Warum AFD Wählen sich nicht als Bürgerprotest eignet

#1 von petias , 27.06.2023 08:53

"Dann zeigen wir mal denen da oben, dass man mit uns nicht alles machen kann!"

So und ähnlich begründen viele AFD Wählerinnen und Wähler ihre Entscheidung. Der Schwerpunkt des Hasses sind die Grünen. Die waren ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl die großen Aufsteiger. Sogar als stärkste Kraft und Kanzlerstellende Partei wurden sie gehandelt. Dann hat die Baerbock es verbockt. Ein Unsauberkeit im Lebenslauf, eine ungenügende Quellenangabe bei einem Zitat, Dinge die sich bei Jeder und Jedem finden lassen wurden von professionellen Rufschändern hochgekocht und reichten aus, die Volksseele in Wallung zu bringen.

Für die Regierung hat es aber noch gereicht und man machte sich voller Elan daran, die vom Klimawandel bedrohte Welt zu retten. Zumindest versuchte man mit Schwung und nach bestem Wissen die International vereinbarten Klimaziele auf nationaler Ebene zu verwirklichen.
Hintergrund: Der Klimawandel ist ein globales Problem, das nicht national gelöst werden kann. Also gründet man internationale Gremien, die festlegen, was global getan werden müsste und einigen sich auf Maßnahmen, die jede Nation durchführen muss, um die globalen Ziele zu erreichen. In diesem Bewusstsein hat sich auch die BRD verpflichtet. Allerdings sind das Absichtserklärungen, deren Umsetzung in der Verantwortung der Länder liegt. Der Versuch, diese Maßnahmen (zum Erreichen des 1,5 Grad Zieles) in Gesetze zu fassen scheitert gerade am Volkszorn der Wutbürger, die ihren Wohlstand bedroht sehen. Würden die Maßnahmen des Ministers Habeck wie geplant umgesetzt, würde das 1,5 Grad Ziel trotzdem nicht erreicht, aber nicht ganz so krachend verfehlt. Mehr hat sich auch der Minister nicht getraut zu fordern.
Der Inhalt des Gesetzes und ganz sicher das Geschick das Gesetz zu publizieren ist unzweifelhaft von Fehlern behaftet und kann und muss diskutiert werden, wozu die Grünen auch bereit sind. Aber die Stoßrichtung und die Erfordernisse (und noch viel mehr) sind unverzichtbar, wollen wir die Katastrophe abmildern, da sind sich 99,9 Prozent aller wissenschaftlichen Studien einig. Die 0,1 Prozent dienen der Propaganda und sind sehr durchsichtig für die, die bereit sind hinzusehen.
Die CDU/CSU lehnt das Gesetz ab und setzt statt dessen auf Emissionshandel. Das bedeutet, dass die, die es sich leisten können weiter machen wie bisher und die Einsparungen bei denen erfolgt, die es sich nicht leisten können. Eine wahre christliche Position! (Das C steht für christlich).

Es wäre doch geschickter, sagen Dieselben und Andere, das einfach über den Preis zu regeln. Also die fossilen Brennstoffe werden immer teurer durch erhobenen staatliche Abgaben und somit werden die Erneuerbaren billiger und setzen sich marktwirtschaftlich durch,
Aber so blöd ist der Wutbürger auch wieder nicht. Er lässt sich von seinen Rattenfängern sagen, dass an den hohen Gaspreisen die Politiker schuld sind, die die Abgaben erheben und das stimmt auch.

Es führt kein Weg dran vorbei, dass man dem dickbäuchigem Wohlstands- Wutbürger verklickert, dass die Zeiten des Überflusses vorbei sind, will man den Zusammenbruch verhindern (verhindert man ihn nicht, werden sie etwas später auch vorbei sein, aber ein paar fette Jahre für sich selbst wären gewonnen - was will man mehr?)

Jetzt werden für den einfach gestrickten Wutbürger Alternativen nur für Deutschland sehr attraktiv.
Es gibt keinen menschengemachten Klimawandel sagen die Einen. Die etwas weniger Dreisten sagen, das die 3 Prozent, die Deutschland dazu beiträgt keinen Unterscheid machen würden und man erst einmal warten solle, bis die Big Player in Vorleistung gehen. Aber dabei werden nicht die Internationalen Vereinbarungen berücksichtigt, die es umzusetzen gilt, und die sehr wohl einen Unterscheid machten. Es wird die Beispiel- Wirkung unterschätzt. Wenn wir und Andere mit gutem Beispiel voran gehen, haben die Anderen weniger Gründe dagegen und mehr Druck mitzuziehen.

Gesetze und die Gewähr sie einzuhalten müssen sein, weil der Mensch die Tendenz hat, nicht verantwortlich mit allgemein zugänglichen Gütern umzugehen

TheTragedy of the Commons - Tragik der Allmende

Flüchtlinge:
Es geht in vielen Teilen der Welt wüst zu und das wird noch sehr viel schlimmer. Wir liefern Waffen (Deutschland ist der dritt bis viert größte Waffenlieferant weltweit (je nach Aufstellung und bezogen auf vor dem Krieg in der Ukraine) und wundern uns, dass es Kriege gibt und Flüchtlinge. Wir (und die anderen Industriestaaten) stoßen maßlos CO2 und Äquivalente aus und die Meeresspiegel steigen, Unwetter nehmen zu, Die Wüsten und Steppen wachsen und damit Hunger- und Durst- Nöte und zwingt Millionen zur Flucht. Wie ist in dem Zusammenhang die Strategie zu bewerten: Sperren wir die Grenzen zu.
Es muss sicher mehr getan werden nicht reine Wohlstandflüchtlinge zu alimentieren und dafür gesorgt werden, dass Kriminelle bestraft oder ausgewiesen (wohin? Vielleicht brauchen wir Reservate) werden. Aber nur wenn wir Allen es ermöglichen gut und friedlich zu leben, können im Ende wir das auch! Sonst sind Konflikte und Kriege vorprogrammiert.

Und jetzt zum Thema. Warum ist die AFD keine geeignete Wahl um seinen Protest auszudrücken?
Die AFD rückt seit der Gründung von Jahr zu Jahr weiter in Richtung Rechtsextremismus. Gründer Bernd Lucke (wollte schon aus dem Euro aussteigen) weicht Frauke Petry. Die weicht Jörg Meuthen. Der schafft es 6 Jahre lang und führt heftige Richtungskämpfe. Schließlich tritt er aus der AFD aus und warnt heute vor ihr.
Dann kam Alexander Gauland ("wir werden sie jagen!" ) jetzt ist es Tino Chrupalla.
Seit 2022 ist Alice Weidel Mitvorsitzende. Sie hat versucht Björn Höcke, der und sein ganzer Flügel vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsradikal egingestuft wird, aus der Partei auszuschließen. Erfolglos. Heute ist der Landesvorsitzende der AfD von Thüringen die mit Abstand mächtigste Figur der AfD. Weidel kann nicht umhin ihn ob des Wahlsieges von Sesselmann in Sonneberg vor Kameras herzlich zu umarmen. Er, Höcke, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste und zwar alleinige Parteivorsitzende. Die Weichen der alleinigen Kandidatur sind schon gestellt.

Was heißt rechtsextrem?
Flüchtlinge raus, Grenzen dicht. Ausstieg aus dem Euro. Ausstieg aus der EU (DExit), ungeschminkter Judenhass. Abschaffung der Demokratie, Ausstieg aus internationalen Gremien usw.

Abschaffung der Demokratie? geht das bei uns? Ganz leicht!
Eine Partei gewinnt wegen der Wählerstimmen der Wutbürger, die es denen da oben mal zeigen wollen die Wahl und stellt die Regierung. Sie kann mit ihrer einfachen Mehrheit das Verfassungsgerichtsgesetzt ändern, das eine Reihe von Gesetzen vorsieht, die mit zweidrittel Mehrheit verabschiedet oder geändert werden dürfen. Danach kann man alles mit einfacher Mehrheit beschließen.
Für die Abschaffung des Grundgesetzes reicht ein erfolgreiches Volksbegehren. Die aufgeputschten Wutbürger, denen eine extra Bratwurst versprochen wird machen es möglich.
Bei Hitler hat es seit der Machtergreifung 1933 nur 6 Jahre bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges (1939) gedauert. Bekommen Höcke und Co. das schneller hin oder dauert es ein Jahr länger?

"Wir sind das Volk" skandieren die Wutbürger auf den Demos. Ja! Solange man euch als Stimmvieh braucht! Danach seid ihr Kanonenfutter!


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RE: Warum AFD Wählen sich nicht als Bürgerprotest eignet

#2 von Eule ( Gast ) , 27.06.2023 16:50

nicht schlecht - nur leider das falsche Medium und ein paar Wochen zu spät. Andererseits - die BLÖD-Zeitung hätte das als Leserbrief wohl nicht gedruckt

Eule

RE: Warum AFD Wählen sich nicht als Bürgerprotest eignet

#3 von petias , 27.06.2023 22:25

Rechtzeitig wäre es schon. Die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg sind erst nächstes Jahr. Das falsche Medium? Klar, aber welches wäre das richtige, zu dem ich Zugang hätte und Leser erreichen würde, die das annehmen?
Egal, ich spreche schreibe jedenfalls darüber, ein paar lesen es immerhin.
Heute war ein harter Tag in Sachen AFD - Affinität von Freunden, Verwandten und Bekannten.
Von drei Seiten habe ich heute erfahren müssen, dass sie AFD wählen bzw. wählen wollen. Einer will sogar in die Partei eintreten und ein Amt anstreben. Die Chance scheint ihm gut, bei einer aufstrebenden Partei einen bezahlten Posten zu bekommen. Ich bin völlig geplättet!


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