RE: Dies und das für jeden was

#136 von petias , 31.12.2021 17:08

Silvester


Auch am letzten Tag des alten Jahres: Holzhacken!


Der Lagerfeuerpavillon wird wieder ausgewintert. Bei diesen frühlingshaften Temperaturen erwarten wir das neue Jahr mit Lagerfeuer und kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Garten! Ich bin mal gespannt, ob sich das Verrammeln der Seiten eher bewährt oder den Rauch gar unerträglich macht?


Auch unsere kleine Schafherde wartet schon gespannt auf das neue Jahr!

Ich wünsche allen einen guten Rutsch!


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RE: Dies und das für jeden was

#137 von petias , 01.01.2022 11:43

Ein gutes Neues Jahr!

Die Silvesterfeier im Lagerfeuerpavillon verlief nach ersten Startschwierigkeiten sehr gemütlich und harmonisch.

Wie ich es erwartet hatte, war im abgeschirmten Pavillon die Rauchentwicklung des Feuers erst mal unerträglich. Das Ofenrohr war zu kurz. Es hätte nur einen Sinn, wäre es lange genug, um über das Dach hinauszuragen. Unser „Schornstein“, in den es offen mündete ist viel zu dick um eine Sogwirkung zu erzielen.
Da kam uns zugute, dass wir zur Ofensaison hin dank der Intervention unseres Kaminkehrers die Ofenanschlüsse an den Kamin überarbeitet hatten. So gab es noch ein paar Stücke Ofenrohr, die übrig geblieben sind. Allerdings mit etwas weniger Durchmesser als das bereits existierende Rohr. Wir steckten es ein Stück hinein und schraubten es an drei Seiten fest. Ein weiteres Stück passte in das festgeschraubte und insgesamt reichte die Länge aus, dass das Rohr oben aus dem Blechschornstein ragte.

Das Ergebnis: viel besser! Wenn man jetzt noch dafür sorgte, dass das Feuer gut brannte, war die Rauchbelastung minimal. Für die geplante Feier im Frühsommer (mein 70. Christians 40. Nikos 56.) sind noch ein paar weitere Verbesserungen angedacht, aber dann wird das praktisch zum Ganzjahrespavillion!

Es kamen drei Gäste. Die U. Christians Freundin, gehört praktisch mit zur Belegschaft des Lichthügels. Dazu kamen eine Nachbarin und ihr Freund aus Magdeburg, der sie gerade besuchte.

Also streng genommen haben wir die Corona- Auflagen verletzt. Wir haben extra nachgesehen. "Ist ein Ungeimpfter dabei, so dürfen nur zwei haushaltsfremde Personen an dem Treffen teilnehmen"

Alle drei Gäste waren geimpft und geboostert. Niko und ich waren gerade frisch genesen. Nur der Christian, trotzdem er mit zwei Infizierten im selben Haushalt lebte, ist einfach gesund. Aber da "gesund" keine Option ist, gilt er als ungeimpft. Somit hatten wir einen Gast zu viel!

Ich denke, das ist vertretbar!

Weniger akzeptabel fand ich, dass es bereits seit Tagen böllerte und irrlichterte und ich hinsichtlich Feuerwerk keinen deutlichen Unterschied erkennen konnte zu den Vorcoronajahren. Und das, obwohl der Verkauf all dieser Umweltsünden verboten war. Vermutlich hätte man auch in diesem Coronajahr wieder mit dem CO2- Ausstoß der eingesetzten Pyrotechnik ein Kohlekraftwerk ein ganzes Jahr lang betreiben können! Menschheit deine Vollidioten!


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RE: Dies und das für jeden was

#138 von petias , 06.01.2022 11:07

Blackout

Schon vor Jahren habe ich den Roman "Blackout morgen ist es zu spät" von Marc Elsberg gelesen. der Roman stammt von 2013. Er müsste irgendwo in den Tiefen meiner Bücherregale noch zu finden sein. Er hat mich darin bestärkt, den Lichthügel immer wieder auf seine Strom - Unabhängigkeit hin zu überprüfen. Damals habe ich die Anschaffung der 512 WP Solaranlage mit Batterieblock und Managementanlage in die Wege geleitet, die erst 2021 vollumfänglich in Betrieb gegangen ist.

Über die Feiertage hat mir Niko einen Link geschickt zu einer 6- teiligen Filmserie mit Moritz Bleibtreu und Heiner Lauterbach, die diesen Roman verfilmt.

Aufgrund eines Hackerangriffs gehen in ganz Europa die Lichter aus. Aber auch die Heizungen mitten im Winter und die Kühltruhen und alles, was mit Strom betrieben wird quittiert seinen Dienst. Die Supermärkte sind schnell leer und der Mopp zieht randalierend und plündernd durch die Straßen. Ein Krankenhaus nach dem andern fällt aus, weil der Diesel für die Notstromaggregate aufgebraucht ist. Moderne Medizin ohne Strom? Unmöglich!

Heute Morgen bin ich um 6:30 Uhr aufgewacht. Nach meiner Meditation und ein paar Übungen bin ich um 7:30 Uhr aufgestanden. Strom habe ich bislang noch nicht gebraucht. Aber abends, zum zu Bett gehen benutze ich Licht aus der Batterie, die die Solaranlage auf dem Hüttendach bei Saft hält. Heize ich an kalten Tagen allerdings die Hütte ein / zwei Stunden vor dem Schlafengehen mit dem Infrarot Panel, benutze ich Strom vom öffentlichen Leitungsnetz. Ich nehme mir vor, mal auszurechnen und noch wichtiger auszuprobieren, ob das auch mit der Hüttensolaranlage ginge. Aber im Blackout - Fall ließe sich auch gut drauf verzichten.

Ich bin zu den Schafen gegangen. Sie erwarteten mich schon. Sie fingen sofort an zu fressen, als ich ihre Futterraufe aufgefüllt hatte. Für den Abend und den nächsten Morgen holte ich noch zwei portionsgroße Säcke voll Heu aus dem Heuschuppen und deponierte den Vorrat neben der Öffnung zur Futterraufe auf dem Spitzboden des Schafstalles. Der Rest des Trinkwassers war gefroren. Wenn der Ofen Wasser angewärmt haben wird, werde ich ihnen den Wassereimer auffüllen.

Auf dem Weg zum Haus komme ich regelmäßig an den Brennholzschuppen vorbei. Ich nehme einen Arm voll gehackten, getrockneten Brennholzes mit. Im Haus warten schon die Katzen auf ihr Futter. Das Katzenfutter besorgt Niko auf Haushaltskasse beim Liedl. Er achtet peinlich auf einen 3 Monate reichenden Vorrat. In seinem Zimmer lagert er Tunfischdosen. Ich vermute, auch das ist Notnahrung für die Katzen. Dabei hätten die Katzen vermutlich wenig Probleme die gefangenen Mäuse auch alle aufzuessen und nicht herumliegen zu lassen. Ein paar mehr ließen sich sicher auch noch finden. Zur Sozialbindung an uns Menschen würden neben Streicheleinheiten auch ein paar unserer Essensreste reichen.

Nach dem Katzenfüttern machte ich Feuer in Ofen der Bibliothek, der die kleine Küche mit heizt. Vor dem Ofen steht mein Schaukelstuhl und am Fenster mein Schreibtisch mit Laptop. Seit wieder Schnee auf die Solarpanels gefallen ist, betreibe ich den Computer über das Netz, um den Batterieblock nicht leer zu machen. Die Gefriertruhen haben Vorrang!

Im Winter ist die Menge unserer Solarstromerzeugung noch zu knapp. Ich erinnere mich daran, dass ich die Anlage ausbauen muss. Weitere Solarpanels, weitere Batteriespeicher, ein Windrad ... mal sehen, wie ich das Geld auftreibe.

Aber in einem aktuellen Blackout kämen wir ganz gut über die Runden.
Wenn Niko von der Arbeit kommt, gibt es einen Salat aus Rote Beete, Karotten (beides aus dem Sandlager) , Grünkohl und Gelbe Rüben Kraut aus den Hochbeeten, dazu einen Lauch (Wintergemüse aus dem Garten) und Kartoffeleintopf. Die Kartoffeln sind aus dem Garten und in Kisten gelagert. Die Gefriertruhen sind immer noch voll. Bislang reicht das, was eingelagert ist. Nur ab und zu entnehme ich ein Glas Beeren. Aber die Zeit ist nicht mehr fern, wo wir verstärkt auf die Gefriertruheninhalte zugreifen müssen.

Kochen und Backen (Brot) erfolgt derzeit auch mit Netzstrom. Aber auch da könnte man problemlos einen Holzofen verwenden.
Dasselbe gilt für das Duschwasser. Es wird derzeit mit Netzstrom erwärmt. Aber der Badeofen, dessen Wasser momentan eine Elektrosonde heizt, kann auch mit Holz beheizt werden. Ich erinnere mich, dass er einen kaminkehrertauglichen Kaminanschluss braucht. Aber für den Notfall könnte man sich fast sofort anderweitig behelfen!

Wir könnten einen Blackout gut überstehen. Zufrieden bin ich aber erst, wenn unser Alltag so organisiert ist, dass wir einen Stromausfall gar nicht bemerken würden, höchstens aus dem Radio davon erfahren!


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RE: Dies und das für jeden was

#139 von petias , 07.01.2022 11:06

Gespräch mit den Nachbarn

Ich bin dabei den Kaninchenmist, den mir ein entfernterer Nachbar dankenswerterweise immer wieder neben den Parkplatz unten am Haus kippt, nach oben zu den Kompostplätzen zu karren. Da sehe ich Nachbarn des Lichthügels auf dem Weg zu einem ihrer Autos auf der Straße vorbeigehen. Ich gehe nicht auf sie zu. Von ca. 5 Metern Entfernung - Corona ist es geschuldet - wünsche ich ihnen noch ein gutes neues Jahr! Ich hatte sie seit Anfang Dezember nicht mehr gesprochen. Die Jahre zuvor hatten wir zu Weihnachten kleine Geschenke ausgetauscht. Dieses Jahr - schließlich befand ich mich in Quarantäne - ließ ich Weihnachten, was Geschenke anlangt (fast) komplett ausfallen.
Auch diese Nachbarn hatten gezeigt, dass sie meine Geschenke nur aus Höflichkeit und um nichts schuldig zu bleiben, zurück geschenkt hatten. Was für ein Blödsinn! Ich werde auch für die nächsten Jahre daraus lernen!

Das Nachbarpaar ist ein paar Jahre älter als ich so Mitte 70. Die Nachbarin, eine herzensgute Frau, wird, wie man früher gesagt hat: langsam etwas wunderlich!
Gerade heute lese ich in den Nachrichten von einer aktuellen Studie, die in den kommenden drei Jahrzehnten mit einer Verdreifachung der Fälle von Demenz rechnet. Rauchen, Fettleibigkeit, hoher Blutzucker und niedrige Bildung sind unter den wichtigsten Faktoren, die die Demenz begünstigen sollen. Dann ist das bei meiner Nachbarin möglicherweise doch ganz was anderes. Sie ist ein Hungerhaken, rauchen habe ich sie noch nie gesehen und ihre Bildung scheint mir recht gut zu sein, erinnere ich mich an die ausgedehnten Gespräche von früher. Nur über ihren Blutzuckerspiegel weiß ich nichts.

Zugegeben: das ist episodale Evidenz. Damit kommt man in Zeiten in der nur Statistik zählt nicht wirklich weiter. Früher sagte man: „Ausnahmen bestätigen die Regel“, was auch nicht wirklich weiterhalf!

Sie erzählt mir stolz, sie hätten sich gestern impfen lassen – und auch gleich noch gegen Grippe.

„Brav!“, sage ich, „frisch geboostert! Da wird sich der Lauterbach aber freuen. Ist die Grippe nicht ausgestorben, seit es Corona gibt?“

„Nein“, meine Nachbarin sieht etwas verunsichert drein. „Der Arzt hat das doch vorgeschlagen“, sagt sie schließlich.

Ihr Partner übernimmt: „Bist du denn noch nicht geboostert?“.

„Nein, ich bin auch nicht geimpft! Dafür hatte ich Mitte Dezember eine Covid-19 – Infektion und war bis 26.12. in Quarantäne.

Die Nachbarin erschrickt. Der Nachbar fragt, ob ich die Krankheit überwunden hätte.

„Ja, war kein Problem! Ein wenig Gliederschmerzen und etwas Schleim in der Lunge für ein paar Tage, das war es auch schon.“
Ich erwähne nicht, dass ich deshalb sehr froh bin und mir gar nicht sicher war, dass es so glimpflich ausgehen würde.

„Dann bist du jetzt ein Genesener und hast für 6 Monte Ruhe“, stellt mein Nachbar fest, mit einer leicht fragenden Note im Tonfall.

„Stimmt, gestern kam die Bescheinigung vom Gesundheitsamt. Aber ob der Status für 6 Monate Bestand hat, wird man sehen müssen. Zurzeit ändert die Politik schnell ihre Meinung“.

Nach einer kurzen Pause füge ich hinzu: „die neue Mutante Omikron kümmert sich weder um Genesene noch um Geimpfte, sie erwischt sie alle!“

„Aber das Boostern ist ein Schutz“, widerspricht mein Nachbar.

„Ja, angeblich ein kleiner, was Ansteckung betrifft. Und das auch nur für ein paar Wochen, wie man in Israel sieht, die bereits mit der zweiten Boosterung begonnen haben nachdem ihre Infektionsrate schon wieder in schwindelerregende Höhen klettert. Letztendlich muss sich jeder infizieren, so ist das bei Pandemien. Die fortgesetzte Impfung schützt, statistisch gesehen, lediglich mehr Infizierte vor einem schweren Verlauf als Ungeimpfte“.

„Selbst wenn du recht hast“, fährt mein Nachbar fort, „das ist doch ein ganz wichtiger Punkt. Es ist eine Frage der Solidarität, sich impfen zu lassen, damit die Kliniken nicht überlastet werden".

„Impfen und in unvermeidlicher Folge das Boostern so alle drei Monate, wie es sich gerade abzeichnet, ist für manchen aus einer Risikogruppe sicher eine gute Idee! Eine individuelle Risikoabschätzung. Und schätzt man sein Risiko hoch ein, ist es sicher auch ein Akt der Solidarität. Aber ich erweise meine Solidarität auf andere Art. Ich lebe wie in einem Lockdown, treffe nur Mitbewohner und Freunde. Trage beim Einkaufen eine PFP2- Maske vorschriftsmäßig, was nachweislich ein sehr guter Schutz ist. Zudem hat meine Genesung von dem Delta- Virus gezeigt, dass ich offensichtlich nicht zu denen gehöre, die zu schwerer Erkrankung durch Covid-19 neigen. Ich finde, ich verhalte mich ausreichend solidarisch!“

„Ich kann es nicht verstehen, wie man sich nicht impfen lassen kann“, schüttelt mein Nachbar ärgerlich den Kopf.

„Schau“, sage ich, „du weißt, ich lebe als Selbstversorger ein möglichst unabhängiges, möglichst gesundes Leben. Da kann doch niemand von mir erwarten, dass ich alle paar Monate einen Impfcocktail fragwürdiger Wirkung mit noch weitgehend unbekannten Nebenwirkungen einwerfe. Eine Impfpflicht kann ich nicht akzeptieren!“

„Na, wir werden sehen!“, sagt mein Nachbar noch und geht weiter zu seiner Garage. Die Nachbarin trottet hinterher.

Ich beschließe ihnen meine Geschichte Wie die "Pandemie der Ungeimpften" unsere Gesellschaft spaltete auszudrucken und in den Briefkasten zu werfen.


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RE: Dies und das für jeden was

#140 von petias , 13.01.2022 18:30

Nach längerer Abstinenz: ein Ausflug in die kleine Stadt!

Seit ich Anfang November zum Familientreffen nach Ruhpolding gefahren war, hatte ich den Heimatort (und die unmittelbare Gegend drum herum) nicht mehr verlassen. Ich bin seitdem auch nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren.

Das ist auch kein unnormaler, oder gar unguter Zustand, aber zwei Ereignisse drängten mich dazu heute einen kleinen Ausflug nach Saalfeld zu machen:

- Mein Status als Genesener beginnt heute - 28 Tage nach dem positiven PCR- Test - seine (derzeit) fünf Monate dauernde Gültigkeit. (bis zum 14. Juni).
- Ich habe noch keinen Merk- und Notiz- Kalender für das aktuelle Jahr 2022

So einen Kalender gibt es nicht an meinen örtlichen Einkaufslokationen. Letztes Jahr habe ich mir einen im Internet bestellt. 2,50€ der Kalender und 3,75€ die Versandkosten.
Da dachte ich, mal sehen, ob ich nicht einen bei einem Ausflug in Saalfeld erstehen kann.

Tiere gefüttert, frisch geduscht und mit frischer Wäsche begab ich mich zur Bushaltestelle, die FFP2- Maske um den Hals, den Genesenen Pass mit QR-Code griffbereit.
Der Bus war pünktlich. An der Eingangstür stand das Maskensymbol und ein Schild mit der Aufschrift: 3G. Den Busfahrer interessierte das 3G nicht, der musste das nicht kontrollieren, aber das wusste ich schon von Busfahrer Niko. Es sollte stichprobenartige Kontrollen geben, ähnlich denen in den Münchner Verkehrsbetrieben zur Fahrkartenkontrolle. Ich hoffte sehr, ich würde in eine geraten.

Eine kleine Überraschung war der Fahrpreis. 3,80€ statt 4,60€ in früheren Jahren. Möglicherweise eine Fördermaßnahme des ländlichen Raumes dachte ich. Sehr schön, noch dazu in Zeiten steigender Inflationsraten!
Es war gerade kurz nach 12 Uhr und so stiegen gegen 20 Schulkinder ein an der Haltestelle Lichte Schule. Die meisten von ihnen trugen Stoffmasken, wie sie zum Anfang der Pandemie üblich waren, als es noch keine OP-Masken und erst recht keine FFP2- Masken für alle gab. Wusste gar nicht, dass das noch erlaubt ist. Für die Kinder ist es gut. Ich vermute, die stören weniger, wenn man sie den ganzen langen Schultag tragen muss.

Die Schüler verloren sich von Haltestelle zu Haltestelle und in Saalfeld, Haltestelle "Auf dem Graben" (wo genau ist auf dem Graben? Sollte das nicht in oder an dem Graben heißen?) stieg ich als letzter Fahrgast aus. Eine Frau hatte auf den Bus gewartet, sie wollte wohl zum Bahnhof...

Ich schlenderte in die schöne Altstadt. Es war warm. Ich staune immer wieder, dass die knapp 30 Kilometer von Lichte nach Saalfeld meist einige Grad Temperaturanstieg mit sich bringen.

Es gabe Verkaufsstände in der Fußgängerzone und am Marktplatz, gut besucht von Einkaufenden und berufstätigen Personen in ihrer Mittagspause, wie ich annahm.

Ich ging zur Post. Da hatte es in den früheren Jahren oft Kalender zum Kaufen gegeben. Man ließ mich einfach nur mit Maske rein. Führt die Post auch Artikel des täglichen Bedarfs, wie die Supermärkte? Stimmt, meine Kalender benutze ich tatsächlich fast täglich.
Welches Glück: Es gab noch einen Taschenkalender in der gewünschten Machart. Allerdings in einem scheußlichen Rot statt wie gewohnt in blau oder grau oder braun. Vermutlich war er deshalb übriggeblieben. Egal, man kann nicht alles haben. Er kostete 2,99 €. Ich wollte mit einem 10€ Schein bezahlen. Den musste ich neben dem Schalter in eine Maschine einfädeln, die ihn annahm und das Wechselgeld ausspuckte. Auch eine Art von kontaktlosem Bezahlen, wie es – angeblich wegen Corona, obwohl die Schmierinfektion, die anfänglich befürchtet, längst kein Thema mehr ist - immer noch an den Kassen gefordert wird.

Bisher hatte ich immer noch nicht meinen schönen neuen „Genesenen Pass“ vorzeigen müssen. Ich ging zur Buchhandlung. Richtig: da stand ein Schild mit der Aufschrift „2G“ in der Tür. Ich nahm meinen Ausweis aus dem Geldbeutel und den Pass aus der Brieftasche und überreichte beides zweifelnd der netten Verkäuferin am Eingang. Mit einem Tablet - Computer scannte sie den QR- Code meines Passes, drückte mir einen riesigen Einkaufskorb in die Hand und ließ mich in den Laden.
Ha, hat funktioniert!
Hinter mir humpelte ein kleiner Mann mittleren Alters in den Laden.
„Halt!“, rief die Verkäuferin freundlich! „Ausweis und Impfdokument bitte vorzeigen, sonst denken sich die anderen Leute, warum ich und der nicht!“
„Nein, nein“, der Mann wedelte abwehrend mit der Hand und humpelte weiter.
Aber die Verkäuferin stellte ihn und er zückte seinen Ausweis. Sie war allein im Laden und musste eben zur Kasse.
„Jetzt noch das Impfdokument, ich bin gleich wieder da!“
Aber der Mann humpelte eifrig tiefer in den nicht allzu großen Laden.

Ich fing an durch die vielen Bücher zu stöbern. Ich dachte, wenn ich eines fände, das mich interessiert, könnte ich noch eine weitere Neuigkeit ausprobieren. Kontaktloses Bezahlen mit der „Easy Pay“ – Funktion auf der EC- Karte.

Der Mann, vermutlich ohne Impfpass, hatte sich ein Buch geschnappt, setzte sich in einen Sessel und begann zu lesen.

Ich stöberte weiter durch die Regale. Schließlich wurde ich fündig. Das kleine Büchlein von Dr. med. Marianne Koch „Alt werde ich später Neue Wege, um geistig und körperlich fit zu bleiben“ verschwand fast bis zur Unsichtbarkeit in dem rieseigenen Korb. Mal sehen ob die bekannte Schulmedizinerin aus Leidenschaft mir was Neues zu sagen hat.

Ich wechselte den Themenbereich. Inzwischen komplementierte die alleingelassene Verkäuferin den Impfflüchtigen aus dem Laden. Er verließ ihn ohne Widerstand!
„Bis bald!“, meinte er noch beim Gehen.

An der Kasse packte ich umständlich mein Büchlein auf den Tisch und gab die gewaltige Einkaufstasche zurück.
18 Euro sind ein stolzer Preis für die paar Seiten. Ich hoffe, deine Tipps sind es Wert, Marianne!
„Easy Pay“ funktionierte ausgezeichnet!

Da war es auch schon Zeit, wieder zur Bushaltestelle zu gehen. Ich konnte die Tiere nicht enttäuschen, die in einer Stunde auf ihr Essen warten würden.

Auch auf der Rückfahrt wurde ich nicht in Sachen 3 G kontrolliert. Schade eigentlich. Aber egal, die Funktion des Genesenen Ausweises hatte ich erfolgreich testen können.
Fröhliche Pandemie!


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RE: Dies und das für jeden was

#141 von petias , 22.01.2022 19:58

Impfpflicht, Novavax, Omikron - kleines Pandemie Update

Kurz nach Weihnachten, mit dem Ende meiner Quarantäne habe ich das Ende der Pandemie ausgerufen:

Zitat von petias im Beitrag #133
Also: „I decleare this pandemic over!


aber leider hat niemand auf mich gehört! Die Kakophonie geht ungebremst weiter. Deshalb habe ich mich zu einem kleinen Pandemie Update entschlossen.

Die Zahlen der Neuinfizierten zeigen bestenfalls noch einen Trend. Die Zahl der nicht Erfassten ist doppelt oder dreimal so hoch. Die Testlabore und Gesundheitsämter melden alle „Land unter“. Der Kamm der Welle (oder die Fertigstellung der Wand bevor sie wieder abgerissen wird) erwartet der Gesundheitsminister Mitte Februar.
Aber, die Intensivstationen sind bislang nicht betroffen. Die Normalstationen melden dafür Zugänge. Klingt super, ändert aber nicht den Klagelevel.
Besonders weil die Quarantänepflicht das Personal der Krankenhäuser und systemrelevanten Einrichtungen reihenweise an der Arbeit hindert.

Trotz allem, mehr und mehr gilt Omikron als Chance für den Wechsel von der Pandemie zur Endemie. Sie ist so ansteckend, dass ihr kaum jemand entkommt, egal ob geimpft oder von einer Vorgängervariante genesen oder eben ungeimpft. Dabei verläuft die Infektion überwiegend milde. Wenn es einem nicht gesagt würde, man müsse jetzt in Quarantäne, würde man den Zustand, wenn man ihn überhaupt bemerkt, für eine kleine Unpässlichkeit halten und nicht weiter beachten. Aber wo bliebe da der Pandemiespaß?

Wenn die Welle ans Land gerollt oder die Mauer abgetragen ist, sind weitgehend alle nicht mehr pandemisch naiv (so nennt man Ungeimpfte, die noch nicht infiziert waren).
Prima, alles gut!

Alles gut? Nein! im Herbst könnte es eine neue Variante geben. Eine Infektion mit Omikron ist nicht genug. Impfen, impfen, impfen! Der Gebusterte ist noch sicherer als alle anderen, durch Omikron nicht schwer zu erkranken. Der Gebusterte hat gute Chancen mit der neuen Mutante oder Kombinante (aus Delta und Omikron) besser fertig zu werden. Wir wissen zwar noch nicht, wie die neue Mutante aussieht und ob sie wirklich kommt, aber: Impfen, impfen, impfen!

Deshalb auch die Impfpflicht. Zwar nützt sie nichts mehr für die aktuelle Welle, aber wir vermeiden damit vielleicht die nächste Welle!
Die Debatte darüber und die Verabschiedung (so hoffen die Impfenthusiasten) soll auf dem Höhepunkt der aktuellen Welle passieren, da haben die Leute wegen der schrecklichen Zahlen (Dänemark, Israel, alle die Impf- Vorzeigeländer haben gerade Inzidenzwerte von weit über 4000, bei uns sind es noch unter 1000) genügend Angst, sie zu akzeptieren!

Die meisten sind ja eh dafür. Der Prozentsatz der Befürworter einer Impfpflicht liegt nahe an der Impfrate. Wer geimpft ist, möchte dass sich alle anderen auch den Scheiß spritzen lassen müssen. Wenn es doch schadet, dann sollen die Unkenrufer auch eins abbekommen! So geht Solidarität!

Und die letzten Impfgegner werden jetzt mit dem neuen Impfstoff Novavax entkräftet. Das ist ein Totimpfstoff der weder auf mRNA noch auf Vector Technik beruht.
Also: ein Totimpfstoff ist das nicht. Es ist ein Proteinimpfstoff. Es wird, statt wie bei den beiden anderen Systemen, nicht der Körper gezwungen das Spike- Protein herzustellen, sondern es wird schon fertig geliefert. Allerdings juckten diese kleinen toten Saugnäpfe die Abwehr nicht besonders, deshalb wird Seife dazu in den Muskel gespritzt, um den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen. Natürlich sagt keiner, dass da Seife gespritzt wird. Es heißt es wird das Adjuvans (Hilfsmittel, Impfverstärker) Saponin mit verabreicht. (lat. sapo = Seife).
Der Stoff ist z.B. im Seifenkraut, daher hat es seinen Namen!

Im Internat kam mal die Mode auf, die Schule mittels Krankheit zu schwänzen, indem man Seife isst. Die Drückeberger bekamen Magenschleimhautentzündung und konnten ihre Freiheit nicht genießen!

Saponin ist so gut wie nicht erforscht, wie es in der Blutbahn wirkt. Aber ich vermute mal, dass es besser ist als Quecksilber, auch ein beliebtes Adjuvans (oder ist das ein Vorurteil?)

Ich verstehe gar nicht, was die alle an dem Spike - Protein finden. Ein winzig kleines Teil des Virus künstlich herzustellen um damit, pars pro toto (ein Teil fürs Ganze, wenn wir schon gerade beim Lateinischen sind) dem Immunsystem den Weg zu zeigen ist doch allemal viel schlechter (geht aber schneller herzustellen), als das echte lebendige Virus!

Aber nein, den Genesenen, deren Körper das echte Ding einschließlich Spikeprotein kennt, bekommen ihre Freiheit nur zwei Monate lang (vom 28. Tag nach dem positiven PCR- Test bis zum 90. Tag danach. Die Geimpften erhalten ihre Privilegien 9 Monate.

Auch die Virologen wie z.B. der Kekulé und viele andere sagen, dass es dafür keinen medizinischen Grund gibt. Der Grund ist, dass Genesene vorher Ungeimpfte waren (Genesene Geimpfte gelten einfach weiter als Geimpfte) und man sie so zur Impfung nötigen will.

Der Genesenen Status wird (für zwei Monate) einer Impfung gleichgesetzt. Aber für die "Grundimmunität" braucht es eine Impfung!

Also muss ich mich drei Mal mit einer Virusvariante anstecken, um als grundimmunisiert zu gelten? Das wäre vielleicht schon zu machen, aber ich habe noch nirgends in den Regeln gesehen, dass jemand das auf dem Plan hat.

Ich sehe mich schon einen Prozess führen gegen die Impfpflicht als dreifach Genesener! Ob da wohl meine Rechtschutzversicherung mitzieht?

Weil wir gerade bei der Impfpflicht sind. Die Österreicher vertrauen ihrer Impfpflicht so sehr, dass sie parallel dazu eine millionenschwere Impflotterie aufgelegt haben.

Mehr und mehr Impfpflicht Forderer rudern angesichts der aktuellen Entwicklungen zurück. Auch der Ethikrat. Virologen, die nicht gerade im Beratungsteam der Bundesregierung sitzen sagen, dass sie zwar für die Impfpflicht waren, aber es dafür nun zu spät sei. Nun sei sie nicht mehr nötig, Chance verpasst!

Drosten stellt ein Impfspray für die Nase in Aussicht, das unschädlich gemachte Lebendvieren - wohl dosiert - verabreicht. Das kommt dem echten Ding, der natürlichen Infektion schon recht nahe. Wenn sowas ohne gefährliche Adjuvanzien auskommt, könnte ich mir das für die nächste Pandemie vorstellen!
Fröhliche Pandemie!


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zuletzt bearbeitet 23.01.2022 | Top

RE: Dies und das für jeden was (Happy Birthday Bruno!)

#142 von petias , 01.02.2022 08:56

Happy Birthday Bruno!



Lieber Bruno,

alles Gute zu Deinem Geburtstag!
Kürzlich habe ich dieses Gedicht von Eugen Roth gesehen:

Dem Kinde, wie's auch heult und stöhnt
wird wohl die Flasche abgewöhnt.
Jedoch das ewige Kind im Mann,
gewöhnt sie sich dann wieder an.


Da Christina uns Deine derzeitige Lieblingsflaschensorte verraten hat, haben wir Dir ein paar Flaschen davon mitgebracht -
und eine Flasche Likör! Denn Wilhelm Busch behauptet in seiner "Die Fromme Helene" Kalitel 16:

Es ist ein Brauch von altersher:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör!


Und falls Dir mal was Sorgen macht, z.B.eure Baustelle, so gönne auch dem Manne ein Gläschen, denn der
alte Holzmich'l lebt noch immer!
Zum Glück!

Der Bruno ist ein guter Freund. Er, mit Partnerin Christina, führen einen recht beeindruckenden Selbstversorgerhof in schöner Lage nicht weit vom Lichthügel.
Bruno hat mich in die Kunst des Gerüstebaus und des Dachdeckens eingeführt, als ich ihm half, sein Dach zu decken.
Auf dem Lichthügel hat er mir gezeigt, wie man Dachrinnen professionel anbringt, in dem er es mir vorgemacht hat.
Zusammen haben wir schon manchen Winterforrat Holz aus dem Wald geholt! Ich kenne keinen, der es zuverlässiger schafft, einen Baum beim Fällen in die gewünschte Richtung fallen zu lassen!
Einige Wanderungen und Radtouren zusammen mit ihm und anderen sind mir unvergessen! Mit großem Vergnügen durfte ich einige seiner Familienmitglieder kennenlernen!


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RE: Dies und das für jeden was

#143 von petias , 02.02.2022 11:19

Geburtstagskaffee

Als ich Christina per SMS gefragt hatte, ob Bruno denn noch Bier trinken würde, und was derzeit seine Lieblingsmarke wäre, hat sie mich eingeladen, das Geschenk bei einem Nachmittagskaffee abzugeben.

So ein Kasten Bier hat schon ein ganz ordentliches Gewicht und ich war sehr dankbar, dass Niko sich angeboten hatte, ihn aus Neuhaus nach der Arbeit mitzubringen.

Für den Tag des Geburtstages hatte ich geplant, den Kasten mittels Handwagen die drei Kilometer oder so durch den Wald zu Brunos und Christinas Anwesen zu kutschieren. Aber es schneite und schneite und mit dem Handwagen war da kein Durchkommen. Also überlegte ich mir den Kasten auf meine Lastenkrakse zu schnallen und durch dichtes Schneegestöber zu Fuß zu gehen. Der Bundesstraße entlang - ohne Gehsteig - wollte ich mich auf keinen Fall bewegen.

Wieder hat mich Niko gerettet, der um 15 Uhr seinen Schlaf unterbrechend (er hatte als Busfahrer heute eine Schicht von 3 Uhr bis 12 Uhr absolviert) um die Katzen zu füttern, in der Küche erschein und sich spontan anbot mitzukommen.

Auf dem Platz nahe dem Hause gab es schon einige Autos, deren Insassen offensichtlich in ähnlicher Absicht unterwegs waren wie wir. Bruno hat viele Freunde und eine große Familie! Im einzigen Wohnraum des "Bungalows", in dem auch das Bett stand, der Fernseher und vor allem, wichtig im Winter, der Holzofen, der zum Glück, ganz aus Eisen, den Brand des Haupthauses überstanden hatte, war eine Tafel mit Kuchen, Tellern und Tassen liebevoll angerichtet und erstaunlich viele Stühle drum herum. Als wir kamen gingen - wohl vor allem aus Platzgründen - andere. Christina hatte mehrere Kuchen gebacken: Mohn, Vollkornmehl, Nüsse - wenn schon Gebackenes, dann von Christina! Zwei durchsichtige Glaskannen mit Kaffee standen auf dem Tisch und mir wurde freundlicherweise Kräutertee angeboten! Die meisten der Gäste, die kamen und gingen, kannte ich, andere hatte ich bei diversen Festen zumindest schon mal gesehen.

Bald kam die Rede auf die Pandemie und ich erklärte, dass ich sie nach meiner "Genesung" und mit der Ausbreitung von Omikron für beendet erklärt hatte.

"Ja? Du warst doch immer besonders brav!"

Ja, ich hatte mich die letzten Pandemiejahre recht rar gemacht, mich an die Kontaktbeschränkungen gehalten. Erst war unsere wöchentliche Sportstunde weggebrochen, und dann gab es kaum noch gegenseitige Besuche und Einladungen zum Lagerfeuer.

Die meisten der Anderen aus Brunos und Christinas Umfeld hatten das Treiben nicht ganz so ernst genommen und nicht zugelassen, dass Kontakte derart litten. Die Meisten der Anwesenden hatten die Infektion irgendwann glücklich und ohne ernste Komplikationen überstanden und das hilft, ich weiß das aus eigner Erfahrung, die Lage entspannter zu sehen.

Einzelne Vorstöße in Sachen Verschwörung, Bill Gates und so kamen kurz auf, wurden aber zum Glück bewusst nicht vertieft. Schließlich feierten wir Geburtstag!

Eine aus dem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis, brav geboostert, war nicht gekommen, denn sie fühlt sich gemoppt und ausgeschlossen.

Die Teilung der Gesellschafft ist bis hinein in die Freundeskreise und Familien spürbar. Ein Thema, das polarisiert!

Es tat richtig gut, mal wieder unter Freunden zu sein und ich nehme mir vor, möglichst viele der alten Kontakte wieder aufzunehmen und künftig besser zu pflegen!

Angst ist kein guter Ratgeber!

Nach einer Stunde oder so verabschiedeten sich Niko und ich von der netten Runde und machten Platz für Neuankömmlinge.

Happy Birthday Bruno!


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zuletzt bearbeitet 02.03.2022 | Top

RE: Dies und das für jeden was

#144 von petias , 02.03.2022 12:28

Club of Rome: Die Grenzen des Wachstums

Am 2. März 1972, heute vor genau 50 Jahren, veröffentlichte der Club of Rome einen Bericht mit dem Titel "Die Grenzen des Wachstums". Unter Leitung des Ökonomen Dennis Meadows hatte ein Forscherteam am MIT (Massachusetts Institute of Technology) umfangreiche Computersimulationen durchgeführt. Dabei wurden 5 bedeutende Trends der Entwicklung der Menschheit betrachtet, und wie sie sich gegenseitig beeinflussen würden.
Diese Trends waren: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, nicht erneuerbare Ressourcen und Umweltschäden

Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedener Disziplinen aus mehr als 30 Ländern. Er wurde 1968 gegründet. Die oben genannte Studie "The Limits to Growth" war die erste Studie im Auftrag des Club of Rom. Bis heute sind es ca. 40 Studien, hier sei nur ein Beispiel der letzten Jahre genannt:
"Wir sind dran – Club of Rome: Der große Bericht: Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Eine neue Aufklärung für eine volle Welt", 2017, ISBN 978-3-579-08693-4.

Die "Grenzen des Wachstums" beförderten auch die Gründung von Organisationen wie Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND in den 1970er-Jahren.

Das Buch des Clubs von 1972 blieb nicht unbeachtet. Es wurde sehr bekannt, war in aller Munde. Natürlich war es nicht unumstritten. Das Thema ist vor 50 Jahren in der Öffentlichkeit angekommen und es bedurfte schon einer willentlichen Entscheidung, es zu ignorieren.

Der Bericht wurde 1992 und 2012 aktualisiert und fortgeschrieben.
Auch heute, nach 50 Jahren, und vielen Umweltkonferenzen später, ist das Thema nur noch drängender geworden. Die Empfehlung von damals ist noch immer aktuell:

Um eine Katastrophe zu vermeiden, muss es der Menschheit gelingen, ein ökologisches und wirtschaftliches Gleichgewicht herzustellen und anstatt am Prinzip des "Weiter so" festzuhalten, die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsordnung zu schaffen. Je früher die Menschheit das begreifen und handeln würde, desto wahrscheinlicher könnte sie einen Kollaps verhindern.

Seitdem wurden Gedanken und Versuche zu einer Postwachstumsökonomie gedacht und unternommen. Eine Wirtschaft ohne Wachstum.
Ein Vertreter der Postwachstumsökonomie ist der Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech.
Er ist der Meinung, dass die Grundvoraussetzung dafür wäre, dass Menschen bereit seien, weniger zu besitzen. Zum Ausgleich müsse man weniger Lohnarbeit betreiben. Die 40-Stunden-Woche wäre vorbei, 20 Arbeitsstunden würden reichen. Die Menschen würden ihr Leben von Dingen entrümpeln, die sie nicht brauchen.
Alle hätten mehr Zeit, Sachen selbst herzustellen oder zu reparieren. Alles, was dann noch neu gebraucht wird, wird nach den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit ausgesucht und nach Möglichkeit von einer Gemeinschaft und nicht individuell benutzt.

Es gibt schon eine ganze Reihe solcher Entwürfe und Modelle. Eins davon sind die Solawis (Solidarische Landwirtschaften) Es gibt eine Betreibergruppe und einen festen Kundenstamm, der in Stoßzeiten hilft und die Gruppe bei Fehlernten unterstützt. Dafür bekommt sie z.B. wöchentlich eine Gemüsekiste, zu deren Inhalt sie Bezug und Vertrauen hat.
Auch Tauschkreise, Reparaturcafés, Leihdienste, Carsharing und so weiter gehören in diesen Bereich.

Auch der Lichthügel sieht sich in diesem Kontext.

Ich wünsche einen fröhlichen Aschermittwoch! Aber - es geht nicht um die Büßerasche auf der Stirn, sondern um die Gedanken im Kopf!


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RE: Dies und das für jeden was

#145 von petias , 10.03.2022 10:33

TheTragedy of the Commons - Tragik der Allmende

"tragedy of the commons" übersetzt: "die Tragödie des Allgemeingutes" geht auf William Forster Lloyd (1795–1852) zurück, der Überlegungen zur Bevölkerungsentwicklung angestellt hatte. Er beschreibt damit die Rechte der "commoners", Bauern, die gemeinsam das Kroneigentum bewirtschafteten (insbesondere Hirten, die gemeinsam Weideland nutzten).

Die Überführung des Titels "tragedy of the commons" ins Deutsche brachte uns zu "Tragik der Allmende". Allmende bezeichnet eine seit dem Mittelalter bekannte Wirtschaftsform, die gemeinschaftlich genutzte Güter umfasst. Beispiele sind Gemeindefelder oder -Wiesen, Güter wie Mühle oder Dreschmaschine, die der Gemeinschaft gehören und von allen genutzt werden dürfen.

H. Scott Gordon schrieb 1954 am Beispiel der Fischerei: „Niemand misst einem Besitz, der allen zur freien Verfügung steht, einen Wert bei, weil jeder, der so tollkühn ist zu warten, bis er an die Reihe kommt, schließlich feststellt, dass ein anderer seinen Teil bereits weggenommen hat.“

Der Mikrobiologe und Ökologe Garrett Hardin schrieb 1968 einen Essay für die Zeitschrift "Science" unter dem Titel "The Tragedy of the Commons".
Er vertrat darin die Ansicht, die Tragik der Allmende wäre ein unvermeidliches Schicksal der Menschheit. Er wendete den Begriff auch für die Überbevölkerung an, also die Erde als Gemeinschaftsgut der Menschen, und forderte neben geregeltem Zugang zum öffentlichen Gut auch eine globale Geburtenkontrolle.

Bei freiem Zugang zu einer Ressource von allen Menschen wird jeder versuchen, für sich so viel Ertrag wie möglich zu beanspruchen. Dies funktioniert so lange, wie das Gut nicht erschöpft ist. Geht das Gut zu Ende, greift die "Tragik der Allmende": Jeder versucht jetzt erst recht, da das Gut endlich ist, noch so viel davon zu ergattern, wie möglich. Die Kosten, die durch den Raubbau entstehen, muss die Gemeinschaft tragen. Je mehr ein einzelner für sich herausholt, desto mehr erhält er auf Kosten der Gemeinschaft für sich. Doch letzten Endes trägt man damit sowohl zum eigenen Ruin bei als auch zum Untergang der Gemeinschaft bei.

Hardin schlussfolgert also: „Freedom in a commons brings ruin to all“. (Freie Nutzung von Allgemeingütern ruiniert alle)

Diese egoistische Haltung illustriert der populäre Spruch: "Nach mir die Sintflut!"
Wir kennen diese Einstellung durch die Lobbyarbeit der Konzerne, deren Ziel es ist: Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren!

Erkenntnisse des Wissenschaftszweiges der "Spieltheorie" legen nahe, dass menschliches Verhalten langfristig egoistisch ist.
Versuchsanordnung:
Spieler erhalten jeder denselben Geldbetrag, z.B.: 100 Euro in kleinen Scheinen. Jeder legt eine selbst bestimmte Summe verdeckt in einen Umschlag. Die Umschläge werden anonym geöffnet, die Beträge zusammengezählt. Dann wird die ermittelte Summe verdoppelt, durch die Anzahl der Spieler geteilt und der Ergebnisbetrag an diese ausbezahlt.

Jeder einzelne würde den größten Gewinn machen, wenn alle immer alles setzten. Bei einem Einsatz von 100€ bekommt jeder 200€ raus, gewinnt also 100€ dazu.
Setzt aber einer nichts und die anderen alles, so sieht die Rechnung bei z.B. drei Mitspielern so aus:
200€ Einlagen, verdoppeln macht 400€ geteilt durch drei macht 133,33€ für jeden. Der Egoist hat aber dazu noch seinen einbehaltenen Einsatz von 100€ übrig und gewinnt 233,33€

Versuche im Rahmen der Spieltheorie zeigen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis jemand versucht seinen persönlichen Gewinn zu maximieren. Merken das die anderen, so stellt sich bald der Frust ein.
„Wieso soll ich der einzige Dumme sein?“, fragen sich bald die anderen und auf diese Weise geht das Spiel kaputt, weil keiner mehr etwas setzt!

Es müssen allgemeine Regeln aufgestellt werden, die den Egoismus begrenzen.
So hilft es bereits, aus der Anonymität herauszutreten. Weiß jeder vom anderen, wieviel er setzt, so schämt er sich, die anderen ganz frech auszunutzen.

Aus diesen Erkenntnissen ziehen Wissenschaftler und erste Politiker den Schluss: Es hilft kein Appell an den Gemeinsinn, denn der Egoismus ist eine menschliche Eigenschaft, die zwangsläufig zur "Tragödie des Allgemeingutes" führt.

Das heißt nicht, dass es keine einsichtigen, moralisch hochstehende Menschen gibt. Aber es gibt immer zumindest einige die ihren Egoismus über das Gemeinwohl setzen. Und die zerstören das Spiel, weil sich die anderen denken: "Warum ich, wenn die nicht..."

Es helfen nach dieser Ansicht nur Regeln. Wenn also jemand legaler Weise sich z.B. hinsichtlich seines ökologischen Fußabdruckes falsch verhält, z.B. einen dicken SUV fährt, zweimal im Jahr in Urlaub fliegt und jeden Tag Fleisch ist, so hilft es nicht, den oder die anzufeinden, sondern es hilft nur Druck auf die Politik auszuüben, die Regeln zu ändern.

Bezüglich unseres Hauptproblems, des Klimawandels, fest gemacht am CO2- Ausstoß, bedeutet das, dass ein CO2- Preis eingeführt werden muss. Nur wenn der Ausstoß von CO2 einen angemessenen Preis hat, werden CO2- intensive Aktionen unterbleiben und CO2- arme gefördert.

Wenn der Benzin- und Dieselpreis steigt, entsteht Motivation zur Nutzung von E- Autos und Wasserstoff.
Wenn wir kein Gas aus Russland mehr beziehen können oder wollen, müssen wir mit Hochdruck die Alternativenergien, die im Land erzeugt werden können, wie Solar. und Wind- und Wasserenergie fördern.

Solange der Preis die echten Kosten verschleiert, werden die falschen Entscheidungen getroffen.

Es gibt also marktwirtschaftliche Ansätze zur Lösung der "Tragödie des Allgemeingutes" und regulative, wie z.B. Fangquoten von bedrohten Fischen.

Derzeit wird der Versuch gestartet, beides sinnvoll zu kombinieren. Das Regulativ des CO2- Preises steuert das Marktverhalten. Das erscheint auch den Großkonzernen als die beste Lösung. Schließlich geht es nur um Profite. Wenn die Regeln so aussehen, dass mit positiv besetztem Verhalten die größten Gewinne zu erzielen sind; perfekt!

Ich bin mir sicher, dass das nicht ausreicht. Die Probleme der Menschen lassen sich nicht auf die Formel Reduktion von CO2 herunterbrechen, auch wenn das derzeit so aussieht. Wenn das stimmt - und ich weiß dass das stimmt - lassen sich die Probleme der Menschheit auch nicht nur mit dem CO2-Preis (einer Steuer) lösen.

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim hat in ihrer Sendung MAIHTINK X folgende Formel aufgestellt:

mg=A² Anzahl der Menschen (m) mal Geld (g) = Arschlochigkeit (A) zum Quadrat.

Sie zieht andere Konsequenzen daraus. Aber ich sage: letztlich kann man die "Arschlochigkeit" nur verringern, wenn man die Anzahl der Menschen verringert und/oder die Macht des Geldes.

Es wird nicht reichen, auf staatlich verordnete Regeln zu warten, und die Zwischenzeit zu nutzen, das, was die verbieten werden, jetzt noch weidlich auszunutzen, solange es noch geht!

Man kann den Einzelnen nicht aus seiner Verantwortung entlassen! Wir sind der Staat. Der Staat ist nichts ohne uns!


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RE: Dies und das für jeden was

#146 von petias , 13.03.2022 19:18

Der Frühling rückt näher

Die Nächte sind noch knackig kalt. Da bin ich beim Zubettgehen froh, wenn ich nicht vergessen hatte, die Hüttenheizung vorher einzuschalten. Bei 5 Grad fällt das Ausziehen leichter als bei Null! Aber mit zwei Wärmfalschen, zwei Decken und einer Wollmütze ist der Umzugsstress bei Kälte schnell vergessen.


Die Tage sind zurzeit sonnig und immer wärmer. Da ist es gut, dass die Pflanzen für die Frühjahrspflanzung gut gedeihen.



Den Ofen habe ich die letzten Tage nur am Abend eingeheizt. Aber Grund zum Frieren gibt es nicht. Auf Putins und Schröders Gas haben wir auf dem Lichthügel schon vor vielen Jahren verzichtet! Der Gedanke daran steigert die Behaglichkeit im Schaukelstuhl vor dem warmen Ofen!




Gestern und heute haben wir auf Utes Land die Weiden abgerecht. Das alte Gras haben wir in Säcken auf den Lichthügel verfrachtet. Es dient der Bodenabdeckung und zur Kompostierung. Unsere Weiden müssen auch noch abgerecht werden, damit das junge Gras Luft hat und das alte noch seinen Zweck erfüllt!



Christian hat einen Anbau an den Geräteschuppen für Feuerholz gebaut.


Zum Holzhacken sind nur noch die letzten schlimmsten Teile übrig. Die erfordern alle Kraft. Ich beschränke mich nur noch auf Wenige am Stück. Zu anstrengend für einen alten Mann...


Habt ihr auch schon so große Karotten? Die sind vom letzten Jahr. Bei diesen Temperaturen wachsen sie wieder weiter.

Hinten der Lauch hat uns den ganzen Winter versorgt und es ist noch lang noch nicht Schluss mit ihm


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RE: Dies und das für jeden was

#147 von petias , 17.03.2022 20:09

Ice House - Eiskeller

In englischen Krimis, auf den Landsitzen der kauzigen Adeligen, hat mich schon immer das Ice House fasziniert, der Eiskeller. Da hat man im ausgehenden Winter Blöcke aus dem Eis geschnitten und in diesen Erdkeller gebracht, wo diese Blöcke dann den größten Teil des Sommers tröpfchenweise vor sich hinschmolzen und die Temperatur nahe der Null Grad Grenze hielten. Die gab es auch bei uns in Deutschland. Ich kenne sogar ein paar, einer davon von einer kleinen Brauerei, die so ihr Bier gekühlt hat.

Als ich heute Nachmittag zur oberen Wiese gegangen bin, um totes Gras und Moos mit dem Rechen herauszufilzen, kam ich an der letzten Stelle im Lichthügelgarten vorbei, an der noch Schnee liegt.


Das muss der perfekte Ort des künftigen Eiskellers sein, wenn sich der letzte Schnee hier hält. In diesen Hügel werden wir den künftigen Eiskeller graben. Aber erst nach dem Felsenkeller, den wir dieses Jahr in der Nähe des Hauses bauen wollen.


Das Abrechen der Wiesen ist mühsam. Das Ergebnis: vieles gute Mulch- und Kompostmaterial!


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RE: Dies und das für jeden was

#148 von petias , 18.03.2022 20:54

Corona - Limbus und andere denkwürdige Ereignisse

Limbus bezeichnet in der katholischen Kirche einen vierten Zustand außer Himmel, Hölle und Fegefeuer. Es ist ein Vorraum der Hölle (vermutlich nicht ganz so heiß) in dem sich Seelen befinden, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel und der ewigen Anschauung Gottes ausgeschlossen sind. Früher wähnte man ungetauft gestorbene Kinder dort. Eine Position, von der die Theologie heute Abstand genommen hat.

- Seit dem 15. März habe ich meinen Genesenen Status verloren, weil Herr Wieler vom RKI, entgegen der Studienlage und gegen die Gepflogenheiten im Rest der EU eigenmächtig, von Klabauterbach maulend gestützt, diesen von einem Tag auf den anderen von 6 auf 3 Monate verkürzt hatte.

Die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona Pandemie sollte mit dem morgigen Tag, am 19. März, auslaufen. In vielen Bundesländern, darunter auch Thüringen gelten sie aber erst mal noch bis zum 2. April unverändert weiter und werden dann von heute im Bundestag beschlossenen Hot Spot Regeln an die Länder überwiesen. Man weiß nicht, was die Länder bis dahin beschließen werden.
61 Prozent der Bundesbürger sind für die Beibehaltung der Maskenpflicht. Gestern in den Tagesthemen wurde ein Herr zur Maskenpflicht befragt. Er, kündigte an, er würde die Maske immer weitertragen. Er sei vier Mal geimpft. Zwischen der dritten und der vierten Impfung hätte er eine schwere Corona- Infektion gehabt und würde das Maskentragen freiwillig unbegrenzt vorsetzten.
Ich kann mir das nur so erklären, dass er sich durch die dritte Impfung durch Klabauterbach und Co hat in Sicherheit wiegen lassen, und beim Maskentragen geschlampt hat. Jetzt traut er (völlig zurecht) auch nicht der vierten Impfung und trägt weiter Maske. Er sollte auf seine Genesung vertrauen, und sich bald wieder anstecken. Nur so kann er einen Immunschutz aufbauen!

Vor ca. zwei Wochen ist mir die Krone eines Weisheitszahnes herausgebrochen, der schon vor der Pandemie hätte entfernt werden sollen. Ich machte also einen Termin bei meiner Zahnärztin genau einen Tag nach Ablauf meines Genesenen Status.

Ich wurde nicht einmal danach gefragt, ob ich geimpft sei. Die Maske lässt sich bei einer Zahnbehandlung nicht tragen, der Abstand von 1,5 Meter nicht einhalten. Nur 30 Sekunden Mundspühlung mit einer Desinfektionsflüssigkeit sind von den Maßnahmen übriggeblieben.

Wie erwartet wurde ich zur Entfernung der abgebrochenen Zahnruine in die Zahnklinik nach Saalfeld überwiesen. Da hatte ich heute um 9 Uhr einen Termin.

Zur Sicherheit, dass ich auch den Bus sicher nicht verpassen würde, nahm ich ausnahmsweise das Händi mit in die Schlafhütte und aktivierte dessen Wecker- App.
Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass ich zwei Uhr nachts von der Geburt meines Enkels - vorläufiger Name Oliver Maximilian - zeitnah zum Ereignis erfahren durfte.
Herzlichen Glückwunsch an die glücklichen Eltern!

Im Bus hätte ich gar nicht fahren dürfen. Als in den Status "Ungeimpft" Zurückgefallener hätte ich einen offiziellen Antigen - Schnelltest gebraucht, den ich mir aber ohne Busfahrt gar nicht hätte besorgen können. Aber da ich wusste, dass sich niemand in unserer Gegend auch nur annähernd dafür interessierte, fuhr ich einfach ohne. Es interessierte sich niemand dafür.
Mit mir wartete eine junge Frau auf den Bus. Sie zeigte mir ihren Pass und eine Meldung auf dem Händi auf Deutsch, dass ukrainische Flüchtlinge kostenlos reisen durften. Ich erklärte ihr den Sachverhalt und half ihr das auch dem Fahrer gegenüber zu übermitteln. Der Krieg ist also auch im Lichte angekommen!

In der (ambulanten) Zahnklinik gab es auf den Gängen zwar Maskenpflicht, aber der Impfstatus war egal. Hier wurde sogar auf die Desinfektionsspühlung verzichtet. Die junge Zahnärztin schaffte es in nicht einmal 5 Minuten, das Zeichen meiner Weisheit zu entfernen.

Wie in dem Artikel Nach längerer Abstinenz: ein Ausflug in die kleine Stadt! (Januar 2022)
besuchte ich wieder den Buchladen. Es gab einen Hände- Desinfektionsspender im Eingangsbereich, sonst kein Hinweis auf Corona. Sogar Besucher ohne Masken waren in dem Laden.
Ich habe mir einen Thüringenkrimmi für 3,99€ ausgesucht. Der Autor ist ein Pfarrer, der einen Roman über einen massenmordenden Pfarrer mit dem Titel "Der gute Mensch von Düsteroda" geschrieben hat. Ich habe ihn heute zwar gelesen, aber er schafft es nicht in eine Buchbesprechung hier in diesem Forum.

Auch die Postfiliale mit den mechanischen Geldzähl- und Ausgabemaschinen wollte ich besuchen, aber sie war inzwischen geschlossen worden!

Essen durfte ich noch nichts, so blieb mir nur die Heimfahrt zum Lichthügel. Diesmal war der Bus deutlich voller als bei der Hinfahrt und es gab einige Leute, die keine Masken trugen.
Ich habe den Eindruck, dass nur einige Politiker noch nicht begriffen haben, dass die Maßnahmen nach zwei Jahren durch sind und das Heil ausschließlich in der flächendeckenden Durchseuchung liegt.
Omikron ist der beste Covid-19 Impfstoff, den es je gab. Ein Lebendimpfstoff mit wenig Nebenwirkungen!


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zuletzt bearbeitet 27.03.2022 | Top

DIes und das, für jeden was

#149 von petias , 31.03.2022 15:18

Homo narrativus

Homo narrans (Fisher 1984) oder Homo narrator (Gould 1994) oder Homo narrativus (Ferrand and Weil 2001) sind wohl treffendere Bezeichnungen für den Menschen, als Homo sapiens, der weise Mensch. Sie kennzeichnen den Menschen als das, was ihn viel mehr ausmacht, als seine "Weisheit" und ihn von anderen Lebewesen unterscheidet. Es ist seine Fähigkeit und sein Bedürfnis Geschichten zu erzählen und Geschichten zu hören und an Geschichten zu glauben.

aber der Reihe nach:
In den letzten Tagen ist sie geballt über mich hereingebrochen, die Macht der Geschichten. Aus einer Ecke wurde mir vorgeworfen, dass ich zwar keinen Fernsehapparat besäße, aber über das Internet die lügnerischen Medien konsumieren würde. Und wenn ich nicht durch diese Medien gehirngewaschen wäre, so würde ich auch nicht glauben, dass das sonderbare Zeug, das da kürzlich in Süddeutschland vom Himmel gefallen ist, Sand aus der Sahara wäre. Allerdings zu erfahren, was es ist und woher es wirklich kommt, war ich aufgrund meiner Gehirnwäsche und Mediengläubigkeit nicht berechtigt.

Aus einer zweiten Ecke wurde ich mit einem Werbe- Video des Kopp Verlages für seinen Autor Peter Orzechowsky und sein Buch "Besatzungszone" bedacht. Es war ein sehr freundlicher und fürsorglich gemeinter Versuch, mich auf den rechten Weg zu bringen, wofür ich mich ausdrücklich bedanken möchte und es bedauere, dass ich mich der Mühe nicht als würdig erweise.

Aus einer dritten Ecke wurde mir ein Video- Link zugesandt mit einem Interview den Fank Köstler vom "Neue Horizonte TV" aus Leipzig mit Raik Garve zum Thema "Der unsichtbare Krieg gegen die Menschheit". Das hatte sich der Absender schon mehrmals angesehen und lobte Herrn Garve in den höchsten Tönen als einen Mann mit viel Hintergrundwissen der noch dazu in der Lage sei, die Sache verständlich zu erklären und Dinge auf den Punkt zu bringen.

Herr Garve ist Mediziner und macht zu vielen Themen Seminare, bildet Heilpraktiker aus und betreibt mehrere Webseiten. Er glaubt, dass unsere Geschichte im großen Stil manipuliert ist. Tatsächlich hätten wir noch vor gut 200 Jahren (also 1800 herum) in einer tatarisch vedischen Hochkultur gelebt und waren ca. 7 Milliarden Menschen. Ein großer Krieg mit Strahlenwaffen brachte einen „Reset“ und damit Neubeginn der Geschichte. Die Geschichte, wie wir sie kennen wurde zurechtgezimmert. Als Verursacher dieser Fälschungen und für alles Unheil auf der Welt, ist das Böse verantwortlich. Früher wusste man noch, was das Böse ist. Es hatte Hörner und einen Klumpfuß, oder waren alte bucklige Weiber, die Hexen. ( Ich glaube an diesem Punkt ist Herr Garve seiner selbst entdeckten Geschichtsfälschung aufgesessen) Heute aber sei das Böse nicht mehr sofort zu erkennen, es komme strahlend, schön und begehrenswert daher…
Die Wüsten sind die Schlachtfelder aus diesem Krieg vor 200 Jahren. Auch Atlantis wird bemüht. Das war eine Hochkultur, weiß Herr Garve, die vor ca. 500 Millionen Jahren untergegangen war. Das war der letzte „Great Reset“ (Großer Neustart), wie uns demnächst wieder einer bevorsteht. Es gibt außerirdische Hochkulturen, die uns beobachten, es aber ablehnen uns zu helfen, weil wir es zulassen, Kinder zu missbrauchen und zu essen (QAnon lässt grüßen).

Ich habe Ecke drei damit konfrontiert, und dachte, das sollte reichen. Weit gefehlt:
Dass Geschichte ständig manipuliert würde, antwortet die Ecke, wäre ja nichts Neues. Mindestens die Hälfte der Amerikaner würden glauben, die USA hätte den zweiten Weltkrieg gewonnen und nicht, wie es doch war, Russland….
Ich hatte immer angenommen, es hätte vier Siegermächte gegeben, daher auch die vier Besatzungszonen. Alles Fasch! Russland hat den Krieg gewonnen, so kann man sich täuschen.

Zu Ecke zwei sei angemerkt, dass Peter Orzechowsky ein fleißiger Autor des Kopp Verlages ist. Einige seiner letzten Titel:
Himmelszeichen. Blutmonde, Kometen und blaue Sterne. Die Weltenwende hat begonnen. Kopp 2015, ISBN 978-3-86445-168-3
Durch globales Chaos in die Neue Weltordnung. Kopp, 2016, ISBN 978-3-86445-387-8
Durch Corona in die Neue Weltordnung. Kopp 2021, ISBN 978-3-8644-5807-1

Orzechowsky, wie ich Jahrgang 52, kommt, wie der Kopp Verlag aus der rechten Ecke und ist Antisemit. Er sieht, wie Garve, die „Weiße Rasse“ von der Ausrottung durch Blutvermischung und Fortpflanzungsschwäche aufgrund von der Lüge der drohenden Überbevölkerung bedroht. Weil der Nationalstaat das einzige Bollwerk gegen diese Entwicklung sei, werde er abgeschafft.

Auch Ecke eins bezieht ihre Erkenntnisse meist aus dem rechten Lager.

Alle Bewohner aller drei Ecken hätte ich bis vor wenigen Jahren noch als mir in Sachen Weltanschauung Nahestehende betrachtet. Was ist passiert?

Die Rechten sind sehr geschickt geworden. Es sind nicht mehr nur pöbelnde Skin Heads mit Nazisymbolen, sondern geschickte Manipulatoren. Sie wanzen sich mit Abarten ihrer eigenen Theorien, an Esoteriker, Spiritualisten heran und wenden sich an Normalos, denen das mit der Weltentwicklung zu schnell geht und irgendwie suspekt ist. In einer komplizierten Welt ist man für einfache Lösungen dankbar.

Das Selbstbildnis der Nationalisten sieht so aus:
Ein Volk – ein Führer, der sagt, wo es lang geht.
Die Wahrheit ist einfach und verständlich und das, was der Führer sagt.
Die Frau bekommt Kinder und macht das Essen. Der Genderwahnsinn verweiblicht die Männer und vermännlicht die Frauen. Die Kinder werden schon in der Kindergrippe ihres wahren Geschlechtes beraubt und zu „Diversen“ Wesen erzogen. Die Emanzipation bis hin zur Quotenregelung dient nur den Mächtigen dazu, die Zahl der Arbeitskräfte zu verdoppeln und die Ausbeutung zu vergrößern.
Männer arbeiten hart für Familie, Volk und Vaterland und sind tapfer und wehrhaft.
Der starke und wehrhafte Nationalstaat verteidigt die eigene heile Welt gegen das Fremde und die Konkurrenz auf allen Gebieten.

Folglich ist man gegen Globalisierung, denn die droht in ihrer Konsequenz die Nationalstaaten zugunsten einer Weltgemeinschaft aufzulösen.
Der Klimawandel wird geleugnet, weil Klimaprobleme nur global gelöst werden können und damit die Globalisierung fördern. Außerdem stehen sie der ungebremsten nationalen Entwicklung entgegen.
Wo die Wissenschaft diesem Weltbild widerspricht, gilt sie als manipulativ und ideologisch.
Die Juden sind an allem schuld. Sie stehen im Mittelpunkt der Weltverschwörung gegen die (deutsche) Nation.
Das gilt sinngemäß auch für andere Nationen. Nationalisten gibt es in fast jedem Land.

Wenn wir mal einen Moment annehmen, Geschichte sei zwar da und dort durch die Brille von Siegern geschönt und hingebogen, aber nicht grundsätzlich erfunden, dann kann man zweifelsfrei erkennen, dass es eine Entwicklung hin zu immer größeren Einheiten gibt. Stämme, Vereinigung von Stämmen, Königreiche, Kaiserreiche, Imperien sowie Macht- und Einflussblöcke.

Diese Gruppierungen stehen miteinander in Konkurrenz um Macht, Bodenschätze und Wohlstand. Aus diesen konkurrierenden Gebilden entstehen ständig Auseinandersetzungen und Kriege.
Es wäre, ermöglicht es die Technik hinsichtlich Kommunikation und Transportsystem, erforderlich alle Menschen an den Schätzen der Erde gleichermaßen zu beteiligen, dann hätten wir das Mittel zum Frieden und bescheidenem Wohlstand für alle. Aber dann müsste man seinen Dünkel aufgeben, dass man selbst bzw. die eignen „Rasse“ was Besseres ist und einem mehr zusteht als alle anderen. Man müsste den Wohlstand teilen. Auf Privilegien zu verzichten ist schwer. Noch sind nicht viele dazu in der Lage.

Die Tricks der National- Egoisten sind infam. Zwar sind die Möglichkeit zum globalen Austausch da, die Auswirkungen der selbstsüchtigen Ausbeutung der Ressourcen nicht mehr zu übersehen, aber man nützt geschickt die Probleme die ein Zusammenrücken der Menschen mit sich bringt, um die alten Plattheiten als Lösung anzubieten um richtige Lösungen im Sinne einer einheitlichen, friedlichen Menschheit zu verhindern.
Man teilt eine zusammenwachsende Menschheit in kleine Blöcke, indem man die Fakten abschafft und durch eigenen „alternative Fakten“ und eigene „Wahrheiten“ ersetzt.

Hier schließt sich der Bogen. Das ist nur möglich, weil dem Menschen in seiner Beschränktheit nur das Eine oder Andere auffällt, weil er gerade seinen Tunnelblick dahin wendet. Wie das, was er wahrnimmt zu interpretieren und einzuordnen ist, dafür erfindet er eine Geschichte. Für diejenigen, die die Geschichte kennen, sie weitererzählen und an sie glauben, ist sie die Wahrheit.

Es wird uns menschlichen Geschichtenerzählern nichts anderes übrigbleiben, als eine so gute Geschichte zu erfinden, dass sie die überwiegende Mehrheit der Menschen zu ihrer macht und an sie glaubt.
Nur wenn das gelingt, heißt es auch noch in 100 Jahren:
Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute!


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zuletzt bearbeitet 09.04.2022 | Top

RE: Dies und das für jeden was

#150 von fiatlucem , 01.04.2022 09:24

Hallo petias,
nicht alle Globalisierungsgegner sind Rechte und Neonazis. Ich bin auch dagegen, Güter und Waren um die ganze Welt zu karren, anstatt sie vor Ort zu erzeugen und zu verbrauchen. Das ist doch mit ein Grund für den Klimawandel!

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