Gesundheit und ein langes Leben

#1 von petias , 15.11.2023 09:34

wünschen wir uns zum Beispiel bei Geburtstagen. Aber die Erfüllung dieser Wünsche hängt von vielen Faktoren ab. Nicht alle können wir beeinflussen, aber manche schon. In diesem "Thema" sollen einige Aspekte eines gesunden Lebens erörtert werden.
Meist wünschen wir uns auch noch Glück! Da besteht ein enger Zusammenhang!

Schon gar nicht beim Glück, aber auch nicht bei Gesundheit und Langlebigkeit gibt es DEN EINEN WEG. Jeder Mensch ist anders und die genannten Gaben eine sehr individuelle Sache. Letztlich muss jedermensch selbst für sich entscheiden. Manchmal ist es auch ein "trade off" zwischen was einem Freude macht und was einem nach allgemeinem Dafürhalten guttut. Was ist im Einzelfall wichtiger: der Genuss, den ein Stückchen Schokolade bringt oder die Auswirkung des Industriezuckers darin, der uns nach Aussagen zahllosen Studien schadet.

Das ist vermutlich letztlich gar nicht klar zu entscheiden. Da spielen viel zu viele Faktoren eine Rolle, als dass wir da letztlich durchblicken können. Da ist "Bauchgefühl" und "gesunder Menschenverstand" gefragt und der "Mut zur Lücke"!

Milch

Die Muttermilch ist perfekt auf den Säugling abgestellt. Sie bietet alles was das Neugeborene braucht. Einschließlich des Körperkontaktes zur Mutter. Kann es etwas Innigeres geben, als die Körperflüssigkeit einer Person in sich aufzunehmen?
Auch wenn die menschliche Muttermilch in unseren Zeiten recht schadstoffbelastet sein kann, so gilt die überwiegende Meinung, dass es gut sei, sie die ersten Monate zu verabreichen.
In manchen Kulturen werden Kinder bis vier und mehr Jahren immer noch (zusätzlich) zu anderer Nahrung gestillt, aber irgendwann ist Schluss damit.

Manchmal klappt das nicht so recht, mit der Muttermilch und eine Amme (eine andere Mutter, die mehr Milch hat, als sie braucht) steht nicht zur Verfügung. In solchen Fällen griffen die ersten Tierhalter schon mal zur Milch ihrer Tiere, wie Ziegen, Schafe, Rentiere, Esel, Stuten und andere. Nicht perfekt, aber besser als das Kleine verhungert. Heute haben wir dafür eine ganze Industrie an Muttermilch-Ersatzprodukten. Tiermilch sollte eigentlich gar nicht mehr gebraucht werden.

Wir wissen alle, dass dem nicht so ist. Die Milchindustrie ist gewaltig und Milchprodukte stehen für die Meisten ganz oben auf der Einkaufsliste.
Sprechen wir heute von Milch, meinen wir fast immer Kuhmilch. Käse ist auch schon mal vom Schaf oder der Ziege als besondere Delikatesse.

Für die, denen Milch ein gewohnter und lieb gewordener Brauch geworden ist, aber vegan leben wollen, ist Hafer- oder Mandelmilch ein nichttierischer Ersatz.

Aber ist nun Kuhmilch und was daraus gemacht wird gesund?

Da gibt es sehr verschiedenen Meinungen. Unter den "Wissenschaftlern" gibt es ganz verschiedene Typen. Da sind z.B. die "Stoffel", das sind Leute, die in unserem Fall Kuhmilch analysieren und sehen woraus sie besteht. Da ist unter anderem Eiweiß und Kalk. Das braucht der Mensch. So ist der Kalk z.B. gut für die Knochen, die zu einem erheblichen Teil als Kalk bestehen. Fehlt der Kalk in den Knochen, werden sie spröde und brechen leicht. Man spricht von Osteoporose (Da steckt "Os"- der Knochen auf Latein und "porös" drinnen)
Folgerung: trinkt Milch für starke Knochen könnte man meinen und das sagen auch viele.
Dann gibt es aber auch die "Studienten", das sind Leute, die über Zusammenhänge längere Untersuchungen unter definierten Bedingungen vornehmen meist über einen längeren Zeitraum und daraus ihre Schlüsse ziehen.
Solche Studienten stellen dann schon mal fest, dass zwar Eisen im Spinat ist, aber vielleicht Popeye, aber nicht wir, den tatsächlich verwerten können. Und bei dem Kalk in der Milch stellen andere fest, dass die Milch bei der Verdauung so viel Säure entwickelt, dass der Kalk, den sie mitbringt nicht ausreicht, diese abzupuffern. Es wird Kalk aus anderen Quellen zusätzlich gebraucht z.B. aus den Knochen. Milch ist ein Kalkräuber!

Aber die "Studienten" sind sich meist nicht wirklich einig. So spielt es durchaus eine Rolle, wer die Studien bezahlt. Die Milchindustrie macht in Deutschland 30 Milliarden Umsatz pro Jahr und finanziert zahllose Studien. Zwar verbietet es der wissenschaftliche Ethos Ergebnisse zu manipulieren, doch wirken sich Erwartungshaltung und Blickwinkel einfach aus. So stellen 8 mal mehr Studien, die von der Industrie finanziert sind Ergebnisse im Sinne der Industrie fest, als unabhängig finanzierte. (Soweit man die Unabhängigkeit eindeutig erkennen kann)

So warnen Studien davor, dass Milch das Risiko für chronische Erkrankungen (wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes) erhöhen. Aber es gibt auch andere.
Noch ein paar Studienergebnisse:
Milchfett: erhöht den Cholesterinspiegel, fördert Übergewicht und Arteriosklerose, enthält viele Hormone und Gifte aus dem Futter der Kühe und ihrer Umwelt, die wir dann aufnehmen.
Milcheiweiß: (also tierische Proteine) verursacht Eiweiß-Überversorgung des Körpers, was zu Osteoporose führen kann. Es belastet unser Immunsystem sehr. Eiweißverbindungen der Milch führen zu Entzündungen, Säurebildung und Nahrungsunverträglichkeiten.
Milchzucker: Weltweit den meisten Erwachsenen fehlt das Enzym Laktase, mit dessen Hilfe man den Milchzucker Laktose verdauen kann. Das führt zur weitverbreiteten Laktoseintoleranz. Noch schlimmer ist die Galaktose (Schleimzucker) er steht in Verdacht, dass dieser Einfachzucker in größeren Mengen, bösartige Tumore an Eierstöcken und Hoden hervorbringen kann, er führt zu Entzündungen und kann auf Zellebene das rapide Fortschreiten von Alterungsprozessen verursachen. Alles nur, weil die Milchzucker-Susi uns das Leben so versüßt? Ach das war die Südzucker-Susi, andere Baustelle!

Was machen wir denn, wenn sich die "Stoffel" und die "Studienten" nicht einig sind? Wem sollen wir glauben? Nutzen wir unseren gesunden Menschenverstand.
Kuhmilch ist für Kälber, ein viel größeres Tier als wir, das viel schneller wächst als wir, Stunden nach der Geburt schon mit der Herde weiterziehen und mit ihr mithalten muss.
Kuhhaltung ist ein erheblicher Klima-Gefährdungsfaktor (ca. 15 Prozent der Treibhausgase)
In der Milch sammeln sich Giftstoffe. Die Kühe werden Gifte los, die wir dann trinken. Aber sinkt die Leistung der Kühe, werden sie geschlachtet. Sie müssen jährlich mindestens ein Kalb bekommen, damit der Milchfluss erhalten bleibt. Zumindest die männlichen Kälber werden geschlachtet.
Gesichert ist, dass wir keine Milch brauchen um gesund zu sein. (Wie hätten wir uns bis zur Tierhaltung vor 10000 Jahren sonst auch entwickeln können?) Hochwahrscheinlich ist es, dass Milch, zumindest in größeren Mengen, schadet.

Fazit:
Für die Umwelt problematisch, aus ethischer Sicht problematisch, gesundheitlich problematisch: also was hält uns?
Das im Käse enthaltene Eiweiß wird teilweise zu Casomorphinen umgewandelt. Die zählen zu den Opiaten und Heroinen!


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RE: Gesundheit und ein langes Leben

#2 von Eule ( Gast ) , 17.11.2023 09:41

Zitat von petias im Beitrag #1
... also was hält uns?
Das im Käse enthaltene Eiweiß wird teilweise zu Casomorphinen umgewandelt. Die zählen zu den Opiaten und Heroinen! [/blau]

warum so kompliziert? Wie wär's mit Gewohnheit? Und für die Alternativen gilt dann: "was der Bauer net kennt..."
Ich behaupte Mal, das sind statistisch die mit Abstand wirksamsten Faktoren, die Veränderungen im Weg stehen

Eule

RE: Gesundheit und ein langes Leben

#3 von petias , 18.11.2023 09:47

Zitat von Gast im Beitrag #2
warum so kompliziert? Wie wär's mit Gewohnheit? Und für die Alternativen gilt dann: "was der Bauer net kennt..."Ich behaupte Mal, das sind statistisch die mit Abstand wirksamsten Faktoren, die Veränderungen im Weg stehen


Hallo Eule,
da hast Du bestimmt recht. Trotzdem fällt es auf, dass alle die Nahrungs- und Genussmittel trotz bekannter Schädlichkeit am verbissensten verteidigt werden oder gar gerechtfertigt werden, die Suchtcharakter haben. Bis auf die bekannten Ausnahmen wie Alkoholikas und Tabak sind die anderen im Vergleich zu den "harten" und verbotenen Drogen recht milde. Aber Kaffee, Milchprodukte, Fleisch, Zucker und Konsorten haben alle die Fähigkeit milde abhängig zu machen. Der Verzicht auf Zucker oder Fleisch ist viel schwerer, wenn er auch keine harten Entzugserscheinungen auslöst, als der Verzicht auf Bananen oder Karotten es wäre.


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RE: Gesundheit und ein langes Leben

#4 von Eule ( Gast ) , 18.11.2023 10:00

Zitat von petias im Beitrag #3
... Der Verzicht auf Zucker oder Fleisch ist viel schwerer, wenn er auch keine harten Entzugserscheinungen auslöst, als der Verzicht auf Bananen oder Karotten es wäre.

kann ich so nicht bestätigen - MIR fällt der Verzicht auf Fleisch jedenfalls viel leichter, als es z.B. der auf Bananen täte. Gewohnheit hat ja auch 'was mit dem "Belohnungssystem" des Gehirns zu tun, unabhängig von der jeweiligen Substanz oder Nahrungsmitteln allgemein. Z.B. der "Morgenkaffee" hat sein "Suchtpotenzial" auch dann, wenn er koffeinfrei ist, ebenso wie jede andere ritualisierte Gewohnheit ;-)

Eule

RE: Gesundheit und ein langes Leben

#5 von petias , 18.11.2023 17:36

Zitat von Gast im Beitrag #4
Z.B. der "Morgenkaffee" hat sein "Suchtpotenzial" auch dann, wenn er koffeinfrei ist, ebenso wie jede andere ritualisierte Gewohnheit ;-)


Das Suchtpotenzial des Kaffees steckt nicht nur im Koffein. Selbst Malzkaffee macht schon, z.B. wegen der Röstreizstoffe, wie vieles Knabberzeug leicht süchtig.
Manche Menschen sind anfälliger für Süchte, als andere. Du scheints da Glück zu haben!

Ich gebe gerne zu, dass der Wunsch etwas Schönes zu wiederholen oder eine liebgewonnene Gewohnheit beizubehalten durchaus von "echten" Süchten zu unterscheiden ist. Der Übergang ist da manchmal fließend.

Einen schwereren Fall beschreibt hier Eugen Roth:

Der Starke Kaffee

Ein Mensch, der viel Kaffee getrunken,
ist nachts in keinen Schlaf gesunken.
Nun muss er zwischen Tod und Leben
hoch überm Schlummerabgrund schweben
und sich mit flatterflinken Nerven
von einer Angst zur andern werfen
und wie ein Affe auf dem schwanken
Gezweige turnen der Gedanken,
muss über die geheimsten Wurzeln
des vielverschlungnen Daseins purzeln
und hat verlaufen sich alsbald
im höllischen Gehirn-Urwald.
in einer Schlucht von tausend Dämpfen
muss er mit Spukgestalten kämpfen,
muss, von Gespenstern blöd geäfft,
an Weiber, Schule, Krieg, Geschäft
in tollster Überblendung denken
und kann sich nicht ins Nichts versenken.
Der Mensch in selber Nacht beschließt,
dass er Kaffee nie mehr genießt.
Doch ist vergessen alles Weh
am andern Morgen – beim Kaffee.


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