Aller Anfang ist leicht
Tag 5 der Challenge. Bislang war es einfach, es war noch Einiges an gekauften Lebensmitteln im Haus. Aber bis auf eine Tomate sind meine gekauften Vorräte an frischen Lebensmitteln aufgebraucht. Gestern gab es neben einem Smoothie Kartoffeln (noch von der Ernte letztes Jahr), ein paar Bohnen aus der Gefriertruhe (aus dem Garten von letztem Jahr) und zwei Spiegeleier. Einen 6er Pack Bioeier hatte ich im April geschenkt bekommen davon waren noch zwei übrig. Eigene Hühner habe ich nicht.
Alles was aus der Gefriertruhe kommt sind Lebensmittel aus dem Garten. Seit ich alleine hier wohne verirren sich keine Tiefkühlpizzas und Co. da hinein.
Die ebenfalls im April geschenkt bekommene Hafermilch ist auch aufgebraucht. Aber Hafermilch kann man selbst machen. Das werde ich demnächst mal probieren. Der Apfelessig reicht nicht mehr sehr lange. Seit der Challenge: "Lange gut leben" nehme ich täglich einen Schuss Apfelessig zu mir. Äpfel vom letzten Herbst gibt es noch, ich werde einen neuen ansetzen.
Ich nutze den Solarstrom am Tag dazu mir Cracker zu trocknen. In der Gefriertruhe gibt es noch eine Menge Gemüse, Obst und Beeren, davon nehme ich zwei drei Beutel heraus, lasse sie antauen, vermische das mit gekeimten Getreide, Sämereien, Beeren und Obst aus der Gefriertruhe, Flohsamenschalen (gekauft, aber davon habe ich noch einen Vorrat) und ein paar Gewürze. Das Ganze wird zu einer Paste mit dem Pürierstab verarbeitet (etwas Wasser muss noch dazu für eine kremige Konsistenz). Mit einem Löffel wird die Paste auf den Trockengitter des Trockners zu kleinen Fladen ausgebreitet und dann bei 45 Grad getrocknet. Ein paar Stunden dauert das, bis die Masse zu dünnen, flachen Cracker getrocknet ist. Ein perfekter Brot- und Kekse- Ersatz in Roh-Qualität.
Mein Trockner ist schon ca. 20 Jahre alt. Er verbraucht 470 Watt an Strom. Mein Balkonkraftwerk schafft an guten Tagen bis zu 600 Watt.
Für das Trocknen im Winter habe ich den Boden bis auf einen Rand aus einem Einmachtopf geflext, in den die runden Trockengitter sich gut stapeln lassen. Dann trocknen die Cracker nahe des Ofens. Ich sollte mir demnächst noch einen Sonnentrockner bauen. Das schiebe ich schon Jahre vor mir her.
Man kann damit auch Kräuter trocknen, Pilze, Obst. Tatsächlich überlege ich, ob ich aus den Äpfeln noch ein paar getrocknete Apfelringe machen sollte, bevor sie kaputt gehen.
Ich werde demnächst mal ein paar der Vorgänge zur Essensbereitung mit Fotos dokumentieren.
Auch eine Bestandsaufnahme meiner Getreide und Sämereien werde ich machen. Die sind teils schon mehrere Jahre alt. Da gilt es Keimproben zu machen, auszusortieren, überlegen was man anbauen kann, und was zunächst noch bestellt werden muss. (nach der nächsten Ernte).
Für mich dient diese Mai-Challenge dazu, die Vorräte des Winters aufzubrauchen und parallel dazu die Gaben des neuen Vegetationsjahres zu nutzen. Zudem sehe ich besser, was ich brauche und so sollen sich der Anbau und die Essgewohnheiten weiter annähern und der Bedarf an zugekauften Lebensmittel verringert werden.
Mein Krisenvorrat unterscheidet sich nicht vom normalen Vorrat. Ich orientiere mich da an der Jahrhunderte alten bäuerlichen Selbstversorgung.
Aber wer keine Selbstversorgung hat, der sollte einen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln anlegen. Wie sinnvoll, ausreichend und komplett dieser Vorrat ist, könnte man gut dadurch mal austesten, in dem man so eine Versorgungskrise mit Lebensmitteln simuliert.
Gegenargument: Wenn ich jetzt die lange haltbaren Lebensmittel zu Testzwecken verbrauche, dann muss ich sie teurer wieder nachkaufen, denn die Preise steigen.
Ich halte dagegen: Dann wird es höchste Zeit das mal auszuprobieren, denn die Preise steigen weiter!
In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tag!