RE: Theorie und Praxis

#46 von petias , 06.05.2022 08:54

Kartoffeln pflanzen

Es gibt vielerlei Methoden Kartoffeln zu pflanzen. Hier eine, die ich schon öfter ausprobiert habe.


Die als Saatkartoffeln vorgesehenen Knollen hole ich Anfang April aus ihrem Lager. Sie kommen in schachteln und Kisten in zweiter Reihe hinter den Pflanzen, die vorgezogen werden. Kartoffeln brauchen es zwar hell um zu keimen, aber, da gewöhnlich unter der Erde, kein strahlendes Sonnenlicht.
Jetzt habe ich es schon verraten: Die Kartoffeln sollen ca. 2 bis 3 Wochen vorkeimen, bevor sie in den Acker kommen. In unserer Gegend hat es sich bewährt, sie Ende April bzw. Anfang Mai zu bauen (sagt der Bauer)


Ich markiere die Reihe mit einer Schnur (hier ein elektrisches Weidekabel zwischen Elektrozaunstangen).
Unter der Schnur ziehe ich eine Rille mit einer Gartenhacke, die ich mit einem Rechen verbreitere. Zwischen den Reihen lasse ich 75cm Abstand.


In die Rille kommt Kompost oder gute Bio- Pflanzerde. Aufpassen, dass man nicht irgendein giftiges Klärschlammprodukt erwischt! Ich verlasse mich da auf Lieferantin Ute!


Die Kartoffeln, meist ist das Saatgut knapp, schneide ich, gibt es genügend Triebe, so, dass in einem Stück mindestens ein Trieb (Auge) ist. Die (Rest-) Knollen werden mit Holzasche (Vorsicht, keine Kohlenasche verwenden!) gegen Fraß imprägniert.


Die Kartoffelknollen werden jetzt, mit Trieben nach oben, in ca. 25 cm Abstand voneinander in die Rille gesetzt.


Etwas Holzasche darüber gestreut schützt davor gefressen zu werden. Danach wird die Rille dick mit altem Heu bzw. hier mit den Überresten von den im Frühjahr nach der Schneeschmelze mit dem Stahlrechen durchgefilzten Wiesen abgedeckt.

In der Folge muss kontrolliert werden, dass die Deckschicht dicht bleibt und die Kartoffeln nicht frei liegen. Mit der Zeit dringen die Triebe durch die Deckschicht. Sind sie ca. 20cm hoch, lockere ich die festgetrampelte Erde zwischen den Reihen mit einer Grabgabel und reche die lockere Erde an die Pflanzen, so dass die typischen Kartoffelreihen entstehen. Ein entscheidender Vorteil des Setzens der Kartoffeln in Rillen ist das Gießen. Das Wasser hält sich gut in dem Heu und was durchfließt landet bei den Kartoffeln. Das Gießen eines Kartoffelhügels funktioniert nur mit sehr viel Wasser, weil es immer in die Täler zwischen den Reihen fließt.
Ich habe schon manchmal damit angefangen, ein Kunststoffrohr neben die Pflanze in den Hügel zu stecken und da hinein zu gießen, aber das ist sehr zeitraubend und mühsam...
Zum Glück sind Kartoffeln nicht sehr wasserhungrig!

Aber das Häufeln behandeln wir in einem späteren Beitrag!


geschafft für diesen Tag. Die Arbeit, und auch ich!


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RE: Theorie und Praxis

#47 von petias , 07.05.2022 08:20

Kartoffeln pflanzen Teil 2

eigentlich müsste es heißen: Gartenland urbar machen mit Kartoffeln. Kartoffeln sind eine gute Vorfrucht für Gemüse und Getreide. Zudem setzen sie sich gut durch. Da gehen an Stellen Kartoffeln auf im Garten, an denen schon vor Jahren mal Kartoffeln angebaut waren. Kartoffeln mit etwas Erde, Grünzeug und organischen Abfällen in ein Fass geworfen zeigen reiche Ernte.

So versuche ich dieses Jahr eine neue Gartenfläche auf diese Weise zu erschließen:
Auf einem Stück Wiese lege ich gekeimte Kartoffeln aus (siehe vorherigen Beitrag, 75cm mal 25cm im Abstand grob geschätzt. Darüber breite ich eine Mulch Schicht aus im Frühjahr abgerechten altem Gras oder altem Heu, das zu Futterzwecken nicht mehr taugt. Auch das "Häufeln" wird mit Mulch geschehen.


Nach der Ernte im Herbst, so die Ankündigung und Hoffnung, bleibt brauchbares Gartenland zurück. ich werde berichten!


Wenn's klappt, wird der Feldgarten wieder um ein Stück wachsen!

Die Aktion fand außerhalb der guten Tage nach dem Mondkalender statt. Außerdem mit Saatgut von der letztjährigen Kartoffelernte.

Das neu beschaffte Saatgut "Linda" hatte ich gestern verbaut. Was davon noch übrig ist, setze ich am 12.5., wieder ein guter Wurzeltag nach Mondkalender, zur Kontrolle. Diesmal in ein bereits neues Stück mit der Grabgabel urbar gemachtes Gartenland.


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RE: Theorie und Praxis

#48 von petias , 14.10.2022 20:53

Wie die Alten sungen - Sauerkraut

Sauerkraut war bis nach dem zweiten Weltkrieg im Winter ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Lieferant an Vitalstoffen, ganz beosders Vitamin C.
Auch im Antiken Griechenland, im Römischen Reich, im alten China wurde Sauerkraut für den Winter bereitet.

Weil wir Deutsche so viel Sauerkraut aßen, bekamen wir im Krieg bei Engländern und Amerikanern den Spitznamen "Krauts".

Bei den Seeleuten diente es der Skorbut Vorbeuge.

Sauerkraut wird in der Regel aus Weißkohl und Spitzkohl gemacht.






Im Grunde gilt für die Bereitung von Sauerkraut dasselbe, wie für andere Milchsauer vergorene Gemüse

Wie die Alten sungen - Milchsaueres Gemüse

Aber da Weißkohl und Spitzkohl sehr wässrig sind, muss man keine Salzlake ansetzen. Der Kohl scheidet beim Einstampfen selbst genug Flüssigkeit ab. Es genügt, nach jeder Schicht Kohl etwas Salz darüber zu streuen, so viel, dass das Gewicht des verwendeten Salzes 1% bis 2% des verwendeten Kohls entspricht.

Da in der Regel eine größere Menge Sauerkraut gemacht wird, wird es mit dem Krauthobel kleingeschnitten (geht auch mit einem Messer). Statt eines ein bis zwei Liter großen Glases für Gemüse verwendet man einen größeren Steinguttpopf, wie der auf dem Foto, das ist ein 15 Liter Steinguttopf.

Es wird eine ca. 5 cm hohe Schicht geschnittenes Kraut eingefüllt. Dann wird Salz darüber gestreut und je nach Wusch Zutaten wie Äpfelschnitze, Lorbeerblätter, Dillkraut, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Pfeffer....

Mit einem Stampfer (bei noch größeren Fässern auch mit den Füssen) wird das Kraut so fest eingestampft, dass - nach ein paar Schichten - Flüssigkeit über dem Stampfgut steht.

Dann kommt die nächste Schicht und so weiter. Das Fass darf nicht ganz voll werden. Die letzte Schicht wird mit großen Kohlblättern abgedeckt, so dass möglichst wenig Kohlfasern des Schnittgutes nach oben schwimmen. Auf die Kohlblätter werden Steine gelegt, so dass der Kohl nicht an die Oberfläche der Flüssigkeit kommt.
Als Starter für die Milchsäuregärung eignet sich z.B. schon fertiger Sauerkrautsaft, Wein, Buttermilch oder andere Milchsäureprodukte.

In einem Sauerkrautfass aus Ton, wie auf dem Foto zu sehen, ist oben eine Rinne eingearbeitet, in die der Deckel genau passt. In die Rinne wird Salzwasser gegossen, so dass keine Luft in das Fass eindringen kann. Die Gärgase können aber aus dem Fass entweichen. Ein Verschluss, wie er uns sinngemäß von der Bereitung von milchsaurem Gemüse bekannt ist.

Das Ganze lässt man ca. 6 Tage bei Zimmertemperatur stehen, bis keine Luft mehr aus dem Fass blubbernd entweicht. Dann stellt man das Fass ins Kühle, z.B. den Keller. Nach weiteren ca. 6 Wochen ist das Sauerkraut reif und kann portionsweise entnommen werden. Achtung: schön sauber halten, und alles wieder gut verschließen.

Der Winter kann kommen!


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