzuspüren.
Softwareprodukte von Palantir werden in einigen Bundesländern auch in Deutschland eingesetzt (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden Württemberg)
in Bayern heißt die Software "VeRA" (Verfahrensübergreifende Recherche- und Analyseplattform)
Im Bund soll die deutsche Polizei mit der Palantir-Software „Gotham“ ausgestattet werden. Noch wehrt sich die SPD.
„Gotham“ wurde entwickelt, um Daten aus verschiedenen Quellen wie Polizeidatenbanken, Gesundheitsdaten oder Social-Media-Inhalten zusammenzuführen und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Sekundenschnelle auszuwerten.
„Gotham“ ist eine fiktive Stadt, in der viele der vom US-amerikanischen Comicverlag „DC Comics“ produzierten Comicserien spielen. Vor allem Fans der „Batman“-Reihe ist die Stadt ein Begriff. Innerhalb der Comics wird die Stadt als düster, unheimlich und von Kriminalität durchzogen dargestellt.
So sollen potentielle Täter eingegrenzt werden und aus einer immer weiter wachsenden Datenbasis Polizeidaten -auch von Zeugen, Opfern und völlig Unbeteiligten - mit Hilfe von maschineller Intelligenz Verdächtige Identifiziert werden und möglicherweise Straftaten schon im Vorfeld verhinderbar sein. (Predictive policing - vorhersagende Polizeiarbeit)
In den USA werde auch bereits gekaufte Daten, die zu Werbezwecken sich auf einem immer schneller wachsenden Markt befinden, hinzugenommen.
Nicht nur im Geheimdienst-, Militär- und Polizeibereich wird die Software von Palantir eingesetzt. 2023 erhielt die Firma einen Großauftrag vom National Health Service (HNS) in England. 330 Millionen Pfund flossen in den Aufbau der Federated Data Platform (FDP) Damit werden die Gesundheitsdaten der Nation außer Landes gegeben. Die Hoheit über die Daten von Millionen Briten geht an ein privatwirtschaftliches transatlantisches Netzwerk, das nicht mehr unter (britisch) staatlicher Kontrolle steht.
Derzeit wächst Palantier sehr strak. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Palantir-Aktie mehr als 75 Prozent an Wert gewonnen. Der Börsenwert liegt derzeit bei mehr als 350 Milliarden Dollar.
Vorstandschef Alex Karp veröffentlichte letzten Montag (2.2.2026) einen Brief an die Aktionäre zum Quartalsabschluss (4 2025). Darin heißt es, die Finanzergebnisse hätten „sogar unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“.
Der Gesamtumsatz stieg im vierten Quartal (2025) um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar.
Gerade derzeit steht Palantir in der Kritik und ist Gegenstand der Proteste, die sich millionenfach auf den Straßen amerikanischer Städte abspielen. Die Trump-Regierung veranlasst die Palantir-Software hohe Zahlen an Verdächtigen auszuspucken, die sich Illegal in den USA aufhalten, um die angekündigten Abschiebezahlen zu erfüllen. Dabei kommen viele gut integrierte und von der Wirtschaft benötigte Menschen in Bedrängnis. Selbst vor Kindern wird nicht Halt gemacht.
Die KI-Algorithmen von Palantir sind oft eine Art Blackbox: Wie genau sie Daten verarbeiten, bleibt verborgen. Das erschwert eine Prüfung auf Datenschutzkonformität und externe Kontrolle. Auch Behörden bekommen selten Einblick in die Logik.
Palantir Software wird im Zusammenhang mit "Predictive policing" also "vorhersagende Polizeiarbeit" genannt. Die Software soll vorhersagen können bzw. dank Ki bald erlernen vorherzusagen, wo wahrscheinlich welche Straftaten wann verübt werden. Ein Thema, das der Film "Minority Report" (2002) des Regisseurs Steven Spielberg mit Tom Cruise in der Hauptrolle sich zum Thema nahm. Statt der drei Hellseher soll nun Palantir Software eingesetzt werden. Die Probleme bleiben dieselben. Aber es bleibt zu befürchten, dass die US-Regierung und andere Machthaber nicht dieselben Schlüsse und Konsequenzen ziehen, wie sie in dem SiFi-Film, der 2054 spielt, gezogen haben: die drei Hellseher gingen in Rente!
Was können wir tun? Im Fall von Palantir, seiner Verstrickung in die Trump-amerikanische-Größenwahn-Politik, können wir nur politisch versuchen unsere Regierungen zu beeinflussen sich das Trojanische Pferd nicht ins Haus zu holen. Bundesweit ist das noch nicht erfolgt. Der Erfolg ist eher unwahrscheinlich. CDU/CSU und AFD sind dafür. Die Grünen und die Linke dagegen. Die SPD ist es auch noch, aber man muss sehen, was der Koalitionsdruck bewirken wird.
Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass Straftäter schnell gefasst werden können. Aber was ist, wenn die Regierungen wechseln und die Möglichkeiten missbraucht werden? Das Problem gilt nicht nur für Palantir. Wir sehen uns das auch noch bei anderen Großprogrammen und Plattformen an, die gerade dabei sind quasi staatshoheitliche Aufgaben zu übernehmen.
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