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  • Dies und das für jeden wasDatumGestern 09:37
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Der Sonntag nach der Europawahl

    In den letzten Wochen war ich nicht auf Demos. Anderes, der Garten z.B., stand im Vordergrund. Die Europawahl brachte, zumindest in den "Neuen Bundesländern", was befürchtet wurde. Im Landkreis Sonneberg, in dem der Lichthügel liegt, hatten die AfD und das BSW zusammen fast 55 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten.

    Ganz Sonneberg ist von Totalitären besetzt! Ganz Sonneberg? Nein! Ein kleiner Haufen wackerer Demokraten ...


    Da kam uns diese Anzeige gerade recht. Drei wackere aus dem Ort beschlossen sich in die Höhle des Sumpfhuhns zu wagen. Es wurde eine Fahrt mit dem Auto beschlossen. Gut, meine beiden Begleiterinnen hatten kein Deutschlandticket und - es war keine Umweltdemo ...

    Da wir schon mal beschlossen hatten, in die Kreisstadt zu fahren, sollte der Nutzen erweitert und mit einem zweiten Ereignis verbunden werden.


    Ein Fitzelchen vom Ende des "Rockabilly Weekend" wollten wir noch erhaschen. Zu diesem Event begleitete uns noch eine weitere Dame, die sich nichts aus der Demo machte. Da würden die Bösen gegen die Bösen demonstrieren, meinte sie.

    Die Live - Bands hatten schon eingepackt. Musik gab es nur noch aus der Konserve. Die Verkaufsstände hatten noch geöffnet und einige der Attraktionen waren noch zu sehen, aber es herrschte bereits Aufbruchstimmung.





    Neben "vintage cars" und "Harley Davidson" Motorräder zu sehen, gab es auch "Peticoats" für 49,90 € zu kaufen. Wir trafen noch zwei bekannte Biker mit ihren Maschinen.

    Auf dem Weg zum Versammlungsort bummelten wir durch die Stadt.



    und fanden das eine oder andere lauschige Plätzchen.

    in einer Pizzeria aßen wir einen Salat. Der Betreiber war ein Bekannter. Er hatte ein paar Monate eine Dönerbude bei uns in Lichte betrieben. Als wir ihm erzählten, dass wir zur Demo hier wären, meinte er, dass die doch Montags seien.
    "Wir sind die von der anderen Seite!", klärten wir ihn auf. In Sonneberg (und anderswo) organisiert die AfD allmontaglich Demos gegen die Regierung in Anlehnung an die Montagsdemos, die die Wende begleitet hatten.

    um 17 Uhr ging es dann los.


    Die "Omas gegen Rechts" sind gleich in zwei Gruppen angereist. Eine aus der Landeshauptstadt Erfurt, die andere aus dem bayrischen Coburg.





    ein paar vom vielen AfD- Zitaten, die auf dem Platz gezeigt wurden. (Für die Lesbarkeit draufklicken)







    Es wurden Projekte vorgestellt. Zum Beispiel zieht ein Ehepaar durch die Kindergärten mit Marionetten und erzählt was über Demokratie.
    Leute wurden aufgefordert, auch demokratische Initiativen zu starten. Es können Gelder zur Unterstützung bewilligt werden. Sonnberg verfügt über einen Topf von 200000 Euro aus Bundesmitteln, zur Unterstützung demokratischer Aktionen und Initiativen.

    Der nette Polizist, der sich dezent im Hintergrund hielt, schätzte die Anzahl der Demonstranten auf 100. Das ist damit auch die offizielle Schätzung der Polizei, was der Realität sehr nahe kommen dürfte.

    Es war sonnig, warm und friedlich!

    Zuhause angekommen halfen wir noch bei der Vorbereitung eines örtlichen Events. Radio "Antenne Thüringen" führt derzeit einen Wettbewerb unter sich bewerbenden Thüringer Dörfern durch, bei dem man ein Fest für das ganze Dorf gewinnen kann. Lichte ist unter einigen Bewerbern in die Endausscheidung gekommen. Wer nun die Ausrichtung eines Dorffestes gewinnt, entscheidet sich am Mittwoch. Es muss eine Tafel aufgebaut werden, aus Tischen und Bänken (Biertischgarnituren) gedeckt mit weißen Tischtüchern, Tellern und Besteck. Welcher der beiden Finalisten die längste Tafel vorweisen kann, gewinnt den Wettbewerb. Lücken zwischen den Tischen oder nicht ordentlich gedeckte Tische führen zur Disqualifikation.
    Der Wettbewerb ist am Mittwoch. Aber das dorfweite Sammeln von Tischen, Decken und Geschirr bedarf eines Vorlaufs!

  • Aktuelle NachrichtenDatum15.06.2024 12:02
    Foren-Beitrag von petias im Thema Aktuelle Nachrichten

    Ein Blick in die Nachrichten vom Samstag den 15.6.2024

    Dieses Wochenende führt die Schweiz eine Internationale Ukraine-Konferenz durch. Mehr als 160 Delegationen sind eingeladen. Knapp 100 sind gekommen. Sie findet in einem Nobelhotel am Vierwaldstättersee - dem "Bürgenstock Resort" - statt und wurde auf Bitten der Ukraine organisiert. Russland ist nicht eingeladen, China und Brasilien, wichtige Russland Unterstützer haben abgesagt.

    Pünktlich zur Konferenz gibt Putin seinen Willen zu Friedensverhandlungen bekannt. Ziel: Allen Russlandunterstützern wie der AfD und dem BSW Argumente liefern, die Einstellung der Unterstützung der Ukraine zu verlangen.

    Putins Forderungen: Rückzug aus den von Russland annektierten Gebieten der Ukraine (ca. 20 Prozent des Staatsgebietes) auch der Teile, die sie noch gar nicht kontrollieren. Verzicht auf den Nato-Beitritt, Garantien für die russischsprachige Bevölkerung (jeder ukrainische Staatsbürger kann russisch sprechen!?) Annäherung an Russland unter Androhung von Konsequenzen. Abrüstung des ukrainischen Militärs, so dass es keine Gefahr für Russland mehr darstellt.

    Das ist im Wesentlichen die Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation. Völlig unannehmbar für das ukrainische Volk, solange noch Hoffnung auf westliche Unterstützung bestehet.

    Die Gegenposition der Ukraine und der Unterstützer ist (müsste sein): Sofortiger Rückzug der russischen Armee aus allen besetzten Gebieten einschließlich der Krim. Zahlung der verursachten Kosten durch den russischen Angriff. Beitritt der Ukraine zu EU und Nato.

    Mein Kommentar: In einer Zeit, in dem der Krieg noch als akzeptiertes Mittel der politischen Interessen ist, gibt es nur zwei sinnvolle Herangehensweisen
    1. von mir bevorzugt, aber bestenfalls für künftig Auseinandersetzungen eine Option: Aufbau von internen Widerstandsgruppen bis hin zur kompletten Bevölkerung, die es einem Besatzer langfristig unmöglich machen, Nutzen aus der Besetzung zu ziehen. Dazu gibt es jede denkbare Unterstützung aus der (willigen) Weltcommunity durch Sanktionen, Material, eingeschleuste Widerstandsgruppen im besetzten Land und im Land des Aggressors.

    2. Die Beistandspflicht der Nato gilt für alle Staaten, die sich einer Aggression von Außen ausgesetzt sehen. Entweder durch Überstellung von nationalen Streitkräften an eine UN-Truppe, oder durch Erweiterung der Nato. Ist für einen imperialistischen Aggressor klar, dass er den größten Teil der Weltgemeinschaft gegen sich hat, wird er sich seinen Gebietsanspruch noch mal überlegen.

    im konkreten Fall der Ukraine sollte der Beitritt zur Nato beschlossen werden und Putin zweifelsfrei klart gemacht werden, dass er sich den Streitkräften der Nato gegenübersieht, zieht er sich bis zu einer gesetzten Frist nicht zurück.

    Tatsächlich wird das ukrainische Volk in einem unsäglichen Stellvertreter- und Abnutzungskrieg verbrannt. Die Definition, was ein Aggressor ist, muss geschärft werden und gilt auch für westliche Mächte wie z.B. die USA!

    Der Moment scheint gekommen, dass die Verteidigung der Ukraine nicht mehr mit Freiwilligen erfolgen kann. Die Zwangsrekrutierung von Soldaten als stellvertretendes
    Kanonenfutter ist abzulehnen. Kein Politiker hat das Recht, Schutzbefohlene im Interesse anderer zum Tode zu verurteilen. Gibt es nicht mehr genug "Freiwillige", die Ukraine zu verteidigen, die bereit sind im Austausch für die westlichen Waffenalmosen zu sterben, müssen die Nato-Soldaten selbst den Kopf hinhalten, oder Putin den Willen lassen und dafür sorgen, dass er sich daran verschluckt und am Verschluckten erstickt.

    Allerdings wie die AfD und die Wagenknecht zu sagen, lasst Putin seinen Willen gegen billiges Gas, man kann eh nichts machen, zeigt die Putin-Knechte!

    Betrug bei Bürgergeld bestrafen
    Die SPD will Betrug beim Bürgergeld z.B. durch Schwarzarbeit bestrafen. Wer bei Schwarzarbeit erwischt wird, soll für zwei Monate keine Bezüge erhalten, außer der Miete.
    Das Problem: Schwarzarbeit ist nur in sehr wenigen Fällen nachzuweisen, aber weit verbreitet. Viele Bürgergeldbezieher kommen damit aus. Entweder, weil sie bescheiden sind, oder weil sie über anders Vermögen oder Einkommen verfügen, z.B. durch Drogenhandel.
    Kann gut sein, dass die AfD wählenden Bürgergeldempfänger sich einen Bärendienest erweisen, wie die Meloni- Wähler in Italien.
    Die Ausländer will man raus haben. Wer soll die Arbeit machen?

    Der Oberste Gerichtshof der USA hat das Verbot von sogenannten Bump Stocks für Schusswaffen aufgehoben. Mit ihnen können halbautomatische Waffen so schnell wie Maschinengewehre abgefeuert werden. Ein Waffenhändler aus Texas hatte geklagt.
    Wie gut, dass Trump seine letzte Amtszeit dafür genutzt hat, ausscheidenden Oberste Richter mit seinen Leuten zu ersetzen!

    Das Jammern und die Drohung abzuwandern scheinen zu helfen:
    Konjunkturexperten werden bei ihren Prognosen optimistischer: Der private Konsum wird nach Einschätzung des Forschungsinstituts DIW dafür sorgen, dass sich die deutsche Wirtschaft im Lauf des Jahres belebt.

    Der Papst fordert Gesetze die den Umgang mit KI-Regeln.
    Meloni ist ein PR-Coup gelungen. Sie hat es geschafft den Papst auf dem G7- Gipfel in Italien auftreten zu lassen. Das stärkt das Ansehen und mindert die Kritik.

    Übersetzte Zitate aus deiner Rede:
    „Aus der Nutzung dieses kreativen Potentials, das Gott uns gegeben hat, geht die künstliche Intelligenz hervor“

    „Genau dieser rasante technologische Fortschritt macht die künstliche Intelligenz zu einem faszinierenden und zugleich unheimlichen Instrument und verlangt nach einer Reflexion, die der Situation gerecht wird“

    „Wenn wir über Technologie sprechen, sprechen wir darüber, was es bedeutet, Mensch zu sein, und damit über unseren einzigartigen Zustand zwischen Freiheit und Verantwortung; wir sprechen also über Ethik“

    „Wir würden die Menschheit zu einer hoffnungslosen Zukunft verdammen, wenn wir den Menschen die Fähigkeit nehmen würden, über sich selbst und ihr Leben zu entscheiden“

    „Entwicklung und den Gebrauch von Geräten wie den so genannten „tödlichen autonomen Waffen“ überdenken, um ihren Einsatz zu verbieten“

    „Dagegen entwickelt sich der Mensch ständig weiter und ist in der Lage, mit seinen Handlungen zu überraschen, was die Maschine nicht berücksichtigen kann“

    „Ob ausgeklügelt oder nicht, die Qualität der Antworten, die Programme der künstlichen Intelligenz geben, hängt letztlich von den Daten ab, die sie verwenden, und wie diese Daten strukturiert sind“

    "Es liegt an allen, sie sinnvoll zu nutzen, und es kommt Politik zu, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass eine solche positive Nutzung möglich und fruchtbar ist."

    Ich fürchte, da überschätzt der Papst die Möglichkeiten von Politik und unterschätzt die der KI. Aber da steht ihm sein Glaube im Wege. Das katholische Menschenbild passt nicht zu der Ablösung der Bedeutung des von Gott geschaffenen Menschen durch Algorithmen. Aber immerhin, er gibt sich Mühe, der 87 Jährige Papst!

    Brüllaffen fallen in Mexiko von den Bäumen und sterben
    Seit Wochen herrscht in Mexiko eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen von 45 Grad. Im Südosten des Landes hat das dramatische Folgen für Brüllaffen. Sie fallen vor Schwäche von den Bäumen. Helfer versuchen, sie retten.

    "Windräder verursachen mehr Trockenheit und Dürre" - diese Behauptung hält sich hartnäckig in den sozialen Netzwerken. Deutschland werde durch Windkraftanlagen "streckenweise zur Trockenzone", heißt es unter anderem. Als vermeintlicher Beweis wird dabei auf Studien verwiesen. Doch die Studienlage gibt diese Aussagen gar nicht her.

  • Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!Datum12.06.2024 10:06
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

    Sei schlau - wähle blau? Europawahl 2024

    Wenn man die Deutschlandkarte ansieht, in der das Ergebnis der Europawahl nach Landkreisen farblich dargestellt ist, kann man sich in die Zeit vor der Wende zurückversetzt fühlen. Die alte BRD trägt schwarzen Trauerflor, die ehemalige DDR leuchtet in fröhlichem Blau.
    "Sei schlau wähle blau!" - ist ein Slogan der AfD. Bernd Lucke, der Gründer der AfD hat für seine Partei diese Farbe gewählt. Blau ist der grenzenlose Himmel, das weite Meer, die Lieblingsfarbe der Deutschen. Nun mit Bernd Lucke hat die AfD schon lange nichts mehr zu tun. Um die aktuelle Befindlichkeit der Partei farblich darzustellen, müsste man fairerweise Nazi-braun wählen. Oder Scheiße-braun? Wäre da ein Unterschied?

    Mit ganz wenigen andersfarbigen Sprenkeln der Diaspora präsentieren sich die alten und neuen Bundesländer - füge sich zusammen, was zusammen gehört - als hätte es Mauerfall und Wende nie gegeben.
    Habe ich mich vor einem Jahr noch dafür geschämt, dass mein Landkreis Sonneberg den ersten AfD- Landrat bundesweit gewählt hat, ist das mittlerweile nichts besonderes mehr. Diesmal sind wir in guter Gesellschaft. Sonneberg wählte die AfD zu 38,4 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 56,9 Prozent. Damit haben knapp 10000 Wähler die AfD gewählt. Das BSP (Bündnis Sahra Putinknecht - blieben bei der Rede Selenskis im Bundestag komplett der Rede fern. Hat Moskau das angeordnet?) erreichte obendrauf 16 Prozent (ein Prozent mehr, als im Thüringendurchschnitt).
    Die Grünen erhielten 528 Stimmen (2 Prozent). Die aktuellen Regierungsparteien Linke (stellen mit Bodo Ramelow den Ministerpräsidenten), SPD und Grüne brachten es zusammen auf 14 Prozent.
    Die CDU erhielt 21,4 Prozent.
    Wenn die CDU tut, was andere in Europa tun, dann haben wir einen rechte Mitte rechter Rand- Bündnis von über 60 Prozent. Wie sehr man die Wagenknecht- Partei rechts verordnen kann ist schwer zu berechnen. Jedenfalls fischt sie auch in schalen rechten Gewässern.
    Die Landtagswahl im September in Thüringen könnte es mit sich bringen, dass ohne die AfD nichts mehr geht. Es bräuchte schon ein Bündnis aller anderen Parteien gegen die AfD, um denen nicht die Regierung zu überlassen. Praktisch unmöglich! Ich sehe da eine AfD Minderheitsregierung kommen, die von Fall zu Fall unterstützt durch CDU und/oder BSW stramme rechte Politik macht.

    Die letzten Tage war ich sehr nachdenklich. Am Abend vor dem Wahltag war ich auf einem Fest von Bekannten und Freunden. Gegen Ende des Monats wird ein immer recht groß angelegtes Geburtstagfest einer Freundin gefeiert. Von einigen weiß ich es, von einigen ahne ich es, bei einigen befürchte ich es: AfD- Sympathisanten um mich herum.
    In meinem Kopf bereite ich meine Geburtstagsrede vor, stelle ich (vielleicht in Gedichtform) die Frage, ob die so geschlossenen wählenden Länder der Ex- DDR einen eigenen Staat gründen wollen. Diesmal nicht links sondern rechts, aber wieder unter russischer Vorherrschaft? Ob ich ausgewiesen werde, weil ich vor 14 Jahren aus dem Westen in dieses schöne Land gezogen bin? Müssen die Partnerinnen und Partner von Freunden und Familienangehörigen aus Polen und Rumänien das Land verlassen?, die Ärztinnen und Ärzte, alle die vielen Arbeiter, Pfleger und Dienstleister mit Akzent? Sogar die, die bereits die deutsche Staatsbürgerschaft haben?
    Wird man einen neuen Staat gründen, vielleicht die ADA (Alternative Deutsche Autokratie) die die Staatsbürgerschaft nur an stramme Nationalisten verteilt und alle anderen ausweist.
    Ich glaube nicht. Wo sollte denn das Geld herkommen? Putin muss seine Kriege finanzieren und wird seine Vasallen in die Pflicht nehmen. Ich vermute, es ist ein Ausdruck des Frustes, dass die Vorstellungen vom goldenen Westen, wie es sie in den Träumen vor der Wende gab immer noch nicht in Erfüllung gegangen sind. Die Rente ist zwar mittlerweile an das Westniveau angeglichen, aber viel zu niedrig. Ausländer bekommen da mehr leistungslos in den Arsch geschoben, ist die weit verbreitete Meinung!
    Die Löhne sind immer noch niedriger als im Westen. Woran liegt das denn? Wer zahlt die denn? Der Westen soll die gefälligst subventionieren? Die Erbmasse im Osten ist kleiner als im Westen. Wie ungerecht. Ist die AfD Politik für Besteuerung oder gar für Enteignung der westlichen Erbschaften und Spitzenverdienste? Im Gegenteil! Da ist die Sahra näher dran. Gibt sie es dann den russischen Oligarchen?

    Nein, ich muss aufhören, mich ängstlich und frustriert nach meinen Freunden und Bekannten umzusehen. So richtig tief nachgedacht wird da nicht. Sie sind immer noch nett und meine Freunde. Und ihre Unzufriedenheit ist ein Potential für Veränderung. Aber was ich ihnen vorzuschlagen und anzubieten habe sind nicht die Erfüllung der Sehnsüchte nach dem "Goldenen Westen". Ich fürchte, es wird mir Keiner so richtig zuhören!

    Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

  • Ökodorf "Eine Erde"Datum10.06.2024 08:46
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ökodorf "Eine Erde"

    Kapitel 15 Michael (und) der Sensenmann

    Noch ist unsere Spur nicht völlig verwischt, der Brunnen des natürlichen Lebens nicht allzu fern. Noch hat jeder im tiefsten seines Herzens wenigstens einen Rest Oasensehnsucht, den rettenden Trieb zu den Quellen des Lebens und des Glücks. Aber warten wir mit der Umkehr nicht darauf, bis alle miteinander den Rückweg einschlagen wollen. Es könnte zu spät werden. Denn was sollen wir tun, wenn die Verhältnisse zu schwierig, oder wir zu alt werden?
    (Aus Gerhard Schönauer: „Zurück zum Leben auf dem Lande“. Die letzten Zeilen des Buches)


    Michael litt in gewisser Weise unter der Last des Alters. Nicht weil er krank war, sich schwach fühlte oder einsam, nein es war die Altersdiskriminierung, die er zunehmend spürte. Was noch vor einigen Jahren ein Lapsus war, eine Unachtsamkeit, eine Vergesslichkeit, wie sie jedem passiert, wurde jetzt von manchen als ein Zeichen des Alters gewertet. Als ein Zeichen, das Haltbarkeitsdatum überschritten zu haben mit unausweichlichem Ausgang.
    Aber das Alter hatte auch seine guten Seiten. Man bezog jetzt ein bedingungsloses Grundeinkommen, genannt Rente, was viel Zeit und Energie spart. Niemand, nicht mal Putin denkt darüber nach, über 70-Jährige als Soldaten einzuziehen.
    Wenn es einem jetzt noch gelang, die Vorurteile des Umfeldes nicht als Maßstab der eigenen Befindlichkeit zu zulassen, dann ließ sich gut leben und optimistisch in die Zukunft blicken.
    Wenn man sich sagen lassen würde, dass man mit über 70 nicht mehr auf Dächern herumklettern dürfe, würde man die Fähigkeit verlieren auf Dächern herumzusteigen. In einem Buch über das Laufen hatte Michael gelesen: „Man hört nicht mit dem Laufen auf, weil man alt wird, sondern man wird alt, weil man mit dem Laufen aufhört!“
    Das war eine vernünftige Betrachtungsweise, fand Michael, er hielt einen nicht unerheblichen Teil des Altwerdens und sich so Fühlens für das Ergebnis einer „sich selbst erfüllenden Prohezeihung“: Man wird alt und gebrechlich, weil man die Zuschreibung über die Leiden des Alterns für sich annimmt.

    Aber etwas kürzer treten, etwas langsamer arbeiten, und nicht so schwer, war eine gute Idee. Und wenn das jetzt mit dem Hinweis auf das Alter problemlos akzeptiert würde: Perfekt!

    Michael hatte das Gefühl, dass man mit dem modernen Leben die „Bodenhaftung“ verlieren würde schon in seiner Studentenzeit, als eine Folge von Ölkrise, Sonntagsfahrverbot und die publizierten Erkenntnisse des Club of Rome. In der Studienzeit gelang schon mal ansatzweise ein Selbstversorgerleben auf dem Lande. Aber was danach kam, war ein bürgerliches Leben mit technischem Beruf für eine moderne Welt in rasendem Umbruch mit unbekanntem Ziel. Erst als die Ehe geschieden und die Kinder aus dem Haus waren, nahm er seine alten losen Enden wieder in die Hand. In der ehemaligen DDR gab es in ärmlichen Landfluchtgegenden günstig alte Häuser und noch günstiger Land, das für die ehemaligen LPGen, von der Treuhand abgewickelt, zu steil oder zu verwinkelt war, um mit einer Flotte an Großmaschinen bearbeitet werden zu können. Die hügeligen, bewaldeten, dünn besiedelten Mittelgebirgslandschaften Süd-Thüringens waren dafür geradezu ideal!
    Die in DDR-Zeiten enteigneten Kleingrundbesitzer hatten ihr ehemaliges Eigentum zurückbekommen, aber die Bodenhaftung, den Bezug zu ihrem Stück Land längst verloren. Manchmal nahmen sie das Angebot an, so ein Grundstück zu verkaufen. War es nicht verpachtet und klein genug, konnte die LPG-Nachfolgerverwaltung in Michaels Fall die "Schmiedefelder Alm" rechtlich nichts dagegen tun.

    Michael hatte einige Gemeinschaften und Ökodörfer besucht, an einigen Gründungsprozessen von solchen teilgenommen, viel Zeit in Arbeitskreise und endlose Debatten gesteckt, die aber letztlich an der Gruppendynamik, der mangelnden Bereitschaft der Interessenten, dem Geld und an den Behörden eines „widersetzlichen Staates“ gescheitert waren. Jetzt wollte er den Spieß umdrehen. Er kaufte sich mit den Früchten seines Berufslebens und den Mitteln, die seine Scheidung übrig gelassen hatte ein altes Haus mit einem guten Hektar Land drum herum und fing einfach an. Interessenten wurden eingeladen mitzumachen. Solche kamen und gingen. Der Aufbau von Selbstversorgerstrukturen wurden dadurch beschleunigt und unterstützt, waren aber letztlich nicht von der Gruppendynamik der Bewohner abhängig.

    Das Netzwerk an ähnlich oder zumindest freundlich gesinnten Nachbarn und Dorfbewohnern wuchs und Michael förderte begeistert die Idee von Harald, Gertrud, Heinz und Anderen, ein Ökodorf zu gründen. Er würde da zwar nicht hinziehen, oder höchstens, wenn er seinen Hof an andere übergeben würde, was er sich aber derzeit noch gar nicht vorstellen konnte, aber an engen Beziehungen zum Dorf war er sehr interessiert. Die Idee von Tauschkreis, lokaler Währung, Betrieb eines Kurssystems, Entwicklung und Pflege von Selbstversorgertechniken waren auch seinen Ideen sehr verwandt.

    Als Gernod auf dem Sauhügelhof eintraf, hatte Michael das Mähen wegen des schwindenden Taues eingestellt, ruhte sich auf einer Bank neben dem Geräteschuppen aus und genoss die Aussicht ins Tal und die umgebenden Hügel. Er hieß Gernod willkommen und bot ihm ein Glas des Waldmeister Kaltauszuges an, der in einer großen Glaskaraffe auf dem Tisch stand. Nach einigen freundlichen Belanglosigkeiten rückte Gernod mit seinem Interesse am Sensen heraus.
    „Du hast ein größeres Stück Fläche gemäht heute morgen, fressen deine Schafe so viel pro Tag?“
    Michael winkte ab: „Nein, die Schafe weiden ihr Gras schon selbst ab. Das gemähte Gras ist für Heu.“
    Gernod erinnerte sich daran, dass Harald gesagt hatte: „Ist es nicht noch zu früh zum Heumachen?“

    Michael erzählte ihm, dass der Grund für spätes Heumachen einerseits in der Masse und dem Gehalt an nahrhaften Samen liege, andererseits sollten die Gräser erst blühen und den Insekten als Weide dienen. Ausgestreute Samen erhalten die Artenvielfalt. Das hat im Zusammenhang mit der maschinellen Landwirtschaft seine Berechtigung. Die Wirtschaftlichkeit eines Hofes hängt davon ab, wie viel Futter zugekauft werden muss. Da wird in Nahrungsgehalte gerechnet. Die wichtigen Bestandteile aus früheren Stadien der Pflanzenentwicklung werden durch Zusatzfutter ausgeglichen. Die großen Maschinen mähen eine gewaltige Wiese in wenigen Stunden und die Heuwender und Rechen halten da locker mit. Das Einbringen mit automatischen Großballenpressen ist auch reine Maschinenarbeit und geht schnell. So reichen zwei sonnige Tage oft für die komplette Heuernte.

    Aber bei ihm, erzählte er weiter, sähe das etwas anders aus. Ich muss die Ernte über mehrere Tage verteilen. Ich mache immer nur so viel auf einmal, wie ich gut schaffen kann. Mit der Sense mähen, mit dem Rechen Wenden, mit Säcken und Rückentragen das Heu in den Schober bringen, das braucht seine Zeit. So werden immer nur, in verschiedenen Reifestadien des Grases, kleinere Streifen der Wiese gemäht. So können alle Arten auf Teilen des Hofes in Samen gehen, und dies mit dem Wind verteilen, auch auf die schon gemähten Abschnitte. Es können sich in den zu verschiedenen Zeiten gemähten Streifen andere Gräser und Kräuter entwickeln, die in den ungemähten Abschnitten von den dominierenden Großgräsern erstickt würden. Das Mähen in verschiedenen Phasen, beginnend schon nach den ersten Blühern, aber auch das ganzjährige Stehen lassen von Blühstreifen fördert die Artenvielfalt in einer Wiese ganz erheblich, und auch des Volkes, das in ihr lebt, all das Getier und Gewürm.

    Gernod wunderte sich: „Das künstliche Abmähen einer Wiese soll für mehr Artenvielfalt sorgen, als sie der Natur überlassen?“

    Michael lachte: „Wenn man eine Wiese sich selbst überlässt, dann wir sie zum Wald. Hier in der Gegend ist die natürliche Vegetation der Wald. Die kräuterreichen Wiesen sind eine menschengemachte Kulturlandschaft. Wenn es genügend Wild gäbe, das wir abschießen – Hallali, es lebe die Jagd – und Rinderherden, dann würden sich schon einige Lichtungen halten, in denen die wachsenden Bäumchen verbissen werden, aber das hat weitgehend der Mensch übernommen und viel ausgedehnter, als die Natur das machen würde.
    In den hügeligen maschinenunfreundlichen Gegenden wie hier oder auch in den Almen der Hochgebirge, werden Prämien bezahlt, um die vielbesungene Kulturlandschaft zu erhalten. Der Mensch hat so sehr eingegriffen in die nichtmenschliche Natur, dass er schon komplett verschwinden müsste, dass sich nach Jahrzehnten und Jahrhunderten ein neues Gleichgewicht bilden würde. Die Verbreitung verschiedener Arten würde sich neu einpendeln.“
    Michael erklärte, dass es bei 8 Milliarden Menschen nicht darum gehen könne, keine Nahrung zu erzeugen und als Sammler und Wildbeuter zu leben, sondern dass man die Nahrung mit Maß und Ziel, Sinn und Verstand anbauen müsste. Und das wollen er und seine Mitstreiter versuchen.

    Während er redete, hatte er mit einem Vierkantschlüssel den Bügel geöffnet, mit dem das Sensenblatt am Sensenbaum befestigt war. Der Dengelhammer lag auf dem Stück Baum, in dem der Dengelstock, eine Art Mini-Amboss – eingeschlagen war. Michael schickte sich an, die Sense zu dengeln.

  • Dies und das für jeden wasDatum09.06.2024 23:25
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Wochenende 8./9. Juni

    Christian fährt ab Mitte nächster Woche nach Hamburg. Die Wettervorhersage für den Lichthügel verspricht ein paar warme, teilweise sonnige und trockene Tage. Der Regen der vergangenen Woche und die warmen Temperaturen haben das Gras wachsen lassen. Wir beschließen zwei kleinere Abschnitte der Heuwiesen mit dem Kreiselmäher zu mähen. Das mit der Sense gemähte Gras soll auch zu Heu verarbeitet werden. Ein Wochenende plus Montag voll mit Mähen, Wenden, Rechen und einholen von Gras auf dem Weg zum Heu.
    Am Samstag Abend findet Brunos und Christinas Sommerfest statt. Es war vom verregneten letzten Samstag auf diesen verschoben worden. Ich spaziere die vier Kilometer durch den Wald. Nur die Bundesstraße und die Bahnlinie müssen einmal überquert werden, sonst ist alles Natur bzw. was in diesen Tagen davon übrig blieb!


    Da liegt Brunos und Christinas neues Haus. Es sind schon einige Gäste da.











    Bruno tritt mit diversen Gastmusikern auf. Das Essen ist reichlich und gut. Würste gibt es auch, aber sie stellen nicht das Hauptangebot dar. Neben Alkoholikas gibt es auch für mich Trinkbares unter den Getränken, z.B. Wasser, in dem Gurken und Zitronen schwimmen.

    Ich treffe viele Leute, die ich schon eine Weile nicht mehr gesehen habe. Darunter alt bekannte und neue Tänzerinnen und (ein oder zwei) Tänzer. Ein wohltuendes Workout. Mein Tanzstil wird von Frauen als "Ausdruckstanz" und "Yogatanz" bezeichnet. Ich nehme es als Kompliment! Ein Mann teilt mir mit, er hätte Angst, ich könnte meine Hose verlieren. Ich drücke ihm mein Bedauern aus.

    Um 11:30 Uhr fahren wir mit einem Bekannten, der in der Nähe des Lichthügel wohnt, wieder nach Hause.

    Am Sonntag ist Europawahl. Das Wahllokal kenne ich noch von der Kommunalwahl. Diesmal gibt es nur einen Stimmzettel und eine Stimme. Die Grünen verlieren gegenüber der letzten Wahl 40 Prozent. Die Umweltthemen haben gerade nicht so Konjunktur. Die AfD ist zweitstärkste Partei. In der Ex-DDR mit Abstand die stärkste. Besonders bei den Jungwählern - diesmal dürfen erstmals schon die 16 Jährigen wählen - schneidet sie gut ab. Die Grünen besonders schlecht. Wird wohl an der Präsenz der AfD in den "Sozial Medias" liegen und an der Hetze gegen die Grünen. In der Jugend liegt unserer Zukunft heißt es. Na Servus!

    Zum Heuwenden und erstes Einbringen von mit der Sense gemähtem Gras in unzugängliche Teilen des Gartens bin ich heute alleine. Daneben noch Wäsche waschen und Cracker zum Trocknen ansetzen, denn der vorgekeimte Buchweizen muss verarbeitet werden.


    Noch ist es nicht viel Heu im Heuschober, aber ein Anfang ist gemacht. Wenn alles gut geht, sieht es morgen Abend schon etwas voller aus!

    Gartengießen stehts auch noch an.



    Die Gurken entwickeln sich prächtig im Gewächshaus, die Tomaten blühen schon, dann werden auch bald die ersten Früchte sich entwickeln.


    erste Erdbeeren werden rot.

    Ein voller Tag - ab ins Bett, die Schlafhütte wartet!

  • Ökodorf "Eine Erde"Datum07.06.2024 09:35
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ökodorf "Eine Erde"

    Kapitel 14: Sense – sensibel – Sensenmann

    Nun hebt das Jahr die Sense hoch
    und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
    Wer sät, muss mähen.
    Und wer mäht, muss säen.
    Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

    (Aus Erich Kästner „die 13 Monate“ erschienen 1955: August)



    Der Frühling machte Fortschritte, bewegte sich langsam auf den Sommer zu. Es war feucht und warm. Das Grass wuchs auch auf Gernods Grundstück. Einzelne Gräser waren jetzt, Anfang Juni, schon einen Meter hoch gewachsen. Passend zu seinem Akku-System besorgte sich Gernod eine Motorsense. Zwei seiner 18 Volt Akkus in Reihe geschaltet gaben dem Gerät 36 Volt Power. So hielt das auch eine Motorsäge von derselben Firma. Mit der war er sehr zufrieden.
    Noch einen Vorteil hatte die Motorsense. Man konnt neben dem üblichen Plastikfaden auf einer Rolle, als Schneidewerkzeug ein Rotormesser verwenden. Die Rolle verteilte kleine Plastikfetzen vom Faden auf der Mähfläche. Gernod hielt nicht viel von der Anreicherung seines Stück Landes mit Mikroplastik.

    Die Maschine mit ihren drei Gängen für verschiedene Materialdichte beeindruckte ihn mit recht beachtlicher Leistung. Das versöhnte ihn ein wenig mit den fast 600 Euro, die seine Neuanschaffung gekostet hatte.

    Bei allen Geräten, die er benutzte, überlegte er sich, wie denn die entsprechende „Rückfall- Technologie“ aussehen würde. Bei einer Motorsense lag das auf der Hand: eine Sense aus den Bauernkriegen! Es wäre seiner Denkweise angemessen und nur konsequent, wenn er sich so ein Ding beschaffen und lernen würde, damit umzugehen.

    Gernod wertete es als Koinzidenz und nicht als einen Wink des Schicksals, als er tags darauf Harald im Grundstück der Zwergschule, deren Lehrerwohnung er zusammen mit Gertrud bewohnte, mit einer Sense mähen sah. Er ging zu ihm hin.

    „Harald der Sensenmann bei der Arbeit“, witzelte er. „Machst Du schon Heu für Deine Hasen?“

    „Nein“, antwortete er, ist noch etwas früh für Heu. Ich schneide nur einen Arm voll Futter für die Hasen und etwas Gras als Bodenbedeckung für die Gemüsebeete.“

    „Wäre auch recht anstrengend“, überlegte Gernod laut, „mit der Sense Heu zu machen.“

    „Das mache ich schon, widersprach Harald. „Für meine paar Hasen ist das kein Problem. Aber es gab Zeiten, da war die Sense das einzige bäuerliche Mähgerät um Heu zu machen.“

    Harald erzählte – das war zwar selbst vor seiner Zeit gewesen, aber er hatte es in einem Film gesehen – wie die Bauern mit ihren Knechten und teilweise auch Mägden bei Tagesanbruch aufs Feld gezogen sind, bewaffnet mit Sensen in der Hand und einem Wetzstein umgeschnallt. Der erfahrenste und ausdauerndste Schnitter setzte die erste Mahd. Er mähte in langsamen ruhigen Schritten und rhythmischen Schwüngen der Sense die Wiese hinauf. Alle paar Meter blieb er stehen, zückte den Wetzstein und wetzte die Sense. Das erhielt die Schärfe der Sense und die kleinen Pausen die Ausdauer des Schnitters. Oben angekommen, machte er immer weiter sensend kehrt und arbeitete sich die Wiese wieder herunter. Das geschnittene Gras wurde dabei auf demselben Strang abgelegt, wie vorher, denn der Schnitter hatte sich gedreht, die Schneiderichtung – in der Regel von rechts nach links – aber beibehalten. Wenn man den gemähten Strang zur Seite schob, musste alles Gras geschnitten sein, keine Reste stehen bleiben. Der nächste Schnitter folgte dem ersten mit ein paar Metern Abstand. So wurde in ein paar Stunden ein „Tagwerk“ Wiese gemäht. Nicht mehr, als man an einem Tag auch wenden und am 3. Tag, wenn das Wetter mitspielte, trocken in die Scheune bringen konnte.
    Am Feldrand hatte sich ein alter Bauer oder Knecht aufgebaut, mit Dengelhammer und Dengelstock, um die stumpf gewordenen Sensen wieder nachzuschärfen. Spätestens zum Mittagessen war man wieder zuhause. Das taunasse Grass lässt sich viel leichter schneiden, als das trockene.

    „Und wann ist die richtige Zeit zum Heumachen“, wollte Gernod wissen.
    Harald erzählte ihm, dass man das nicht mit einem genauen Datum sagen könne. Hier in Südthüringen hieß es, dass man nicht vor Anfang Juli Heumachen sollte. Anderswo in Deutschland gilt der 24. Juni, wie für so vieles andere auch, als der Stichtag, nach dem man mit der Heuernte beginnen könne. Aber – noch dazu im Klimawandel – man muss sich nach dem Graswachstum und nach dem Wetter richten. Ein guter Teil der Gräser sollten schon verblüht sein und in Samen gegangen. Andere noch nicht, so gibt es eine gute Mischung aus eiweißreichen feinen Blättern und nährstoffreichen Samen und faserreichen Stängeln. Und – natürlich muss das Wetter passen. Je weniger lange das Heu an der Sonne ausbleicht, nass wird und wieder trocknen muss, gewendet werden muss, desto besser ist die Qualität.

    Während er noch erzählte, begann Harald, seine Sense zu wetzen. Er stellte den hölzernen Sensenbaum auf den Boden neben sich, das Sensenblatt nach oben. Die Spitze zeigte von ihm weg. Der Teil des Blattes, der am Baum befestigt war, befand sich nahe an seiner Schulter. Der Arm lag auf dem Blatt, die Hand hielt dessen oberen Rand nahe der Spitze. Er holte den Wetzstein aus dem metallen Köcher, den er am Gürtel befestigt hatte, nahm ihn am einem Ende in die rechte Hand. Mit kleinen etwa 3 bis 5 cm langen Schleifbewegungen fuhr er von hinten beginnend sich in Richtung Spitze zu arbeiten. Erst auf der einen Seite, dann auf der anderen. Als dritter Arbeitsgang wurde der Wetzstein in ca. 15 cm langen Bewegungen abwechselnd links und rechts am Blatt entlang gezogen. Dann verschwand der Wetzstein wieder im Köcher.
    „Das mache ich alle paar Meter, je nachdem wie zäh das Gras ist“, erklärte Harald. „Aber das hält nur eine Weile vor. Nach einer weile muss die Sense gedengelt werden.“
    „Machst Du das auch selbst?“, fragte Gernod.
    „Das kann ich nicht!“, gestand der Kunstmaler. „Ich habe mit dem Sensen erst angefangen, als ich hier her gezogen bin. Die Sense hing im Schuppen. Ich habe das Ding versucht mit einer Flex zu schleifen. Das hält nicht lange vor und zerstört jedes Blatt in Kürze. Seit Bernd hier ist, macht der es. Der ist Schmied. Der hatte das zwar auch vorher noch nicht gemacht, aber der hat ein Gefühl für Stahl und Eisen. Aber wenn du dich fürs Sensen interessierst, besuch doch mal den Michael auf dem Sauhügel. Der hat Schafe und macht alles mit der Sense, auch das Heu für den Winter. Der weiß eine Menge darüber.“

    Gernod hatte den Michael schon getroffen. Er war an die 70 und kam ab und an zu Veranstaltungen vorbei, brachte schon mal Gemüse auf den Dorfmarkt und kaufte ein, was er brauchte von dem, was es da gab. Er gehörte zu den externen Mitgliedern des Dorfes, lebte quasi aus Sicht des Ökodorfes auf einem Aussiedlerhof.
    Der Sauhügel war ca. einen Kilometer vom Dorf entfernt. Er kannte ihn, weil er in der Sauhügel-Hütte, die nahe seinem „Gipfel“ stand, zusammen mit Tom und anderen schon mal übernachtet hatte. Eine einfache kleine Schutzhütte auf einem kleinen Mittelgebirgshügel, wie es hier viele gab. Die Hütte lag auf einer Höhe von 702 Metern, wie auf dem Schild mit dem Namen stand. Etwa 50 Meter tiefer lag der Selbstversorgerhof, in dem Michael mit noch ein paar Mitbewohnern lebte.

  • Dies und das für jeden wasDatum06.06.2024 09:53
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Zitat von Gast im Beitrag #333
    absichtlich sarkastisch?


    Ich spiegle nur "wissenschaftliche Meinung" wider. Das hat so seine Unsicherheiten, aber was besseres haben wir nicht. Es wäre Vorsicht und Vorsorge gewesen, aber das war bis heute nicht unser Ding und es sieht nicht so aus, als würde sich daran was ändern!

  • Dies und das für jeden wasDatum05.06.2024 10:22
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Alle paar Jahre eine Jahrhundertflut

    In meiner Münchner Zeit, ich war noch verheiratet, wünschte ich mir bereits einen Platz, vergleichbar dem Lichthügel, den ich neben meinem Beruf an Wochenenden und im Urlaub herrichten könnte. Der sollte ländlich, einfach und vor allem finanziell gut erschwinglich sein. Das Geld sollt in den Ausbau nach meinem Geschmack fließen. Meine damalige Ehefrau fand das sehr bedrohlich und suchte ihrerseits einen geeigneten Platz. Der war in Niederbayern, in der Nähe von Vilshofen. Ein alter Restbauernhof mit 1000 m² Grund ohne Land, etwas sonderbar renoviert. So waren über die alten Holzdielen Teppichböden gespannt, der ehemalige Kuhstall etwas tiefer gelegen als der Rest des Hauses, war zum Wohnzimmer ausgebaut worden. Das ganze Grundstück lag in einer Senke. Die Hauptstraße führte in Höhe des ersten Stockes am Grundstück vorbei. Die Nebenstraße, von der aus die Zufahrt zum Grundstück möglich war, war immer noch höher als der Rest des Grundstückes. Ein Entwässerungsgraben führte am Grundstück vorbei. Die Verkäuferin erwähnte so nebenbei, dass es vor zwei Jahren ein Jahrhunderthochwasser gegeben hätte, bei dem das Wohnzimmer, der ehemalige Kuhstall und der ganze Garten überflutet worden war. Aber - das ist ja nun vorbei, die Wände mit aufwändiger Gebläseheiztechnik wieder trocken geblasen - nun hätte man hundert Jahre Ruhe.
    Wir kauften das Haus. Ein Jahr später war das Jahrhundert dann schon wieder vorbei. Eine neue Flut überschwemmte das ganze Erdgeschoß. Passau, nur 30 km entfern, steht auch regelmäßig unter Wasser und auch, nicht ganz so oft, Vilshofen. Die Donau, der Inn, die Vils, lauter Flüsse, die jede Menge Wasser transportieren. Wenn dann noch ein langanhaltender Platzregen dazukommt... Man hätte eine Mauer und davor einen Graben um das ganze Grundstück ziehen müssen, oder alles auf Stelzen bauen, wie Venedig.
    Ich habe das Haus mit 100 000 DM Verlust gegenüber dem ursprünglichen Kaufpreis wieder verkauft, an einen Käufer, der so geil auf das Schnäppchen war, dass ihn die Aussicht auf ein Jahrhunderthochwasser alle paar Jahre nicht schreckte.

    Der Lichthügel steht auf einem Hügel. Er thront an seiner tiefsten Stelle 50 Höhenmeter über dem Lichtetal. Wasser, das der Boden nicht aufnehmen kann und nicht in Auffangbehältern zurückgehalten wird, fließt nach unten ab. Die Leibis-Talsperre, in der das dann alles landet, liegt noch tiefer. Ein Überlauf oder möglicher Dammbruch (Sprengung, Raketeneinschlag) bedroht den Lichthügel nicht.

    Dieser Umstand - neben einigen anderen - war Bestandteil der Auswahlkriterien, nach denen ich den Platz ausgesucht hatte.

    Die Flut in Bayern und Baden-Württemberg ist dieses Jahr bereits das dritte heftige Hochwasser in Deutschland. Zuvor traf es Norddeutschland und erst kürzlich standen Teile des Saarlands unter Wasser.
    Die Überflutung des Ahrtales von 2021 mit über 100 Toten beschäftigt die Betroffenen noch immer und die Gerichte. 2002, 2013 waren weitere dramatische Hochwasserfluten.
    Der Kanzler - traditionell in Gummistiefeln, das hat dem Schröder schon viele Stimmen gebracht, erzählt, dass das schon die 4. derartige Reise während seiner Amtszeit ist. Er fordert, dass mehr für den Klimaschutz getan werden müsse, um solches künftig zu verhindern.
    Was er nicht sagt, vielleicht weiß er es auch gar nicht, vielleicht sagt er es auch aus gutem Grunde nicht ist: Was immer wir in der nächsten Zeit unternehmen werden, um die Klimaerwärmung und ihre Folgen zu mildern, es wird sich erst in 30 bis 50 Jahren auswirken. Kinder und Enkel würden es uns danken. Wir müssen die Folgen unserer Klimasünden der letzten 30 Jahren ausbaden. Man sollte sich besser darauf einstellen. Der Staat sollte den Bürgern den reinen Wein der Wahrheit einschenken, der in ihm wohnen soll (in vino veritas). Der Bürger muss sich auf die Realität einstellen. Er sollte sich nicht darauf verlassen, dass ihm jede durch das Hochwasser heruntergespülte Blumenvase ersetzt wird. Das ist nicht zu leisten. Vorsorgen, notfalls umziehen liegt in der Eigenverantwortung. Das wird für das Land ein kleiner Vorgeschmack auf die Flüchtlingswellen, die aus dem Ausland über uns hereinbrechen werden.

    Das ist Hochwasser auf die Mühlen der AfD, das die Machtergreifung erleichtert. Die wieder eingeführten Wehrpflichtigen verteidigen in Schlauchboten unsere Landesgrenze mit der Schusswaffe. Orban wird ersetzt, weil er zu gemäßigt ist.

    Es lebe der Klimawandel!

  • Dies und das für jeden wasDatum04.06.2024 09:31
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Wenn einer eine Reise tut ...

    letzten Mittwoch hatte ich die ehrenvolle Aufgabe meine Enkelin, die in den Pfingstferien zu Besuch bei Papa und ein bisschen auch bei mir, wenn ich in der Zeit in Steinheid bin, war, mit dem Zug zurück nach München zu begleiten. Das hatten wir schon früher gemacht. Wir waren ganz früh gefahren und ich konnte problemlos am selben Tag wieder zurück nach Hause fahren.
    Diesmal war das anders. Ihre Mama kam am Mittwoch Abend von einer Reise aus Zürich zurück, und die Übergabe war für 19 Uhr am Münchner Hauptbahnhof geplant. Die Rückfahrt noch am selben Tag wäre nur bis Sonneberg möglich gewesen. Der Nächst Zug nach Neuhaus ging am Donnerstag um 4:45 Uhr. Ich nahm deshalb mein Reisegepäck mit, ein mittlere Rucksack mit Schlafsack, Iso-Matte, Tarp und was man so für eine Übernachtung (unabhängig von der Anzahl der Nächte) braucht.

    Die Züge waren sehr voll. Besonders der von Nürnberg nach München. Für Giuli fanden wir einen Patz neben einem Jungen in Ihrem Alter, dessen Vater hinter ihm stand, so wie ich hinter Giuli. Der Junge interessierte sich aber nur für sein Smartphone. Giuli und ich versuchten uns in diversen Spielen wie: "Ich pack in meinen Koffer...", "Ich seh' etwas, was Du nicht siehst ...", "wer oder was was bin ich?"
    Die Leute um uns herum ertrugen das teils stoisch, teils amüsiert, aber die Einladung mitzumachen hat niemand angenommen.
    Nach Ingolstadt wurde ein Sitz über den Gang neben Giuli frei. Als am besten geeignetes Würfelspiel, haben wir uns "Kniffl" ausgesucht. Der Becher mit den Würfeln war leicht von Einem zur Anderen und umgekehrt über den Gang gereicht, gelegentlich verzögert durch Passanten. Die Zeit verflog.

    In München stellte sich heraus, dass der Zug der Mutter 40 Minuten Verspätung hatte. Wir wurden mehrmals auf ein anderes Gleis, witzigerweise immer vom Starnberger Flügelbahnhof zur Haupthalle und umgekehrt, durch digitale Anzeige verwiesen. Schließlich gelang die Übergabe kurz vor 20 Uhr zur Zufriedenheit aller. Mein nächster Zug nach Nürnberg fiel ersatzlos aus.
    Ich überlegte kurz, eine Bekannte heimzusuchen, verwarf ab er den Gedanken wieder, denn ich käme erst spät an, sie müsste am anderen Morgen wieder früh arbeiten.

    Um kurz nach 21 Uhr ging der Nächste Zug. Aufenthalt in Nürnberg, dann ein Anschluss nach Lichtenfels. Nach Aufenthalt ein Bus nach Coburg. Von da ein Bus nach Sonneberg. Als ich da ankam, war es ca. 2:30 Uhr. Alles war nass vom vielen Regen, der in Bayern noch heftiger gewesen war als in Thüringen.
    In 2,5 Stunden ging der nächste Zug nach Neuhaus. Ich beschloss den zu nehmen und auf eine Übernachtung im Freien oder "in the wild" zu verzichten. Ich lief so grob den Gleisen entlang Richtung Neuhaus und kam so bis Hüttengrund, wo kurz nach 5 Uhr dann der Zug nach Neuhaus mich aufnahm. Erstaunlich viele Fahrgäste waren zu dieser Zeit unterwegs. Berufsverkehr! Dem verdankte ich wohl, dass es überhaupt so früh einen Zug gab. Ankunft in Neuhaus um 5:30 Ihr. Der Bus zum Fuß des Lichthügels schloss sich sofort an. Zuhause angekommen machte ich eine Schneckenrunde und ging dann ins Bett. Dank des Regenwetters, das die Sonne verdeckte, konnte ich bis Mittag schlafen.
    Abends ging ich um 22 Uhr wieder ins Bett. Am Freitag Morgen war mein Schlafkontingent wieder ausgeglichen! Ein SMS-Verkehr mit meiner Bekannten im Raum München enthüllte mir, dass am Donnerstag in Bayern Feiertag gewesen war. Ein Brückentag! Gelegenheit verpasst, aber ein anderes Abenteuer gewonnen!

  • Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!Datum02.06.2024 08:45
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

    Zitat von Gast im Beitrag #56
    oder an (wirklich) Bedürftige spenden


    Du meinst chronisch kranke Eltern von illegalen Einwanderern ohne Krankenkasse?

  • Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!Datum31.05.2024 09:34
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

    Fragen sie ihre Ärztin, ihren Arzt oder in ihrer Apotheke!

    Früher hieß das bei jeder Arzneimittelwerbung: "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker."
    Das wurde mittlerweile genderpolitisch gekippt, macht es aber nicht wirklich besser. Gesundheit bzw. die Mittelchen und Behandlungen drum herum sind eine gigantische Profitmaschine. Es lebe der Profit!

    Dies soll keine Abhandlung über die Abgründe des Medizinsystems werden, sondern nur ein paar Bemerkungen eines alten Mannes, dessen - wie es gerade auf dem Land vielen ergeht - Hausarzt sich ersatzlos verdünnisiert hat.

    Als ich hier her zog, im August werden das 14 Jahre, hatte ich logischerweise erst mal keinen Hausarzt. Da ich aber noch berufstätig war und so einmal im Jahr mir ein paar Tage Krankheitsurlaub zu gönnen pflegte, brauchte ich einen. Damals gab es noch eine Ärztin im Dorf. Sie war satt über 80, hörte schlecht und hatte einen Tremor in den Händen. Aber sie war eine nette ältere Dame, und stellte mir bereitwillig meine Krankschreibung aus. Nach zwei Jahren wurde sie von der Zulassungsstelle für Ärzte daran gehindert weiter zu arbeiten. Fortan war die Praxis dicht, man sah sie aber noch mit ihrem Ärzteköfferchen ab und an durch die Straßen laufen, ich vermute auf dem Weg zu treuen Privatpatienten. Auch das ist mittlerweile viele Jahre her und die Frau ist dicke in ihren 90ern. Der Mann ist längst gestorben und sie wird von ab und an wechselnden Personen versorgt. Manchmal sehe ich sie in ein Auto ein- oder aussteigen auf dem Weg - vielleicht zum Arzt? Ihre Praxisräume stehen seitdem leer. Das weiße Schild mit den Praxisöffnungszeiten wird langsam gelb.

    Ich suchte mir die nächstgelegene Hausarztpraxis im Nachbardorf. Man konnte - auf den Bahngleisen laufend, wie ich das manchmal gerne mache

    (I'm a train, I*m a train, I'm a chucka train yeah!)

    - zu Fuß hingehen und der Bus nach Saalfeld, damals noch die Kreisstadt, hielt auch nicht weit von der Praxis entfernt.
    Die Praxis führte ein Ärzteehepaar. Ich war nur wenige Male dort. Einen Routinecheckup bei der Frau Doktor und eine Bronchitisbehandlung mit Krankschreibung beim Herrn Doktor.

    Als ich nach Jahren mal wieder einen Termin wollte, waren die Beiden in den Ruhestand gegangen, obwohl deutlich jünger als ich, und ein Ungar hatte mit Frau (als schicke Empfangsdame) die Praxis übernommen. Meine Patientenakte und ich wurden ihm vererbt. Ich kannte ihn nicht, genauso wenig wie einen anderen Arzt aus der Gegend, als blieb ich sein Patient. Ich war nicht oft da. Er tat in der Regel was ich von ihm wollte, wie mich z.B. zu einem Facharzt meiner Wahl zu überweisen. Nur einmal hat er das nicht gemacht, und das rechne ich ihm hoch an. Er hat meiner Diagnose "Asthma" nicht zugestimmt (hatte ich mal vor 20 Jahren und es fühlte sich genau so an) und mich auf Bronchitis behandelt. "Eine Woche", hat er mich gebeten. Wenn es nicht besser wird, überweist er mich. Ich habe dann zwar 5 Wochen gebraucht, den Horror wieder los zu werden, aber Asthma war es nicht. Ich vermute Corona. Das ging damals gerade los. Der Test aus der Apotheke war negativ. Aber aus heutiger Sicht machte ich den zu früh, für ein positives Ergebnis. Mittlerweile hatte ich noch zwei nachgewiesene Covid-19 Infektionen, jede weniger heftig als die letzte. Noch was rechne ich ihm hoch an. Er hat mich nie dazu gedrängt mich gegen Corona impfen zu lassen.

    Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, interessanterweise nicht von der Praxis, sondern von einer Freundin, dass die Praxis ohne Nachfolger schließen würde. Die Patienten müssten in teils weiter entfernte umliegende Dörfer ausweichen. In Neuhaus würden die etablierten Ärzte keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Sie würde aber ein gutes Wort für mich bei ihrem langjährigen Hausarzt einlegen.
    Seine Praxis liegt auf meiner Bus-Route nach Neuhaus mit Haltestelle nicht weit von der Praxis, als recht konvenient! Ich bat um Vermittlung. Gestern sollte ich meine Gesundheitskarte durch den Leser ziehen lassen und meinen Medikamentenplan einreichen. Der Arzt würde dann übers Wochenende entscheiden, ob er mich als Patienten aufnehmen wolle.
    Ich schlug in der Praxis auf, zückte meine Karte, wozu bereits vor der Tür ein Plakat aufforderte (Nach dem Motto: wir wollen nur ihr Bestes, ihr Kassen-Chip-Karte), und wollte die Empfangsdame über meine Lage informieren. Nicht nötig. Sie kannte mich und erinnerte sich an das Telefonat unserer gemeinsamen Bekannten. Sie zog meine Karte durch das Lesegerät und fragte nach meinem Medikamentenplan. Ich hatte keinen. Ich nehme keine Medikamente dauerhaft ein, bin nicht chronisch krank. Ich entschuldigte mich quasi dafür, dass ich noch kein sehr guter Kunde als Patient bin, aber: "Was nicht ist, kann ja noch werden"!
    "Das wollen wir nicht wünschen", sagte die Dame freundlich. Aber ich frage mich, ob ich mit meinen ab und an - auch nicht jedes Jahr - Arztbesuchen interessant für einen Medizinunternehmer bin. Eine Erkrankung mit Dauermedikation, mit einmal im Quartal Karte durchziehen und Rezept verlängern, den Arzt bekommt man gar nicht zu sehen, das Rezept wird zur Unterschrift während eines anderen Beratungsgespräches ("eingehend, auch telefonisch" heißt die Abrechnungsposition) nebenbei unterschrieben. Da erinnere ich mich an den Arztbesuch von Niko, als er eine Krankschreibung wegen einer Covid-19 Erkrankung für den Arbeitgeber brauchte. Das war beim selben Arzt gewesen. Der hatte ihn auf cholerische Art zur Schnecke gemacht, weil er die Impfung verweigerte.

    Ich will der Entscheidung des Mediziners nicht vorgreifen. Vielleicht sieht er sogar in mir über 70-Jährigen, der noch nicht viel Arbeit macht, eine Wette auf die nahe Zukunft. Die letzten Jahre sind für die Krankenkassen immer die teuersten, da ist es vielleicht gut, schon beizeiten vorzusorgen.

    Aber dann wieder erinnere ich mich, wie ich zur Corona-Zeit in meiner Apotheke im Ort die von Lauterbach zur Verfügung gestellten Atemschutzmasken auf Gutschein abholte, wie mich die Apothekerin ermahnte, doch öfter zum Einkaufen zu kommen und nicht in andere Apotheken fremd zu gehen. Meine Versicherung, das nicht zu tun und tatsächlich nicht öfter die Hilfe einer Apotheke in Anspruch nehmen zu müssen als sie das in ihrem System hätte, hat sie mir nicht geglaubt.

    Ich trage mich tatsächlich mit dem Gedanken, eine chronische Erkrankung zu simulieren, regelmäßig Rezepte zu beziehen, die in meiner Apotheke einzulösen. Vielleicht verdiene ich mir so das Recht, im Notfall einen Arzt, eine Ärztin oder in einer Apotheke um Hilfe zu fragen. Aber was mache ich dann mit all den Pillen?

    Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

  • Dies und das für jeden wasDatum28.05.2024 12:08
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Geburtstagsfest (Mai 2024)

    Geburtstagsgedicht

    Ende Mai, wenn Mitbewohner Christian Geburtstag hat, ist das Wetter meist schon Lagerfeuerfest-geeignet. Auch diese Jahr sah das Wetter ganz vielversprechend aus. Ein von der App angekündigter Regenschauer konnte nicht Schrecken. Die Festlandschaft auf dem Lichthügel ist überdacht!


    In sicherer Erwartung der Gäste bereitet Christian schon alles vor. Niko war ausgezogen, ich viel beschäftigt, da hat Christian das Fest fast komplett in Eigenregie und Arbeit gestaltet.


    die ersten vertrauten Gesichter


    weitere Ankömmlinge


    und auch die Kuh schaut zu







  • GedichteDatum27.05.2024 17:39
    Foren-Beitrag von petias im Thema Gedichte

    Dem Christian zum 42. Geburtstag!

    Ein guter Monat nach dem meinen
    findet ein Geburtstag statt,
    der Christian, der hat dann seinen
    und feiert diesen gern und satt.

    Das Schenken ist nicht immer leicht,
    da lieg` ich öfter mal daneben.
    Was Kleines, ob`s zur Freude reicht?
    Von Herzen sei es Dir gegeben!

    Du planst im Winter eine Reise,
    La Gomera ist das schöne Ziel.
    Bescheiden, draußen, einfach, leise,
    nur Rohes – davon auch nicht viel!

    Damit Du bleibst mit uns verbunden,
    Dein Handy-Akku wohl gefüllt,
    hab` einen Sonnen-Lader ich gefunden,
    der den Geräte-Hunger stillt.

    Und solltest Du in Not geraten,
    brauchst Du ein Loch, das Dich verbirgt,
    hier ist ein kleiner Klapp-Hack-Spaten,
    der manches Wunder schier bewirkt.

    Doch kommt der Frühling, komme wieder,
    der Garten braucht Dich und auch wir.
    Nirgends schöner blüht der Flieder,
    alles sehnt sich hier nach Dir!

    Ein gutes Jahr sei Dir beschieden,
    Gesundheit und der Freude Glück
    Das meiste Schlechte sei vermieden,
    im Hier und Jetzt Dein wacher Blick!

  • Dies und das für jeden wasDatum26.05.2024 08:26
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Die Qual der Wahl - UND - Der Zirkus ist in der Stadt

    Zwei Ereignisse stehen heute an. In Thüringen sind Gemeindewahlen. Ich bin aufgerufen: zur Ortsteilbürgermeisterwahl, Ortsteilratsmitgliederwahl, Bürgermeisterwahl, Stadtratsmitgliederwahl und Kreistagsmitgliederwahl. Dazu bin ich zur Stimmabgabe in die Turnhalle der örtlichen Schule gebeten.
    Das kann dauern, bei so vielen Wahlen.

    Nach getaner Bürgerpflicht gehe ich mit meinen Enkeln und der Mutter des kleineren in den Zirkus Corona! Welch ein Name! Ich bin nicht so der Zirkus-Fan, aber ich bin sicher, den Kindern wird es gefallen.

    Ich werde heute Abend berichten!

    23:11 Uhr
    Morgens, kurz nach Öffnen der Wahllokale pilgerte ich zur Turnhalle der örtlichen Schule. In einer langen Reihe gab es erst die Tische mit Wahlhelfern, die die Berechtigung prüften und im Erfolgsfall die Wahlzettel aushändigten, jeder in einer anderen Farbe. Dann kamen ein paar Wahlkabinen. Man musste jeden Zettel genau lesen. Es gab verschieden viele Stimmen, die einzelnen Kandidaten vergeben werden konnten, oder einer Partei.
    Der Bürgermeister stellt sich wieder zur Wahl. Er ist ohne Parteibuch, aber tritt für die Linke an. Gegenkandidaten gibt es keinen. Aber man kann statt ihm die Stimme zu geben einen Namen eintragen, um den als Bürgermeister vorzuschlagen. Genau so verhält es sich mit dem Stadtteilbürgermeister. Ich gehe davon aus, dass sie beide wiedergewählt werden. Und das ist auch gut so. Der Landrat in der Kreisstadt Sonneberg wird diesmal nicht gewählt. Ihr erinnert euch sicher, dass der Posten vor nicht allzu langer Zeit an die AfD ging. Der erste AfD- Landrat in Deutschland. Peinlich. Ich bin gespannt, wie viele Landräte ihm folgen werden.

    Nach der Wahl musste man den Wahlschein bei einer dritten Stelle wieder abgeben, wo man dann - nach Farben sortiert - unter den Augen eines Wahlhelfers jeden Zettel in eine andere Urne steckte. Das hat ca. 20 Minuten gedauert.

    Ich fuhr mit dem Bus nach Neuhaus. Dort trafen die Enkel und die Mutter des jüngeren mit einem anderen Bus ein. Wir gingen zum Zirkus. Man verkaufte uns erst mal keine Karten. Es könnte sein, dass die Vorstellung ausfällt. Minimum 25 Leute. Es wurden nur 20. Die Begründung einer Mutter von zwei Kindern: Der Besuch der Vorstellung würde verhindern, dass man Punkt 12 Uhr seine sonntäglichen Klöße mit Blaukraut und Schweinebraten zu sich nehmen könne, wie der Thüringer das gewohnt wäre.
    Der Mann an der Kasse erklärte, dass sie mindestens 400 Euro brauchten, damit sie ihre Kosten wieder hereinspielen würden. 400 : 20 = 20 Euro pro Person, Erwachsener und Baby. Als sich abzeichnete, dass die Umstehenden dazu eventuell bereit wären, erhöhte er den Mindestbetrag auf 450 Euro. Das hat es dann entscheiden. Wir sind abgezogen und damit war die Vorstellung vom Tisch. Der Mann an der Kasse jammerte sehr, dass die Zirkusse sterben würden. Aber er war auch nicht bereit, für 400 Euro die Vorstellung zu machen. Alles war bereit. Es war hell und warm, die Stromkosten sollten sich in Grenzen halten. Drei Wartende hatten schon Karten früher gekauft. Die mussten zurückerstattet werden.
    Es war die letzte Vorstellung nach 10 Tagen. Vielleicht hatten sie auch einfach keine Lust mehr, wollten mit dem Umzug nach Oberweißbach endlich anfangen. Sei es drum.
    Wir wanderten zurück nach Steinheid 6,5 km durch Wald und Berge. Ich fand es schön. Die Kinder bis auf die letzte halbe Stunde auch. Der zweijährige Oli, obwohl meist getragen oder auf den Schultern reitend ist auf den letzten Metern eingeschlafen und ist erst nach 1,5 Stunden wieder aufgewacht.

    Auch ohne Zirkus war es ein schöner Tag!

  • Dies und das für jeden wasDatum25.05.2024 12:33
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Schnecken!

    Über die letzten trockenen Jahre hatten wir die Schneckenplagejahre schon fast vergessen. Aber dieses Jahr, mit warmen Wachsregen im Mai, sind sie zurück die spanischen Nacktschnecken. Weinbergschnecken gibt es auch zuhauf. Aber die sind hier wenigstens Teil des Ökosystems und nicht ganz so gefräßig.

    Leute mit Laufenten, höre ich, haben weniger bis keine Probleme - zumindest mit Schnecken.

    Die Schneckensammelzyklen von drei bis vier mal am Tag sind wieder aufgenommen. Morgens nach dem Aufstehen - am frühen Nachmittag - am Abend - und wenn ich es irgendwie schaffe, vor dem Zubettgehen mit der Taschenlampe.
    Die Weinbergschnecken schmeiße ich nur von den Gemüsepflanzen weg, lasse sei aber leben. Die Nacktschnecken sammle ich in einem Schraubglas und ertränke sie mit Wasser. Kein schöner Gedanke. Aber mit der Schere durchschneiden finde ich auch nicht besser. Die Leichen und Unmengen an Schleim kommen in den Kompost mit den menschlichen Exkrementen.


    Die Erdbeeren lassen sie in Ruhe, solange sie Besseres haben. Den Kohl mussten wir schon komplett ersetzen. Die Schnecken fressen alles kahl.
    Die Bodenbedeckung mussten wir Beim Kohl wieder entfernen, solange das Wetter nass ist, denn darunter verstecken sich die Schnecken und ehe man es sich versieht, sind sie wieder am Kohl!


    der Salat zieht die Schnecken magisch an. Da gibt es immer reichlich Ernte (an Schnecken)


    die roten Beete sind kaum von Schneckenfraß betroffen. Auch nicht der Lauch und die Erdbeeren.


    Die ersten Bohnen keimen um den Mais, der allerdings den Auspflanzschock noch nicht überwunden hat.


    Der Kürbis, gedacht zur Bodenbedeckung, wurde Opfer der Schnecken. Keine Ahnung, ob ich noch Ersatz bekomme.


    die erste Kartoffel hat das Rennen ans Licht gemacht!


    auch die ersten Erbsen spitzen schon durch die Erde!


    Das Bohnenfeld ist erst seit ein paar Tagen fertig. Da keimt noch nichts.


    Eine bestellte Zeitschrift ist gekommen. Man will schließlich auf dem neuesten Stand bleiben.

  • Ökodorf "Eine Erde"Datum22.05.2024 16:10
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ökodorf "Eine Erde"

    Kapitel 13 Flachland

    es möchte kein Hund so länger leben!
    Drum hab‘ ich mich der Magie ergeben,
    ob mir durch Geistes Kraft und Mund
    nicht manch Geheimnis würde kund;
    dass ich nicht mehr mit sauerm Schweiß
    zu sagen brauch, was ich nicht weiß;
    dass ich erkenne, was die Welt
    im Innersten zusammenhält,
    schau alle Wirkenskraft und Samen
    und tu‘ nicht mehr in Worten kramen.
    (Aus Faust 1 von Goethe)



    Bernd und Lukas waren ins Dorf gezogen. Sie lebten in einem großen Bauwagen, wollten sich aber bald ein Haus bauen. Die beiden Mitt-Dreißiger waren ein Paar. Ihre Interessen und Tätigkeiten konnten aber verschiedener kaum sein. Bernd, ein Stiefsohn von Harald hatte sich mit Achtung gebietender Geschwindigkeit im gemauerten Nebengebäude auf dem Grundstück der Zwergschule eine Schmiedewerkstatt eingerichtet. Ein schwerer Ambos wurde aufgebaut, ein Schornstein für die Esse errichtet, ein Gebläse installiert. Regale und Haken trugen Zangen, Hämmer, Bohrer und Schraubenschlüssel. Bernd wollte sich als der Metallhandwerker des Dorfes etablieren.
    Lukas war einen Kopf kleiner als Bernd, was aber nicht bedeutete, dass er kleingewachsen gewesen wäre, nein, Bernd war fast zwei Meter groß und sehr muskulös. Ein richtiger „Meister Schlagedrauf“, ein echter Schmied.
    Lukas hatte Psychologie und Philosophie studiert und war nicht so der Handwerker. Er gab Kurse in Meditation, Yoga und spirituellen Erfahrungen. Er plante ein „Out of body“ Seminar im Dorf zu veranstalten, in dem er den Teilnehmern die Erfahrung beibringen wollte, den eigenen Körper zu verlassen. Er hatte in dem Bereich bereits einige Interessenten, die ihn von seinen Kursen in Tübingen her kannten und die ganz heiß darauf waren, sein Seminar als Dorfgäste zu belegen. In ihrem neuen Heim sollte auch ein Pavillon entstehen, der sich für das Abhalten von Seminaren eignete. Die rechtliche Seite war da noch nicht ganz geklärt. Die ersten Seminare würden wohl im Schulhaus stattfinden.

    Der Bauwagen vom Bernd und Lukas stand nicht sehr weit von Maras Hexenwagen entfernt. Lukas lag in einem Liegestuhl und las. Er beobachtete fast zwangsläufig wie Samantha in den Tees und Ingredienzien, die vor Maras Hexenwagen aufgebaut waren, stöberte. Mara sprach Samantha nochmal auf das Thema „Wissenschaft“ an. Das war in den letzten Tagen häufiger Gesprächsstoff im Dorf gewesen, meist angeregt durch Samanthas Fragen.

    Weißt Du Samantha, da ist nicht nur das Problem, dass wissenschaftliche Ergebnisse vorschnell umgesetzt werden. Wissenschaft verändert komplett das Denken von uns allen. Es lässt denken nur noch in eine Richtung zu. Alles, was nicht gemessen, gezählt und gewogen werden kann, wird ausgeblendet. Schau Dir die Kräuter an. Deren Heilwirkung ist wissenschaftlich kaum erklärbar. Da wird zwar der eine oder anderer Stoff gefunden, bei der chemischen Analyse, dem man eine mögliche Wirkungsweise zuschreibt, aber das kommt der Wahrheit noch nicht mal nahe. Wo ein solches Kraut wächst, wer seine Pflanzennachbarn sind, wann ich es Pflücke, Tag, Uhrzeit Sternenkonstellation, das ist alles wichtig. Welche Lebenskraft die Pflanze noch hat, wie sie getrocknet und aufbewahrt wird, wer das tut und für wen, das alles spielt eine Rolle. Ich weiß das, auch wenn es sich vielleicht nicht wissenschaftlich beweisen lässt. Wir leben mehr und mehr in einer armen gestutzten reduzierten Welt. Es fehlen alle die nichtstofflichen Aspekte, weil die Wissenschaft sie nicht bestätigen kann.“

    „Flachland“ rief Lukas von seinem Liegestuhl herüber. Er hatte sein Buch sinken lassen und zugehört. „Wir leben in einem spirituellen Flachland, wie Ken Wilber das nennt. Seit der Aufklärung leben wir zunehmend in einer newtonschen Welt. Einer Welt, die auf dem Prinzip von Ursache-Wirkung beruht. Zum Glücklichsein braucht es einen Grund, einen Auslöser. Auf den warten wir. Alles, was nicht gemessen und gezählt werden kann, wird ausgeblendet. Dadurch verarmt unsere Welt dramatisch. Es ist, als ob wir eine dreidimensionale Welt nur zweidimensional betrachten würden. Flachland eben.“

    Die beiden Frauen sahen zu Lukas hinüber. Der stand auf und ging auf sie zu.

    Samantha versuchte sich als Advocatus Diaboli, selbst nicht ganz überzeugt davon, was sie davon halten sollte: „Die Wissenschaft hat eben mit all dem mittelalterlichem Zeug, Wunderglauben, Religionen, Gottesurteile und Gesundbeten aufgeräumt. Wahr ist eben nur, was sich unter Versuchsbedingungen wiederholen lässt. Wie soll man sonst richtig und falsch erkennen?“

    „Die Domäne der Wissenschaft ist Wahrheit, nicht Weisheit. Der Mensch sucht neben Wissen auch Sinn, Wert, Tiefe, Zuwendung, Würde und Bedeutsamkeit. Ohne einen Bezugsrahmen, einen Blickwinkel, können wir Messungen nicht bewerten. Und andere, als materielle Kategorien lassen sich nicht mit den Methoden der materiellen Kategorie bewerten. Jede Kategorie hat ihre eigenen Gesetze und Methoden und wer Kategorien mit den Gesetzen und Methoden einer anderen Kategorie bewertet, begeht einen kategorischen Irrtum, eine Kategorie Verwechslung.“

    Samantha war sich nicht sicher, ob diese Aussage hilfreich ist:
    „Das würde bedeuten, dass wenn jemand behauptet eine besondere wissenschaftlich nicht nachvollziehbare Erfahrung gemacht zu haben, dass man das so hinnehmen muss, weil die Erfahrung in einer nichtmateriellen Kategorie gemacht wurde?“

    „Nein!“, widersprach Lukas. Man kann auch da wissenschaftliche Prinzipien anwenden.
    1. Instrumentelle Injunktion
    Wenn du dies wissen, erfahren, nachvollziehen willst, tue das und das und das, eine Versuchsanleitung.
    2. Die Wahrnehmung. Der Versuchende folgt der Anleitung und sieht was passiert
    3. Gesellschaftliche Bestätigung oder Widerlegung
    Haben, wie in der Forschung üblich, andere Wissenschaftler die Anleitung nachvollzogen und die Ergebnisse bzw. die Erfahrungen bestätigt erfolgt die wissenschaftliche Anerkennung. Wenn nicht, die Ablehnung

    So kann man auch spirituelle Erfahrungen wissenschaftlich überprüfen. Nicht zählen und messen, aber nachvollziehen.

    Nimm mein Seminar zur außerkörperlichen Wahrnehmung. Die Teilnehmer erhalten eine genaue Anleitung, was zu tun ist. Es bedarf einiger Übung, ist aber prinzipiell von jedem zu erreichen. Wenn das nachvollziehbar gelingt, kann die Nützlichkeit und Richtigkeit bestätigt werden. Man muss nichts glauben. Dazu müssen Religionen auf ihr Kerngeschäft zurückkommen: die spirituelle Erfahrung!
    Yoga, Zazen, Shikantaza, Satsanga, kontemplatives Gebet, Dhikr, Daven, Tiji – dies ist nichts, woran man glaubt, dies sind Injunktionen, Praktiken, Paradigmen.
    ZEN, sagt Wilber, und die großen kontemplativen Traditionen sind daher in jedem Sinne des Wortes eine tiefe Wissenschaft des spirituellen Inneren.“

    „Aber genau wissen, was richtig und falsch ist, welche wissenschaftliche Erkenntnis wir anwenden dürfen, und welche nicht, können wir deshalb immer noch nicht! Nur einem Ritus zu folgen, um eine Erfahrung zu machen, fürchte ich, ist nicht verbindlich genug.“

    Lukas zuckte die Achseln, ging zurück zu seinem Liegestuhl und nahm seine Lektüre wieder auf.
    „Ken Wilber – Naturwissenschaft und Religion“, stand auf dem Umschlag.

  • Ökodorf "Eine Erde"Datum20.05.2024 18:33
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ökodorf "Eine Erde"

    Kapitel 12 Wie hältst du’s mit der Wissenschaft

    Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
    dass Marmelade Fett enthält, Fett enthält, Fett enthält.
    Drum essen wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise,
    Marmelade eimerweise, eimerweise.
    Marmelade, Marmelade, Marmelade, die essen wir so gern!
    (1. Strophe aus einem volkstümlichen Kinderlied)




    Sammy (Samantha) wachte mit einem Druck auf ihre Blase auf. Ihr Bewusstsein hatte versucht ihr im Halbschlaf weiß zu machen, sie befände sich auf einer Toilette. Zum Glück hatte sie ihm nicht geglaubt. Sie schlug die Decke zurück. Neben ihr lag Tom noch im tiefen Schlaf. Sie war nackt. Die Erinnerung an die Nacht zauberten ihr ein Lächeln ins Gesicht, das bis in ihre Augenwinkel strahlte. Sie stand leise auf und trat vor die Türe der alten Hütte. Der Weg bis zum Toilettengebäude war ihr zu weit und sie hatte auch keine Lust sich anzuziehen. Sie fand ein Plätzchen hinter der Hütte, wo sie sich mit einem mulmigen Gefühl erleichterte. Da musste Tom sich was einfallen lassen. In einer anderen Hütte hatte sie einen Eimer gesehen, stabil mit klappbarer Brille drauf und einem gut verschließbaren Deckel. Das war, konnte sie sich vorstellen, ein guter Helfer in der Not und leicht im Sanitärbereich zu entsorgen.
    Minimalist Tom verwendete dazu eine Schraubflasche aus Glas mit großem Deckel, durch den sein Schniedel locker passte. Männer hatten es da manchmal einfacher!

    Samantha schlüpfte zurück ins Bett, wovon Tom aufwachte ...

    Später beim Frühstück nahm Sammy das Gespräch von gestern wieder auf. „Warum ich bei Dir geschlafen habe, ist, dass du mit mit noch über Fortschritt und Wissenschaft sprechen wolltest!“, sie schaute ihn bedeutungsvoll lächelnd an.
    „Ah, verstehe“, antwortete Tom, ebenfalls lächelnd. „Das alles diente nur dazu, mir die Gretchenfrage zu stellen.“
    „Gretchenfrage?“
    „Ja, aus Goethes Faust:
    << nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?
    Du bist ein herzlich guter Mann,
    Allein ich glaub’, du hältst nicht viel davon. >>

    Nur, dass es bei dir nicht um Religion geht, sondern um Wissenschaft. Du weißt ja vom Kurs, dass ich von den leichten praktischen Materialien durchaus angetan bin, weil sie das Leichtgewichtwandern erst komfortabel möglich machen. Diese Materialien würde es ohne wissenschaftliche Forschung nicht geben. Und ohne Unternehmer, die sie herstellen und nützliche Sachen draus bauen gäbe es keine Leichtrucksäcke und Isomatten. Andererseits entwickle ich eine Wanderausrüstung aus Naturmaterialien, weil es keine Liebe zur Natur ist, wenn sich alles mit Mikroplastikpartikeln anreichert.“

    „Ja, das gefällt mir an Dir. Ich benutze auch ein Handy oder gehe zum Arzt, wenn ich krank bin. Aber das zeigt es schon. In Deutschland z.B. wird niedriger Blutdruck behandelt. In Frankreich ist das gar keine Krankheit. Früher hat man schwere Krankheiten mit Blei und Quecksilber zu behandeln versucht. Das Giftigste, was man so kannte. Heute bei der Krebstherapie geht man ganz ähnlich vor. Das Schlimmste, was wir heute haben sind chemische Gifte und Radioaktivität. Und gerade das sind die wichtigsten Mittel gegen Krebs.“
    „Stimmt“, pflichtete Tom bei. „Auch was angeblich gesund ist, und was krank macht ändert sich mit der Zeit und neueren Untersuchungen. Da wird alle paar Jahre eine andere Sau durchs Dorf getrieben und alle jubeln ihr zu. Da wird die Butter mal verteufelt, weil sie den Cholesterinspiegel hebt und Pflanzenfett empfohlen. Dann stellt man fest, dass die Pflanzenfette auch nicht so toll sind. Transfette, gehärtete Fette, mehrfach ungesättigte Fettsäuren geistern durch die Diskussion. Kohlehydratarme Ernährung, eiweißreiche Ernährung, Paleo-Diät und Trennkost. Alle berufen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und erklären die anderen für schädlich und falsch.“

    Samantha hatte auch noch ein paar Ideen beizutragen: „Da geht es um Maschinen, die uns die Arbeit abnehmen, aber das Klima so erwärmen, dass immer mehr Gebiete unbewohnbar werden. Gegen den Klimawandel wird der Bau neuer Atomkraftwerke gefordert, aber wohin mit dem Müll ist noch immer ungeklärt.“

    „Am meisten Angst macht mir die KI“, bekannte Tom. „Wenn sogar die Entwickler warnen, was da womöglich auf uns zukommt, dann heißt das nichts Gutes! Bald ist die Welt so kompliziert, dass Menschen sie nicht mehr durchblicken können und ob das die Computer können, das wage ich noch zu bezweifeln.“
    Die beiden waren da weitgehend einer Meinung. Aber wie sollte man sich verhalten? Wo ist die Grenze. Man kann nicht leben wie in der Steinzeit und auch nicht wie im Mittelalter. Sie wollten zum Thema Wissenschaft und Fortschritt noch mit anderen Dorfbewohnern sprechen. Der ökologische Fußabdruck alleine als Leitschnur für die Entwicklung des Dorfes ist da nicht genug, fanden sie.

    Am Abend in der Versammlung berichtete Samantha von ihrem Gespräch mit Tom. „Wie wollen wir es mit der Wissenschaft halten“, ist die Frage.

    Gernod war der Meinung, dass hier verschiedene Dinge gemischt werden. Wissenschaft meinte er, wäre nur systematisierte menschliche Neugier und für sich genommen nichts Schlechtes. Problematisch wäre es nur, dass der Mensch jede kleine Erkenntnis, ohne die Zusammenhänge zu begreifen, versuche anzuwenden und zu Geld zu machen, egal, was das vielleicht für Folgen bedeuten könnte.

    Dass Wissenschaft viel zu kurz greift, merke man daran, sagte Jan, dass es viele verschiedene Wissensmodell gibt. Ein Modell, das alles erklärt, gibt es nicht. Bedeutende Modelle, auf denen wichtige technische Erfolge basieren würden, wie z.B. die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik, würden sich sogar widersprechen. Kein Wunder, dass da erstaunliche und fatale Nebeneffekte auftreten, wenn man nach Modellen Technik entwickelt, die nur winzige Teilaspekte der Welt erklären.

    „Das ist“, erklärte Harald, „wie wenn Ameisen im Gras einen hohen Mettalturm finden und ihn für ein Geschenk der Götter halten. Sie krabbeln hoch, machen Löcher hinein, wohnen drin. Dann bauen sie Teile des Metalles ab und verkaufen ihn an andere Ameisenkulturen. Schließlich knickt der Metallturm ein und die Plattform, die er getragen hatte, stürzt auf den Ameisenstaat und begräbt ihn unter sich. Aus sicht der Ameisen völlig unerklälich.“

    Heinz fasst zusammen: „Es ist menschlicher Forschergeist, Versuche zu machen, um Erkenntnisse zu bekommen und diese zu Modellen der Wirklichkeit zu verdichten. Aber man muss schon lange und vorsichtig prüfen, bevor man diese Erkenntnisse umsetzt. Solange die verschiedenen Modelle nicht zueinander passen, solange ist man von der „Wahrheit“ noch weit entfernt. Es muss eine Ethik für die Anwendung der Wissenschaft entstehen, die Regeln entwirft, was vom Machbaren und unter welchen Beschränkungen umgesetzt werden soll und was nicht.“

    „Das wird schwer“, stellt Lisa fest. „Wir werden da erst mal bei uns hier im Dorf damit anfangen müssen!“

  • BuchbesprechungenDatum19.05.2024 15:31
    Foren-Beitrag von petias im Thema Buchbesprechungen

    Zitat von fiatlucem im Beitrag #20
    Wo in "Neue Weltordnung" soll das denn sein? Kannst du bitte einen Link posten?


    NWO 22: Plattform 17

  • Dies und das für jeden wasDatum19.05.2024 15:18
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Pfingsten

    Pfingsten ist das dritte der großen drei Stationen im christlichen Kirchenjahr. Über Ostern, und Weihnachten habe ich schon öfter geschrieben, über Pfingsten glaube ich, noch nicht.

    Pfingsten bedeutet - vom Griechischen abgeleitet - der 50. Tag. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, 49 Tage nach dem Ostersonntag, und liegt zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni.

    In der Apostelgeschichte (Neues Testament) wird erzählt, dass der Heilige Geist, ein Aspekt des dreifaltigen Gottes, den Aposteln und Jüngern Jesu erschien, die zum jüdischen Fest Schawuot, dem 50. Tag nach dem Pessachfest versammelt waren. In der Christlichen Tradition gilt diese Datum als die Gründung der Kirche.

    Pfing´sten heißt im Neuen Testament Pentēkostḗ, was wieder 50 bedeutet. Die Pentekostie war eine Unterabteilung der antiken griechischen Heere in der Phalanx.

    Das Pfingstereignis wird in den verscheidenen Evangelien unterschiedlich dargestellt. Mal kommt der heilige Geist (Erleuchtung) in der Form von Feuerzungen über die junge Kirchengemeinde, mal in Gestalt einer Taube. Als Pfingstwunder wird erzählt, dass alle Anwesenden Menschen die Botschaft Gottes, die die Apostel verkündeten in ihrer eigenen Sprache hören konnten.

    Im Johannesevangelium kam der Auferstandene in die Mitte seiner Jünger, hauchte sie an und übertrug ihnen mit den Worten „Empfanget den Heiligen Geist!“ den Geist Gottes.

    Wir, Andreas Ute und ich, haben die drei kleinen Schafe von Nachbar Andreas an diesem heiligen Tage geschoren.



    morgen sind die Schafe des Lichthügels dran!

    Früher war es in manchen Gegenden üblich, einen Ochsen festlich zu schmücken und ihn zum Almauftrieb voranzuführen. Der Ochse wurde manchmal geschlachtet und um seinen Bratspieß und mit seinem Fleisch ein Dorffest gefeiert.
    In Anlehnung an diesem Brauch wurde der längste Schläfer in einem Schubkarren durchs Dorf gefahren. In Anlehnung an den Palmesel wird in manchen Familien der Pfingstochse kreiert.

    Der Palmesel und die Zeitumstellung

  • BuchbesprechungenDatum18.05.2024 12:52
    Foren-Beitrag von petias im Thema Buchbesprechungen

    Hallo Fiatlucem,
    schön wieder einen Beitrag von Dir beantworten zu können!

    Zitat von fiatlucem im Beitrag #18
    Du hast davon recht konkrete Vorstellungen, scheint mir.


    ja, meine Vorstellungen entwickle ich in diesem Forum. Ich könnte gelegentlich etwas Hilfe gebrauchen !

    Zitat von fiatlucem im Beitrag #18
    Aber welchen Sinn hat es, zur Krisenvorbereitung auf dem Lande zu leben und sein eigenes Gemüse anzubauen, wenn zu erwarten ist, dass plündernde Vandalen aus der Stadt alles klauen und kaputt machen. Wehrt man sich, bringen sie dich um.


    Das Getreide vom Lichthügel kann man weder von der Lage her noch von der Menge her mit dem Mähdrescher mähen!
    Mal ernst: ich mache das nicht nur wegen der Vorbereitung auf Krisen. Es ist schon so recht schön und befriedigend. Kommt eine Krise, kann das recht schleichend sein und muss nicht zum Showdown führen. Schon jetzt wäre das - sagen wir für einen Bürgergeld-Empfänger - viel einfacher davon zu leben, würde er seine Nahrung weitgehend selbst erzeugen und Zeit dafür sinnvoll aufwenden, die sonst vielleicht auch Geld kosten würde. Das ist auch eine Art Krisenbewältigung. Einen gewissen Schutz vor Plünderungen der Gemüsebeete bietet es, wenn möglichst viele Nachbarn es genau so machen. Kommt es hart auf hart, müssten sich Gleichgesinnte lokal zusammenschließen und sich schützen oder gar einen Deal mit einer "Schutzmacht" abschließen, wie das in der Romanstudie NWO hier im Forum angedeutet wird.
    Es ist trotzdem sinnvoll, Vorräte für ein paar Monate versteckt einzulagern um über eine akute Krise zu kommen. Wichtiger noch, als dass selbst angebaute Lebensmittel in der Krise konkret zur Verfügung stehen ist das "gewusst wie" neudeutsch "know how" und die Infrastruktur der Selbstversorgung. Ein Buch zum Thema im Regal stehen zu haben reicht da nicht aus.

    Für mich ist es wichtig, die Wurzeln zu Natur und eigner Herkunft nicht zu verlieren. Sollte das Fremdversorgungs-System kippen oder die, die es wollen freigeben, ist der Weg zum neuen Alltag nicht so weit und Andere können sogar noch profitieren. Für mich Grund genug!

    Zitat von fiatlucem im Beitrag #18
    Noch ein Gedanke: Heute gibt es schon so viele Solaranlagen und Windräder, dass das Ausbleibern von Öllieferungen keinen Zusammenbruch der Stromversorgung mehr bedeuten würde.

    Da hast Du recht! Eine aufs Wesentliche reduzierte und machbare neuen Welt würde heute anders aussehen, als in den 80ern aus denen Seymours Buch "berichtet". Eule meint, es könnte bald einen realistischen KI-generierten Roman zum Thema geben, der alle aktuellen Faktoren berücksichtigt.
    Bis dahin, oder trotzdem, schreiben wir einfach selbst welche!

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