Für die Zukunft der Landwirtschaft: Monstermaschinen subventionieren?

#1 von petias , 08.01.2024 16:02



Diese gigantomanischen Maschinen walzen unsere Landschaften platt, verdichten unsere Böden, erfordern immer tiefere Lockerung mit Pflügen und Tiefgrubber, was die Humusschichten erodiert und abbaut. Mehr und mehr Mineraldünger muss den ausgelaugten, verdichteten und schwindenden Humus ersetzen. Die einseitig auf Masse produzierten landwirtschaftlichen Produkte sind anfällig für Fressfeinde und Krankheiten, was den Einsatz von immer mehr Pestiziden erfordert.
Die Monstermaschinen verbrauchen viel Treibstoff. Die KFZ- Steuer ist ausgesetzt, der Diesel, nicht nur ein fossiler Treibstoff, sondern auch noch besonders giftig, wird subventioniert.
Da Umweltschutz, Klimaschutz und Artenerhalt auf der Dringlichkeitsliste der TO DOs der Menschheit dem Untergang noch zu entgehen ganz oben steht, beschließt die finanzklamme Regierung den Abbau der Subventionen. Ein logischer Schritt möchte man meinen. Ergebnis:
Bundesweit satteln die Maschinisten der Feldindustrie ihre Monster- Traktoren und legen den Verkehr des Landes lahm. Sie tuckern 100erte von Kilometern durch die Lande und über die maroden Brücken. Noch kann man sich es leisten, der nicht zu knappe Dieselverbrauch wird durch den Steuerzahler subventioniert. Also auf zur Machtdemonstration, solange noch die Allgemeinheit zahlt. Bäckereien und Lebensmittelerzeuger schließen sich an, denn wenn die Landwirte den Diesel selbst zahlen müssen, dann steigen die Agrarpreise und das schmälert die Gewinne. Selbst der kleine Pferdehalter, der selbst dafür gutes Geld erhält, weil er mit seinen Pferden gepachtete Wiesen abweidet und so das Landschaftsbild erhält, reiht sich ein, denn auch sein Heu für die Pferde, das er aus Bequemlichkeit längst nicht mehr selber macht, wird teurerer werden.




Auf einem der durch die Allgemeinheit subventionierten Monstermaschinen ist ein Galgen montiert, an dem die Ampel - Regierung aufgehängt werden soll. Gewählt, um was gegen den Klimawandel zu tun, wird sie jetzt zum Teufel gewünscht, weil sie Subventionen streicht, die die Weichen in die falsche Richtung stellen.

Die Straßen werden viel gründlicher und viel großflächiger blockiert, als das die Klimaschützer der letzten Generation je getan hatten. Aber ein abstraktes Gut wie den Klimawandel stoppen kann sich nicht mit dem Bedürfnis messen, keine Privilegien abgeben zu müssen. Wascht den Pelz der Anderen und Hauptsache ihr macht mich nicht dabei nass!
Minister Habeck wird privat behelligt und bedroht und mit ihm viele andere, nur weil sie zufällig auf derselben Fähre waren wie er. Bereit zum angebotenen Gespräch ist man nicht.

Die staatlich subventionierten Landmaschinen eignen sich bestens zur Nötigung und Machtdemonstration. Große oder schnelle Maschinen waren seit es sie gibt eine beliebte Schwanzverlängerung.
Wie alle Massenbewegungen schließen sich auch dieser Protestwelle die rechten Chaoten an und versuchen sie für sich zu instrumentalisieren. Denen geht es um die Aushöhlung und letztlich die Zerschlagung des Staates. Inhalte gibt es keine. Nur Triebe, Hass und Wut. Der Amokläufer vernichtet bis er selbst vernichtet ist, oder alles um ihn herum. Dann heult er und versteht gar nicht, was in ihn gefahren ist. Verantwortlich sind die Umstände, verursacht von denen da oben, wer immer das auch sein mag. Hauptsache man selbst muss keine Verantwortung übernehmen. So funktioniert keine freiheitliche Demokratie. Also schaffen wir sie ab! Was da kommt, wenn die demokratischen Regierungen abgeschafft sind, will niemand, außer den dann übernehmenden Machthabern. Aber dann herrschen wenigstens klare Verhältnisse. Man weiß, was man sagen soll und tun und welche Strafe man zu erwarten hat, wenn man es nicht tut. Führer befiehl, wir folgen! Damit kommt die Dummheit klar.



Welch reizvoller Blick auf den Heimatboden. Der Unterschied zum Fließband ist minimal. Genau das fördern die gegenwärtigen Subventionen, deren Abschaffung hier beklagt wird.

Über 7 Jahre fließen 387 Milliarden Euro in die europäische Landwirtschaft. Das ist jeder dritte Euro des EU-Etats. Im Vergangenen Jahr wurden im Durchschnitt 156 Euro pro Hektar ausgezahlt. Wer mehr Fläche besitzt, der bekommt mehr. Und wenn die Flächen Finanzinvestoren gehören, die die Landwirtschaft gar nicht interessiert, sondern nur die Rendite, ist das auch egal.
Als ich den Lichthügel kaufte, war der Großteil der Fläche verpachtet. Der Pächter machte nichts damit. Er strich nur die EU-Subventionen für die Fläche ein, die viel höher war, als die Pacht von ein paar Euro im Jahr. Wenn das Geld von Steuerzahlern verwendet wird, sollte man schon aufpassen, wie sinnvoll das ist, was damit bezahlt wird.
Anfang der 90er Jahre wurde diese Flächenförderung eingeführt. Davor wurden die Preise subventioniert. Das half den kleinen zwar besser als die Flächensubvention, führte aber zu den Effekten der Butterberge, Milchseen, und Schweinehalden in Massenkühlanlagen.

Europäische ja internationale Politik ist nötig, im Angesicht der weltweiten Bedrohungen und Herausforderungen. Aber der globale Handel kann nur dort sinnvoll sein, wo regionale Erzeugung nicht ausreicht. Das gilt ganz besonders bei der Erzeugung von Nahrung. Echte regionale Produkte müssen immer billiger sein, als von außen kommende. Das muss mit entsprechenden Aufschlägen z.B. für Transport über z.B. CO2- Abgaben gesteuert werden. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass nicht z.B. Bananen oder Avocados ganzjährig im Gewächshaus gezogen werden, weil sie so den Regional- Bonus bekommen. Da muss vernünftige Umwelt und Klimasteuerung erfolgen und im Zweifel von Fall zu Fall entscheiden werden, z.B. durch gut geschulte Umweltkommissare statt jahrelanger Rechtstreits vor Gerichten.

Alle, auch die Bauern und die Verbraucher müssen umdenken. Und die Staatshasser dürfen da keine Rolle spielen. Sie zu entlarven ist leicht. Fragt sie nach Gründen, Argumenten und Alternativen. Fragt, wie sie es machen würden, aber bis ins Detail! Wer da keine Antwort hat, soll die Klappe halten.

Essen darf teuer sein. Dann gehen wir besser damit um. Fressen nicht so viel, werfen nicht so viel weg, sondern ziehen Gemüse Obst und Kräuter im Gärten und auf Balkonen. Je mehr man selbst erzeugt, desto weniger spielen die Marktpreise eine Rolle.
Das ist wie mit den kleinen Parzellen die in den ehemaligen kommunistischen Regimen erlaubt waren. Sie haben ein Vielfaches an Ertrag pro Fläche geliefert wie die industrielle Agrarproduktion. und das nachhaltig!
Die Leute, die die Preise nicht zahlen können und keine Möglichkeit haben, selbst anzubauen, die kann man dann subventionieren, in einem Maß, die das Überleben sichert, aber nicht so sehr, dass die Eigeninitiative verloren geht.


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