RE: Dies und das für jeden was

#406 von petias , 28.05.2026 16:43

Bayrische Frachtkutscher treffen auf Globalisierung

Zitat von petias im Beitrag Notizen zum Tage
Der Speicher für meine neue Inselanlage ist überfällig. Er sollte am 22. geliefert werden nach Aussagen von Amazon Bestellliste dann gestern am 26. - und nachdem er auch da nicht gekommen war, ist der Liefertermin mit unbekanntem Datum ausgesetzt und man hat mir angeboten, die Lieferung zu stornieren und mir das Geld zurückerstatten zu lassen.
Bei Amazon bestellt, von Eco Worthy vertrieben von Schenker ausgeliefert.
Schenker die Lieferfirma per Straße von der DB wurde mittlerweile an DSV verkauft eine internationalen Großspedition. Die Integration der Prozesse ist noch nicht solide abgeschlossen und so gibt es eben Probleme. Bei Schenker DSV online nachgesehen steht da, dass die schon Anfang des Monats, weit vor dem angekündigten Liefertermin, schon drei erfolglose Zustellversuche unternommen hatten. Dabei gab es keinen Nachbarn, der das gesehen hätte und keine Meldung im Briefkasten, geschweige denn auf Amazon.
Die Chat-bots von Amazon, Eco Worthy und DSV konnten mir nicht weiter helfen. Der DSV-Chat-Bot schlug mir vor eine Email zu schreiben, aber der bot mir nur Microsoft Tools an wie Outlook, dies zu tun, die ich nicht verwende. Es gab einen Button, mit dem ich die Ziel-Adresse in die Zwischenablage hätte kopieren können, aber da landete nur das Wort "Email". Eine grundsätzlich in Aussicht gestellte Telefonnummer für menschliches Service-Personal lehnte er in meinem Fall als irrelevant ab.
Aus den Online Protokollen der misslungenen Zustellung konnte ich schließen, dass mein Paket in Coburg lagern würde. Ich konnte eine Telefonnummer für eine noch nicht fusionierte Schenker-Filiale herausfinden und nach einigen Mühen gelang es mir eine freundliche Disponentin ans Ohr zu bekommen, mit der ich einen neuen Liefertermin für morgen ausmachen konnte. Ich bin schon sehr gespannt!
Schöne neue Digitalwelt kann man da nur sagen!


Heute Morgen verfolgte ich die Einträge in der Auslieferungshistorie von DSV/Schenker.
Um kurz nach 9 Uhr erschein tatsächlich ein neuer Zustellungsversuch in der Aufstellung mit dem heutigen Datum. Ich ging vors Haus auf die Straße, öffnete den Fahrradschuppen und bastelte an meinen Fahrrädern. So konnte ich das Schenker Auslieferungsfahrzeug auf keinen Fall verpassen.
Um 11:30 Uhr wunderte es mich, warum da immer noch nichts kam. Ich sah wieder ins Internet und o Staunen: ich hatte die Lieferung zurückgewiesen. Sofort rief ich wieder im Schenker-Lager in Coburg an. Es dauerte drei volle Durchgänge a 3 Minuten die man mich kommentarlos in der Warteschleife hängen lies. Beim vierten Versuch hob jemand ab. Man wäre in einer Besprechung gewesen, erklärte man mir.
Ich gab wieder meine Tracking-Nummer an und fragte, ob denn die Adresse vielleicht fasch wäre, da ich mir sonst nicht erklären könnte, wie der Empfänger die Lieferung abweisen sollte. Da ich der Empfänger wäre, und ich den ganzen Vormittag kein einziges Fahrzeug vor meinem Haus in der Sackgasse hatte auftauchen sehen, muss da ein Fehler sein. Es war keiner. Die Dame wollte nachforschen. Nach einigen weitern Minuten in der Warteschleife bat man, mich zurückrufen zu dürfen. Ich bat nochmal höflich um den Namen und trennte die Verbindung.
Nach etwa einer halben Stunde rief die Dame zurück. Sie erklärte mir, dass der Fahrer das falsche Ereignis ausgelöst hatte. Tatsächlich hätte er den Weg zu mir nicht mit seinem Fahrzeug fahren können. Er wäre aber noch in der Gegend und würde mich anrufen, um einen Übergabepunkt zu vereinbaren.
Nach ca. einer weitern halben Stunde rief mich der Fahrer an. Ich vereinbarte ein Treffen mit ihm unten an der Bundesstraße auf einem Parkplatz. Ich würde mit dem Handwagen dahin kommen.
Nach einigen Minuten tauchte der Fahrer mit einem mittelgroßen LKW der Firma Schenker auf. Ich erklärte ihm, dass das Fahrzeug auf keinen Fall größer sei, als das Müllauto, das zweiwöchentlich den Restmüll vor meinem Haus einsammeln würde.
Er erklärte mir, dass ein Kollege von ihm der Meinung war, dass zum Oberen Hügel nur einen sehr schmaler und sehr steiler Weg, ein paar 100 Meter die Straße runter führen würde. Deshalb hätte er das Ereignis "Conditions by consignee" ausgelöst. Ich würde das mal frei übersetzen als: "Aufgrund der Bedingungen zu Lasten des Empfängers nicht zustellbar."
Ich nehme an, dass heißt im Normalfall, dass der Empfänger nicht anzutreffen ist. Anders wäre es nicht zu erklären, dass man noch drei Mal den Versuch unternimmt, die Ware zuzustellen. Denn dass von einem Tag auf den anderen eine bessere Straße gebaut würde, war kaum zu erwarten.
Ich kommunizierte dem Fahrer, wie ich mir das vorstelle. Der erste Fahrer fand, dass der Weg für den Schenker-Lkw nicht passierbar war und trug ein, dass die Ware nicht zustellbar gewesen wäre. Derselbe oder ein Kollege diesbezüglich instruiert, tat an den zwei darauffolgenden Zustellversuchen dasselbe. Dann wurde das Ganze erst mal eingestellt und gewartet, was passieren würde. Mein Anruf löste einen weiteren Zustellversuch aus. Damit das nicht bis in alle Ewigkeit so weitergehen würde, trug mein Fahrer ein, die Annahme wäre verweigert worden. Wäre das unwidersprochen geblieben, hätte die Ware an den Absender zurückgeschickt werden müssen und das Geld für die Firma wäre verdient gewesen. Mit etwas Glück, hätte der Kunde (ich) anderswo bestellt und es damit einen zuverlässigeren Lieferdienst getroffen. Alle zufrieden!
Der Nachfolger eines Fuhrkutschers widersprach mir nicht, auch wenn er meine Version nicht explizit bestätigte. Er beklagte sich nur etwas über die verwinkelten Wege hier in Thüringen. Das ist schon eine Zumutung für einen Oberfränkischen Westdeutschen.
Er half mir das 50kg Paket auf den Handwagen zu heben und wir wünschten uns einen schönen Tag.



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RE: Dies und das für jeden was

#407 von petias , 20.06.2026 09:15

Generative KI und die Weisheit des Alters

Eule hat mir einen YouTube Link gemailt.

https://www.youtube.com/watch?v=-WB7zTnT3L4

Da sitzt ein rüstiger, ruhiger und ausgeglichener alter Mann in seiner Werkstatt, in der er Vogelhäuser baut und erzählt mit angenehmer Stimme aus seinem angeblich 97 jährigen Leben.
Unter dem Video steht als Titel:
Ich bin 97 Jahre alt – hier sind 10 Geheimnisse, um 120 zu werden, ohne krank zu werden!
Dieses zweimalige "werden" in einem Satz wirkt sehr authentisch finde ich.

Gleich zu Anfang erzählt er, dass ihn ein bekannter Kardiologe vor 37 Jahren eine Restlebenszeit von 3 bis 4 Jahren gegeben hatte. Das hatte er zum Anlass genommen nicht sein Leben, aber die Einstellung zum Leben zu ändern und kleine Veränderungen im Alltag vorzunehmen.
Die 10 Regeln, mit denen man sein Leben herumreißen kann und trotz Krankheit noch alt werden, die er ankündigt, wären der Bedeutung nach gewichtet. Die wichtigste, Regel Nummer eins von zehn, kommt also zuletzt. Wer würde da vorzeitig die den nicht ganz kurzen Bericht abbrechen?

Die Regeln an sich sind nichts Neues. Wir kennen sie alle, haben sie alle schon mal gehört. Jede Einzelne hat ihren Punkt, gibt Erkenntnisse der Zeit wider, reflektiert Ängste, ermöglicht, trotz all der Anforderungen der "Wissenschaft" locker zu bleiben.
Aber aus dem Mund eines fast 100 Jährigen sympathisch vorgetragen, mit kleinen Ausrutschern in (interessanterweise verschiedene) Dialekte wirkt das sehr überzeugend und motivierend.

Ich habe es dem angeblichen Herrn Bergmann voll abgenommen.

Eule wäre nicht Eule, wenn sie nicht die Quelle: "Stimmen der Zeit" mal etwas unter die Lupe genommen hätte.

Da steht dann auch neben duzenden ähnlicher Videos zum Thema "Alt werden - Gesund bleiben" verdeckt aber zum Einblenden:
Wichtiger Hinweis: Einige Elemente dieses Projekts – insbesondere die visuellen und grafischen Inhalte – wurden mithilfe von KI-Technologien entwickelt. Dennoch steckt hinter jedem Video ein bedeutender menschlicher Anteil: von der Konzeption und dem Drehbuch über die kreative Gestaltung bis hin zur redaktionellen Bearbeitung und der Kernaussage, die vermittelt werden soll.
Die hier präsentierten Inhalte verfolgen einen bildenden und zum Nachdenken anregenden Zweck. Die gezeigten Geschichten orientieren sich an realen Begebenheiten und menschlichen Erfahrungen, wurden jedoch aus dramaturgischen Gründen verfremdet und erzählerisch aufbereitet. Die auftretenden Figuren und Situationen sind daher nicht als direkte Abbildung konkreter Personen oder Ereignisse zu verstehen.
Das Ziel dieses Kanals ist es, Impulse zu geben – zum Innehalten, zum Lernen und zur bewussten persönlichen Entwicklung.


Heiligen die Mittel den Zweck? Ist es angemessen, vorzugeben eine reale Person würde mit der Autorität und Weisheit ihres Lebens etwas verkünden, das wir nachahmen sollen und weil es so überzeugend ist, auch wollen?

Es gibt solche Menschen tatsächlich. Einen habe ich kennen gelernt. Wilhelm Fiebiger, der mit 103 Jahren aufgrund eines Sturzes in seinem alten Schwedenhaus seines Selbstversorgerhofes, den er immer noch alleine bewirtschaftet hat, gestorben ist. Er lag - alleine lebend - zwei Tage hilflos am Boden, bevor er von einem Besucher gefunden wurde. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, hat sich aber nicht mehr davon erholt.

Meine Großtante allerdings, die fast 101 geworden ist und die ich ihre letzten Jahre geholfen habe zu pflegen, hat nach einem guten Leben die letzten Jahre bettlägrig, fast blind, sehr schwerhörig und zunehmend dement verbracht.

Ich schätze sehr die Autorität und Erfahrung des Alters und solche Oldis können motivieren und Hoffnung geben. Aber aus der realen menschlichen Welt sollten sie bitte schon sein!


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RE: Dies und das für jeden was

#408 von petias , Heute 09:47

Ein Fuchs als Haustier?





Seit einigen Wochen begegne ich auf dem Lichthügel immer wieder einem hundeartigem Tier. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, zog er ganz ruhig in 30 Meter Entfernung, den unaufgeregtem Blick auf mich gerichtet, durch den Garten. "Hey Fuchserl", sagte ich zu ihm. "Wohin des Weges?".
Antwort bekam ich keine, aber auch keine Schreckensreaktion. Er zog ganz ruhig in den hinteren Teil des Gartens. Ich folgte ihm nicht.
Im Nachhinein überlegte ich mir, ob er nicht etwas lange Beine hätte für einen Fuchs. Eine Bekannte vermutete nach meiner Beschreibung einen Goldschakal. Die würden immer häufiger in Sielungen gesichtet.
Ich nannte ihn provisorisch schon mal "Goldschak". Ein schöner Name wie ich finde. Ich begegnete ihm (oder ihr) immer häufiger. Einmal stand das Tier aus dem als Stroh zu verwendenden Heu auf, das auf der Bühne lagert und zog seiner Wege. Neulich folgte mir Goldschak mit in den hinteren Garten ins innere der Umzäunung. Er beobachtet mich beim Gartengießen. Allerdings achtet er darauf mir nicht näher als 5 Meter zu kommen und immer näher an der Gartentür zu sein, als ich. Ich stellte ihm eine Dose Katzenfutter zum fressen hin, das die Katzen nicht mochten. Ich habe ihn zwar nicht fressen sehen, aber da - wie gesagt, die Katzen das Fressen nicht mögen, vermute ich Goldschak als Kunde.
Gestern legte sich Niko, der gerade zu Besuch ist, im Garten in die Sonne. Als er die Augen aufschlug, lag da das hundeartige Tierchen gut zwei Meter von ihm entfern ebenfalls in der Sonne. Niko hatte das Handy dabei und Google Lens identifizierte das Tierchen als Fuchs.
Jetzt hatten wir Bilder und recherchierten weiter. Es gibt auch langbeinige Füchse. Aber ein untrügliches Zeichen für Füchse sind die schwarzen Hinterseiten der Ohren. Also doch ein Fuchserl.
Ich erinnerte mich an mein Gedicht von 2016:

Die Füchsin

aber heute Nacht wartete ich vergeblich aufs Fuchserl.
Fast erwartet ich - ich schlafe bei offenen Hüttentüren - am Morgen das Tier, ähnlich wie oft die Katzen in meinem Bett zu finden.
Aber das Fuchserl war nicht da. Und auch die Katzen nicht. Die schliefen beide bei Niko unseren Katzenflüsterer.

Fast alle warnten vor der Gefahr der Tollwut. Zutrauliche Füchse gelten als tollwutgefährdet. Aber Recherchen zum Thema sprechen dagegen.
restlos überzeugt, mich nicht vor dem Fuchserl zu fürchten, hat mich dieser Artikel:

https://www.wildtierschutz-deutschland.d...leitfaden-fuchs

Schlagworte aus dem Artikel:
"Ein zutraulicher Fuchs ist also in aller Regel keineswegs krank, sondern verhält sich einfach so, weil er Menschen nicht als Feinde kennen gelernt hat. "
"Füchse greifen Hunde oder Katzen nicht an."
"Tollwut: Deutschland ist nach Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut. Es muss also hierzulande niemand Angst haben, von einem „tollwütigen Fuchs“ angegriffen zu werden."
"Fuchsbandwurm: Ob ein Fuchs Träger des Fuchsbandwurms ist, lässt sich äußerlich nicht erkennen, da der Fuchsbandwurm den Fuchs selber kaum beeinträchtigt. Fuchsbandwurm-Erkrankungen des Menschen sind extrem selten: Bundesweit erkranken pro Jahr etwa 30-40 Personen an der sogenannten alveolären Echinokokkose, das sind weniger, als durch Blitzschlag oder Jagdunfälle zu Schaden kommen. Dass man sich überhaupt an kontaminierten Beeren oder Früchten anstecken kann, wird von immer mehr Experten bezweifelt. Eher infizieren Menschen sich durch mangelnde Hygiene im Umgang mit ihren Hunden, die den Bandwurm über den Verzehr erkrankter Mäuse aufgenommen haben."

Apropos Fuchsbandwurm: Fast immer wenn ich irgendwo Beeren sammle und esse und es kommen Spaziergänger vorbei, werde ich vor dem Fuchsbandwurm gewarnt. Ich sage dann immer hinter vorgehaltener Hand, dass ich dieses Gerücht in die Welt gesetzt hätte, damit ich die leckeren Beeren ganz für mich alleine habe. Bisher hat mir zum Glück noch niemand geglaubt!"

Ich werde mich auch künftig immer darüber freuen, wenn ich dem Fuchserl begegne!


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