Amazonas vor dem Kipppunkt

#1 von petias , 08.03.2022 10:57

Die Fachzeitschrift "Nature Climate Change" hat gestern eine Studie veröffentlicht, in der ein britisch - deutsches Forscherteam über die Regenerationsfähigkeit des Amazonas Regenwaldes geforscht hat.

Der Amazonas hat große Bedeutung für das Weltklima und die Artenvielfalt - doch für Weiden zwecks Fleischproduktion und Gewinnung von Rohstoffen wird immer mehr Regenwald abgeholzt. Gemäß der Studie könnte sich ein Großteil des Waldes dadurch in Savanne verwandeln.

Der Regenwald im Amazonasgebiet habe seit Anfang der 2000er-Jahre kontinuierlich an Widerstandsfähigkeit eingebüßt. Bei mehr als drei Vierteln des Waldes habe die Fähigkeit nachgelassen, sich von Störungen wie Dürren oder Bränden zu erholen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Abholzung um 34 Prozent zugenommen. Der Regenwald ist seit dem Jahre 2000 um mindestens 17 Prozent zurückgegangen.

Bei einer Reduktion von 20 bis 25 Prozent schätzt man, das der Kipppunkt erreicht sein könnte und das Amazonasgebiet sich unweigerlich in eine Savanne verwandeln wird.
Weite Wüstengebiete wären die Folge mit einer weltweiten Zunahme an Dürren und Überschwemmungen.

Bis 2028 will die brasilianische Regierung auf internationalen Druck hin die Abholzung des Regenwaldes beenden.

Der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro sieht im Amazonasgebiet vor allem ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und will noch mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. So erließ er etwa ein Dekret zur Förderung des Goldabbaus im Amazonasgebiet.

Die Ausbeutung der Gebiete der Ureinwohner durch Abbau von Kalium für Düngemittel rechtfertigte er kürzlich mit dem Krieg in der Ukraine und einer damit angeblich drohenden Verknappung und Verteuerung von Kalium.

Die Abholzung im Amazonasgebiet legte während der Amtszeit Bolsonaros ab 2019 stark zu und erreicht seitdem Jahr für Jahr neue Rekorde.

Wenn das so weiter geht, hat Bolsonaros Politik den Regenwald lange vor 2028 über den Kipppunkt getrieben! Für was so ein Krieg doch alles gut ist!

Auch Deutschland ist Abnehmer von Fleisch und Rohstoffen und wir sind somit alle an der Abholzung des Amazonas - Regenwaldes beteiligt.

Es braucht eine neue Qualität von Marktverhalten.

Gas, das täglich Putins angestrebtes Zarenreich mit einer Milliarde Dollar unterstützt darf nicht verbraucht werden. (Von der Auswirkung auf das Klima mal abgesehen.)
Fleisch von Rindern, die auf den abgefackelten Flächen des Regenwaldes weiden, kann nicht konsumiert werden. (Vom Tierleid mal ganz abgesehen)

Die Zeiten des sorglosen Konsumlebens sind vorbei. Wenn wir das nicht kapieren wollen, werden wir die Auswirkungen solchen Verhaltens auf die ganz harte Tour erleben müssen - oder gar daran sterben!


petias  
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zuletzt bearbeitet 08.03.2022 | Top

   

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