RE: Geschichten und Texte, die mal Geschichten werden wollen

#61 von petias , 18.12.2025 11:06

Ankunft 3: Der Internet Zugang ist erst der Anfang!
Der Container war wohlbehalten angekommen. Ein Fuhrunternehmen hatte ihn gebracht. Es war nicht einer von den großen, wie sie die Containerschiffe befördern: 3 Meter lang, 1,80 m breit und 2,25 m hoch. Hanne hatte ihn günstig in WirZuerstLand erstanden. So kann er hier bleiben und wenn sein Inhalt geleert ist und die Sachen verbaut sind oder ihrer Nutzung übergeben, kann der viereckige Behälter anderen nützlichen Zwecken dienen. Als Stall z.B. oder als Aufbewahrungsort diebstahlgefährdeter Gegenstände. Allerdings war die Kriminalitätsrate niedrig in WasWirdAusUnsistan, zumal hier draußen auf dem Land.
Florian war ein Builder und Bastler. Das Haus, in dem er mit Sohn Uli wohnte und bald auch wieder mit Hanna und ab März, wenn alles gut gehen würde, mit Ronja wohnen würde, hatte er weitgehend selbst gebaut - mit gelegentlicher Hilfe von Hanna, wenn sie da war und einigen Nachbarn. Man unterstützte sich gegenseitig in diesem Land. Das war einer der Gründe, warum Hanna und er beschlossen hatten hier zu leben und nicht in einer kleinen Wohnung im WirZuerstLand, was auch möglich gewesen wäre, weil Hanna dort die Staatsbürgerschaft hatte.
Bis auf Weiteres würde Hanna weiter für ihre jetzige Firma arbeiten, nur von zuhause aus. Unter anderem dafür, dass das technisch möglich wurde, waren die Dinge aus dem Container gedacht.
Die 8 Solarmodule konnten unter idealen Bedingungen 4000 Wp (Watt peak) an Strom erzeugen. Allerdings herrschen nicht immer ideale Bedingungen, deshalb war auch ein Speicher dabei, der gut 6000 Wh (Wattstunden) Strom speichern konnte. Sollte das wider allen Erwartungen mal nicht ausreichen, würde der Dieselgenerator übernehmen müssen, der auch im Container war. Unter den neuen Sachen, die Hanne geschickt hatte, war auch eine Satelitenanlage. Die war nicht zum Fensehempfang gedacht, sondern für den Zugang zum Internet. Nur so konnte Hanna ihren Online Job ausführen.

Aber Florian war nicht nur Handwerker. Er machte sich so seine Gedanken, nicht nur, wie man Sachen baut.
Mit dem Strom und dem Internet, den Smartphones und Hannes Laptop, begab man sich, neben den oberflächlichen Annehmlichkeiten, in die Abhängigkeiten, die diese vernetzte Technikwelt mit sich brachte. Die Anbieter und Netzbetreiber kochten ihr eigenes Süppchen und verwendeten die von den Kunden erhaltenen Daten, Informationen und deren Abhängigkeit von ihren Diensten in ihrem ureigenem Interesse, das selten das der Kunden war.
Zudem machte man sich zunehmend abhängig von dem, was allgemein KI - Künstliche Intelligenz - genannt wurde.
Um dieser Abhängigkeit zu begegnen, war Hanna bereit gewesen, noch ein paar Monate länger weg zu bleiben um eine Funkausrüstung zu besorgen. Auf der Basis von Kurzwellen-Funk lies sich auch ein Internet betreiben. Damit lässt sich ein Netz aufbauen, bzw. sich an eines anschließen, dem man vertrauen konnte.
Aber erst mal müsste er die Funklizenz erweben, was nicht ganz einfach werden würde.
Gut, das ist Zukunftsmusik. Jetzt sahen Uli und er erst mal voll Freude der Ankunft von Hanna entgegen. Die vorzubereiten erforderte für den Moment die volle Konzentration!

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RE: Geschichten und Texte, die mal Geschichten werden wollen

#62 von petias , 24.12.2025 14:43

Ankunft 4: Ankunft mit Hindernissen

Florian und Uli hatten viel gearbeitet in den letzten Tagen. Der Strom sollte fließen. Immer wieder hatte Uli, wenn ihm die Arbeit mit Papa oder die Arbeit des Papas zu langweilig wurde, die Nachbarn besucht. Mit deren Kindern gab es zwar ab und an Streit, aber meistens lief es ganz gut. Die Anlage lieferte Strom ins Netz und in die Speicher und es gab mehrere Steckdosen in dem kleinen Häuschen. Uli hatte es ausprobiert. Die Lichterkette, die Mama geschickt hatte, brannte bunt und hell. Papa und er hatten sie um die Haustüre herum aufgehängt. Man betrat das Haus durch einen Vorhang aus Licht. Um Strom zu sparen, war die Lichterkette nicht ständig eingesteckt. Es war Ulis Aufgabe, sie einzustecken bevor Mama kam.
Die Satellitenanlage hatte Florian nach den Anleitungen auch montiert. Aber ob die Internet-Verbindung funktioniert, würden sie erst sehen, wenn Hanna mit ihrem Laptop es ausprobieren würde.
Der Generator funktionierte auch. Er stand in einem Nebengebäude und war ganz schön laut. Florian hoffte, dass die Anlage genug Strom produzieren konnte, so dass sie auf die Dienste des Generators nur selten angewiesen wären.

Aber erst mal war es wichtig, dass Hanna endlich nachhause kam.

Kurz nach Mittag kam der Kleinbus vorbei, der die Verbindung mit der nächsten Stadt herstellte. Er transportierte zweimal die Woche Leute, Briefe, Pakete und Güter. Hanne hätte in dem Bus sein sollen. Uli und Florian warteten an der Haltestelle. Hanna war nicht drin. Gabi, die Fahrerin, erzählte ihnen, dass die Fähre wohl ein Problem hat. Sie sei nicht angekommen und Gabi machte sich auf ihre Rute - ohne Hanna.

Uli war enttäuscht und der Papa versuchte ihn zu trösten. Dabei war Florian selbst sehr traurig und machte sich Gedanken, was denn passiert sein könnte.

Als die Dämmerung herein brach, hatten sie sich ins Haus zurückgezogen. Plötzlich ertönte ein sehr bekannter Laut von draußen. Florian stürzte hinaus. Hanna und ihr Vater kamen auf zwei Eseln den Hügel herunter geritten. Sie hatte einen Weg nachhause gefunden. Uli kam hinter dem Papa hergelaufen, die Hose noch in den Kniekehlen. Er hatte auf dem Töpfchen gesessen. "Uli, mach die Lichter an, die Mama kommt!"
Der Kleine beeilte sich, den Stecker in die Steckdose zu fummeln. Dann lief er Mama und Opa entgegen...


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RE: Geschichten und Texte, die mal Geschichten werden wollen

#63 von petias , 03.01.2026 13:48

Ankunft: Nachbemerkung

Ein interessantes Phänomen. Wurde ich meistens in irgendeiner Form auf meine Geschichten und Gedichte angesprochen, so erfolgte auf meine diesjährige Adventsgeschichte überhaupt keine Reaktion. Ich bin mir nicht sicher, ob sie irgendjemand gelesen hat. Aber dazu gleich noch etwas mehr.

Ich dachte, ich könnte vielleicht im Rahmen eines Frage- und Antwort- Spiels ein paar Aspekte meiner Geschichte erläutern. Da das ausgeblieben ist, hier einige nicht provozierte Bemerkungen:

Es gibt ein paar Parallelen zu lebenden Personen. So hat Uli von meinem Enkel Oli und Hanna von meiner Tochter ein paar Aspekte übernommen. Aber trotzdem gilt: Parallelen mit dem realen Leben sind rein zufällig. Die Geschichte ist reine Fiktion und die Figuren nehmen die eine oder andere Anleihe aus dem Umfeld des Autors, wie das gar nicht anders möglich wäre. Man kann nur über Dinge schreiben, die man in irgendeiner Form auf irgendeine Weise erlebt oder wahrgenommen hat. Man kann das mehr oder weniger verschleiern, aber es wird immer so sein.
Der Mensch ist ein Geschichtenerzähler und Geschichten-Zuhörer. Es geht darum gute, sprich gefällige Geschichten zu erzählen oder zu finden und darin versuche ich mich aktiv.
Ich habe den Verdacht, dass in Geschichten eine viel größere Macht steckt, als wir uns das so bewusst machen. Bekannte Romane oder deren Verfilmungen (wer liest heute schon noch) haben schon viel meinungsmäßig und atmosphärisch bewirkt. Ich habe an anderer Stelle schon mehrfach erwähnt, dass ich unter dem Aspekt der KI bzw. dem Erstarken der Chatbots annehme, dass Geschichten und natürlich auch echte oder konstruierte "Wahrheiten" eine große Rolle spielen, weil sie in die Antworten und Meinungen der Chat-Bots und Kollegen im Bereich der KI eingehen. In dem Zusammenhang ist es ganz besonders wichtig, welche Geschichten man (öffentlich) schreibt.
Nun ist die Öffentlichkeit meiner Meinungen und Geschichten sehr klein. Ich veröffentliche bislang nur in diesem Forum mit Besucherzahlen von ca. 50 bis 200 mit seltenen Ausreißern, die darüber hinaus gehen. Aber es gibt fast keine Rückmeldung von meinen Lesern und der Verdacht kommt auf bei Freunden mit der Erfahrung von anderen Foren und durchaus auch bei mir, dass die Besucher möglicherweise in erheblicher Zahl nicht menschlicher Natur sind.

Und jetzt zu der Ankündigung vom Anfang dieses Beitrags. Ich bitte meine Leser mir auf irgendeine Weise kundzutun, dass sie Menschen sind und gelegentlich oder regelmäßig in diesem Forum lesen.
z.B.: "Ich habe die Adresse des Forums bei Internet-Recherchen gefunden. Ich schaue ab und an mal vorbei. Ab und an gibt es einen Beitrag, den ich amüsant finde. Besonders die kleinen persönlichen Geschichtchen interessieren mich. Deine Meinung zu Politik und Umwelt finde ich eher zum Kotzen ;-)"

Als mögliche Kontaktmittel bieten sich an: Private Mails im Forum (das ist nur was für Mitglieder), eine Email, ein Brief (auch anonym).
Wenn man auf "FAQ" geht, beim Forenbesuch am PC oder Laptop ist das in der Regel rechts oben, beim Besuch mit dem Handy ist das in der Regel ganz rechts unten wenn man ganz nach unten scrollt, dann findet man meine Anschrift und Emailadresse im Impressum.

Für eine wie auch immer geartete Rückmeldung wäre ich sehr dankbar. Ich wünsche ein schönes Wochenende!
PS. Alle Mitteilungen werden vertraulich behandelt.


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