RE: Notizen zum Tage

#151 von petias , 11.02.2026 14:09

Hallo Eule,
das wäre gut möglich. Daraus entstünde vermutlich eine neue Geld- und Machtmaschine. Man würde den Satellitengürtel weiter draußen im Raum aufbauen und den Weg dahin mit neu entwickelter Technik freiräumen. Die geräumten Passagen durch die Trümmer könnten nur durch Zahlung von Gebühren benutzt werden.
Aber richtig, irgendwann wird uns unser "Machen was machbar ist" um die Ohren fliegen


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RE: Notizen zum Tage

#152 von petias , 12.02.2026 22:20

12. Februar 2025

"Ich schau auf den Kalender, da trifft mich der Schlag
heute ist erst der 12 und Donnerstag!"

Reinhard Mai aus seinem Lied "Ankomme Freitag, den 13."

Ja, wäre irgendwie passender gewesen, wenn Trump seine päpstliche "ex cathedra" Entscheidung, mit dem er die wissenschaftlichen Erkenntnisse wegwischte, erst morgen am Freitag den 13. gefällt hätte und nicht schon am heutigen Donnerstag!
In der katholischen Kirche kann der Papst (seit dem ersten vatikanischen Konzil 1870) bei strittigen Fragen des Glaubens und der Moral eine Entscheidung treffen und ist damit unfehlbar (Infallibilitas, Unfehlbarkeit)

Trump geht da noch einen Schritt weiter. Er ändert die wissenschaftliche Einschätzung der Gefahr von Treibhausgasen von 2009 ("Endangerment finding"). Er erklärt die Gefahren für Klima und Umwelt für Humbug. Die angeblichen wissenschaftlichen Beweise dafür für "den größten Betrug weltweit" und das Gesetz für "katastrophal", macht es doch z.B. das Autofahren in den USA teurer. Diesen Schritt bezeichnet er als die größte Deregulierungsmaßnahme in der Geschichte der USA. Der durchschnittliche Neuwagen in den USA soll um 2200 Dollar billiger werden. Der Zeitpunkt der Aktion, hat die bevorstehenden US-Zwischenwahlen (midterm elections) im Blick und soll die Wähler für die Republikaner gewogen stimmen.

Dabei gehören die USA zu den größten pro Kopf CO2 Erzeugern der Erde. 2024 lag der bei 14 Tonnen. In China waren es 8,7 Tonnen und in Deutschland 6,8 Tonnen CO2-Ausstoß pro Person.

Wie mag sich das auf die anderen Nationen auswirken, wenn die USA mit solch "gutem Beispiel" voran gehen?
China ist in Sachen Klimawandel auf einem guten Weg. Es ist führend im Bereich der erneuerbaren Energien. Wenn Trump den Löffel abgibt (er wird diese Jahr im Juni 80 Jahre alt) und die Katastrophen weltweit zunehmen und sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass da doch was dran sein könnte an den Gefahren des CO2 Ausstoßes, dann hat China seine Nase in Sachen CO2-neutraler Technologie noch weiter vorne als jetzt schon.

Niko Paech hat in seinem Buch geschrieben, dass wir die Lektion hinsichtlich Wirtschaft und Klima "by disaster" werden lernen müssen. Die Zeit die Lage noch "by design" in den Griff zu bekommen ist inzwischen abgelaufen.
Buchbesprechung Nico Paech: Befreiung vom Überfluss

Bereiten wir uns auf das Desaster vor!


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RE: Notizen zum Tage

#153 von petias , 24.02.2026 20:46

24. Februar 2026

Puh, in 10 Monaten ist Weihnachten! Was bis dahin wohl noch alles passiert sein wird? Die Zeit rast!

Der Krieg in der Ukraine geht in das 5. Jahr und kein Ende abzusehen. Man munkelt, dass Russland langsam in Schwierigkeiten kommt. Die Geld - Reserven sollen aufgebraucht sein, es soll immer schwieriger werden das Kanonenfutter für die Fronten zu rekrutieren, denn die sind nur zu bekommen, wenn die Familien der künftigen Toten richtig viel Geld bekommen. Der Verkauf von Erdöl und Erdgas, von dem Russland hauptsächlich sein Geld bezieht bringt immer weniger ein. Die neuen im eigenen Land auch mit deutscher Hilfe entwickelten ukrainischen Ferndrohnen treffen immer wieder Öllager und Drohnen- und Raketenlager der Russen. Allerdings schaffen sie es Tag für Tag Hunderte von den Dingern auf Zivilisten und kritische Infrastruktur abzufeuern. Vergeblich!, sagen westliche Militärexperten. Der kalte Winter - der kälteste seit 10 Jahren - ist bald rum und die erhoffte Kapitulation der Bevölkerung ist ausgeblieben.
Aber solche Töne hören wir von den Experten schon seit Jahren, aber die Bomben und Raketen, die auf die Ukraine fallen werden immer mehr. Es wäre schön, wenn das Verhalten Russlands den Belagerten einer mittelalterlichen Stadt gliche, deren Bürger das letzte Brot, das sie noch backen konnten von der Stadtmauer herunter unter die Feinde verteilten, damit die denken, dass sie die Belagerung noch lange weiter aushalten können.
Die Hilfe der USA ist eingestellt worden, sogar die von Europa bezahlten Waffen werden nur sehr zögerlich und zu noch unbestimmtem Terminen geliefert. Trump will einen "Frieden" - gerne auch auf Kosten der Ukraine.
Deutschland hat die Ehre jetzt der größte Geldgeber zu sein. Aber so richtig in die Vollen geht Europa nicht. Es ist, sagen Experten, besser für Europa, wenn der Krieg gegen die Ukraine weiter tobt, denn solange kann Russland kein anderes europäisches Land angreifen.
Trump schafft es mehr und mehr sogar von den eigenen Bürgern zu überzeugen, dass er ein narzisstischer, größenwahnsinniger Egomane ist. Die Proteste nehmen zu. Sogar die von ihm selbst eingesetzten obersten Bundesrichter gehen nicht kompromisslos bei Allem mit. Schade, denn gerade die Zölle sind Trumps einzige Unterstützung für Klimawandel und Umweltschutz. Meine Leser wissen natürlich längst: die Wirtschaft darf nicht weiter wachsen, sondern muss schrumpfen. Und Zölle behindern die Globalisierung der Warenproduktion und den Handel, was sehr gut ist! Mittels Zölle schaffen es Länder, eigene Warenproduktion aufzubauen, selbst wenn sie auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig sind. Das ist nicht Trumps Absicht, seine Intensionen sind andere, aber nur auf den Erfolg kommt es an. Es wird spannend zu sehen, was die Trumpsche Kulturrevolution genannte MAGA - Bewegung sich einfallen lässt, wenn die Lage (Wahlen) kritisch wird. Warum habe ich nur das Gefühl, dass man dann das pseudo-demokratische Mäntelchen fallen lässt?

Apropos Klimaschutz. Die glorreiche Bonner Koalition hat das "Heizungsgesetz" gekippt. Obwohl sich die Wirtschaft insbesondere das Handwerk im Bereich Heizungsbau schon auf die Wärmepumpen eingestellt hat, ist es wieder erlaubt auch bei neuen Heizungen auf Öl und Gas zu setzen. Aber gut, dass wir die SPD haben: ein paar Prozent Biosprit oder Biogas müssen zugesetzt werden, also werden vermehrt Nahrungsmittel zum Heizen verheizt. Na, irgendwas müssen wir mit den Lebensmitteln aus dem Mercosur-Abkommen ja anfangen!

Nachbarn haben Apfelsaft gekeltert und ich durfte zwei Eimer voll Trester für die Schafe holen. Der Tag war warm und sonnig schön, der Marsch durch den Wald (12000 Schritte) eine reine Freude! Wer sagt denn, alles sei schlecht? Ich wünsche einen schönen Abend!


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RE: Notizen zum Tage

#154 von petias , 03.03.2026 23:07

03. März 2026

Heute ist Vollmond. Gestern habe ich meinen Enkel betreut am Abend, weil die Mama Spätschicht hatte. Als sie um 20 Uhr heimkam ging für mich kein Bus mehr zurück. Aber der Mond war (fast) voll, die Luft noch immer über Null, also recht mild im Vergleich zu den Winterwochen. Ich beschloss die ca. 12km bis 15km durch Wald und Flur nach Hause zu gehen. Eine schöne Strecke, die Bundesstraße die der Bus nimmt musste ich nur einmal überqueren, sonst geht es entlang des Rennsteigs, des Radl-Rennsteigs und anderen Wald- und Wiesen Pfaden, bergauf und bergab. Dank des fast vollen Mondes musste ich trotz des längst geschmolzenen Schnees und des dunklen Untergrundes meine Stirnlampe nicht aus der Tasche holen. Ich finde es spannend, den holprigen Wanderpfad-Boden mit den Füßen zu ertasten mehr zu spüren als zu sehen. Orientieren muss man sich an Baumformationen und sonstigen Punkten, die man auch im fast Dunklen wiedererkennt. Ganz besonders ist das der Fall, wenn ich über die große Wiese kurz vor dem Lichthügel navigiere. Man fühlt sich wie auf dem Meer. Die antiken Schiffer schipperten übers Meer, sich an den Sternen orientierend und manchmal noch an Leuchtfeuern auf Türmen oder den Lichtern von Städten an den Küsten.
An Sternen orientiere ich mich nicht, wenn ich über die große Wiese "navigiere" aber an Lichtern schon (zumindest Nachts). Da gibt es die "Hohe Straße" auf der anderen Seite des Tales, an deren Straßenlampen ich mich zuerst orientiere. Komme ich näher werden einzelne Häuser sichtbar, die eine feinere Justierung ermöglichen. Dann werden - zumindest bei klaren Nächten und leuchtendem Mond - schon Baumgruppen, kleine Wäldchen sichtbar. Je weiter man kommt, desto besser kann man sich auf ein exakteres Ziel hin orientieren. Einige Baumreihen treten zurück, wenn man näher kommt andere werden erst sichtbar. Schließlich gelange ich an die bisherige Horizontlinie der Weide, und die Wiese fällt nun ab. Neue Ziele werden sichtbar und bald erreiche ich den Durchlass in den Baumreihen, die einen Weg markieren.
Früher, bevor ich das "Navigieren" nach Bezugspunkten gelernt hatte, habe ich mich oft verlaufen und die beabsichtigte Abkürzung über die Wiese hat mich einen viel längeren Weg geführt.
Ich betrete den Weg und gehe die restliche Strecke am Grundstück des Lichthügels entlang. Die Palisade des hinteren Hochbeet-Gartens wird oben am Rand des Hohlweges sichtbar, dann der Schafstall und der Heu-Schuppen. Die Brennholzschuppen und der Bauholzschuppen zeigen sich als dunkle Schemen - und dann kommt das Wohnhaus. Der Mond lässt mich heute sogar ohne Tasten den richtigen Schlüssel für die Haustüre finden. Der Flecki dauert es trotzdem zu lange. Sie geht schon mal durch die Katzenklappe vor und wartet geduldig am Fressplatz, bis ich endlich ins Haus komme. Auch Wanda steht schon da.
Es ist 11:30 Uhr. Ich bin froh ins Bett zu kommen.

Der Kanzler hat sich mal wieder in die Höhle des Trump-eltiers gewagt. Im Vorfeld hat er durch positive Bemerkungen zum Überfall auf den Iran schon mal gut Wetter gemacht.
Deutschland hätte sich großartig verhalten im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern lobt Trump. Spanien z.B. hat den USA untersagt, Luftwaffenstützpunkte auf seinem Territorium für die Angriffe zu nutzen. Deutschland dagegen hat kein Problem, dass die USA den Luftwaffenstützpunkt Ramstein (Rheinland-Pfalz) für die Angriffe nutzen.
Ich wünschte der Kriegsherr (die USA haben das Verteidigungsministerium ganz ehrlich in Kriegsministerium umbenannt) hätte den Kanzler nicht so gelobt!

Bei uns im Land wird vor allem beklagt, dass das Tanken immer teurer wird. Auch Heizölpreise und noch mehr die Gas-Preise steigen. Wie gut, dass die Bundesregierung plant, das "Heizgesetz" wieder freundlicher für fossile Brennstoffe zu gestalten. Die Sperrung der "Straße von Hormus" ist schuld. Putin wird es freuen. Jetzt kann er sich seinen Krieg noch ein Weilchen länger leisten.
Ob wohl die steigenden Preise zu weniger Verbrauch führen und damit den CO2-Ausstoßes des Krieges kompensieren? Ich fürchte nein!
Passend zu den Kriegen kommt der neue Wehrbericht heraus. Neben vielen Mängeln wird als Hauptproblem der Mangel an Soldaten genannt. Die allgemeine Wehrpflicht rückt näher.
Die Iraner wehren sich erstaunlich effektiv. Wo haben die nur alle die Raketen her? Es geht das Gerücht, dass Freund China hilft, wie schon dem Putin. Wir haben eben 3 Großmächte, die die Welt aufteilen wollen.
Welche ist uns eigentlich die Liebste?
Sowohl in den USA als auch in China und in Russland kann man problemlos bescheiden und einfach auf dem Land leben. Ich bin beruhigt!

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RE: Notizen zum Tage

#155 von petias , 06.03.2026 11:49

06. März 2026

Neben meinem Schlafplatz steht ein Kurbelradio (man kann es auch über eine USB-C-Schnittstelle laden). Da ist in der Regel der Deutschlandfunk eingestellt. Dadurch erreichte mich die Meldung, dass das US-Unternehmen Anthropic von den US-Behörden als "Risiko für die Lieferkette" eingestuft worden ist. Damit dürfen alle Firmen, die für Bundesbehörden arbeiten und alle Bundesbehörden keine Produkte von Anthropic nutzen.
Der Grund: Anthropic weigert sich sein KI Produkt Claude für autonome Waffen und zur Massenüberwachung in den USA zuzulassen.
Ich habe nach dem Aufstehen nachrecherchiert.
Ende Februar hatte der Kriegsminister Pete Hegseth einen Streit mit dem Chef von Anthropic, Dario Amodei. Es ging um die Frage, ob die Firma den Einsatz ihrer KI-Produkte für den Einsatz im Schlachtfeld und der Massenüberwachung von Personen untersagen durfte.
Hegseth stellte Amodei ein Ultimatum bis Freitag. Heute ist es abgelaufen und das Verbot wurde ausgesprochen.

Anthropic gehört zu den wichtigsten US-Entwicklern von KI. Ihr KI-Modell Claude wurde den Konkurrenten ChatGPT von OpenAI, Gemini von Google, Grok der Firma XAI von Elon Musk etc. vom Pentagon vorgezogen, weil es mehr Wert auf Sicherheit legt.
Erst letztes Jahr erhielt Anthropic einen Großauftrag über 200 Millionen US Dollar.
Jetzt setzte die Firma dem Pentagon Grenzen. Ihre Produkte sollten nicht für die Massenüberwachung der Bevölkerung in den USA eingesetzt werden und auch nicht für autonome Waffensysteme.
Man hört munkeln, dass jetzt Musks Grok das Rennen machen wird. Dass Grok im Zweifelsfall die Meinung von seinem Herrn Musk vertritt, und sei sie noch so verquer, ging auch immer wieder durch die Medien.
Wie lange wird es noch dauern, bis die Macht der Tech-Bros so groß ist, dass sie über Krieg und Frieden bestimmen und das nach ihren Geschäftsinteressen entscheiden. Oder ist das schon so?

Noch etwas hörte ich heute in den Nachrichten. Alan Greenspan, er war vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 Vorsitzender der US-Notenbank, der Magier der Märkte, wird heute 100 Jahre alt. „Geldpolitik ist keine angewandte Wissenschaft, sondern Kunst!“ war ein häufiger Ausspruch von ihm. Die Kunst, den Kapitalmarkt zu steuern!
Manche Beobachter seiner Politik glaubten schon an der Dicke seiner Aktenmappe erkennen zu können, ob die Leitzinsen stiegen oder fielen. Aber dafür, meinte Greenspan gäbe es eine einfachere Erklärung. Die Dicke seiner Aktenmappe hinge davon ab, ob seine Frau ihm eine Brotzeit eigepackt hatte, oder nicht. Hing also die Senkung oder Erhöhung der Leitzinsen letztendlich von seiner Frau ab? Wie der Name "Grünspan" schon vermuten lässt, stammt er aus einer Familie (ungarischer) Juden.

Ah, und der Veggie-Burger darf weiterhin so heißen. Ist das nicht wundervoll?

Na, dann starte ich mal in den sonnigen Tag. Vielleicht gibt es Abends noch was zu berichten...

23:16 Uhr
Heute habe ich unter Anderem die Wasserbehälter wieder an die diversen Dachrinnen angeschlossen und ein Wenig Kompost auf die Beete ausgebracht. Morgen geht es dann richtig los im Garten.
Der neue gebrauchte Linux Rechner ist angekommen. Immerhin ist es mir schon mal gelungen mich mit dem Internet zu verbinden, mein Email-Account zu bedienen und ein paar Einstellungen vorzunehmen. Die Reise zur größeren Unabhängigkeit von den Big Tech Oligarchen hat begonnen.
Gute Nacht!


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RE: Notizen zum Tage

#156 von petias , 07.03.2026 10:49

07. März 2026

Tag der gesunden Ernährung
Heute ruft der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) zum 28. Tag der Gesundheit auf.
Bundesweit findet der Tag der gesunden Ernährung seit 2007 regelmäßig am 7. März statt.
Der "Tag der gesunden Ernährung" ist der deutsche kleine Bruder zum Weltgesundheitstag der WHO (World Health Organisation) der schon seit 1954 immer am 7. April begangen wird. Kein Wunder, dass wir alle so gesund sind!

Was sagt denn z.B. die Deutsche Rentenversicherung an so einem Tag?
Sie nimmt den Zucker ins Visier.

Zitat
"Denn zu viel Zucker kann Übergewicht begünstigen und zu Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Unter dem Übergewicht wiederum leiden Rücken und Gelenke – manchmal so sehr, dass Betroffene nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten können."


Ah, jetzt habe ich verstanden! Ich fragte mich schon, warum die Rentenversicherung daran interessiert sein sollte, dass sich die Rentner gesund ernähren und somit länger leben und länger Rente beziehen. Es geht nicht um die Rentner, sondern darum, ernährungsbedingte Frührente zu vermeiden, die auch kostet. Aber wie auch immer, in dieser Hinsicht dürften sich die Interessen der künftigen Rentner mit denen der Rentenversicherer decken!

Ich habe mir noch angesehen, was das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) dazu zu sagen hat.
Das Motto des Tages lautet dieses Jahr: "Ernährung bei Autoimmunerkrankungen und der regulatorischen Wirkung bei Entzündungsprozessen im Körper"
Es wird die 2024 aktualisierte Liste der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht, die 11 Empfehlungen zur gesunde und ausgewogenen Ernährung enthält.

Zitat

- eine ausreichende Menge Wasser trinken,
- viel und buntes Obst und Gemüse essen,
- regelmäßig Hülsenfrüchte und Nüsse verzehren,
- Vollkornprodukte und pflanzliche Öle bevorzugen,
- täglich Milchprodukte verzehren,
- wöchentlich Fisch essen,
- den Fleischkonsum reduzieren,
- auf Süßes, Salziges und Fettiges verzichten,
- die Mahlzeiten genießen,
- sich viel bewegen und
- das Körpergewicht regelmäßig kontrollieren.


Wenn ich mich daran erinnere, was die DLG in früheren Jahren so alles in Ihrer Ernährungspyramide hatte, ist diese Liste gar nicht so schlecht. Allerdings besteht sie offensichtlich immer noch auf die "Ausgewogenheit" Ich habe festgestellt, dass "ausgewogen" bedeutet gute und schlechte Nahrungsmittel in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen, also eine Mischung von Beidem zu sich zu nehmen. So erklärt sich denn auch, dass man
- täglich Milchprodukte verzehren,
- wöchentlich Fisch essen,
sollte.
Wir wissen das besser: Gesundheit und ein langes Leben

Dazu passt, dass das Agrarministerium einen Gesetzentwurf vorgelegt hat, nach dem künftig in größeren Schlachtbetrieben (bei kleineren nur bei Verdacht auf Verstöße gegen Tierschutzvorgaben) eine Videoüberwachung Pflicht werden soll. Wer diverse Filme kennt, wie es in Schlachthöfen zugeht, wird das begrüßen. Besser wäre es, die Schlachthöfe (systematische, industrielle Massentötung und Kannibalisierung von Tieren) zu verbieten. Vielleicht haben wir wirklich so viele Kriege, weil die Aussage, die Leo Tolstoi nachgesagt wird: "Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben", tatsächlich stimmt?
Das ist sicher nicht das zentrale Problem der massiv zunehmenden Aufrüstung und Kriegsbereitschaft, aber ein kleiner Anfang wäre es allemal!

Genug des Weltschmerzes für den Moment. Ich gehe in den Garten!


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RE: Notizen zum Tage

#157 von petias , 09.03.2026 16:20

09. März 2026

Deutschland hat nach dem SIPRI-Bericht (Stockholmer Friedensforschungsinstitut) China in Sachen Waffenexporte überflügelt. Untersucht wurde der Zeitraum von 2021 bis 2025. Spitzenreiter ist - wen wundert es - die USA. 35 Prozent deren Waffenexporte gehen nach Europa. Frankreich liegt an zweiter Stelle. Auf Platz drei rangiert Russland. Dabei dachte ich, die brauchen ihre Waffen selbst.
Neben der Ukraine haben wir auch Israel massiv mit Waffen geliefert. Deutschland ist durchaus am Krieg gegen Iran und Libyen beteiligt. Nicht zuletzt durch die minütlichen Flugzeugstarts amerikanischer Flugzeuge in Richtung naher Osten von der in Deutschland gelegenen amerikanischen Air-Base Ramstein. Ramstein ist das Hauptquartier der United States Air Forces in Europe – Air Forces Africa und das Hauptquartier des Allied Air Command Ramstein, einer NATO-Kommandobehörde zur Führung von Luftstreitkräften. Von Rammstein erfolgt die Planung, Koordination und die Steuerung der Kampfdrohnen-Einsätze. Kein Wunder, dass uns Trump kürzlich dafür gelobt hatte, und Spanien getadelt, weil die die Nutzung ihrer Air Bases nicht für den Nahostkrieg freigegeben haben.

Persönliche Termine behindern die Gartenarbeit. Aber es geht langsam voran.


Drei bewegliche Apfelbehälter konnten aufgelöst und auf die verbliebenen fest eingebauten Regale verteilt werden. Die Äpfel sind noch immer gut, die Anzahl der Faulenden, die ausrangiert wurden, gering. Demnächst werde ich einige zu Ringen schneiden und trocknen, damit sich noch was davon eine Weile hält. Wieder ein paar Stunden gewässert sind sie gut genießbar und nicht zu intensiv süß.s

Der Feste-Bereich ist noch verwaist und als Lager zweckentfremdet.





Jedes Jahr sackt der Inhalt der Hochbeete etwas ab. Je neuer befüllt das Hochbeet ist, desto mehr. Äste, Graswasen, Laub, Mist etc. kompostieren mit der Zeit und verlieren an Volumen. Ich arbeite Bodenbedeckung und Mist in dieses Beet ein. Obendrauf noch eine Schicht Kompost dann kann die Ansaat bald beginnen.

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RE: Notizen zum Tage

#158 von petias , 11.03.2026 21:00

11. März 2026

Heute vor 15 Jahren ereignete sich die Reaktorkernschmelze, ein sogenannter Super-GAU (Größter Anzunehmender Unfall), im japanischen Fukushima. Der geschmolzene Brennstoffkern ist noch immer nicht geborgen und solange das nicht geschehen ist, kann das Kraftwerk nicht endgültig stillgelegt werden. Experten rechnen damit, dass das noch viele Jahre dauern könnte.
Ein Gutes hatte das schreckliche Unglück. Merkel - die Physikerin - machte einen politischen Schwenk und verkündete den Ausstieg Deutschlands aus der Nutzung von Kernspaltung durch Atomkraftwerke. Gerade heute steht die angeblich weltweit vor einem neuen Boom. Gerade hat sich Von der Leyen, die EU-Präsidentin, massiv für eine Förderung für die Neuentwicklung für kleine atomare Blockkraftwerke mit europäischen Fördermitteln stark gemacht. Viele Länder wollen neu in die Nutzung atomarer Anlagen einsteigen. Besonders Frankreich braucht die Genehmigung neuer Subventionskredite, weil dessen Atomkraftwerke veraltet sind, neue Großprojekte zu versacken drohen und Atomkraftwerke sehr teuer sind. Das ist auch der Atomstrom. Den als günstig anzupreisen ist schlichtweg gelogen. Die neuen Projekte in Europa kalkulieren ihre Wirtschaftlichkeit mit 15 ct pro KWh (Kilowattstunde). Die erneuerbaren Energien (Wind, Solar) bei uns liegen bei 6 bis 8 ct pro KWh und in sonnenstarken Ländern und windreichen Küsten geht der Preis gegen 3 ct pro KWh. Das Problem der erneuerbaren Energien ist die Dunkelflaute. Das Argument, wenn wir die paar Mal für wenige Stunden mittels Wind- und Solarenergie zu wenig Strom erzeugen, dann müssen wir teuren Atomstrom aus dem Ausland kaufen. Stimmt auch nicht bzw. nur zum geringen Teil. Wir kaufen Strom aus Norwegen (Wasser- und Gezeitenkraftwerke), Dänemark (erneuerbare viel durch Biogasanlagen betrieben durch Hausmüll) und Belgien. Zu Zeiten mit genügend Wind und Sonne erzielen wir Überschüsse, die wir zu Schleuderpreisen ins Ausland verkaufen müssen, oder schlichtweg sinnlos vergeuden. Dass der Strom für die Verbraucher so teuer ist, liegt daran, dass der Strompreis sich nach dem teuersten Anbieter richtet. Die, die ihn billiger erzeugen, machen entsprechend höhere Gewinne.
Lösung: Der Bau von Stromspeichern, die überschüssigen Strom aufnehmen und in Dunkelflauten abgeben können. Die teure und gefährliche Lösung durch AKWs dient nur den Erzeugern, die ihre Gewinne durch Subventionen machen. Bezüglich der Abhängigkeit: Atomare Brennelemente müssen wie Öl und Gas aus dem Ausland vor allem Russland bezogen werden. Das ist ein noch viel teurer Rückschritt bewirkt durch die Industrie-Lobby, wie es die Verwässerung des Heizgesetzes und die Verwässerung des Umstieges auf E-Mobilität ist. Gerade die gegenwärtige Preisexplosion an den Tankstellen zeigt uns die Abhängigkeit. Die E-Autos fahren lächelnd an den teuren Preisschildern vorbei. Erneuerbare Energien können im eigenen Land erzeugt werden. Und mit der Speicherung reicht das auch aus und überbrückt Dunkelflauten. Strom zu sparen ist ein weiterer wichtiger Weg. Das Argument für die Erneuerung der AKWs ist der Strombedarf vor allem der KI. Aber erstens führt uns die in den Abgrund, in die menschliche Versklavung durch Maschinen, aber selbst wenn man diese Meinung nicht mit mir teilt, so bleibt zweitens, der KI-Sprung durch die Potenziale der Quantencomputer ist nach Expertenmeinung nicht mehr weit. Die Quantencomputer haben die Leistung von heutigen Rechenzentren in Geräten der Größe heutiger USB-Sticks. Der Energiebedarf dürfte fast vernachlässigbar sein.
Die Gefahren der Atomkraft dagegen sind noch gar nicht abzuschätzen.
Leseempfehlung:
Wiederbelebung der Atomkraft - der Totmannschalter des Homo Sapiens

Merz bedauert zwar den Ausstieg unter dem Eindruck von Fukushima durch Erzfeindin Merkel, hält ihn aber für unumkehrbar. Allerdings will er die Erforschung von Wasserstoffkraftwerken (Kernfusion) vorantreiben. Sein Traum: gelingt es Deutschland als erstem Land die Energieerzeugungstechnik der Sonne zu uns auf die Erde zu holen, sind wir wieder wer und alle Energieprobleme los. Leider werden wir uns dabei sehr viel mehr als nur die Finger verbrennen!


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RE: Notizen zum Tage

#159 von petias , 16.03.2026 12:11

16. März 2026

Die erste Regenwanne am Haus ist Dank der gelegentlichen Schauer der letzten Tage voll gelaufen. Mit dem Umpumpen warte ich aber noch. Heute Morgen lag Schnee! Nicht viel, und er ist schon fast wieder abgetaut. Der Boden ist noch warm. Allerdings beim Niederschlag wechselt der Regen mit Schnee ab. Die Tage werden schon deutlich länger. In zwei Wochen, am letzten Sonntag im März wird schon wieder auf die Sommerzeit umgestellt.

Der Blick und das Hinhören auf die Nachrichten ist wenig erfreulich. Eigentlich müssten die öffentlichen Meldungen mit einem Warnhinweis versehen werden:
"Vorsicht, der regelmäßige Konsum von Nachrichten kann gesundheitliche Schäden verursachen!"
Aber helfen würde es kaum. Die Horrorbilder und Meldungen auf den Zigarettenpackungen regen eher zur Sammeltätigkeit an, als dass sie - zumindest die Hartgesottenen - abschrecken.

Trump stellt fest, dass er sich das geplante kurze Intermezzo mit Israel im Iran etwas einfacher vorgestellt hatte.
Er dachte dabei eher an den Erfolg in Venezuela. Dass Trump das nicht überreißt, dass die Lage im Iran mit Israel und all den Golfstaaten drum herum etwas komplizierter ist, als in Venezuela, ist nicht weiter verwunderlich. Aber hat der keine Berater? Vermutlich hat er die kompetenten unter dem Beraterstab längst gefeuert oder eingesperrt und duldet nur noch Speichellecker und Bewunderer um sich herum. In den Händen von Despoten waren die Geschicke der Untertanen noch nie gut aufgehoben!
Jetzt, nachdem er die Märkte der Welt einschließlich dem eigenen Markt durch seinen Krieg durcheinandergewirbelt hat, versucht er eben diese Welt mit hineinzuziehen und zu erpressen, mit in den Krieg durch Entsendung von Kriegsschiffen zu verwickeln. Als Argumentationshilfe droht er mit Konsequenzen für die Nato!
Deutschlands zweitgrößte Bank, die Commerzbank soll gerade von der größten Bank Italiens, UniCredit, geschluckt werden. Der Kapital Konzentrationsprozess in Richtung Monopole geht unvermindert weiter. Die Auswirkung sehen wir gerade an den Tankstellen. Da verarschen die 5 Monopolisten gerade die Verbraucher und das Kartellamt sieht sich reichlich hilflos. Bis die, wenn überhaupt in die Gänge kommen, ist die "Krise" vorbei und die Milliarden Extragewinne in trockenen Tüchern. Diese ergaunerten Gewinne werden dann dem Steuerzahler gegen stattliche Zinsen als Kredite an den Staat zur Verfügung gestellt. Die übliche kapitalistische Abzocke eben.
Die Lobbyisten fahren mit den von uns gewählten Politikern Schlitten und drängen sie in Richtung ihrer Interessen. Besonders erfolgreich ist im Moment die Atomlobby. Die sahen sich in Deutschland schon auf verlorenem Posten und wittern jetzt Morgenluft. Der Grund, die Europapolitik wirkt auf das Land ein. Das von den Rechten geschmähte Europa ist an dieser Front sehr nützlich und wird bereitwillig ausgenutzt.
Weniger Strom ist kein Thema. Brauchen wir ihn doch für die Rechenzentren der KI. Solarstrom und Windstrom bringt wegen der Dezentralisierungsfähigkeit nicht die erhofften Gewinne. Das Argument Dunkelflaute wird bemüht. Aber AKWs eignen sich nicht zum schnellen Einspringen bei Dunkelflauten, sie müssen permanent laufen und stehen damit in direkter Konkurrenz zu den Erneuerbaren. Auch vom Preis her können sie nicht mithalten mal ganz abgesehen davon, dass es die "Minikraftwerke" von denen alle reden, noch gar nicht gibt.
Zudem, der Brennstoff macht uns wieder abhängig und verwundbar und damit erpressbar. Zum Teil von den selben Erpressern!
In meiner Beitragsserie "pax hominibus" habe ich versucht unsere Abhängigkeiten und die Gefahren, die von der amerikanischen Politik und den Tech-Oligarchen ausgehen aufzuzeigen. Viel eindrucksvoller macht das derzeit eine ZDF-Reportage.
https://www.zdf.de/dokus/die-akte-trump-100
die aktuelle Folge:
https://www.zdf.de/play/dokus/die-akte-t...ch-giganten-100
zeigt auch in Bildern viel von dem, was ich bereits beschrieben habe.

Das von allen beschworene nationale Wirtschaftswachstum kommt nicht in die Gänge. Noch versucht man sich mit "optimistischen" Prognosen von einem halben Prozent Steigerung des Bruttoinlandproduktes. Das, so müssen die Verkünder zugeben, ist bei Weitem nicht gesichert und ausschließlich den Schuldenmilliarden zu verdanken, die dem Steuerzahler für Rüstung und Investitionen aufgebürdet wurden. Ein geradezu jämmerlicher Erfolg, gemessen an den Kosten und den vollmundigen Versprechen.
Im Grunde ist das Allen klar, aber niemand hat einen Plan. Also rotiert man die vollmundigen Versprecher durch, von Partei zu Partei, von Zwangskoalition zu Zwangskoalition. Nächste Station: die extremen Rechten. Klappt es nicht in der aktuellen Wahlperiode, dann um so sicherer in der nächsten, wenn die aktuellen Politiker zwangsläufig gescheitert sein werden. Wie hoch die Chance sein wird, auch die dann bei Misserfolg wieder abzuwählen wird man in Polen, In Ungarn, in Italien vor allem aber in den USA sehen. Die Gefahr ist groß, dass die Antidemokraten die Regeln des Spiels der Demokratie einfach zu ihren Gunsten verändern.
Die repräsentative Demokratie, so wie wir sie in der ehemals "freien Welt" bislang praktiziert haben, funktioniert nicht mehr. Mit den üblichen Versprechen kommt man nicht mehr durch. Sie sind unerfüllbar. Jemand, der genau das seinen Wählern sagen würde, (ein paar dürfen das schon wissen, so wie wir) würden nicht gewählt. Die Veränderung kann demzufolge nicht durch Wahl erfolgen. Es funktioniert nicht, jemanden zu wählen, der die Drecksarbeit im Auftrag erledigt und alles ist gut. Wir werden uns die Finger schon selber dreckig machen müssen.
Noch ein Beispiel.
Noch vor Kurzem war der Klimawandel als Problem fast jedem im Bewusstsein und als vorrangiges Problem erkannt. Heute fällt er hinten runter. Man hat dringendere Probleme für den Moment. Das ohnehin zu kurz gegriffene "Heizungsgesetz" wurde verwässert. Der Wiedereinstieg in die Atomkraft wird diskutiert. Das Verbrenner-Aus wird abgeschafft. Die Klimaziele werden gerade eben nicht gerissen, aber nicht weil wir im Plan sind, sondern weil die Wirtschaft abkackt. Das ist im Moment die einzige Hoffnung: Erfüllung der Klimaziele durch schrumpfen der Wirtschaft. Richten wir uns darauf ein!


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RE: Notizen zum Tage

#160 von Eule , 17.03.2026 08:18

Treffende Analyse "auf den Punkt" (hier fehlt jetzt ein oder mehrere "Daumen hoch Smileys" oder besser noch Frownys)

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RE: Notizen zum Tage

#161 von petias , 18.03.2026 08:05

Zitat von Eule im Beitrag #160
Treffende Analyse "auf den Punkt" (hier fehlt jetzt ein oder mehrere "Daumen hoch Smileys" oder besser noch Frownys)


danke! Ja, die standardmäßig angebotenen Emojis in diesem Forum sind nicht so üppig. Der hier heißt "frown" und kommt den von Dir gesuchten noch am nächsten.

Ja, die Analyse wird klarer. Zeit, zu praktischen Konsequenzen zu kommen. Wenn ich die - beginnend mit heute - vier anstehenden Geburtstage von mir nahestehenden Leuten hinter mich gebracht habe, sollte das neben dem Garten mein Hauptthema werden.

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RE: Notizen zum Tage

#162 von petias , 26.03.2026 22:19

26. März 2026

Aprilwetter, zumindest auf dem Lichthügel. Gerade liegt Schnee. Noch vor ein paar Stunden ging ich spazieren, da war alles grün bzw. braun und trocken. Ich saß auf dem Hochsitz, schaute in die Gegend und dachte so vor mich hin. Da kam Wind auf und es fing an zu schneien. Hatte ich die letzten Tage noch eine Ofenfüllung am Tag verschürt, sind es seit gestern zwei. Es ist kälter geworden.
Wenn jetzt schon Aprilwetter stattfindet, dann ist das wohl ein Zeichen dafür, dass wir etwas früher dran sind als noch vor Jahren. Die letzten 5 Jahre waren die wärmsten 5 Jahre seit den Aufzeichnungen des Wetters. Von den letzten 11 Jahren sind 10 die wärmsten im selben Zeitraum.
Die Saatkartoffeln werde ich morgen zum Vorkeinem ins Warme und ins Licht stellen. Morgen werde ich auch das Aschenfach des Ofens leeren und den Aschekübel. Ab jetzt werde ich nur mit gutem Holz heizen, nicht mit Abbruchholz aus alten Häusern mit Nägeln und Farbresten. Denn die saubere Holzasche brauche ich, wenn ich die Kartoffeln bauen werde. Sie dient zur Imprägnierung der Saatkartoffeln.
Kartoffeln esse ich selbst nur wenig. Die sind zu kohlehydrathaltig. Aber trotzdem baue ich weit mehr als ich brauche. Sie sind ein gute Notnahrung. Sättigend und lecker. Auch für Gäste, die in Krisenzeiten sicher den Lichthügel besuchen werden. Ähnlich halte ich es mit Getreide, das ich allerdings bislang nur versuchshalber anbaue. Da kaufe ich alle paar Jahre welches, auch für Krisenzeiten.
Ja, die Weltlage macht einigen Angst. Selbst mein Sohn kauft derzeit Vorräte, denkt darüber nach auf ein E-Auto zu wechseln, denn ein Auto braucht er für seinen Beruf. Auch eine Solaranlage und eine Wallbox zur Aufladung plant er sich anzuschaffen. Da kann ich nicht widersprechen.
Ich bereite morgen noch ein Beet vor für die Aussaat von Zuckererbsen bis Ende März. Diesmal bin ich früher dran (mit Erbsen) als in den letzten Jahren. Eine zweite und dritte Ladung folgen später. Dann kommen die Erträge nicht alle auf einmal.
Ein Hochbeet mit Karotten, Zwiebeln und Radieschen ist bereits angesät und abgedeckt. Ein zweites ist für die Saat Ende März vorbereitet. Morgen wird auch noch Schnittsalat und Eissalat gebaut. Damit bin ich schon spät dran. Macht aber nichts. Bereits die ersten jungen Brennnessel habe ich geerntet und in den Salat gepackt. Bald schon werden alle "Grünen Neune" den Salat bereichern.
Die "Grüne Neune" ist ein traditionelles Gründonnerstagsgericht. Sie wird aus 9 frischen Frühlingskräutern zubereitet. Wir essen die natürlich roh im Salat!
Welche neun Kräuter das sind, hängt von der Gegend ab. Der Gründonnertag ist nicht mehr weit. Mal sehen, was sich bis dahin alles anbietet!
Vielleicht hat sich jemand gewundert, warum ich heute lange angemeldet war, ohne was zu veröffentlichen. Ich schreibe an einer Buchbesprechung zu einem Rohkostbuch. Das dauert ein Bisschen, noch etwas Geduld!

Ich wünsche einen schönen Abend!


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RE: Notizen zum Tage

#163 von petias , 01.04.2026 12:33

1. April 2026

1. April! Auf Aprilscherze verzichte ich. Wenn sich suspekt anhören sollte, was ich heute schreibe: es ist kein Aprilscherz!

Karwoche. Auch darauf möchte ich aktuell nicht eingehen. Aber lest doch gerne:
Palmsonntag und Karwoche
Karwoche - Semana Santa - Settimana Santa

Die politischen Aufregungen gehen nicht spurlos an mir vorüber. Sie genau einzuschätzen fällt schwer. Die Nachrichten sind selektiv und interessengefärbt und wie sich alles entwickeln wird ist Spekulation.
Nie wurde deutlicher, wie sehr wir von vielen Umständen außerhalb unseres Entscheidungs- und Einflussbereiches abhängen.
Argumente für mehr Unabhängigkeit und Resilienz sollten derzeit leichter auf fruchtbaren Boden fallen, als das bislang der Fall war.
Ich merke auch, dass ich mit meinen Streben nach Unabhängigkeit erst ein kleines Stück vorangekommen bin.
Ich plane - wie regelmäßige Leser wissen dürften - im April 2027 (da läuft der aktuelle Vertrag mit meinem Stromversorger aus) meine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz abzuschalten. Aber, sollten die Preise für Strom aufgrund der politischen Lage drastisch steigen, gibt es Sonderkündigungsrechte, die ich diesmal nutzen werde.
In der letzten Krise (Corona), die ist erst wenige Jahre her, habe ich mich durch die drastisch steigenden Preise von meinem damaligen ÖKO-Strom-Anbieter einen Zweijahresvertrag, gewährt wegen langjähriger Kundentreue, reindrücken lassen, der aus damaliger Sicht günstig war. Aber die Preise fielen wieder und ich saß mit meinem Vertag da.
Danach wechselte ich den Anbieter. Wieder ein Zweijahresvertag, der im April 27 ausläuft. Aber diesmal will ich mich nicht weiter vom Stromdiktat abhängig machen, sondern den Strom, den ich noch brauche, selbst produzieren.
Überlegung: Wenn die Preise für Öl, Gas und Benzin steigen, werden auch Solarmodule teurer, da die vermutlich stärker nachgefragt werden. Dasselbe gilt für Batterien.
Die hohen Benzinpreise veranlassen vielleicht so manchen, doch oder früher auf E-Mobilität umzusteigen. Das treibt wieder die Preise für Batterien und in Folge (viele wollen die eigene Wallbox zum Aufladen des E-Autos) für Solar-Equipment in die Höhe. Damit das nicht meine Autarkiepläne in Sachen Strom verzögert, habe ich die nächste Stufe der Befreiung von Abhängigkeit gezündet und meine nächste solare Inselanlage - erweiterbar in Bereiche, die ich nie brauchen werde - bestellt.
Das bringt mich zwar an die Grenzen meiner finanziellen Möglichkeiten aber schien mir trotzdem eine gute Idee.
So sollte es möglich sein, im Sommer Stromverbrauch und Stromgewinnung so zu skalieren, dass ich auch im Winter damit klar kommen werde. Gelingt der Versuch nicht, was der Winter zeigen wird, so muss weiter ausgebaut werden oder, auch das ist möglich, der Strombedarf entsprechend eingeschränkt. Da meine Heizung (Holzöfen) Strom-unabhängig ist, ist das kein Problem. Das Warmwasser lässt sich auf die Menge begrenzen, die durch die zur Heizung brennenden Holzöfen erwärmt werden kann (Wasserkessel, Wassertopf). Die Dimensionierung von Licht und die Nutzungsdauer von Laptop und Internet (Router) lassen sich auf die vorhandene Strommenge hin anpassen. Das würde mir bereits mit der derzeit vorhandenen Stromgewinnung gelingen.
Der Betrieb der Gefriertruhe ist auch zu sichern. Kühlschrank brauche ich nicht. Besen statt Staubsauger, kochen (backen braten) fällt so gut wie aus: es lebe die Rohkost!
Fernsehen kann man, wenn man will am Laptop.
Eine unmittelbare Abhängigkeit weniger!
Warum unmittelbar? Natürlich müssen die Geräte zur Stromgewinnung und die, die den Strom verbrauchen ebenfalls beschafft werden. Aber das sind mittelfristige Güter.
Das Strom-Equipment und die Stromverbraucher haben eine Lebensdauer von 10 bis 30 Jahre. In der Zeit kann man sich nach (hoffentlich) besseren Alternativen umsehen. Gelingt das nicht, weil die Wirtschaft das nicht hergibt oder die eigenen finanziellen Möglichkeiten, bleibt Zeit auf die nächst machbare Technologie zurückzufallen. Jahrtausende der Geschichte der Menschheit haben bewiesen, dass man auch ohne Strom leben kann. Wenn zu jeder Zeit die Rückfallstrategie bekannt und gepflegt wird (so dass man sie bei Bedarf auch einsetzen könnte), so kann eine mittelfristig haltbare Technologie eingesetzt werden, ohne die Unabhängigkeit allzu sehr zu gefährden.


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RE: Notizen zum Tage

#164 von petias , 08.04.2026 10:55

08. April 2026

Großes Aufatmen! In letzter Minute erweisen sich die iranischen Mullahs doch klüger als König Trump, der in Personalunion gleich noch sein eigener Hofnarr dazu ist. Klar, man weiß nicht wie das sich noch weiterentwickeln wird. Religiöser Fanatismus gegen Oligarchie-Kapitalismus gepaart mit Größenwahn und Geltungssucht sind schwierige Verhandlungspartner, denn sie sprechen verschiedenen Sprachen. Die einen opfern alles für die religiöse Überzeugung (die natürlich auch von mächtigen Profiteuren zum eigenen Vorteil benutzt wird), die anderen kennen nur das unmittelbare Gewinninteresse und den Abschluss von Deals. Dass jemand einen guten Deal ausschlagen könnte aufgrund von Werten und Überzeugungen - ob man die nun teilt oder nicht - ist für die Deal-Maker unbekanntes Territorium. Wir wissen nicht, was im Hintergrund abläuft, aber nach dem, was durchsickert, ist das ein sehr teuer erkaufter Rückzug zum Status Quo. Verhandlungen in Sachen iranische Atommacht gab es bereits vor dem amerikanisch-israelischen Überfall. Aber das hat den Israels nicht gereicht. Die Straße von Hormus war vorher schon offen - kostenlose und sichere Passage für alle. Jetzt soll sie wieder geöffnet werden, aber der Iran erhebt eine Gebühr von 2 Millionen pro Passage, die er sich mit dem Oman teilen will. Für die Iraner sind das Wiedergutmachungszahlungen für die erlittenen Schäden der amerikanisch-israelischen Attacken. Die herrschende Schicht im Iran ist weiter an der Macht und scheint fest im Sattel zu sitzen. Proteste der eigenen Bevölkerung werden noch entschlossener niedergeknüppelt. Täglich werden Todes-Urteile ausgesprochen gegen Demonstranten der vergangenen Protestbewegung, die bereits tausende Tote gefordert hatte. Anlagen nicht nur der Iraner sondern auch der mit den USA verbündeten Golfstaaten sind beschädigt und deren Reparatur wird auf Jahre hinaus die Öl- und Gaspreise beeinflussen. Die dramatische Steigerung dieser Preise weltweit wird sicher nicht auf das alte Niveau zurückgehen. Über das iranische Atomprogramm wird wieder von vorne verhandelt. In dem Punkt war man schon sehr viel weiter, als Trump das diesbezügliche Abkommen einseitig gekündigt hatte. Lang lebe der König!

Ein Gutes hat das Ganze: wir sehen wieder mal überdeutlich, wie abhängig wir uns machen von all den Globalisierungsgütern und Leistungen die unsere moderne Welt mit sich bringt. Steigt jetzt die Motivation, etwas dagegen zu tun, widerstandsfähiger, unabhängiger zu werden?
Bei mir schon. Der Gedanke sich nun doch ein E-Auto zu kaufen kommt bei vielen auf. Die Nachfrage nach E-Autos, neu oder gebraucht, ist deutlich gestiegen. Man könnte fast meinen, die E-Mobilitätswirtschaft steckt da mit drin. Für mich ist das kein Thema. Auto habe ich schon sehr lange keines mehr. Darauf konnte ich schon verzichten, als ich noch berufstätig war.

Aber meine Unabhängigkeitsbemühungen in Sachen Strom haben neuen Schub erhalten. Obwohl der Anteil an erneuerbarer Energie wächst, steigt auch der Strompreis. Nicht der billigste Anbieter bestimmt den Preis, sondern der teuerste, es werden die Kosten für das Stromnetzt auf den Verbraucher umgelegt. Strom wird im Norden erzeugt und nach dem Süden transportiert. Der Preis, zu dem man den Strom beziehen kann ist um ein Mehrfaches höher, als der, der für die Einspeisung selbst erzeugten Stromes gezahlt wird. Will man das alles nicht unterstützen, gibt es eine brauchbare Alternative: Runter mit dem Stromverbrauch, das was man noch braucht kann man selbst erzeugen. Die dafür nötigen technischen Anlagen sind auch für kleine Konsumenten wie mich (1100 Euro Rente) mittlerweile erschwinglich. Bis meine neue Inselanlage geliefert und bezahlt ist, dauert es noch ein paar Monate. In der Zeit übe ich mich im Verzicht und der Optimierung dessen, was ich habe. Der Sonnentag gestern war ein famoses Beispiel. Mein Balkonkraftwerk besteht aus zwei 400 Wp Modulen, kann also unter idealen Bedingungen 800 Watt Strom erzeugen. Da meine Anlage schon zu der Zeit gekauft worden war, als man ohne Genehmigungsverfahren nur 600 Watt einspeisen durfte, ist mein Wechselrichter (das Ding, das aus dem Gleichstrom das die Panel erzeugen Wechselstrom macht, der ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann) nur in der Lage 600 Watt einzuspeisen. Mittlerweile sind 800 Watt erlaubt.
Allerdings habe ich festgestellt, dass im letzten Sommer ich zwar theoretisch strom-autark gewesen bin, ich habe genau so viel Strom ins Netzt (komplett unentgeltlich) eingespeist, wie ich zu 30ct pro KWh herausgenommen habe, aber mich das trotzdem Geld gekostet hat, da mir die Einspeisung nichts bringt, der Bezug aber kostet.
Konsequenz: ich habe mir einen Speicher gekauft, der den erzeugten Strom zwischenspeichern kann. Damit kann ich theoretisch den erzeugten Strom, den ich gerade nicht verbrauche speichern um ihn zu Zeiten nutzen, in denen kein oder zu wenig Strom erzeugt wird.
Mein Speicher (Anker Solix Solarbank 1 mit 1,6 KWh) kann aber nur eine einstellbare Menge Strom ins Netz abgeben. Die kann auch Null sein. Dann wird alles in die Batterie gespeichert. Ist die voll (das geht schnell, das entspricht von der Kapazität her einer Batterie mit 12 Volt und 133 Ah) wird wieder ins Netz eingespeichert.
Der Minimalstrom, der zur Einspeisung eingestellt werden kann, ist 150 Watt. Das brauchen meine Grundverbraucher (Gefriertruhe, Router) aber nicht. Der überflüssige Strom wird wieder eingespeist. Schalte ich einen größeren Verbraucher zu, wie Wasserkocher, Backofen, Badeofen, Waschmaschine, dann reichen die 150 Watt aber nicht. Also muss ich den Einspeisestrom manuell schalten.
Nehmen wir gestern, einen sonnigen Tag und ich musste mal nicht weg. Den Wasserkocher (2100 Watt) benutze ich nicht. Dafür benutze ich eine Kochplatte mit 500 Watt und einen Topf. Erzeugen die Module 500 Watt (gestern wurden über weite Strecken 600 Watt erzeugt, schalte ich den Einspeisestrom auf 500 Watt und mache mein Wasser warm. Das dauert zwar länger als mit dem Wasserkocher, aber ist kostenlos. Danach schalte ich den Einspeisestrom wieder auf 150 Watt zurück, damit mit dem Überschuss die Batterie geladen werden kann.
Die 150 Watt Einspeisestrom lasse ich derzeit bis Mitternacht laufen. Wenn das Modul ab 19 Uhr oder so keinen Strom mehr erzeugt wird er aus der Batterie genommen. Das klappt bei voller Batterie für 10 Stunden. 150 Watt mal 10 Stunden sind 1500 Wh. Meine Batterie hat 1600, 10 Prozent müssen aus Gründen des Batterieschutzes dort verbleiben, sind wir bei ungefähr dieser Kapazität. Um 7 Uhr Morgens beginnt die Einspeisung wieder. Da da noch kein Strom erzeugt wird, kommt der wieder noch ein Weilchen aus der Batterie.
Die Zeiten für die Einspeisung werden den Jahreszeiten angepasst.
Lege ich für die verbleibenden Stunden den Grundbedarf noch auf die Inselanlage, brauche ich keinen laufenden Strom, sondern nur den von Großverbrauchern.
Also weiter. Ich musste wieder mal die Wäsche waschen. Das habe ich lange mit der Hand gemacht, aber derzeit habe ich eine geschenkte Waschmaschine - eine alte Miele, die ca. 500 Watt Strom verbraucht.
Für die 1,5 Stunden Waschmaschinenlauf schalte ich den Einspeisestrom auf 500 Watt. Achte ich darauf, dass ich nur wasche, wenn die Sonne scheint, ist auch das stromtechnisch kostenlos.
Übrigens: mein Laptop - 45 Watt Strombedarf - dazu noch Batterieladung (Handy, Makita Akkus etc.) über MP3 und Beleuchtung des Arbeitszimmers läuft komplett über die Inselanlage.
Gestern hatte ich wieder mal eine Dusche nötig. Die Solardusche im Garten ist aus Frostschutzgründen noch nicht im Betrieb, also habe ich die Einspeisung auf 600 Watt (Maximum) geregelt und musste für das warme Wasser nur die Differenz von 500 Watt (die Anlage zieht 1100 Watt) bezahlen.
Die Neue Anlage wird mit voraussichtlich 5000 Watt Wechselstromausgang (den Wechselrichter habe ich noch nicht ausgesucht und bestellt) mich im Sommer komplett unabhängig machen. Auch die Rechnerei und die manuelle Steuerung der Einspeisung fällt weg, weil die Inselanlage nur den Strom rausrückt, der verbraucht wird. Der Speicher wird zunächst 4800 Watt Stunden haben, eine Verdopplung ist noch geplant.
Wie das im Winter aussehen wird, muss man abwarten. Für Dunkelphasen wäre ein Windgenerator denkbar. Für Dunkelflauten die über die Speicherkapazität hinausgehen, könnte man mit einem Verbrenner-Generator überbrücken. Das wäre, was im großen Netz die Kohle- und Gaskraftwerke wären. Nur dass man den Generator vermutlich sehr selten bräuchte.

Die Aussichten zum Thema sind recht vielversprechend. Da wird massiv an einer Nachfolge für Lithium-Batterien geforscht. Die Natriumbatterien sind bereits auf dem Markt aber noch deutlich teurer. Mit Natrium statt Lithium ist auch eine heimische Produktion möglich. Die Abhängigkeit vom Weltmarkt sinkt. Die neuen Batterien dürften dann soweit sein, dass sie meine jetzt besorgten Lithiumbatterien ablösen, wenn die an ihre Lebensdauer-Grenzen stoßen werden.

Noch eine Technik ist gerade in der Pipeline. Die Erzeugung von Wasserstoff mit Hilfe von Wasser und Solarstrom. Im Sommer erzeugt die Anlage überschüssigen Strom. Der wird zunächst in die Batterien (Lithium, Natrium) gespeichert. Sind die voll, wird Wasserstoff erzeugt indem Wasser mittels Strom in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird. Der Wasserstoff wird verdichtet und in Flaschen gespeichert. Im Winter kann man aus dem Wasserstoff wieder Strom erzeugen. Gute Idee! Aber noch viel zu teuer und technisch zu aufwendig. Mal sehen was passiert.
Noch eine Idee wäre es, mit dem überschüssigen Strom eine Sandbatterie zu heizen. 10 m³ Sand in einem Blechsilo wird erhitzt und die Wärme im Winter verwendet.
Noch andere Ideen?


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RE: Notizen zum Tage

#165 von petias , 12.04.2026 11:15

Zum vorhergehenden Artikel haben mich einige Kommentare und Anmerkungen erreicht, die ich kurz erwähnen möchte.
Der von mir angegebene Verbrauch von 500 Watt meiner Waschmaschine beruhte nicht auf Messungen, sondern ist ein Durchschnittswert für ältere Waschmaschinen über das gesamte Waschprogramm. In den Heizphasen dürfte der Verbrauch eher bei 2000 Watt liegen. Somit kann ich meine Waschmaschine an meinem Balkonkraftwerk nicht stromneutral betreiben, da dieses maximal 600 Watt einspeisen kann. Um energieneutral (ich erzeuge so viel Strom wie ich verbrauche) waschen zu können, muss ich damit auf den neuen (noch nicht ausgesuchten, geschweige denn bestellten) Wechselrichter warten, der ca. 5000 Watt Output haben sollte.
Diese Wechselrichter stammen -direkt oder indirekt - alle aus China und sind alle zumindest mit Teilen von Huawei ausgestattet. Da diese Wechselrichter alle über Kontroll- und Monitor- Funktionen verfügen und die meisten sich auch für die Fernwartung und Fernschaltung eignen (Smart Home, Steuerung des Einspeisestroms durch die Netzanbieter) und damit über W-Lan und Blue-Tooth Schnittstellen verfügen ist die Gefahr gegeben, dass z.B. auf Befehl des chinesischen Staates die Einspeisung abgeschaltet wird um im Rahmen hybrider Kriegsführung die Stromversorgung zu sabotieren. In Verbindung mit Smart-Meters (Intelligente Stromzähler) ist man möglicher Außensteuerung ausgesetzt.
Ich möchte deshalb meine Inselanlagen auch nicht über diese Schnittstellen steuern, sondern z.B. auf ein lokales CAN-Bus (Controller Area Network) System setzen, das ohne Verbindung zum Internet auskommt.

Zitat von petias im Beitrag #164
Wie das im Winter aussehen wird, muss man abwarten. Für Dunkelphasen wäre ein Windgenerator denkbar. Für Dunkelflauten die über die Speicherkapazität hinausgehen, könnte man mit einem Verbrenner-Generator überbrücken. Das wäre, was im großen Netz die Kohle- und Gaskraftwerke wären.

Zitat von petias im Beitrag #164
Noch andere Ideen?


Als "andere Ideen" wurden mir auch Vorschläge unterbreitet:
<< Der "Dunkelflauten-Generator" müsste konsequenterweise durch eine holzbefeuerte Dampfmaschine/turbine angetrieben werden, oder eine Wasserturbine, meinst Du nicht? ;-) >>

Ich finde das gar nicht so abwegig und einen zweiten Blick darauf wert. Läge der Lichthügel an einem Bach, hätte ich längst eine Kleinturbine in denselben zur Stromerzeugung gehängt. Auch die Idee, mit Überschuss- Solarstrom Wasser den Hügel hochzupumpen in einen Sammelbehälter und das Wasser im Falle von Dunkelflauten wieder durch Rohre über Mikroturbinen nach unten fließen zu lassen war mir schon gekommen. Aber damaligen Berechnungen zufolge wäre der Aufwand viel zu hoch und die Infrastruktur so eines mini Pumpspeicherkraftwerkes alla Walchensee für Selbstversorger zu aufwendig. Aber vielleicht gibt es auch da bereits neue Technik und Möglichkeiten.

Meine Mutter hat mir erzählt, dass sie ihren Führerschein auf einem "Holzgaser" gemacht hatte. Ein Lieferwagen, den eine holzbefeuerte Gasturbine antrieb. Der Holzvorrat wurde auf der Ladefläche mitgeführt.

Ich hatte auch schon mal einen Bericht gelesen von einem Bastler, der mit seinem Holzofen im Winter Strom erzeugt. Der Ofen ist mit einem Wassermantel umgeben und die Thermik des sich erhitzenden Wasser erzeugt über ein Kreislaufsystem Strom.

Dampfmaschinen, als sie vor 300 Jahren die industrielle Entwicklung starteten, hatten einen Wirkungsgrad von 0,5 Prozent.
Heute gibt es schon Beispiele von 25 Prozent Wirkungsgrad.

Ich habe auch einen Strampelgenerator. Ein Gestell, in das man ein Fahrrad spannen kann und über eine Walze, die auf den Fahrradreifen drückt wird eine Generator betrieben. Das Ding gibt es noch. Ich habe damit eine Zeit lang den Strom für meine 3 Watt Beleuchtung im Arbeitszimmer erzeugt. Mittlerweile hängt im Fenster ein 30 Wp Solarmodul, das völlig problemlos genug Strom in die ausrangierte Autobatterie liefert, um die Tastaturbeleuchtung meines Laptops sicher zu stellen.
Eine Lösung für Dunkelflauten im Alltag eines "normalen" Haushaltes ist das nicht. Aber es lohnt sich die Augen aufzuhalten und es macht Spaß ab und an etwas zu basteln!


Eine von mehreren kleinen solaren Inselanlagen. Sie speist derzeit meine



"Tastaturbeleuchtung"
30 Wp in Verbindung mit einer alten Autobatterie

Weitere Inselanlagen:
ein 75 - Watt Panel in Verbindung mit einer alten Autobatterie speist im Sommer die Lüftung der Komposttoilette
eine 350 Wp Anlage liefert den Strom für die Schlafhütte. Der Strom reicht meist auch, um Wasser zwischen der Zisterne und diversen Sammelgefäßen umzupumpen.
Teil der Anlage ist eine 100 Ah AGP-Solarbatterie

Eine 550 WP Anlage in Verbindung mit vier 100 Ah AGP-Solarbatterien. Sie übernimmt die Versorgung des Laptops, lädt Kleinbatterien und Akkus, sorgt für die Beleuchtung im Arbeitszimmer.

Dazu kommt noch eine 800Wp Anlage in Verbindung mit einer 1,6 Wh starken Batterie und einem 600 Watt Einspeisewechselrichter als Balkonkraftwerk.


Mit so einen Kübel voll Holz (Bretterabfälle in diesem Fall) komme ich derzeit 2 Tage aus um die Wärme im Zimmer auf einem gemütlichem Niveau zu halten.


In dem Punkt ist Wanda mit mir einer Meinung.


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zuletzt bearbeitet 12.04.2026 12:36 | Top

   

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