RE: Dies und das, für jeden was

#271 von petias , 11.07.2023 08:34

Ein heißes Wochenende

Die "Obere Wiese" wartete darauf, Heu für den Winter zu liefern. Da für Montag Abend und Dienstag Regen angesagt war (von der App, ist aber längst abgesagt und auch nicht eingetroffen) mähten wir Freitag gleich die ganze Wiese, weil das Heu nicht nass werden sollte.
Mähen mit dem Kreiselmäher, Wenden mit dem Rechen von Hand. Bis Samstag Nachmittag ging alles gut. Wir hatten mit der Ernte angefangen und stöhnten unter der Hitze. Dann war ich plötzlich alleine, widrige Umstände verhinderten die Mithilfe Anderer. Nur eine Gästin lieh mir zeitweise ihre zarte Hand, ich ihr im Gegenzug mein Ohr - unterm Strich ein Nullsummenspiel. Der Heustadel war von der letzten Heuernte schon gut gefüllt und so musste ich zwischendurch die Ernte immer wieder verteilen und einstampfen.
Das Heu in große (Plastik-) Säcke füllen, die hinunter zum Heustadel schleppen, ausleeren, durch die obere Hälfte der Türe (getrennt zu öffnen und zu schließen) eingabeln, hineinkriechen, verteilen und feststampfen. Bei jedem Zyklus trank ich einen halben Liter Wasser.
Gegen 19 Uhr und mit gut der halben Wiese im Trockenen, hörte ich für den Samstag auf. Der Garten wartete sehnsüchtig auf Wasser. Mit der Dunkelheit wurde ich fertig und ging ins Bett.
Am Sonntag ging es dann weiter. Gegen 17 Uhr war alles Heu der Wiese geborgen. Später kamen nochmal vier Säcke als Geschenk von Nachbarn. Am Montag sollte das Altpapier abgeholt werden. Es hatte sich viel Papier angesammelt. Das Gartengießen zog sich wieder bis in die Nacht hinein. Was für ein Heuwochenende!


Der letzte Sack auf der leeren Wiese

3
Wenn das Gras im Herbst wieder nachgewachsen ist, wird das hier vorübergehend zum Schafstall. Da wird die obere Wiese zur Alm!


Tor geschlossen

Der Rest geht auch noch rein!



Immer wieder landet Papier bei uns, mit dem Hinweis, wir würden doch mit Öfen heizen.


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RE: Dies und das, für jeden was

#272 von petias , 11.07.2023 08:39

Zitat von Gast im Beitrag #270
Drei "stabile" Endstadien sind denkbar:

1. katastrophaler Rückfall in die Lebensumstände, an welche das existierende Basisprogramm aus Instinkten und Trieben ursprünglich angepasst war.
2. zwangsweise Anpassung an zivilisiertere Lebensumstände über vollständige Kontrolle des individuums durch eine repressive Institution.
3. Anpassung an noch zu definierende Lebensumstände durch einen global-humanen Konsens der kollektiven Solidarität.


Dem stimme ich zu!


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RE: Dies und das, für jeden was

#273 von petias , 15.07.2023 13:13

Der Lichthügel Mitte Juli 2023

Obwohl ich derzeit wieder mehrmals wöchentlich nach Steinheid fahre, gibt es auch auf dem Lichthügel Fortschritte.


Der Christian baut eine Erweiterung an die Brennholzschuppenzeile


Ein Polterabend


Die Paprika mögen das Wetter im Gewächshaus


Das letzten September hastig erworbene "Balkonkraftwerk" (die schwarzen Module) ist endlich auf dem Dach gelandet.


der elektrische Anschluss bedarf noch einiger MC4- Stecker und Kabel. Wenn man ein "Balkonkraftwerk" aufs Dach schraubt, reichen die Leitungen nicht!


ist er nicht süß, der Elektrofrosch. Der stand heute auf dem Parkplatz vor dem Baumarkt. Mopedführerschein, 40 km/h schnell, 60 km Reichweite, 550kg Zuladung, 30% Steigung, Ladezeit 6 - 8 Stunden, Preis 6000 Euro ...
erzählte mir sein Besitzer.


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RE: Dies und das, für jeden was

#274 von petias , 24.07.2023 08:31

Balken- und Getreideernte

Holzernte
Wir konnten jemanden gewinnen, der uns die sauer verdienten Balken von Utes Baustelle hoch zum Lichthügel fährt. So ein alter Traktor (Magirus) ist manchmal ganz hilfreich!







Das dauerte den besten Teil eines Arbeitstages. Ich spüre noch immer schmerzhaft meinen linken Arm.
Jetzt muss das alles noch sortiert, entnagelt, unter Dach gestapelt bzw. zersägt, gehackt und gestapelt werden...



Getreideernte




Der Johannisroggen ist reif. Nicht alle Ähren sind prall gefüllt mit Körnern, die Trockenheit macht sich bemerkbar.
Ein Mähdrescher steht nicht zur Verfügung. Ich schneide die Ähren ab und sammle sie. Sie werden weiter getrocknet, gedroschen und gereinigt. Die Technik dafür muss ich noch entwickeln.
Früher hat man das Getreide mit der Sense gemäht, als es noch nicht ganz reif war (damit möglichst wenig Körner ausfallen) und zu "Kornmandeln" aufgestellt. (Ein Feldherr soll schon mal mit seinen Truppen abgezogen sein, weil er die "Kornmandeln" in der Dämmerung für eine feindliche Armee gehalten hat.)
Die getrockneten Mandeln werden dann in die Scheune gefahren und gedroschen. Mit Dreschflegel. Die Körner werden dann durch Hochwerfen gegen den Wind von den Spelzen gereinigt. Das ist bei der geringen Menge ein zu verlustreiches Verfahren. Ich muss da kleintechnologischer vorgehen. Aber ein Einstieg in die Getreidewirtschaft ist gemacht.


Die Schafe sehen interessiert zu.


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RE: Dies und das, für jeden was

#275 von petias , 02.08.2023 10:39

Regen - Regen

Ich habe mir das schon nicht mehr richtig vorstellen können: sattes Grün, überlaufende Regenfässer, reißende Bachläufe, seit Tagen kein Gartengießen ...


Die Lichte geradewegs unten im Tal unterhalb des Lichthügels. Sie hat Farbe angenommen vom Schlamm, den sie mitreißt.


Auf der Suche nach neuen Wegen zwischen Steinheid und dem Lichthügel


Es klappert die Mühle am rauschenden Bach. Auf einem der vielen Wege von Neuhaus zum Lichthügel.


Die Fässer sind voll, in der Zisterne kein Platz mehr!


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RE: Dies und das, für jeden was

#276 von petias , 07.08.2023 15:25

Hunde, Frauchen und Juroren

Vergangenes Wochenende habe ich mich zu einer Reise ganz besonderer Art überreden lassen. Angelika hat einen Briard, den Harley (nicht Davidson, sondern Hook), mit dem sie auf Prämierungsveranstaltungen des Züchtervereins geht. Diesmal war die Veranstaltung für Samstag und Sonntag in der Ortschaft Hauptstuhl Nähe der US- Air Base in Ramstein in der Pfalz angesetzt. Es waren 80 Hunde gemeldet. Die Begleiter wohnten mit den Tieren in nahe gelegenen Hotels, in Wohnmobilen und ein paar wenige, wie wir, in einem Zelt. Unseres (meines) war das kleinste.
Die Fahrt dahin dauerte 4 Stunden. Das Wetter war angenehm, der Ort gespenstisch. Von der idyllischen Stille des Lichthügels nach stundenlanger Fahrt waren wir an einen Platz gelandet zwischen vielbefahrener Autobahn, Zugstrecke mit Zügen im Viertelstundentakt und darüber die donnernden Flugzeuge der Atombombenflotte der USA.

"Wenn Putin eine Atombombe drauf wirft", meinte Angelika grinsend, "dann sind wir weg!"
Mir war nicht so nach grinsen, aber ein Zuhörer meinte beruhigend: "die Base ist durch Raketenabwehrsysteme und Abfangjäger komplett geschützt. Wir sind am sichersten Ort in der BRD."
So richtig beruhigt war ich nicht.


Gleich mal ein ausgiebiger Spaziergang durch die Pfalz nach der langen Fahrt. Abseits der Autobahn und der Bahn war es schön und ruhig.


Um 10 Uhr kamen wir auf den Turnierplatz. Ringsum die Zelte der Ritter und ihrer Knappen. Wir hatten kein Turnierzelt mitgebracht.

j
Für die Teilnehmer ohne große Erfolgsaussicht gab es Gruppenzelte.


ja lebt denn der alte Holzmichel noch?
Ja, er lebt noch.
Dieser freundliche Herr mit seiner Axt ging von Zelt zu Zelt, um die Pflöcke der Sturmsicherung nachzuklopfen.


Für das leibliche Wohl wurde auch gesorgt.

Nach immer wieder warten, bürsten und kämmen, ein bisschen bewegen ein bisschen beruhigen ging es dann los: Showtime!


nein, diese Dame mit dem langen roten Haar spielt in einer anderen Liga. Eine Züchterin, die es abgelehnt hatte, der Geli einen jungen Rüden zu verkaufen. Die Elite bleibt gerne unter sich. Ein Glück, so hat sie ihren Harley aus Polen bekommen!







Gehen, laufen, stehen, Ohren spitzen, wacher Blick, Haltung der Rute (Schwanz), Breite der Brust, Qualität des Fells, die Fransen über den Augen. Jedes Einzelmerkmal wird bewertet. Die Noten sind SG- sehr gut (das ist schlecht) und V- vorzüglich (das ist gut). Je mehr V es gibt, desto wahrscheinlicher, dass die Gesamtbeurteilung ein V wird. Eine Gewähr dafür gibt es nicht. Auch hier entscheidet der Richter. (Meist eine Richterin)
Die Richterinnen, die Angelika und Harley schon von klein auf (den Harley) kennen, pflegen ihn nur mäßig zu beurteilen. Bei fremden Richtern, gar bei Franzosen (Briards sind Franzosen) hat er mehr Chancen.

Außer den Bewertungen gibt es noch Platzierungen in der jeweiligen Gruppe (Jugend, Senioren, Gebrauchshunde, offene Klasse (alle anderen), das noch getrennt nach Farbe (noir=schwarz und fauve=bernsteinfarben) und Geschlecht. Hier werden im Gegensatz zum Menschen nur zwei Geschlechter unterschieden.

Hier eine Beschreibung der Merkmale:
Der Briard ist ein rustikaler, gut proportionierter Hund mit lebhaftem und aufgewecktem Charakter. Er soll weder aggresiv noch ängstlich sein. Die Rüden sind 62 - 68 cm die Hündinnen 56 - 64 cm groß. Der Kopf ist stark und lang; die Augen sind waagerecht, gut geöffnet und von dunkler Farbe mit intelligentem und ruhigem Ausdruck. Sie werden von den Haaren leicht verschleiert. Die Zähne sollen perfekt zueinander passen; im Idealfall bilden sie ein sog. Scherengebiß. Die Ohren sind hoch angesetzt und nicht anliegend. Nach dem geltenden Tierschutzgesetz werden die Ohren in der BRD nicht kupiert. Der Hals ist muskulös und deutlich von der Schulter abgesetzt. Die Brust ist breit und tief und gut bis zu den Ellbogen herabgezogen; der Rücken ist gerade. Die Läufe sind gut bemuskelt, mit starkem Knochenbau und senkrecht gestellt. Die Rute wird nicht kupiert; sie ist gut behaart mit schön wehender Fahne und soll am Ende einen Haken bilden. Das Haar ist leicht gewellt, lang und trocken. Es soll dem Ziegenhaar ähnlich sein. Unerwünscht ist weiches und wolliges Haar. Alle einheitlichen Farben sind zugelassen, die dunkleren sind empfehlenswerter. Die fauve Farbe muß warm und einheitlich sein, weder zu hell noch ausgewaschen; Ohren, Schnauze und Rute sind meist dunkel abgesetzt. Die schwarze Farbe darf keinen rötlichen Schimmer aufweisen. Als besonderes Kennzeichen hat der Briard an den Hinterläufen doppelte Afterkrallen, die so nah wie möglich am Boden angesetzt sind. Jede doppelte Afterkralle muß aus zwei knochigen Teilen mit Kralle bestehen.


Es gibt viele Bewertungsmerkmale. Ein zu richtender Hund ist kein geschenkter Gaul, dem schaut man genau ins Maul. Ein weiteres Beurteilungsmerkmal ist es, wie bereitwillig die Hunde sich anfassen lassen. Ein Schelm, der böses dabei denkt!


die bernsteinfarbenen Briards


So sehen Sieger aus!

Angelikas Harley hatte am Samstag in seiner Gruppe den letzten Platz belegt mit einem SG (sehr gut). Am Sonntag in der Selektion war er in seiner Gruppe zwar auch Letzter, aber mit einem V (vorzüglich). Ein echter Fortschritt. Die stolze Besitzerin ist glücklich. Dem Hund ist es egal!
Auf der Heimfahrt lag er ganz still im Auto. Vermutlich wusste er, dass das Reiseziel "zurück in den gewohnten Alltag" führt.


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RE: Dies und das, für jeden was

#277 von petias , 09.08.2023 16:49

Nachbarn gesucht!

Nachbarin Margot ist weit in ihren 90ern vor ein paar Monaten gestorben. Ihr Haus und Grund gehen an eine Erbengemeinschaft von 8 Erben. Eine Unterschrift steht noch aus, aber die Chancen stehen gut, dass das Anwesen demnächst auf den Markt kommt. Das Exposee ist schon fertig. Als Verhandlungsbasis des Kaufpreises wird 69 000 € genannt.
Der Makler ist ein Bekannter von Niko. Er meint, dass man auf 60 000 € hofft, aber auch 50 000 € akzeptiert würden, bietet keiner mehr.
Das Grundstück ist 1200 m² groß, dazu kommt noch eine Wiese von 1500m². Ein Ferienhaus steht am Ende des Grundstückes, das früher an Gäste vermietet war.
Das Anwesen wurde bis zuletzt von Margit bewohnt und von bezahlten Helfern in Schuss gehalten.
Es gibt noch einen DDR zentralen Holzofen. Das ist ein Ofen, der neben dem Kaminanschluss noch einen Warmluftschacht hat, an dem in jedem Zimmer Warmluftofen angeschlossen sind. Diese Heizsystem wurde aber seit Jahrzehnten nicht genutzt. Es gibt eine funktionierende Gasheizung.
Der Autostellplatz liegt 50m vom Haus entfernt, aber es ließe sich was im Vorgarten bauen.
Einziger Nachteil: wir sind die Nachbarn!














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RE: Dies und das, für jeden was

#278 von petias , 17.08.2023 22:46

Tage um die Mitte des August


Die Geli, mit der ich kürzlich bei einer Hunderasseprüfung Nähe Ramstein war, fuhr für vier Tage (mit Hin- und Rückfahrt) mit dem Rest der Familie zur Hochzeit des ältesten Sohnes nach Polen. Ich fuhr deshalb täglich nach Steinheid und zurück, um die beiden Hunde drei mal pro Tag auszuführen, zu bespaßen und zu füttern. Dazwischen blieb Zeit für Arbeiten am Haus des Sohnes.


Am Dienstag den 15. gab es den Schnapszahl-Geburtstag (siehe Geburtstagsgedicht)
Die Geschäfte führten nur Kerzen mit dezimalen Jubiläen und keine nach dem Schnapszahl - System. Aber man verkaufte mir Reißnägel! Also habe ich selbst eine Kerze präpariert.

Aber auch auf dem Lichthügel ging es voran. Das ist fast ausschließlich Christian zu verdanken:


Da schau her, alles leer!


Bis vor kurzem sah das noch so aus.


Christian hat ein Balken Laber- und Wiederfindungssystem entwickelt und verwirklicht. Was wieder verwendet werden kann von Utes Dachstuhl fand hier Ordnung. Der Rest wartet darauf zu Brennholz verarbeitet zu werden.


Das Gerüst am Mietshaus ist weg. Jetzt kommen das neue Dach und die neue Fassade zur Geltung.


Ein Fest steht bevor am 26. Dafür hat Christian eine Lampe Installiert und eine Halterung gebaut für den Laptop, der die Playlist der Musik abspielen soll.

Ich starte morgen zu einer Radeltour. Gut, dass ich durch die Steinheid- Fahrten etwas trainiert hatte. Der Ilmtal Radweg ist geplant. Ich treffe mich zu dem Zweck morgen Mittag mit einer Bekannten in Ilmenau. Sie kommt mit dem Zug aus Bayern, ich mit dem Fahrrad vom Lichthügel...


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RE: Dies und das, für jeden was

#279 von petias , 22.08.2023 14:57

Sommerfreuden

Am Freitag Morgen um 6:30 Uhr machte ich mich auf den Weg. Der erste Teil, bis zur Steinheider Hütte, war von einer Fahrradfahrt nach Steinheid nicht zu unterscheiden. Von der Steinheider Hütte aus folgte ich dem Rad-Rennsteig. Der verläuft. wo es sich mit dem Rad noch gut fahren lässt, ohne, dass die Wanderer zu sehr behindert werden, identisch mit dem Rennsteig. Bei sehr unwegsamen oder engen Stellen gibt es eine Fahrrad - Alternative, die oft deutlich weitere Wege bedeutet, den Fahrrad Rennsteig.
Das Ziel war es, meine Bekannte bei ihrem Eintreffen in Ilmenau mit dem Zug pünktlich zu empfangen. Besser wäre es gewesen, schon einen Tag früher zu beginnen und in einer der zahlreichen Hütten auf dem Rennsteig zu übernachten, um dann am "Anreisetag" leichtes Spiel zu haben. Denn eine Wegeplanung war sehr schwierig. Immer wieder begegneten mir Sperren auf dem Rennsteig oder Fahrrad-Rennsteig, denn der Wald wird in weiten Strecken im industriellen Stil abgeerntet und abtransportiert.


Immer wieder verwehrten mir die Waldvernichter den Weg und ich musste Orte finden, wo sie gerade noch nicht waren.
Da fällt mir gerade ein, als ich vor ca. einer Woche eines Samstag Morgens im Wald unterwegs war, kamen mir Lastwagenfahrer entgegen, die den ganzen Waldweg entlang geparkt hatten und auf das Beladen mit Stämmen warteten. Ich sagte zu zwei der Entgegenkommenden: "Jetzt habt ihr es bald geschafft, den Wald komplett abzutransportieren!"
"Wir gegen uns Mühe, war die Antwort"


um den Speichersee Scheibe-Alsbach sieht es noch ganz manierlich aus.

Als ich an der Schutzhütte "Eisfelder Anspanne" vorbeiradelte, erinnerte ich mich an meine Rennsteigwanderung vor ein paar Jahren. Hier hatte ich damals übernachtet.

Auch an einem anderen Übernachtungsplatz von damals kam ich vorbei

in diesen Eintrittsgebühr pflichtigen Museums- und Aussichtsturm hatte ich mich damals durch nicht Antworten beim Abschließen einsperren lassen und darin übernachtet.

Durch die unerwarteten Hindernisse war ich spät dran. Ich ließ mich von Google Maps den schnellsten Weg nach Ilmenau dirigieren. Dadurch kam ich nur auf 3 km an den Begin des Ilmtal Radweges in Allzunah heran und fuhr auf der Straße und nicht auf diesem zum Bahnhof Ilmenau.


Ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit zur Erholung, bis meine Bekannte pünktlich mit ihrem Fahrrad eintraf. Von nun an wandelten wir auf kulturellen Pfaden. Wir sahen uns einige der unzähligen Stätten an, die im Leben von Goethe, Schiller und anderen eine Rolle gespielt hatten und sie heute noch für die Tourismus Industrie spielen.


Der Kuss der schönen Touristin scheint den Herrn von Goethe reichlich kalt zu lassen.

Wir radelten durchs Ilmtal, berührten die Orte Stadtilm, Kranichfeld, Bad Berka, Weimar und Jena und viele kleine Dörfer und Städtlein dazwischen


sogar nahe an München vorbei sind wir gekommen.

Übernachtet haben wir auf einem Campingplatz in Kranichfeld und auf einem Radrastplatz nahe Jena. Bei letzterem tat das Tarp (Zeltplane) gute Dienste, denn es regnete etwas in der Nacht.

Nach einem Tag in Jena reiste meine Bekannte wieder mit dem Zug zurück nach Bayern und ich machte mich noch am Abend auf dem Saaleradweg flussaufwärts in Richtung Schwarzamündung auf den Weg.
Kurz vor Rudolstadt übernachtet ich in einem Hostel.

Ab Schwarza radelte ich die Schwarza aufwärts über Bad Blankenburg, Schwarzburg nach Sitzendorf. Das war die schönste Strecke der Tour.




In Sitzendorf verließ ich den Schwarza Radweg und fuhr über kleine Landstraßen nach Unterweißbach an den Fuß der Leibis- Talsperre. Der anspruchsvollste Aufstieg der Tour zog sich von da hinauf zum Scheitel des Stausees.



am Ende des Stausees esse ich noch meinen letzten Proviant. Dann kann der letzte Abschnitt beginnen. Lange zieht sich die Straße durch Geiersthal hinauf zum Lichthügel.


Der Jungbrunnen! Hier fülle ich meine Flaschen auf. Damit wird die zum Lichthügel hoch zu bewegende Last zwar um 2,5 kg schwerer, aber das lohnt sich!

Niemand (außer den Schafen) war daheim. Christian befand sich auf einer Radtour um die Leibis-Talsperre, Niko mit den Katzen auf Spaziergang.


Wie meist nach schönen Reisen nehme ich mir vor, solcherlei bald zu wiederholen. Zumindest möchte ich in Herbst und Winter den "Einführungspreis" des Deutschlandtickets nutzen, um all die schönen Städte Thüringens (z.B. Erfurt, Weimar, Jena, Gotha und viele mehr) auf ihren reichen kulturellen Hintergrund zu durchforsten. Ich werde berichten!


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RE: Dies und das, für jeden was

#280 von petias , 28.08.2023 08:37

Spätsommerfest

Am Samstag, gerade noch pünktlich zum Ausgang des Hochsommers, nutzten wir mal wieder die Party- Einrichtungen auf dem Lichthügel für ein Fest. Die Einladungen sahen ca. 30 Teilnehmer (wir eingeschlossen) vor. Tatsächlich waren wir dann 21. Es blieb reichlich Essen und Trinken übrig, aber besser als anders herum!



Geli und Bruno hatten ihren ersten gemeinsamen Auftritt. Geli tritt sonst mit Musik-Partner Franz auf (wie beim Sommerfest letztes Jahr) und Bruno alleine. Das Publikum war zufrieden.
Im Vorfeld hatte ich gewisse Bedenken wegen der unwegsamen Erreichbarkeit des Partygeländes besonders für Angetrunkene, die spät in der Nacht mit Hilfe von Taschenlampen nach unten zur Straße torkeln und schlittern. Ich dachte schon über ein Schild über Haftungsausschluss nach, habe es dann aber wieder vergessen.

Prompt hat sich ein groß gewachsener Teilnehmer am Kopf an einer Kante des Pavillon- Daches einen langen Riss zugezogen. Er wurde blutend zum Arzt gebracht. Der hat das dann mit Klebeband "getaped". Genäht musste es immerhin nicht werden.

Das ist diesmal noch gut gegangen - gute Besserung - aber für das nächste Fest werde ich einen deutlich flacheren Umweg über den Schafstall ausweisen, Niko wird den mit seinen Solarlampen beleuchten und wir werden Pfeile und ein Schild aufstellen. Die Ecken der Pavillon Vordächer bekommen Tennisbälle verpasst.

Zudem werde ich den Rat von Freunden aufgreifen, zu Beginn der Veranstaltung mit den Gästen ein paar Spiele durchzuführen, die das Kennenlernen und den Austausch fördern von Leuten, die sich nicht so gut kennen.

Auch das Angebot eines Kulturprogrammes möchte ich prüfen. Bisher gibt es nur die Musik. (Was schon viel ist).
Bei meinen Mitbewohnern treffen meine Überlegungen auf Skepsis. Vermutlich befürchten sie, ich könnte wieder Gedichte aufsagen!

Ich denke darüber nach.


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RE: Dies und das, für jeden was

#281 von Utschi ( Gast ) , 30.08.2023 21:40

Ich fand das Fest sehr gelungen. Die Musik, das Essen und die Stimmung waren sehr gut. Und der groß gewachsene Teilnehmer hat seinen kleinen Unfall nach dem Tanz mit Humor genommen. Wir freuen uns aufs nächste Sommerfest. Spiele sind sehr willkommen. Und deine Gedichte sind feinsinnig und mit einer Prise Humor gewürzt. So eine kurzwellige Einlage passt immer.

Utschi

RE: Dies und das, für jeden was

#282 von petias , 31.08.2023 08:23

Hallo Utschi,
vielen Dank für Deine aufmunternden Worte! Ob ich wohl je herausbekomme, wer Du bist?


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RE: Dies und das, für jeden was

#283 von petias , 31.08.2023 08:46

Super Blue Moon

Heute, am 31. August 2023 erleben wir ein eher seltenes astronomisches Ereignis. Zwei mal in einem Monat, am ersten und am letzten August, ereignet sich dieses Jahr ein Vollmond. Das ist selten (ca. alle drei Jahre einmal). Man nennt diese Ereignis auch Blue Moon. Im Englischen gibt es die Redewendung "once in a blue moon", womit seltene Ereignisse bezeichnet werden.

Die beiden Vollmonde im August sind nicht nur blau, sondern auch Supermonde. Ein Supermond meint, dass der Mond näher als 367.000 Kilometer an die Erde herankommt.
Am 1. August war der Supermond 357.500 km der Erde nahe, heute ist er ihr mit 357.300 km noch 200 km näher.

Happy Super Blue Moon!

Zur Feier dieses Ereignisses habe ich "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius (das ist nicht mein Bruder Klaus - oder doch?) unter "Gedichte" eingestellt, besser bekannt als:
Abendlied


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RE: Dies und das, für jeden was

#284 von petias , 04.09.2023 11:16

Bergwanderung zum Rauschbeg

siehe auch: Familentreffen und Geburtstag 2023

Kaum zu glauben, ich war noch nicht auf dem Rauschberg! Da ging immer eine Seilbahn hoch, die Rauschbergbahn. Da gab es Rummel ohne Ende. Tourismus pur. Ich habe mich nie aufraffen können, mich in dieses Getümmel zu stürzen.
Aber jetzt, die Bahn ist weg. Die Veranstaltungen auf dem Gipfel sind abgesagt, die Menschenmassen sind verschwunden. Ein neues, noch spektakuläreres Bahnprojekt droht. Also schnell auf den Rauschberg!


Bergschuhe angezogen und los!




Ein kleiner Abstecher zu einem Vorgipfel. Wenn wir schon mal da sind!










hot da Kaiser an Sabel, wirds Weda miserabel. Hot da Kaiser an Hut, wirds Weda gut!
Was ist das wohl für eine Wolkenformation?


Das ist der echte Gipfel!


Schade, jetzt habe ich den Gleitschirm vergessen!


Ein Künstler hat eine überdimensionierte Hand in die Landschaft gestellt. Der Zeigefinger zeigt über die Alpen nach Rom heißt es.


Nach langer Rückfahrt bin ich wieder in Saalfeld angekommen. Der Zug lief mit 20 Minuten Verspätung in den Bahnhof ein. Jetzt muss ich drei Stunden auf den Bus warten. Zeit genug, sich umzusehen. Jemand hat über das Brückengeländer ein Fahrrad entsorgt. Oder ist es nur besonders diebstahlsicher aufbewahrt?


Die Stadt Saalfeld zum anfassen. Begreife deine Stadt haptisch! Eine nette Idee!

Pünktlich zum Sonntagskrimi war ich wieder zuhause ;-)


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RE: Dies und das, für jeden was

#285 von petias , 11.09.2023 10:50

Letzte Tage des Sommers

Zitat von petias im Beitrag #34
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
----------------------------------------------Rainer Maria Rilke


Vielleicht ein Bisschen zu früh für Herbstwinde und Blätter treiben. Die Hoffnung auf einen goldenen Oktober bleibt.

Aber im Garten läuft die Zeit der Ernte ihrem Höhepunkt entgegen.


die Schafe hole ich heute Abend von "der Alm" (obere Wiese), wo sie gut zwei Wochen standen. Das Gras ist recht gut abgeknabbert, die Wiese gedüngt. Ein Bisschen Kalk noch drüber streuen. dann sollte sie auch nächstes Jahr wieder Futter spenden. Die Schafe werden sich freuen, wieder zuhause in ihrem geliebten Stall zu sein. Auch unten ist das Gras wieder gut nachgewachsen!


alle paar Tage kann man Bohnen ernten. Wir waren sehr spät dran, diese Jahr. Aber das hat dem Ertrag keinen Abbruch getan. Die meiste Arbeit ist nicht das Ernten, sondern das putzen und Schnippeln. Ich erledige das in einer Art Meditation!


Diese Jahr gibt es viele Tomaten. In vergangenen Jahren hat es meist nur ein paar rote gegeben und viele grüne zum Nachreifen. Diese Jahr haben wir schon viele frisch und reif geerntet. Wenn es jetzt kälter wird kommen die Kübeltomaten ins Gewächshaus, das die Gurken räumen. Vielleicht geht die Ernte noch ein paar Wochen weiter. Was jetzt blüht wird vielleicht noch zu einer kleinen grünen Frucht...


Die Karotten werden gründlich ausgedünnt. Der Rest kann noch eine Weile stehen bleiben und wird nach Bedarf geerntet. Auch erste Fröste sind da kein Problem. Die Zwiebeln, die sich zwischen den Karotten Reihen entwickelten, haben ihre Stängel abgeworfen. Die kommen jetzt, dick und rund, aus dem Hochbeet und geben den Karotten mehr Platz.


Lauch und Grünkohl bleibt stehen für den Winter. Kraut und Wirsing wird in den nächsten Tagen zu Milchsaurem vergoren!


Die Kartoffeln haben wir diese Jahr teilweise erst Mitte bis Ende Mai ausgebracht. Mittlerweile sind die meisten Kräuter abgestorben. Zeit sie zu ernten.
Gestern habe ich die Ernte mit den verbliebenen Frühkartoffeln angefangen. Das Verhältnis von brauchbaren zu kleinen, angefressenen, angestochenen ist gar nicht so schlecht.
Heute kommt die nächste Sorte an die Reihe


gespannt bin ich auf den Ertrag des Kartoffelturms, der letztes Jahr beschämend war. Der Kartoffelturm war der letzte Ende Mai. Der braucht noch ein paar Wochen.


ab geht die wilde Jagd, hinunter zum Haus!


auch Nikos Kartoffelernte kann sich sehen lassen. Er liebt Bratkartoffeln!


Bei der Gartenarbeit findet sich immer wieder Abfall. Porzellan, Glas, Keramik und manchmal auch Plastik. Verursacher des Kunststoff-Abfalls sind wir meist selbst. Hier ein Pflanzenetikett. Der Rest kommt meist aus früheren Zeiten. In Lichte gab es zwei Porzellan-Fabriken und Glasbläser-Arbeiten wurden in Heimarbeit gefertigt. Der Mensch hinterlässt seine Spuren. Diese sind noch erträglich. Andere nicht!


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