RE: Theorie und Praxis

#31 von petias , 20.07.2021 08:24

Heusaison 2021 - das Soll ist erfüllt!

Nachdem uns letzten Samstag der Wetterbericht wieder in die Irre geführt hatte, glaubten wir ihm trotzdem und mähten ein ca. 3000m² großes Wiesenstück, obwohl es am Sonntag Morgen gar nicht nach Heuwetter aussah. Aber alle Achtung, die Sonne kam dann doch noch, wie vorhergesagt, hinter den Wolken hervor.

Allerdings war zum Abend schon wieder Regen angesagt. Zum Glück stimmte das diesmal zu unseren Gunsten nicht. Es gab nur ein paar Tröpfchen. Aber da für heute schon wieder Regen prophezeit wurde, legten wir uns ordentlich ins Zeug, das Heu noch gestern einzubringen.
Es war eine ordentliche Arbeitsteilung. U. rechte das Heu in Schwaden und auf Haufen, obwohl sie vorher einen 8 Kilometerlauf mit Freunden absolviert hatte. Ich spielte Heupresse und hebelte und presste das Winterfutter der Schafe in die großen Säcke, die Okay abtransportierte und im Schuppen mit viel Einstampfen unterbrachte. Zum Glück gab es fast keinen Tau und das letzte Tageslicht, unterstützt von dem sich seiner vollen Größe näherndem Mond (Vollmond am 24.7.) konnten wir noch bis 23 Uhr irgendwie sehen.
Ein Sack oder zwei blieben dann noch auf der Wiese liegen, weil Licht und Kräfte nicht mehr reichten.
Pünktlich mit dem letzten Sack begann der Regen, der eigentlich erst für die Nacht vorhergesagt war. - Na gut. 23 Uhr kann man noch als Nacht durchgehen lassen.

Wir haben schon jetzt - und noch einiges Heu von Bekannten steht aus - mehr als letzten Winter. Zusammen mit dem neuen Futternetz der Schafe, das der Verschwendung entgegenwirkt, sollten wir dieses Jahr kein Heu zukaufen müssen. Sehr gut!


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RE: Theorie und Praxis

#32 von petias , 20.07.2021 17:24

Heusaison 2021 - das Soll ist erfüllt! - Nachtrag

Nach einem kühlen und bedeckten Vormittag kam dann doch die Sonne durch. Die Heureste auf dem gestrigen Schauplatz waren bald abgetrocknet. Gegen 15 Uhr rechte ich das verstreute Heu auf 20 verschieden große Haufen. Mit viel Stopfen passten die in zwei Bigbags. In die Scheune ließen sich der Inhalt der Säcke auch noch stopfen. Aktion abgeschlossen!

Am Vormittag rief mich eine Nachbarin verzweifelt an, ihr Fernseher funktioniere nicht mehr. In früheren Fällen half oft das Wackeln an dem Antennenkabel und den anderen Anschlüssen. Aber diesmal nicht. Der Wochenend- Partner konnte das Problem bei Ferndiagnose auch nicht lösen. Kein Fernsehen bis zum Wochenende? Heute ist doch erst Dienstag!
Ich sah mir das mal an. Der Anschluss des Antennenkabels an der Sat- Antenne war völlig korrodiert. Das Kabelstück der Zuleitung und die Buchse am LNB war praktisch weggerostet. Das feuchte Wetter hatte seinen Tribut gefordert. Ich schnitt das korrodierte Stück Kabel ab und schloss den Stecker neu an. Am LNB war ein zweiter noch guter Anschluss unter einer Plastikschutzkappe. An den schloss ich das Kabel an und sicherte es gut mir Isolierband. Das Bild war wieder gut wie in alten Zeiten. Meine Nachbarin war überglücklich und schenkte mir eine Schale voll Kirschen. Jeden Tag eine gute Tat!


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RE: Theorie und Praxis

#33 von petias , 24.07.2021 15:38

Heusaison 2021 - abgeschossen!

Gestern und heute haben wir nochmal 20 große Säcke Heu geerntet. Wir hatten weitere Wiesen angeboten bekommen. Jetzt sind alle Heulager, einschließlich eines umfunktionierten Brennholzschuppens gestopft voll. Damit kommen wir nächstes Jahr auf die komfortable Seite des Heumanagements. Es bleibt, statt zuzukaufen, erstmals so viel Heu, dass man die übernächste Futtersaison mit altem Heu beginnen kann. Das Neue kann dann die empfohlenen 3 Monate liegen, bevor es verfüttert wird. Wir konnte gerade mal die unbedingt nötigen 3 Wochen einhalten, bevor wir das neue Heu verfütterten.
Auf in ein neues Heuzeitalter...


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RE: Theorie und Praxis

#34 von petias , 08.08.2021 08:33

Wie die Alten sungen - so zwitschern auch die Jungen?

ich will heute eine neue Themenreihe beginnen. Ja, trotz "sungen" eine alte Form für "sangen" gehört das hier her, nach Theorie und Praxis. Durch die rasante technische - pharmazeutische - chemische - biotechnologische Entwicklung geraten rasend schnell gutes altes Wissen und lange gepflegte Fertigkeiten in Vergessenheit. Dieses Wissen und diese Fertigkeiten scheinen heute überflüssig und damit unnützes Wissen.
Wir hier auf dem Lichthügel sehen das etwas anders. Wir wollen manche Technik und Fertigkeit, wenn sie uns von den neuen globalen Marktstrukturen etwas unabhängiger macht, gerne bewahren.
Deshalb möchte ich solcherlei sammeln, ausprobieren und bei Eignung pflegen.
Tradition ist kein Wert an sich, aber wie sagt der Dichter:

"Nicht immer ist - was neu - auch gut" (diesmal bin ich es selbst, der Dichter. Aus EVOLUTION...)

so wäre es doch vielleicht ganz gut, wenn die Jungen, gerne an die veränderten Bedingungen und Erkenntnisse der Zeit angepasst, das Eine oder Andere von dem zwitschern, was die Alten so melodisch sungen...


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RE: Theorie und Praxis

#35 von petias , 08.08.2021 09:43

Wie die Alten sungen - Eier einlegen

Gestern, ich war mit okay und U. zum Beerensammeln unterwegs, überraschte uns ein Regenschauer. Wir zogen uns unter eine dicht benadelte Fichtengruppe zurück und versuchten den Schauer auszusitzen.
Keine Ahnung, wie die Rede darauf gekommen war, ich erzählte davon, wie ich als Kind in Herbst und Winter, besonders in der backfreudigen Vorweihnachtszeit, von meiner Mutter in den Keller geschickt wurde, um ein paar Eier zu holen. Das war schon eine Mutprobe und mein zweieinhalb Jahre jüngerer Bruder traute sich das anfangs nicht.
An die Stelle des Kellers, wo das aus Kindersicht riesige Ton Fass stand, drang kaum Licht hin und man konnte nie wissen, welche der Monster und Unholde aus den Märchen und Alpträumen da lauern mochten.
Ich schob den Ärmel der Strickjacke zurück und krempelte den Hemdsärmel hoch tauchte mit Hand und Arm tief in das Fass und fischte nach den anfangs aufrechtstehenden Eiern (später, wenn sie nicht mehr so dicht an dicht standen, fielen sie zur Seite hin um.). Je nachdem wie viele Mutti brauchte, griff ich einmal pro Ei in die Kalkbrühe, fischte es heraus und legte es in die mitgebrachte Schüssel, die mir in die Hand gedrückt worden war, nie ohne den Hinweis sie ja nicht fallen zu lassen auf den harten Steinstufen hinunter zum Keller.
Hatte ich die Eier in der Küche abgeliefert, stolz mein Lob entgegengenommen, musste ich erst mal im Badezimmer die Kalkreste von Hand und Arm abwaschen, bevor ich mich wieder ordentlich bekleiden konnte.

Früher war es nicht üblich, dass man - mittels künstlichem Licht und Heizung - die Legeperiode der Hühner auch im tiefsten Winter aufrechterhielt. Die Hühner durften eine Pause machen, schränkten das Eierlegen stark ein oder ließen es ganz sein, besonders während der Mauser, der Zeit des Wechsels des Federnkleides.
Also sammelte man im Spätsommer - besonders geeignet galten die Eier, die um Mariä Himmelfahrt herum (15 August), sogenannte „Fraueneier“, gelegt worden waren - üerzählige Eier in einem Gefäß aus Ton (Steingut) und legte sie in Kalkwasser ein.
In der Regel wurde Löschkalk verwendet (Calciumhydroxid) der war meist vorrätig, weißelte man doch damit die Räume fast jährlich reihum zur Desinfektion. Ein Wenig Leinölfirnis zugesetzt verhinderte, dass die Wand abging, wie man sagte und sich weiße Kleidung holte, wenn man sich anlehnte.
Zwei Esslöffel Kalk auf einen Liter Wasser war eine gebräuchliche Dosis.
Die Eier wurden stehend dicht an dicht in das Fass gestellt. Auf den „Arsch“, wie man sagte. Befruchtete Eier haben nämlich an einer Seite eine deutlich breitere und flachere Stelle. Heute, die Industrieeier stammen aus Legebatterien und die Hühner lernen in ihrem Leben keinen Hahn kennen, sind die Eier meist gleichmäßig oval.
Die Eier wurden gerne mehrere Lagen hoch geschichtet und dann so zwei Zentimeter tief mit Kalkwasser bedeckt. Der Kalk füllte die Ritzen und Poren der Eier und verschloss und konservierte sie. Die Eier sollten nur abgewischt mit einem trockenen Tuch, keinesfalls gewaschen werden. Deshalb eignen sich für das „Einkalken“ auch keine Industrieeier. Die werden meist maschinell gereinigt.
Grund, durch das Waschen wird der Dreck in die Poren gerieben, er dringt in das Ei ein und verstopft die Poren, ohne sie völlig zu verschleißen, so dass der Kalk nicht richtig eindringen kann.
Alternativ zum Löschkalk wurde auch „Wasserglas“ verwendet. Wasserglas, ein wasserlösliches Alkalisilikat, greift Glas und andere Materialien an weswegen es in Steingutflaschen gelagert wird. Auf 500 Milliliter Wasserglas-Lösung gibt man 4,5 Liter abgekochtes kaltes Wasser.
Eingelegte Eier halten sich mehrere Monate, wenn sie kalt und dunkel stehen, 6 bis 8 Monate ist keine Seltenheit.
Für Selbstversorger, die sich Hühner halten und Eier essen, ist das eine Technik, die nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Wir auf dem Lichthügel halten keine Hühner und essen in der Regel keine Eier. Grund: um Eier zu bekommen, nützt man den Fortpflanzungsinstinkt der Hühner aus. Die versuchen ein Nest voller Eier zu sammeln um sie, sind genügend zusammen (9 bis 13 je nach Größe, die Glucke muss sie ja völlig abdecken können), setzt sich die künftige Mutter drauf und beginnt sie zu bebrüten. Das dauert ca. 21 Tage.
Die Hühner merken oft, dass ihnen die Eier geklaut werden und versuchen ihr Gelege zu verstecken. Finden es die Eierdiebe nicht, kommt vielleicht nach ein paar Wochen die frischgebackene Mutter mit ihrer Kinderstube zum Vorschein und präsentiert stolz, aber sehr beschützend ihren Nachwuchs.
Der Begriff der „Glucke“ (Mutter, die ihre Kinder sehr beschützt und vor aller Unbill bewahren möchte) ist heute noch gebräuchlich, auch wenn kaum noch wer eine Hühner- Glucke in Aktion erlebt hat.
Nun, ich bin der Meinung, dass es nicht gerechtfertigt ist, ohne Not Hühner fortwährend ihre Eier zu klauen, so dass die Glucke es nicht schafft genügend Eier zusammen zu bringen, um sie auszubrüten. Die Horror- Verschwörungs- Vermutung der kinderfressenden menschlichen Monster ist gegenüber den Hühnern (und anderen Tieren) grausame menschliche Wirklichkeit.


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RE: Theorie und Praxis

#36 von petias , 19.08.2021 09:22

Weltklimarat
Quelle: Artikel von Volker Mrasek, WDR

Vor einigen Tagen wurde der 1. Teil des Weltklimaberichtes veröffentlicht.
Der IPCC ( Intergovernmental Panel on Climate Change) deutsch: "Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen" veröffentlicht alle paar Jahre ihren Weltklimabericht. Dieser Bericht ist in drei Teile gegliedert.
Der (mittlerweile 6.) Report von Arbeitsgruppe I befasst sich mit den physikalischen Grundlagen der globalen Erwärmung und gibt den Stand der eigentlichen Klimaforschung wieder. Dabei werden die wissenschaftlichen Studien zum Thema seit Erscheinen des letzten (2013) Berichtes ausgewertet und bewertet. Dieser erste Teil des Berichtes ist vor ein paar Tagen veröffentlicht worden und machte zwei Tage lang Schlagzeilen, ging aber weitgehend unter in all dem Wirbel um Afghanistan und Corona.
Grundtenor: es ist noch viel schlimmer als erwartet, und daran, dass der Klimawandel überwiegend vom Menschen gemacht ist, ist völlig erwiesen!

Teil II des Weltklimaberichtes erörtert die Auswirkungen des Klimawandels und Teil III Maßnahmen zu seiner Minderung. Diese beiden Berichtsteile sind für Februar und März des nächsten Jahres geplant.
Zu den ausführlichen Berichten gibt es auch Kurzfassungen z.B. "Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger". Davon gibt es bislang nur Entwürfe, die unter den Wissenschaftler des Rates vertraulich ausgetauscht werden.
Einige dieser Wissenschaftler gehören offensichtlich der Gruppe "Scientist Rebellion" an. Die Wissenschaftler dieser Gruppe sind nach eigenen Aussagen der Meinung, dass ein energisches Handeln gegen den Klimawandel keinen Aufschub mehr duldet. Sie haben das inoffizielle vertrauliche Papier jetzt veröffentlicht, weil sie befürchten, dass der Bericht in seiner Schlussfassung durch den Einfluss der Politik verwässert werden würde.

Hier einige Schlaglichter aus dem Inhalt:
Das 1,5 Grad Ziel, das das Pariser Klimaschutzabkommen aufgestellt hatte, ist gerissen. Auch das 2 Grad Ziel ist nur zu halten, wenn der globale CO2- Ausstoß bis 2025 seinen Höhepunkt erreicht haben wird.
Alle heutigen und geplanten fossilen Kraftwerke werden noch fast 850 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Luft emittieren. Das ist mehr als doppelt so viel CO2 wie für das Erreichen des 1,5-Grad-Zieles noch erlaubt wäre. Selbst das verbleibende Budget für das Zwei-Grad-Ziel - laut Weltklimarat 870 Milliarden Tonnen - sei damit fast ausgeschöpft.
Der "stärkste Emissionstreiber" sei nicht etwa die Zunahme der Weltbevölkerung, sondern der stetige Anstieg des Bruttosozialproduktes in den entwickelten Ländern der Erde. Exemplarisch dafür ist die im Entwurf genannte starke Zunahme "treibhausgasintensiver Aktivitäten" im zurückliegenden Jahrzehnt. So sei der Luftverkehr um 29 Prozent gewachsen, die Nutzung von SUVs im Straßenverkehr um 17 Prozent und der Energiebedarf für Klimaanlagen um 40 Prozent. Wie das Papier außerdem betont, seien beträchtliche Emissionen in Entwicklungsländern mit der Produktion von Exportgütern für reiche Länder verbunden. 2015 habe dieser Anteil bei 41 Prozent gelegen.

Der Ausstoß von Methan und Lachgas (Massentierhaltung und massiver Kunstdüngereinsatz vor allem Stickstoff) geht ungebremst weiter. Der Fleischverzehr steigt weiter an.
"Eine pflanzenbasierte Kost könnte bis zu 50 Prozent der Emissionen vermeiden, die heute mit der sogenannten westlichen Ernährung verbunden sind", steht im durchgesickerten Bericht.
Ein Verzicht auf Flugreisen und wenn möglich auf ein eigenes Auto wird angeraten.
Für "Leute mit hohem sozioökonomischem Status" sei es ohne weiteres möglich, ihre Emissionen zu reduzieren und so zu "Trendsettern für einen kohlenstoffarmen Lebensstil" zu werden. Zehn bis 30 Prozent der Bevölkerung müssten mitmachen, damit sich neue gesellschaftliche Normen entwickeln könnten.

Dann mal los!


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RE: Theorie und Praxis

#37 von petias , 20.08.2021 09:59

Peinlich - aber endlich doch!
Ein Musterbeispiel für das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis!

Die "große" (510 WP) Solaranlage ist gestern - endlich - in Betrieb gegangen.
Die ersten Teile davon wurden schon vor Jahren angeschafft. Das Ziel war, ein nötiges Minimum an netzunabhängiger Stromversorgung sicher zu stellen.
Dieses Minimum umfasst den sicheren Betrieb unserer mittlerweile zwei 230Liter fassenden Gefriertruhen. Den Betrieb der Fritzbox (DSL, WLAN, LAN sowie den gelegentlichen Betrieb von Laptop und Drucker. Dazu für ein paar Nachtstunden einige LED- Lampen.

Händis, und sonstige Akku- Kleingeräte aufzuladen ist kein Problem. Das machen diverse Kleinlader so nebenbei.
Warmes Wasser kann bei Bedarf mittels Holzfeuer (Badeofen, Wassertopf auf Ofenplatte) erzeugt werden.

Also wurden zwei 255 WP Solarmodule angeschafft. Es dauerte einige Zeit, die auf dem Dach zu installieren, zu verkabeln und die Kabel ins Haus zu führen.
Ich hatte mich aus Performance Gründen für eine 24 Volt Anlage entscheiden. Als Stromspeicher wurden vier 12 Volt 100 Ah Batterien angeschafft, die ich zu einem Block aus jeweils zwei parallelgeschalteten Batterien, die in Reihe geschaltet wurden, verband. Also Solarmodule, Laderegler und 24 Volt Batterieblock.
Das Herzstück der Anlage ist eine intelligente Wechselrichter – Lader – Strommanager Kombination.
Der Batterieblock wird an das Gerät angeschlossen und ebenso eine Leitung mit 230 Volt externen Wechselstrom. (Hausnetz)
Der Batterieblock und der Laderegler brauchen es warm. Der Wechselrichter – Lader – Strommanager braucht es kalt. Also stehen erstere an der Wand zum Gang in der Bibliothek, in der sich auch mein Computer- Arbeitsplatz befindet in einem Regal. Draußen am Gang, die Kabel führen durch die Wand, ist der Powerstar (so heißt der) angeschraubt.
Der hat zwei Betriebsmodi:
1. Die externe Stromquelle wird normalerweise, wenn vorhanden, auf den Ausgang durchgeschaltet, der Batterieblock bei Bedarf geladen. Fällt der Strom aus, wird er mithilfe des eingebauten Wechselrichters und der Batterie ersetzt.
2. Vorrang hat die Batterie. Es wird so lange Batteriestrom (geladen durch Solarmodule) verwendet, wie es der Ladezustand der Batterie zulässt, ohne diese zu gefährden. Ist sie am Ende, wird auf den Netzstrom umgeschaltet.

Ich wählte die zweite Einstellung. Statt des Netzstromes könnte man auch ein Notstromaggregat anschließen.
Im Moment läuft eine der Gefriertruhen, Fritzbox, Laptop, Radio und Drucker über die Anlage. Bislang alles gut. Im Sommer geht da allemal mehr. Mal sehen, wie es im Winter läuft.


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RE: Theorie und Praxis

#38 von petias , 22.08.2021 10:12

Kleine Optimierungen an der Solaranlage

Die kürzlich in Betrieb genommene Solaranlage läuft super. Aber die Tage sind noch lang und die Sonne scheint noch großzügig - und der Winter wird kommen! Um sicher zu stellen, dass die Gefriertruhen Strom bekommen, sind ein paar Optimierungen sinnvoll.

Das zentrale Steuergerät der Anlage (Ladegerät / Wechselrichter / Gerätemanager) braucht selbst einiges an Strom, besonders wenn es den Geräten Wechselstrom bereitstellen muss, der aus dem Batterie - Geleichstrom gemacht wird.

Das Gerät ist aber so intelligent, dass es – wird kein Strom angefordert – in einen Sparmodus verfällt, in dem es nur 0,4 Watt Leistung benötigt. Die braucht es, um ständig herumzufragen, ob jemand Strom braucht, um dann sofort wieder die Versorgung hochzufahren. Die Verbraucher merken das gar nicht. (Kühlschrankeffekt)

Allerdings, wenn z.B. eine Mehrfachsteckdose einen Schalter mit Leuchtdiode hat, die am Netz hängt, oder ein Router, der ständig Strom braucht, dann kann das Gerät nie in den Sparmodus schalten. Das gilt auch für alle Standbeigeräte, aber die gibt es ei uns nicht.

Ich werde die Fritzbox und die schaltbare Mehrfachsteckdose also wieder aus diesem solaren Wechselstrom - Netz nehmen.
Die niedervoltigen Kleinverbraucher, also alles was ein Netzteil hat, das Wechselstrom in den individuell gebrauchten Gleichstrom verwandelt, würden ohnehin besser direkt mit Gleichstrom versorgt. Das sind z.B. Handy – Ladegeräte, DSL- Router, Laptops, Batterieladegeräte und vieles mehr. Für viele dieser Geräte gibt es Zusatzeinrichtungen, dass man sie z.B. mit der Autobatterie betreiben kann. Dafür richte ich ein eigenes Netz ein. Das 220 Volt Wechselstromnetz soll für die zur Verfügung stehen, die nicht ohne auskommen.

Noch einen Trick, den habe ich gestern ausprobiert: Der Laptop läuft ein paar Stunden mit dem eignen Akku. Wenn ich ihn Nachts damit betreibe und am Tag über die Solar-Anlage wieder auflade, wird der Anlagenbatterieblock auch entlastet.
Stromsparen macht Spaß und ist aktiver Umweltschutz – und ein Stück mehr Unabhängigkeit!


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RE: Theorie und Praxis

#39 von petias , 11.10.2021 18:38

Solaranlage für die Schlafhütte

Nachdem die Solarpanels auf dem Hausdach glücklich und endlich ihre Bestimmung zugeführt worden sind, war es höchste Zeit die anderen beiden 80 WP Panels sinnvoll zu nutzen. Sie standen auf dem Dach des Badezimmers vor Nilos Zimmer. Als er eingezogen war, wollte er sie verständlicherweise vor seinem Fenster loswerden, und seitdem gammelten sie ungenutzt im Garten herum.
Zunächst hatte ich die Idee, sie unterhalb der Panels auf dem Hausdach anzubringen und für Christians Zimmer zu nutzen, aber zwei 80 WP Panels schienen mir dafür nicht geeignet. Ich würde lieber stärkere aufs Dach montieren, wenn mal Geld übrig ist. Die Dachfläche ist schließlich begrenzt. Wenn die Grünen mit in die neue Regierung kommen, wäre es gut möglich, es könnte sich da eine preiswerte Möglichkeit bieten...

Also beschloss ich die kleine Anlage, die vor Jahren, als ich noch einen hatte, meinen Fernseher mit Strom versorgte, in der Schlafhütte zu montieren.


In der Hütte / auf der Hütte

Vom Hüttendach

Für Licht, MP3-Player, Radio und gelegentliches Staubsaugen reicht es.


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zuletzt bearbeitet 21.10.2021 | Top

RE: Theorie und Praxis

#40 von petias , 17.10.2021 16:11

Wie die Alten sungen - Milchsaures Gemüse

Jahr für Jahr nehme ich mir vor, die Vorratshaltung und Lagerung der Gartenfrüchte und des Sammelgutes aus Wald und Flur zu verbessern. Einfrieren war bislang der Schwerpunkt. Aber, das macht abhängig von Technik und der Stromversorgung. In einem gewissen Maße ist das schon tolerierbar. Ich versperre mich nicht Technologien, die zu einem vernünftigen Preis erhältlich sind, deren ökologischer Fußabdruck ein kritisches Maß nicht überschreitet, die eine gewisse Langlebigkeit versprechen und ernsthaft nützlich sind. In diesen Bereich fallen Dinge wie Solarpanels nebst nötiger Elektronik, Laptop, Gefriertruhe, diverse Werkzeuge etc.
Diese Dinge werden zwar gekauft, und können nicht selbst hergestellt werden, aber sie erhöhen dennoch auf Zeit z.B. den Grad der Unabhängigkeit in Sachen Nahrung und Energie.
Aber lasse ich mich auf diese Dinge aus Gründen der Bequemlichkeit ein, so frage ich mich doch immer, wie ein Leben ohne diese Helfer aussehen könnte. Quasi eine Rückfallstrategie für Notfälle.
Ein häufig erfolgversprechendes Mittel der Lösungsfindung ist ein Blick in die Vergangenheit. Wie wurden Nahrungsmittel denn vor der Gefriertruhe und der Konservendose haltbar gemacht?
Antwort: Einlagern im Erdkeller oder gar Eiskeller, Einlagern in Erdmieten, Einkochen, Trocknen, Erzeugen von milchsauer Vergorenem.

Das Einlagern von Kartoffeln, Gelbe Rüben, Rote Beete, Sellerie, Topinambur und Äpfeln ist durchaus auf dem Lichthügel allherbstliche Praxis. Kann aber noch ausgebaut werden. So ist für das nächste Jahr der Bau eines Erdkellers geplant. Ein Loch in den Hügel ist bereits gebaggert und eine große Menge großer Schieferbruchsteine liegen bereit.

Auch das Trocknen von Tee, Gewürzkräuter, Apfelchips und Kräcker aus Gemüse und gekeimtem Getreide übernimmt seit Jahren ein elektrisches Dörrgerät. Auch in dem Bereich verschiebe ich schon seit ein paar Jahren den Bau eines Sonnentrockners jeweils auf das nächste Jahr. Auch der ist wieder für 2022 geplant!

In bescheidenem Umfang wird Marmelade eingekocht und Apfelkompott, Zwetschken und Mirabellen. Hierfür reichen ein Topf und ein Backofen. Aber konservieren durch Hitze und / oder Zucker ist aus der Sicht einer gesunden Ernährung recht problematisch und nur für Ausnahmen vorbehalten.

Als letzter Punkt in meiner Aufzählung bleibt die Milchsäuregärung. Die wird unter Gesundheitsaspekten in den höchsten Tönen gelobt. Die Technik ist nicht allzu aufwendig, der Vorgang nicht sonderlich kompliziert. Schraubgläser oder Bügelgläser reichen dafür bereits aus. Für größere Mengen gibt es Tontöpfe oder gar Fässer gerne auch mit Wasserrille für den leichten luftdichten Abschluss. Besonders Sauerkraut wird auf diese Weise hergestellt und aufgehoben.
Diese Technologie hatte ich bislang noch nicht sehr verfolgt (von gelegentlichen Sauerkrautversuchen mit wechselndem Erfolg mal abgesehen). Der Grund ist der für diese Technik hohe Salzbedarf, der mich bislang abgehalten hat, mich ernsthaft damit zu beschäftigen.
Das Salz entzieht dem eingelegten Gemüse Wasser und hindert die Fäulnisbakterien daran ihr zerstörerisches Werk zu verrichten, lange genug, bis die Milchsäurebakterien aus der Luft ihr segensreiches und besonders für das Darmgenom förderliches Werk vollendet haben.



Eine Versuchsreihe von vier 2,5 Liter Schraubgläsern mit komfortablen, aber nicht nötigen Gärverschlüssen. Rote Beete, Weißkraut (auf dem Weg zum Sauerkraut) zwei Gläser mit einer Mischung aus Karotten und Lauch. (im Hintergrund kann man die Getreidemühle für Brot und Cracker sehen, zwei Solarpanels und manch anderes Gerümpel.)
Seit zwei Tagen stehen die Glaser da schon bei um die 20 Grad (dafür muss man bereits einheizen) und blubbern lustig vor sich hin. Einen Starter aus Sauerkrautsaft oder Brotdrunk habe ich nicht gebraucht, Die Gärung begann spontan schon nach ein paar Stunden.

Man schneidet oder hobelt das Gemüse klein, füllte es in Schichten in die sauberen Gläser und stampft es fest. (Ich nehme dafür einen kleinen Nudelwalker ohne Griffe) Auf jede Schicht, ca. 4 cm dick vor dem Stampfen, kommen nach Geschmack Gewürze wie Fenchel, Wacholderbeeren, Knoblauch, Zwiebel... und Salz. Das Salz (bei mir war es gemahlenes unbehandeltes Steinsalz) soll eine Menge von 1 bis 2 Prozent des Gewichtes des Gemüses sein. In die Gläser gingen ca. 1,5 Kilogramm Schnittgut. Das macht 15 bis 30 Gramm Salz. Ich habe 20 genommen. Ein Bisschen davon wurde auf die Schichten gestreut, der Rest (außer beim Sauerkraut, da kam alles in die Schichten, denn da tritt beim Stampfen genügend Saft aus) wird in einem halben Liter lauwarmen Wasser aufgelöst und über das Schnittgut gegossen, so dass alles mit Lake bedeckt ist. Dann noch einen Stein oder Ähnliches drauf zum Beschweren, so dass die Masse nicht aus der Lake auftaucht und mit dem Deckelt verschießen. Benutzt man Gärverschlüsse wie in diesem Fall, muss da noch Wasser bzw. Lake rein.
Das Ganze an einen warmen (um die 20 Grad) Sonne geschützten Platz stellen und gären lassen. Der Vorgang dauert, je nach Wärme und Gärgut, um die 10 Tage. Danach wird das Glas verschlossen und kühl gestellt.
Nach einer Entnahme stellt man ein brennendes Teelicht auf den Beschwerstein und macht den Deckel wieder zu. Das Licht geht bald von alleine aus, wenn der Sauerstoff verbrannt ist. So bleibt das Milchsauergemüse haltbar!

Noch ein Wort zum Salz. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen braucht man ca. 2 Gramm Salz am Tag. Wenn man viel schwitzt, mehr. Bis zu 6 Gramm am Tag wird für Erwachsenen als unbedenklich erachtet. Ein Teelöffel voll Salz sind etwa 5 Gramm. Man sollte das Salz aus dem Gärgut in der Tagesberechnung der Salzmenge nicht vergessen. Am besten man verwendet sonst kein Salz und zieht das, was man zusätzlich zum natürlichen Gehalt der Gemüse braucht aus dem milchsauer Vergorenem.

Wer Brot, Wurst, Konserven und Fertiggerichte aller Art isst, nimmt ohnehin bereits zu viel Salz auf. In Deutschland liegt die aufgenommene Salzmenge im Durchschnitt bei Männern um die 12 Gramm, bei Frauen um die 8 Gramm.


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RE: Theorie und Praxis

#41 von petias , 21.10.2021 17:30

Solarstrom: DC - DC Wandler

Jeder Mensch kennt die australische Hard Rock Band AC/DC mit Songs wie "If You Want Blood You’ve Got It" oder "Back in Black".

AC für Alternate Current heißt Wechselstrom. DC für Direct Current bedeutet Gleichstrom.

Also ist ein AC - DC - Wandler ein Netzteil, das man in die Wechselstrom Steckdose steckt und das den Wechselstrom in den Gleichstrom verwandelt, welchen das entsprechende Gerät braucht. Mein Laptop z.B. läuft mit 19,5 Volt 2,31 Ampere Gleichstrom, das entspricht 45 Watt Leistung.

Da ich meinen Laptop mit der Solaranlage betreibe, bedeutete das bis heute, dass ich mit den Solarpanels Gleichstrom erzeuge und den mittels Solarregler in meinen 24 Volt Batterieblock einspeise. Von dem zieht der Wechselrichter seinen Strom und wandelt ihn in den üblichen 220V Wechselstrom um, wie er aus unseren Steckdosen kommt. In diese Steckdose (die mein Wechselrichter speist) stecke ich das Netzteil meines Laptops, das daraus wieder 19,5 Volt Gleichstrom macht, die mein Laptop braucht. Diese Transformationen gehen nicht ohne Verluste ab und auch der Wechselrichter braucht eine Menge Strom einfach um zu laufen.

Die Lösung: Ein DC - DC Wandler! Ein Gerät, das man an die Batterie anschließen kann bzw. an den Verbraucherausgang des Solarreglers und das dort den verfügbaren Gleichstrom von grob 12 oder 24 Volt abgreift und in die z.B.: 19,5 Volt Gleichstrom umwandelt, den z.B. mein Laptop braucht. Den Umweg über die 220 Volt Wechselstrom kann man sich sparen. Zusätzlich spart man sich die Gefahr eines Stromschlages und vermeidet den Elektrosmog.

Tatsächlich gibt es solche DC -DC Wandler als Universalwandler für 12 Volt Autobatterien oder 24 Volt Lastwagen Batterien. Sie sind so konstruiert, dass man sie in den Zigarettenanzünder stecken kann, und sind mit einer Vielzahl (ja nach Preis und Güte des Gerätes) von Adaptern ausgestattet, um die verschiedenen Anschlüsse an die verschiedenen Laptops oder ähnliches zu gewährleisten.

Gestern war so ein Zauberteil, das ich mir bestellt hatte in der Post. Die für meine Solaranlage benötigte Zigarettenanzündersteckdose kam dann heute und ich habe sie gleich am Lastausgang meines Solarladereglers montiert. Den DC - DC Wandler eingesteckt und hurra: mein Laptop läuft mit dem Gleichstrom der Solaranlage!

Eine zweite Zigarettenanzündersteckdose, die ich gleich mitbestellt hatte, installiere ich in der Schlafhütte. Dort liegen dann 12 Volt an.

Für Drucker, Fritz box, Radio etc. braucht man andere Gleichstromspannungen. Z.B. 3 Volt, 4,5 Volt 5 Volt, 6 Volt 9 Volt ...
Auch dafür gibt es Lösungen. Das ist dann ein weiteres Projekt!

Stromsparen macht Spaß und ist aktiver Umweltschutz – und ein Stück mehr Unabhängigkeit!


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RE: Theorie und Praxis

#42 von petias , 25.10.2021 10:19

Watt, Volt Ampere - Wat wollt ihr mehr?

Stromsparen ist sinnvoll und ökoloisch wichtig. Ganz ohne Strom zu leben ist in unserer Zeit unrealistisch. Ich habe diese Thema schon mal hier behandelt:

https://www.lichthuegelforum.de/t34f3-Buchbesprechung-Bill-Gates-Wie-wir-die-Klimakatstrophe-verhindern-1.html#msg301

Zumindest in zwei Bereichen halte ich Strom für vorteilhaft und nötig. Kommunikation und Beleuchtung.
Nur mit einem schellen weltweiten Kommunikationssystem kann Information und Wissen an jedem Punkt der Welt zur Verfügung stehen und das ist eine wesentliche Voraussetzung für Gleichheit, Freiheit und Selbstbestimmung der Menschen. Damit ist es nicht getan! De Fähigkeit damit umzugehen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, etwas Sinnvolles damit anzufangen, bleibt die große Herausforderung.
Beschränkt man Kommunikation auf Mund zu Mund Propaganda, Ist eine globale Welt nicht möglich. Nur eine globale Menschheit ist in der Lage Not und Kriege in einzelnen Regionen zu verhindern.
Hinzu kommen regionale und individuelle Bedürfnisse an Strom, wie z. B. Gefriertruhen für die Konservierung von Lebensmittel als Nahrung außerhalb der Vegetationsperiode.
Um den Strom selbst erzeugen zu können, den man braucht und um einzuschätzen, wieviel man erzeugen muss, dass er reicht, helfen ein paar elektrische Grundkenntnisse.
Elektrischer Strom ist ein natürliches Phänomen, dass sich z.B. durch Blitze zeigt. Um sich diverse Begriffe um die Stromerzeugung besser vorstellen zu können, hat sich das Wassermühlenmodell bewährt. Etwas Sichtbares, das man sich vorstellen kann, erleichtert das Verständnis für das Unsichtbare und deshalb Geheimnisvolle.
Stellen wir uns also einen Speichersee vor, von einem Bach gespeist und durch eine Staumauer begrenzt. Unten in der Staumauer ist eine Schleuse, die den Ausfluss des Wassers reguliert, das das Mühlrad antreibt.
Die Höhe des Stausees entspricht der Spannung (Volt). Die Menge des Wassers im Stausee verdeutlicht die Kapazität (Ah = Amperestunden). Die Staumauer ist der Widerstand (Ohm) Wie stark der Wasserfluss durch die Schleuse ist, entspricht der Stromstärke (Ampere) Das gedrehte Mühlrad ist die Leistung (Watt) des Modells. Das Ergebnis, die Arbeit, wäre dann das gemahlene Korn.

Die dazu passenden Formeln für die Berechnung:
Watt (Leistung) = Volt (Spannung) * Ampere (Stromstärke) durch Umstellung folgt daraus:
Volt = Watt : Ampere
Ampere = Watt : Volt

Ist die Höhe des Wasserstandes an der Staumauer höher, erhöht sich auch der Druck auf die Schleuse. Wir brauchen sie nicht so weit zu öffnen, um dieselbe Menge Wasser durchfließen zulassen, als wäre der Wasserstand geringer. Das drückt sich in Formeln so aus:
Stromstärke (Ampere) = Spannung (Volt) : Widerstand (Ohm) Umformungen:
Volt = Ampere * Ohm
Ohm = Volt : Ampere

Praxisbeispiele für die Formeln:

Mein Laptop läuft mit 19,5 Volt 2,31 Ampere, das entspricht einem Leistungsbedarf von
19,5V * 2,31A = 45,045 W

Ein Solarmodul bringt bei 20 Volt Leerlaufspannung einen Abgabestrom von 2,5 Ampere. Das ergibt eine Nennleistung von
20V * 2,5 A = 50W
Nennleistung heißt hier unter idealen Bedingungen. Scheint keine Sonne sieht es anders aus.

Eine 20 Watt Lampe braucht bei 12 Volt Batteriespannung welche Stromstärke
20W : 12V = 1,66 Ampere

Ein Radio mit einer Leistung von 5 Watt braucht bei 12 Volt
5W : 12V = 0,416A bzw. 416mA (Milliampere)

Möchte ich meinen Laptop mit einer Leistung von 45 Watt 8 Stunden am Tag mit einer Batterie betreiben (Schreiben, Recherche, Kommunikation, Dokumentationen, politische Sendungen, Filme etc.)

Brauche ich 45W * 8St = 360 Wattstunden
Eine 100Ah 12 Volt Batterie liefert 100 * 12 = 1200 Wattstunden oder 1,2 Kilowattstunden.
Rein rechnerisch sollte ich also meinen Laptop 3,3 Tage lang mit einer 100Ah 12 Voltbatterie betreiben können. Da aber auch der DC – DC Wandler was braucht, man eine Batterie im Interesse ihrer Lebensdauer nie ganz leer machen sollte bleiben ca. 2 Tage.
Die Batterie sollte sich also alle 2 Tage einmal komplett aufladen.
Ein 100 Watt Solarmodul lädt an einem Sonntag die Batterie ca. 10 Stunden lang mit 5 Ampere, also 5 Ah am Tag. Man braucht also 2 Sonnentage, um die Batterie zu laden. Allerdings kommen nur etwa 80% des Ladestroms auch in der Batterie an. Dazu sind nicht alle Tage Sonnentage und im Winter, aufgrund des Sonnenstandes ist es vor allem im Norden noch viel weniger. Man muss auch mal ein paar lichtarme Tage überstehen können. Im Winter liegt vielleicht sogar Schnee auf den Solarmodulen. Will man sicher gehen, muss man einen ordentlichen Puffer einbauen. 200 Watt Module und zwei 100Ah oder eine 200Ah Batterie wäre sicher zu empfehlen!


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RE: Theorie und Praxis

#43 von petias , 27.10.2021 09:59

Watt, Volt Ampere - Wat wollt ihr mehr? - Teil 2

Bei Speichermedien für elektrischen Strom tut sich so einiges. Besonders in Verbindung mit dem bevorstehenden Boom der Elektroautos ist die Weiterentwicklung von Batterien zu erwarten.
Derzeit benutze ich in manchmal Autobatterien, an die ich günstig herankomme, weil der Autobesitzer eine neue gekauft hat, die alte aber noch funktioniert. Ich habe ein elektronisches Ladegerät das Batterien manchmal wiederherstellen kann. Vor allem aber gibt es eine 260 Ah 12 Volt AGM Solarbatterie (in der Schlafhütte) und 4 100Ah 12 Volt AGM Solarbatterien für die "große" Anlage. Die stehen in der Bibliothek, wo ich auch meinen Arbeitsplatz habe, weil das der einzige Raum ist, der - auch wegen der Anzucht der Pflanzen für den Garten im Frühjahr - zuverlässig über Null Grad hat. Zurzeit sind es sogar ständig um die 20 Grad, weil die derzeit 6 Milchsäuregärgläser das in der Gär-Phase brauchen.

Die vier 100Ah Batterien habe ich genommen, weil ich zu der Zeit, als ich sie mir angeschafft hatte, nichts anderes bekommen konnte. Eigentlich wollte ich 2 200Ah Batterien anschaffen. Generell ist es besser, wenige große (am besten nur eine) als viele kleine Batterien zusammenzuschalten.
Sind Batterien, die man zusammenschalten möchte, verschieden alt und oder von verschiedener Kapazität zieht die schwächste immer das ganze System herunter. Die Batterien versuchen die Ladung auszugleichen und tendieren dazu, sich gegenseitig zu entladen. Aber bei gleich alten, baugleichen Batterien mit gleicher Kapazität halten sich die Verluste in Grenzen.

Man kann Batterien (sinnvollerweise, wenn man keine Kurzschüsse will) parallel schalten: Die Pluspole der Batterien werden miteinander verbunden und ebenso (mit getrennter Leitung) die Minuspole.
Oder in Reihe: Der Pluspol der einen Batterie wird mit dem Minuspol der nächsten verbunden. Deren Pluspol mit dem Minuspol der nächsten usw. Am Ende bleiben dann der Pluspol der letzten Batterie und der Minuspol der ersten Batterie übrig. Davon wird der Strom abgenommen.

Bei der Parallelschaltung bleibt die Spannung gleich (z.B. 12 Volt) aber die Kapazitäten addieren sich. Schalte ich zwei 12 Volt 100Ah Batterien parallel, so hat der Block 12 Volt 200Ah.

Bei der Reihenschaltung bleibt die Kapazität gleich, aber die Spannung addiert sich. Schalte ich zwei 12 Volt 100Ah Batterien in Reihe, so hat der Block 24 Volt 100Ah.

Da meine 510Wp Anlage für 24 Volt ausgelegt ist, muss ich je zwei meiner vier 12 Volt 100Ah Batterien zu zwei 24 Volt 100Ah Blöcke in Reihe schalten. Die beiden Blöcke werden dann parallel geschaltet zu einem 24 Volt 200Ah Block.
Ist der Block vollgeladen, stecken da 24 * 200 = 4800 Watt oder 4,8 KW an Leistung drin.

Eine der beiden Gefriertruhen braucht nach Herstellerangaben 168 kWh/annum also 168000 Watt im Jahr. Das macht am Tag 168000 : 365 = ca. 461 Watt am Tag bei 2 Gefriertruhen macht das 922 Watt am Tag. Dazu kommen die 360 W meines Laptops was einem Tagesbedarf von 1300 Watt entspricht. Da sind die 4 Stunden 3 Watt Beleuchtung für LED- Lampen schon mit drin. Rechnen wir noch den Bedarf des Strommanagers/Sinus-Inverters (Wechselrichters) und ein paar Kleinverbraucher mit, so kommen wir auf ca. 1400 Watt Leistungsbedarf am Tag, d.h. bei 4,8 KW im Batterieblock reicht das ca. 3 Tage. Um den Batterieblock voll zu laden, bedarf es bei 16 Ampere Ladestrom (im Idealfall) 12,5 Sonnenstunden. Das wären 4 Sonnenstunden am Tag. Oder entsprechend mehr, wenn die Sonne nicht scheint. Im Sommer ist das alles kein Problem. Im Winter kann das schon mal knapp werden. Aber es gibt noch die kaum ausgelastete Anlage in der Schlafhütte und noch ein paar Kleinanlagen für Licht, Handy, Taschenlampen und einen Fahrradgenerator für Notfälle. Als Puffer kann man den Laptop weniger nutzen.
Die weitere Planung sieht vor, die Stromgewinnung auszubauen mittels weitere Solarmodule und einem Windgenerator. Es bleibt spannend....


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RE: Theorie und Praxis

#44 von petias , 07.11.2021 11:57

Der Strom singt Ohm

Die Zusammenhänge zwischen Watt, Volt, Ampere und deren Bedeutung für die Selbstversorgerstromversorgung ist uns, denke ich, einigermaßen klar geworden. Der Begriff des elektrischen Widerstandes mit seiner Benennung Ohm ist uns dabei bereits begegnet, ohne allerdings, dass wir darauf näher eingegangen wären.

In unserem Mühlenmodel können wir erfahren: ist die Stauhöhe des Wasers im Mühlteich höher, also der Druck auf die Schleusenöffnung größer, brauchen wir die Schleusenklappe weniger weit zu öffnen, damit sich das Mühlrad dreht, als wenn der Wasserstand im Teich niedriger ist. Dann müssen wir die Schleusenklappe weiter öffnen, damit sich das Rad noch dreht.

Die Größe der Schleusenöffnung ist vergleichbar mit dem elektrischen Widerstand (Ohm). Je kleiner die Schleusenöffnung, desto größer ist der Widerstand. Die Wassermenge (Ampere)ist abhängig von der Stauhöhe (Volt) und der Größe der Schleusenöffnung (Ohm). Daraus ergeben sich diese Formeln:

Ampere = Volt : Ohm

Durch Umstellung bekommen wir:

Volt = Ampere * Ohm und
Ohm = Volt : Ampere

Nehmen wir die Leistung Watt (V* Ampere) dazu, ergibt sich für
Ohm auch:

Ohm = Watt : Ampere² und
Ohm = Volt² : Watt

Ein 12 Volt Lötkolben mit 4,8 Ohm Widerstand braucht daraus folgend:

Watt = Volt² : Ohm also (12 * 12) : 4,8 = 30 Watt

Die Stromverbraucher werden in der Regel in Parallelschaltung an die Batterie angeschlossen.
Ein Radio mit 5 Watt 416 Milliampere und 28 Ohm sowie zwei 20 Watt Birnen mit je 1,66 Ampere und 5,2 Ohm die parallel geschaltet an einer 12 Volt Batterie hängen addieren sich zu 12 Volt, 45 Watt, 3,736 Ampere bei 3,19 Ohm

Bei Verbrauchern in Parallelschaltern addieren sich die Leistungen und die Stromstärken. Die Spannung bleibt gleich.
Der Gesamtwiderstand wird in Parallelschaltungen geringer.
Gäbe es nur die zwei gleichen Lampen, würde sich der Gesamtwiderstand mit 7,2 : 2 = 3,6 Ohm berechnen.
Bei verschiedenen Widerständen, wie in unserem Beispiel wird es komplizierter.

Ohm gesamt = 1 : (1 : Widerstand_1 + 1 : Widerstrand_2 + 1 : Widerstand_3)

Für unser Beispiel:
1 : (1:28 Ohm + 1:20 Ohm + 1:20 Ohm) = 1 : 0,313 = 3,19 Ohm
Kompliziert? Finde ich auch! Ich muss das auch immer wieder nachsehen. Aber zum Glück brauche ich das nicht sehr oft…

Bei Reihenschaltung addieren sich die Widerstände. Der Gesamtwiderstand wird größer. Deshalb kann man aus zwei Fahrradbirnen mit je 6 Volt / 2,4 Watt / 15 Ohm, eine Lampe für 12 Volt basteln, ohne dass die 6 Volt Birnchen durchbrennen.
Bei jedem der zwei Birnchen in Reihe geschaltet kommen nur 6 Volt an.


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RE: Theorie und Praxis

#45 von petias , 26.11.2021 19:13

Wild im Wald und Zahm im Zaun (meint Schafe drinnen - Rehe draußen) - und: der nächste Winter kommt bestimmt!

Für dieses Jahr hatten wir uns fest vorgenommen endlich die hausnahen Flurstücke des Lichthügel einzuzäunen. Dadurch würden die Schafe im Winter mehr Auslauf bekommen. Die Pflanzen, vor allem die Obstbäume und natürlich auch das Wintergemüse wären (hoffentlich) vor den gefräßigen Rehen geschützt. Da es eine Wildfütterung nicht weit vom Lichthügel gibt, ist das gut zu verantworten.

Der Winter rückte näher und der Zaun blieb ungebaut. Aber dank der Initiative von Okay, der mich tagtäglich zum Zaunbauen animierte, haben wir es doch noch geschafft! 350 Meter Ursusgeflecht wurden gespannt und zwei der geplanten 5 Tore gebaut. Die anderen drei Toröffnungen erst mal provisorisch verrammelt.


Das Haupttor an der Einfahrt. Das Schild über die "Schöne Winterzeit" hat Nachbarin A. beigesteuert.


Gleich hinter dem Doppeltor der Einfahrt sieht man Okay beim Holzmachen. Den von mir am Vortag mit gehackten Scheiten gefüllten Kubikmeter Käfig hat er schon fast in die Brennholzschuppen verräumt.


Aber jetzt wird erst mal eine Runde gesägt!


In diesem Schuppen werden die Scheite angerichtet. Im Anschluss schützt wieder der Zaun!



Dieses Tor macht den Zaun an der oberen Flanke des Grundstückes für Menschen durchlässig, Für die Schafe, wenn sie die Weide wechseln. Rehe sind hier nicht gestattet! Das eingezäunte Stück Weide gegenüber dem Tor gehört zum Nachbarn. Weiter vorne schließt die "Obere Weide" des Lichthügels an.


Unsere Schafherde tut sich an einem heute freigegebenen Stück frischer Weide gütlich. Der neue Zaun machts möglich. Der neu gefallene Schnee scheint sie nicht weiter zu beeindrucken!
Höchste Zeit noch ein paar Hagebutten zu ernten!


Die Mispeln neben dem Heustadel brauchen noch ein paar knackige Fröste!



Am Ende des Tages habe ich den Kubikmeter Käfig wieder voll gehackt, damit Okay morgen früh, während ich schreibe, was zu tun hat.


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