RE: Theorie und Praxis

#16 von petias , 25.06.2020 09:39

Ökologischer Imperativ

„Jeder verhalte sich hinsichtlich seines Ressourcenverbrauches und seines ökologischen Fußabdruckes, so, dass, wenn alle Menschen der Erde sich ebenso verhalten würden, die Erde das verkraften und unversehrt auch die folgenden Generationen beherbergen kann.“

Dieser „Ökologischen Imperativ“, in Anlehnung an den „Kategorischen Imperativ“ von Immanuel Kant, scheint mir eine theoretisch sinnvolle Zielsetzung.

Das ist erst mal recht lehr- oder gar leerformelhaft. Da braucht es "Ausführungsbestimmungen". Zu konkretisieren, wie die aussehen könnten, ist meinerseits eine der Hoffnungen, die ich mit diesem Forum verbinde.

Konkret bedeutet das im Moment für mich: Leben auf dem Lande, kein eigenes Auto, wenig Strom und den überwiegend selber erzeugen, Komposttoilette statt WC, Heizen mit Holz, das auf dem Grundstück wächst oder im nahen Wald gesammelt werden kann, Anbau von Gemüse und Obst, sammeln von Wildkräutern und Beeren, kein Fleisch essen, Tiere als Freude und Partner, nicht als Sklaven halten, Einbindung in eine lokale Gemeinschaft mit gegenseitiger Unterstützung...

Weitere Themen: Sinnvolle Technik, (Regen-)Wassermanagement, (lokal-)politische Aktionen, (Plastik-)Müllvermeidung, Umgang mit sozialen Medien, Positionierung zum Dataismus…


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RE: Theorie und Praxis

#17 von petias , 04.07.2020 09:29

Entwicklung 8
Okay kam noch im Dezember wieder zurück. Ich pflegte Mitte Dezember bis Mitte Januar eine Verwandte in München, und war nicht auf dem Lichthügel. Über Weihnachten hatten sich zärtliche Bande zwischen Okay und einer Dorfbewohnerin gesponnen und Okay wohnte hauptsächlich bei ihr. Tagsüber bauten wir ein Zimmer im Haus des Lichthügels für ihn aus. Decke isolieren, Lehmputz an die Wände, Elektrische Leitungen, Ofen aufstellen...
Mittlerweile verbringt er die meiste Zeit auf dem Lichthügel und seine Freundin und ihre Familie, (Söhne, Mutter) sind auch für mich Freunde geworden. Der enge Kontakt zu einem prominenten Mitglied der Dorfgemeinschaft hat unseren Anschluss an Dorf und Bevölkerung sehr befördert.
Diesen Januar zog Niko wieder im Lichthügel ein. In einer schnellen Spontanaktion haben wir für ihn ein kleines Zimmer ausgebaut. Auch wenn er einigen der Ideen von mir und Okay eher skeptisch gegenübersteht, ist er doch (oder gerade deshalb) eine grandiose Bereicherung der Lichthügelgemeinschaft.
Mit den 5 Schafen und den zwei Katzen (Flecki hat mich heute Morgen stolz mit ihrer ersten Maus begrüßt) sind wir eine schrecklich nette Familie.


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RE: Theorie und Praxis

#18 von petias , 12.07.2020 09:58

Blattläuse

Bei uns im Garten gibt es keine größeren Ansammlungen von Blattläusen zu sehen. Dafür eine Menge Marienkäfer und Schlupfwespen. "Schädlinge" und Nützlinge halten sich die Wage. Anders sah es im Gewächshaus aus, das diese Jahr vom Okay betreut wird.
Die Tomaten hat er ausgelagert und dafür zwei Tomatenstände gebaut, an sonnigem Platz, eines am Haus, mit zurück klappbarem Dach. Tomaten mögen es nicht, so heißt es, wenn sie von oben her nass werden. Sie mögen das Wasser direkt an die Füße, und da sollte es immer schön feucht sein.

Tatsächlich gedeihen die Sträucher bislang recht gut.
Im Gewächshaus blieben Gurken und Paprika, die es wärmer mögen und feuchter vom Klima her. Auch die gedeihen gut, wir hatten schon viele leckere Gurken und es wachsen, noch grün, einige schöne Paprika an den Stauden.

Aber einige der Paprikapflanzen sind arg von Blattläusen heimgesucht. Okay hat es mit der üblicherweise als erstes empfohlenen Brennnessel- Jauche versucht. Er hat Brennnessel gepflückt und in Wasser eingeweicht. Nach 24 Stunden soll man, drei Tage Lang, die Befallenen Blätter damit einsprühen. Der Erfolg war minimal.

Nach ein bis drei Wochen wird die Brennnesseljauche zum Flüssigdünger. (Man merkt es am Geruch.) Damit kann man die Pflanzen Düngen. Oft sind Blattläusebefall ein Zeichen von einem Wachstumstop aufgrund von Nährstoffmangel. Aber auch das hat nicht geholfen.

Wir sind dazu übergegangen, Marienkäfer im Garten zu sammeln und ins Gewächshaus zu bringen. Aber die Ameisen, die die Blattläuse als Melkkühe halten, verjagten sie immer wieder.
Oder es war den Käfern einfach zu heiß und feucht. Sie verzogen sich so schnell wie möglich wieder.

Schließlich kam Okay auf die Idee, die Pflanzen tagsüber ins Freie zu stellen, an sonnige geschützte Plätze. Innerhalb kürzester Zeit war die Blattlausfrage geklärt. Schlupfwespen kamen geflogen und schmausten genüsslich an den Blattläusen. Die Ameisen hatten keine Chance gegen die fliegend- schwebenden Schlupfwespen.


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RE: Theorie und Praxis

#19 von petias , 17.07.2020 09:10

Heuschuppen 1

Der Spitzboden über dem Schafstall ist schon vollgestopft mit Heu. Aber das reicht noch lange nicht für den langen Winter, um die Schäflein satt zu bekommen. Gras gibt es genug. Tatsächlich sind einige unserer Wiesen schon überreif. Aber das Heu muss nach zwei bis drei Tagen Trocknung sicher untergebracht werden. Ein Schuppen fürs Heu muss her.
Da wir unser Heu lose einbringen (nicht pressen) braucht es mehr Platz als die Hochdruckbüschel wie sie aus den Pressen in der Landwirtschaft kommen oder gar die Großballen aus den Pressen für Maschinenringe und Großbetriebe.

Das Geld ist knapp, die Bau- Mittel für die Sommersaison schon verbraucht. Wir überprüfen unsere Bestände. Der Bauholzschuppen wurde ausgeräumt. Da lagert soviel Holz und leider auch manches andere, teilweise tief vergraben, dass wir den Überblick verloren haben.

Da bleibt nur alles auszuräumen, zu sortieren und wieder geordnet einzuräumen. Balken gibt es genug. Verschiedenen Stärken und Längen, einige neu, die meisten sehr alt, aber noch alle zu gebrauchen. Dachlatten sind auch noch da, dicke und dünne. Wir entscheiden uns aus Stabilitätsgründen für die dickeren. Auch wenn es die letzten Jahren kaum Schnee gab, heißt das nicht, dass das so bleibt. Der Klimawandel bringt Wetterextreme, nicht das Mittelmeerklima ins Thüringer Mittelgebirge. Da müssen wir noch zwei Pakete kaufen.

Als Dacheindeckung werden wir die vor einigen Monaten als Sonderangebot erworbenen Trapezbleche benutzen, mit denen wir unsere Holzstöße abgedeckt haben und Brennholzschuppen bauen wollten. Das erst noch zu sägenden und hackende Holz kann auch noch eine Weile auf ein Dach verzichten.

Eine Packung selbst schneidende Schrauben mit Dichtring für die Befestigung der Dachbleche muss auch noch besorgt werden, die Überreste vom Schafstall reichen nicht aus.
Als Bauplatz wird ein Areal nahe des Schafstalls ausgesucht, zwischen dem Mandelbäumchen und einer Mispel.

Der künftige Grundriss: 3,60m mal 3,60m. Höhe: im Mittel 2,50m (hinten höher, vorne etwas niedriger, wegen des Gefälles zum Abfluss des Regenwassers. Auf diese Weise reicht eine Dachrinne, um das Wasser für den Gebrauch im Garten aufzufangen (-> Regenwassermanagement) aber das kommt später.)

Erst mal wird der Platz eingeebnet. Als Fußboden sind Paletten vorgesehen, von denen wir genug haben.
Von den Balkenschuhen mussten wir auch noch zwei kaufen, um die Balken fest auf Punktfundamenten verschrauben zu können. Beton, sowie Kunststoff und Ton- Rohre für die Punktfundamente, die die 8 senkrechten Balken tragen haben wir auch. Den Beton zweigten wir von der halbfertigen Regenwasserzisterne ab. Zur Zeit regnet es genug und das Heu hat Vorrang, die Zisterne muss noch etwas warten.

Betonfundamente, senkrechte Balken auf die richtige Länge bringen und anschrauben, die drei dicken Tragebalken des Daches auf den senkrechten Balken montieren, verzapfen und annageln, die Diagonalstreben (auch mit Hilfe von dicken Dachlatten) setzen, die Dachlatten auf die drei Dachbalken montieren in 40 cm Abstand. Und oben drauf, schön überlappend und regendicht, das Trapezblechdach.
5 Tage Arbeit bisher. Ein paar Stunden pro Tag, denn es gibt auch sonst noch einiges zu tun.

Fehlen noch die Seitenverschalungen, bevor das Heu kommen kann. Damit geht es heute los. Dazu später mehr!


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RE: Theorie und Praxis

#20 von petias , 21.07.2020 08:34

Heuschuppen 2

Bei den Seitenwänden wollte ich aus Kostengründen einen Flickenteppich aus restlichen Brettern und Sichtschutz- Palisaden, von denen es noch ein paar gab, zusammenpfuschen, zumindest provisorisch, um das Heu, das zum Teil schon zum Trocknen in der Sonne lag, schnell bergen zu können.

Aber Freundin und assoziiertes Lichthügelmitglied U., Eigentümerin der Schafe und Partnerin von Okay, erhob Einspruch. Sie arrangierte kurzfristig mit unserem Nachbarn H., dem Minisägewerksbesitzer, eine Lieferung von frisch gesägten Schwartlingen, wie sie den Schafstall so ansehnlich kleideten, schon für diesen Tag. Kaum waren die Dachbleche, zuvor noch eher sporadisch befestigt, ordentlich verschraubt, konnten wir auch schon die Bretter holen. Sie wurden uns mit Traktor und Anhänger an die obere Grundstücksgrenze geliefert, von der wir sie zum Schuppen hinunter schleppten.

Unterbrochen von gelegentlichem Heuwenden, schafften wir es, Rückwand und linke Seitenwand zu verkleiden.
So konnten wir in das dadurch entstehende Eck des Schuppens, gerade rechtzeitig, das fertige Heu von der Wiese einlagern.

Am nächsten Tag, schon wieder neues Heu war im Entstehen, folgten die restlichen Wände. Nur die Tür bleibt vorerst noch offen. Okay hat den Zuschnitt der Bretter so geschickt ausgezirkelt, dass wir unser Werk mit dem letzten Stück Schwarte vollenden konnten. Nachbar H. hat offensichtlich ein gutes Auge für Flächen und Zuschnitt.

Die unteren Ränder des Schuppens verkleideten wir mit Steinen, die es auf dem Lichthügel zuhauf gibt.

Nach der Heuernte können wir uns in Ruhe daran machen, die Tür zu bauen und die Dachrinne zu installieren, die den Schuppen an unser Regenwasser- Management- System (entsteht gerade, dazu später mehr) anschließt.

Stand jetzt ist der Schuppen schon halb mit Heu gefüllt. Die letzten zwei Nächte habe ich ihn auf seine Eigenschaften als Kraftort hin untersuchet, indem ich da geschlafen habe. Das duftende Heu, die gelegentlichen leisen Geräusche der nahen Schafe, meine erschöpfte Müdigkeit durch die Anstrengungen des Tages: alles passt. Einfach rund herum gut! So sehen Glücksmomente aus. Und Glück ist, wenn diese Momente überwiegen!


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RE: Theorie und Praxis

#21 von petias , 28.07.2020 08:18

Regenwassermanagement am Lichthügel

In den letzten Jahren wurde es - nicht nur auf dem Lichthügel - immer trockener. Um die zahlreichen Neuanpflanzungen an Bäumen und Sträuchern und natürlich das Gemüse am Leben zu erhalten, musste wir mehr und mehr Trinkwasser einsetzen. Das wirkt sich Jahr für Jahr ganz erheblich auf die Jahresabrechnung mit der Firma Rennsteigwasser und die von ihr neu festgesetzten Pauschalen aus.

Aber noch schlimmer, was passiert, wenn bei einer Trockenheit in der Zukunft das Trinkwasser rationiert werden muss, weil es nicht mehr genug davon gibt, um die Menschen mit Wasser zu versorgen?

Die Wetter werden extremer. Lange Trockenzeiten wechseln mit tagelangen Sturzfluten ab, die der harte Boden gar nicht aufnehmen kann, und die weitgehend ungenutzt abfließen. Und wenn die Sturzfluten ausbleiben, muss man gar mit den spärlichen Schnee- und Regenfälle des Winters vorliebnehmen.

Das Wasser muss gespeichert werden.

Spare beizeiten, so hast du in der Not.

Um das Regenwasser nutzen zu können, muss man die Dachrinnen sich nicht in die Oberflächenentwässerung entleeren lassen, sondern muss das Wasser auffangen und aufbewahren.

Freundin U. hat uns zwei 1000l fassende würfelförmige Behälter geschenkt, wie sie ab und an aus der Industrie anfallen und Leuten mit Beziehungen günstig zur Verfügung gestellt werden. Das eine der zwei Fässer setzten wir auf einen Sockel auf die eine Seite des Hausdaches und leiteten die Dachrinne da hinein.
Das Wasser der anderen Dachhälfte fängt, gesteuert durch eine Klappe im senkrechten Fallrohr, eine bereits vorhandene 350l Wanne auf.

Das Haus steht ganz unten am Grundstück. Um das Wasser in den deutlich höher gelegenen Gärten einsetzen zu können, muss es nach oben gepumpt werden.
Zu meinem 68 Geburtstag bekam ich von Freunden eine Regenwasserpumpe geschenkt, die Wasser bis zu 40m hoch pumpen kann.

Das zweite 1000l Fass ist an der einen Dachhälfte des Schafstalles angeschlossen. Die andere Dachhälfte entleert sich in ein im Boden vergrabenes 500l Fass. Auch da muss gelegentlich umgepumpt werden. In der Nähe des Schafstalles liegt der zweite Garten und die entstehenden Kleinfelder.

Wasser vom Haus wird in die Gießbehälter der Gärten umgepumpt.

Da das Fassungsvermögen der vorhanden Auffangbehälter den gelegentliche Regengüssen nicht gewachsen ist und die aufgefangenen Regenmenge oftmals nicht bis zum nächsten Regen reicht, kamen wir auf die Idee, eine große zentrale Regenwasserzisterne auf Höhe der Gärten zu bauen.
In tagelanger Arbeit gruben Okay und ich mit Pickel (Spitzhacke) und Schaufel ein großes Loch aus dem steinigen Boden. In dieses Loch bauen wir ein ca. 10m³ großes Betonbehältnis, abgedichtet mit Dichtschlamm. Dort hinein wollen wir das an den Dächern anfallende Regenwasser pumpen und zwischenspeichern.

Bisher stehen die ersten 5 Reihen Betonsteine, armiert mit Baustahl und ausgegossen mit Beton. Es fehlt noch eine Reihe und die Kuppel mit Schacht, die die Zisterne abschließt. Sommeraktivitäten wie Gartenarbeit, Heu- machen, Heuschuppen bauen, Brennholzgewinnung ... haben die Arbeiten erst mal unterbrochen. Aber bald soll es weitergehen!

Wir werden in den nächsten Jahren auch noch die anderen Gebäude wie der Lagerfeuerpavillon, der Heuschuppen und die anderen Schuppen mit Dachrinnen und Auffangbehältern versehen, damit sollte, mit der Zisterne als Puffer, genug Wasser für den Garten anfallen, um uns ausreichend feucht über die trockenen Sommer zu bringen.


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RE: Theorie und Praxis

#22 von petias , 18.08.2020 11:10

Was tun: zum Problem Klimawandel und Umweltzerstörung?

Dieser Beitrag setzt auf den Beiträgen #2 bis #6 im Forum "Literarische Ecke" zum Thema "Philosophie" auf.

Zitat von petias im Beitrag Philosophie
Um zu #2 "Wo stehen wir?" im Forum "Literarische Ecke" Thema "Philosophie" zu gelangen, bitte auf das darüberstehende blau geschriebenen "Philosophie" klicken


Die skizzierten Probleme können nicht von einem Einzelnen gelöst werden, aber sie erfordern die Mitarbeit jedes Einzelnen.

Wenn wir auf die Anweisungen von oben warten, die uns aus den Krisen holen sollen, dürfte es zu spät sein. Fangen wir an:

CO²- und Methangas Ausstoß reduzieren
CO² (Kohlenstoffdioxid ) ist ein Indikatorgas für den Klimawandel. Es reichert sich immer mehr in der Luft an und befördert den Treibhauseffekt und dieser den Klimawandel.
Methan wird in der Erdatmosphäre zu Kohlenstoffmonoxid und schließlich zu Kohlenstoffdioxid oxidiert. Die Kohlenstoffdioxidemissionen bei Verbrennung betragen 2,74 kg CO²/kg Methan.

Was kann jeder Einzelne tun, um den CO² Ausstoß zu reduzieren?

Link zum WWF - Klimarechner: Individuellen CO² Fußabdruck berechnen

* Nicht Fliegen sondern Wandern, Radfahren, Videokonferenzen

* Möglichst wenig Autofahren sondern Laufen. Radfahren, Fahrgemeinschaften bilden

* Möglichst wenig Tierprodukte verwenden sondern weitgehend vegan leben. Unser Fleisch- . Eier- und Milchproduktekonsum erfordert gigantische Tierherden, deren Methanausstoß zu großer CO² Produktion führt. Außerdem, würden wir statt Tierfutter Gemüse anbauen, könnten davon 7 mal mehr Menschen satt werden, als wenn sie Fleisch äßen.

* Statt hoher Zimmertemperatur in der Heizperiode sich lieber wärmer anziehen und mehr bewegen

* Strom sparen, Ökostrom verwenden, alte Stromfresser ersetzen, am besten durch keine Neuen!

* Keine (wenig) Importe verwenden sondern regionale Produkte während der Saison. Am besten aus dem eigene Garten. Aber Vorsicht: manche regionalen Produkte die im Gewächshaus mit viel Heizenergie und Spezialdünger gezogen werden, haben ein schlechter Ökobilanz als saisonale Importe.

* Waren gebraucht kaufen statt neu, reparieren statt ersetzen, leihen, mit anderen gemeinsam benutzen wo möglich und sinnvoll

* Wenige nötige und nützliche Dinge besitzen statt viele aufwendige und überflüssige - small is beautiful - werden wir Minimalisten

Weitere Überlegungen und Maßnahmen zum Umweltschutz

* könnte man nicht auf dem Land leben, statt in der Stadt?

* könnte man nicht ein billiges altes Haus auf dem Land kaufen und in Eigenleistung herrichten, statt ein neues am Stadtrand und sich zeitlebens verschulden?

* spätestens Corona hat gezeigt, dass "Home Office" in vielen Bereichen geht. Dann könnte man doch auch auf dem Land leben!

* selber garteln und den Rest als Bio kaufen Aber: Auf das Bio- Label achten. "Bio" an sich, ist kein geschützter Begriff und bedeutet noch gar nichts.


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RE: Theorie und Praxis

#23 von petias , 21.08.2020 21:17

Was tun: zum Problem: Die Daten, die wir von uns preisgeben, machen uns gläsern und nehmen uns die Freiheit?

Dieser Beitrag setzt auf den Beiträgen #2 bis #6 im Forum "Literarische Ecke" zum Thema "Philosophie" auf.

Zitat von petias im Beitrag Philosophie
Um zu #2 "Wo stehen wir?" im Forum "Literarische Ecke" Thema "Philosophie" zu gelangen, bitte auf das darüberstehende blau geschriebenen "Philosophie" klicken


Viele Programme, die wir täglich nutzen im Handy und im Computer, besonders die kostenlosen, sammeln alles an unseren Daten, was sie bekommen können und stellen sie Datenhändlern zur Verfügung. Algorithmen lernen uns über kurz oder lang dadurch besser kennen als wir uns selbst. Damit sind wir leicht manipulierbar, ohne dass wir es merken. Wir verlieren unsere Freiheit.

Hier ein paar Vorschläge zur Programmwahl:

Kostenlose Emailprogramme leben vom Datensammeln und Werbunganbieten. Wenn sie von uns kein Geld bekommen, müssen sie es sich anderswo holen.
Ich benutze POSTEO
https://posteo.de/de
Posteo wird von einer Berliner Firma betrieben und kostet 1€ pro Monat. Es ist völlig werbefrei und sammelt keine Daten über uns. Es kennt uns nicht. Es gibt nur die Emailadresse uns sonst nichts. Wenn man das Geld nicht überweisen will (wegen der Überweisungsdaten) kann man sich einen Code generieren lassen. Den legt man in einen Briefumschlag zusammen mit einem Geldschein, z.B. 20€ und sendet es anonym an die Firma. Und schon hat man seine Emailadresse für 1,5 Jahre bezahlt.

Messenger
die meisten, ca. 1,6 Milliarden Menschen nutzen WhatsApp. Das wurde von Brian Acton und anderen entwickelt und 2014 von Zuckerbergs FaceBook übernommen für 19 Milliarden Dollar. Aus diesem Geld spendete Brian Action 50 Millionen der gemeinnützigen Signal-Stiftung, die sich seitdem aus Spenden finanziert und den Messenger SIGNAL entwickelt und betreibt, der auch von Edward Snowden empfohlen wird. Ziel der Stiftung ist es, für alle Menschen den freien Meinungsaustausch in geschützter Privatsphäre sicherzustellen.
https://signal.org/install

Google
an Google als Suchmaschine führt derzeit kaum etwas vorbei. Das ist nicht unbedenklich. Wer bestimmt, was in welcher Reihenfolge an Informationen angezeigt wird, wenn man einen Suchvorgang startet, hat große Macht.
Wenn es auch zu Google derzeit kaum Alternativen gibt, so empfiehlt sich zumindest eine Anonymisierung der Google- Anfrage. Aus den Anfragen, man startet, lassen sich sehr passgenaue Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Suchenden ziehen.
Das Programm
Startpage
gibt die Anfragen des Nutzers anonym an Google weiter und leitet die Antwort an den Fragenden zurück, ohne seine Identität preiszugeben.
Also: die Suchanfrage an Google in Startpage eingeben und dieselben Ergebnisse anonym erhalten!

Microsoft - nicht so oft
Microsoft ist ein gigantisches USA- basiertes Unternehmen. Der Einfluss des Staates auf Microsoft ist nicht überschaubar.
Zu den meisten Microsoft- Produkten gibt es sehr brauchbare OPEN SOURCE Alternativen.
Open Source bedeutet, dass der Quellcode offengelegt ist, und von Programmierern auf der ganzen Welt überprüft werden kann.

Beispiele;
Linux (UNIX) statt Windows
Open Office statt Microsoft Office


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RE: Theorie und Praxis

#24 von petias , 03.05.2021 23:04

Zement in der Hochbeetmauer

Heute haben Okay und ich unser sechstes Hochbeet betoniert. Wir bauen eine Schalung. In die hinein geben wir Steine wie es sie zuhauf auf dem Grundstück gibt und verbinden sie mit Beton. Zur Festigkeit sind noch ein paar Stahlstangen eingearbeitet.
Die Steine sind teilweise nach dem Entfernen der Schalung sichtbar, von Beton eingerahmt. Das finde ich ganz hübsch.
Sechs Stunden haben wir zusammen gearbeitet. Okay hat schon vorher die meisten der Betonsäcke den Hügel hinaufgeschleppt.
Die ersten alten Hochbeete hatten Holzwände aus den Brettern des baufälligen Schuppens, den wir vor Jahren abgerissen hatten. Sie müssen dringend ersetzt werden.

Für einen Tonne Zement entsteht eine Tonne CO2. Da kann man nicht viel dagegen tun. Es ist ein chemischer Prozess.
1838 entstand in Deutschland das erste Zementwerk. Das ist noch keine 200 Jahre her. Vorher ging es anders. Es wäre sicher reizvoll, auf solche Techniken zurückzugreifen. Aber mit den Experimenten warte ich noch eine Weile. Jetzt haben wir es gut raus, diese Beton - Stein - Hochbeete zu bauen. Und die hölzernen müssen wirklich ersetzt werden! Das ziehen wir jetzt durch...


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RE: Theorie und Praxis

#25 von Advocatus Diaboli , 07.05.2021 08:47

Zitat von petias im Beitrag #24
Für einen Tonne Zement entsteht eine Tonne CO2. Da kann man nicht viel dagegen tun. Es ist ein chemischer Prozess.
1838 entstand in Deutschland das erste Zementwerk. Das ist noch keine 200 Jahre her. Vorher ging es anders. Es wäre sicher reizvoll, auf solche Techniken zurückzugreifen. Aber mit den Experimenten warte ich noch eine Weile. Jetzt haben wir es gut raus, diese Beton - Stein - Hochbeete zu bauen. Und die hölzernen müssen wirklich ersetzt werden! Das ziehen wir jetzt durch...


Kopf in den Sand
Vergiss den Verstand
Mach was dir gefällt
Scheiß auf die Welt


Das ist schwach! Du könntest die alten Bretter durch neue ersetzen, petias, und sie künftig pflegen, damit sie länger halten. Oder was ist mit Trockenmauern? In deiner Gegend gibt es viele davon. Teile der alten Häuser sind damit gebaut. Bei vielen flachen Steinen wie im Schiefergebirge bietet sich das an.
Und was fällt dir ein? Fertigbeton aus dem Baumarkt? Jämmerlich!


In der Theorie: CO²- Reduktion
in der Praxis: Fertigbeton


Jämmerlich!


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RE: Theorie und Praxis

#26 von petias , 07.05.2021 11:33

Hey, Teufelsanwalt. Seit wann bist du unter die Schüttelreimer gegangen.
Aber du hast recht. Ich bekenne mich in allen Punkten schuldig.
Aber niemand ist perfekt. Irgendwo muss man anfangen. Aller Anfang ist schwer!
Die Hochbeete sind schön, stabil, verwenden lokale Steine. Das ist doch schon ein Anfang.
Trockenmauern sind dick und erfordern ein Geschick, das mir noch fehlt. Wir haben eine gebaut, um den Aushub für die Zisterne aufzufangen. Die zwei Leute, die davon eine Ahnung haben und die sie gesehen haben, haben sich vornehm jeden Kommentars enthalten.

Aber ich werde mich mit zementfreien Mörteltechniken befassen. Spätestens nach dem Felsenkeller, versprochen!


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RE: Theorie und Praxis

#27 von petias , 08.06.2021 09:09

Neues von der Wasserfront
in den letzten Tagen ist einiges in Sachen Wassermanagement passiert. Die Zisterne wurde "eingeweiht". Nicht durch einen feierlichen Akt, sondern ganz profan, einfach durch das Umpumpen von vollgelaufenen Fässern an Schafstall und Haus.
Erste Wasserstandsmeldung: 25cm. Am nächsten Tag (gestern) wurde die Messung bestätigt. Sie schein dicht zu sein.
Gestern kamen noch ein paar 100 Liter dazu. ich muss wieder messen.

Am Heuschuppen wurde nach Schafstall und Haus (jeweils eine Dachseite) ein weiterer 1000 Liter Tank installiert und eine Dachrinne als Zuleitung. Der ist durch den Regen der letzten Tage bereits zu drei Vierteln voll.

Die Wasserleitung, die seit Jahren ungenutzt vom Haus in den Garten hoch führt, zusammen mit Strom- und LAN-Kabel, wurde angeschlossen.
Dazu haben wir eine Wasserzapfstelle auf einen Schacht des Leitungsgrabens gesetzt.
Sie steht nicht weit von der Zisterne entfernt und ist eine Trinkwasserquelle im Garten. Zum Gartengießen - man könnte einen Gartenschlauch dranstecken - soll sie aber möglichst keine Verwendung finden. Nur in Notfällen, wenn unsere Regenwasservorräte erschöpft sind, die Trinkwasserversorgung aber noch funktioniert.

<Bild>

Aber bisher war der Sommer eher feucht!


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RE: Theorie und Praxis

#28 von petias , 27.06.2021 22:10

Die Heusaison 2021 ist eröffnet!

Heute kam der neue Kreiselmäher von U. zum Einsatz. In gut zwei Stunden wurde die ganze obere Wiese gemäht (ca. 2000m²).
Das wird knapp! Am Dienstag soll es regnen, und das sturzbachartig. Aber noch sind die Heuspeicher fast leer. Da könnte man noch etwas zu feuchtes Heu locker ausbreiten und nachtrocknen. Oder auf einen Haufen machen und mit Plane abdecken. Aber vielleicht reicht es, wenn wir morgen fleißig wenden, dass wir das Heu am Abend reinbringen. Das wäre ein guter Anfang.
Die Wasserfässer müssen in die Zisterne umgepumpt werden, damit der Regen am Dienstag nicht ungenutzt davonläuft. Bisher liegen wir gut, in Sachen Wassermanagement. Aber der Großteil des Sommer kommt erst noch.
Dann gehe ich mal ins Bett. Das Ergebnis Belgien - Portugal, es steht gerade 1 zu 0, erfahre ich auch morgen noch. Gute Nacht!


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RE: Theorie und Praxis

#29 von petias , 01.07.2021 08:31

Die Heusaison 2021 ist eröffnet! - Teil 2

Es war sehr anstrengend! Da der Elektroschafzaun im Weg stand, um die vollen Heusäcke im Rutschverfahren zum Heuschuppen zu bringen, habe ich zwischen zwei Heuwendezeiten noch eine Heusack- Autobahn, aber nur einspurig durch die Hangwiese mit der Sense gemäht. Wir waren meistens zu dritt. Okay, seine Freundin U. und ich. Es dauert schon eine gute Stunde, um das Heu der 2000m² Wiese zu Wenden.
Ab 18 Uhr war das Heu, dank fleißigen Wendens, trocken genug zum Einbringen. Man kann es am Rascheln hören, ein bekannter Ton, der beim Wenden entsteht, wenn das Heu fertig getrocknet ist. Es hat bis 20:30 Uhr gedauert, bis wir alles eingefahren hatten. Es fühlte sich an, als wäre das schon mehr als die Hälfte des Jahresbedarfs unserer Schafe. Aber das täuscht! Das locker aufgeschüttete Heu sackt noch in sich zusammen, und das noch kommende Heu verdichtet es weiter. Schließlich werden wir noch drauf herumspringen, um es zu verdichten. Aber knapp die Hälfte dürfte es schon sein. Und in optimaler Qualität. Zur rechten Zeit geerntet und nicht einmal nass geworden. In nur zwei Sonnentagen. Die Schafe werden es zu schätzen wissen! Und wie es duftet und von welch angenehm grüner Farbe es ist. Kein Vergleich mit dem zuletzt zugekauften Heu vom letzten Jahr, das dagegen grau und muffig ist.
Die Angebote an zu mähenden Wiesen sind reichlich. Wir werden noch etwas mehr machen als im letzten Jahr, soviel die Speicher (Heuschuppen und über dem Schafstall aufnehmen können. Und in Verbindung mit dem neuen Futternetz, durch deren 4cm Kantenlänge messenden Quadrate die Schafe ihre Leckerbissen ziehen müssen, soll eine Einsparung des Futterbedarfes bis zu 30 Prozent bringen. Der Grund: die Schafe werfen nicht so viel auf den Boden und verwenden es als Einstreu. Nachteil: man muss extra Einstreumaterial vorhalten. Aber das braucht natürlich nicht von so guter Qualität sein wie das Futter. Die Erfahrungen des letzten Winters haben uns die benötigte Heumenge besser einschätzen lassen. Mal sehen, was die Erfahrungen des nächsten Winters zeigen!


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RE: Theorie und Praxis

#30 von petias , 11.07.2021 08:50

Heusaison 2021 - schleppender Verlauf, neue Techniken!

Seit Ende Juni, dem furiosen Start in die Heusaison 2021 (siehe die beiden vorherigen Beiträge), gab es keine zwei oder gar drei aufeinanderfolgende heiße Tage, die es gerechtfertigt hätten, dass wir ein größeres Stück Wiese mähen, mit der Absicht Heu zu machen. Schaf- und Heupartnerin des Lichthügels U. wollte ihre Flächen abgemäht haben, und das Gras wurde durchweg wenigstens einmal nass. Das Heu ist natürlich trotzdem zu gebrauchen, und die Schafe werden im Winter noch froh darüber sein.

Auf dem Lichthügel gehen wir derzeit etwas anders vor. Stehen wenigstens ein oder eineinhalb Tage Heuwetter in Aussicht, mähe ich morgens ein überschaubares Stück mit der Sense. Das betroffene Gras ist dann bis zum Regen insoweit angetrocknet, dass man es auf Haufen rechen und über das Gewitter hinweg mit einer Plane abdecken kann. Dabei bewähren sich unsere frisch gebauten Holz- Aluprofilgestelle, die die Schutznetze gegen Schädlinge tragen und die zu schützenden Pflanzen vom direkten Kontakt mit den Netzen bewahren sollen. Die Netze sind bestellt, aber noch nicht eingetroffen. So tragen die Gestelle die Baufolie und schützen das werdende Heu vor kompletten Luftabschluss durch die Folie. Nach dem Regen, am nächsten Morgen z.B., nachdem der Boden abgetrocknet ist, wird die Plane wieder entfernt und das halbfertige Heu wieder über die gemähte Wiese verteilt. Manchmal bedarf es zwei dieser Folienzyklen, bis das Heu eingebracht werden kann. Das macht zwar mehr Arbeit, aber so wächst der Heuvorrat doch, wenn auch langsam weiter an.

Aber Nachbar H. hat uns noch ein großes Stück Wiese übrig gelassen für die Heuernte und davon abgesehen, es mit seinem Rasenmähertraktor kleinzuhexeln. Dafür bräuchten wir dringend wenigstens zwei warme Sonnentage! U. Kreiselmäher steht schon, fertig aufgetankt, bereit.


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zuletzt bearbeitet 20.07.2021 | Top

   

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