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  • Dies und das für jeden wasDatumHeute 09:56
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Let me take you by the hand and ...

    Neulich war ich auf dem Weg nach Steinheid, da traf ich den Matusch (ich vermute das männliche Gegenstück zu Matuschka?) an der Bushaltestelle. Ein junger Mann, Mitte 20, fing vor ca. zwei Jahren, als er mit seinen Eltern nach Lichte gezogen war, mir auf der Straße zu begegnen. Er rauchte meist und versuchte Zigaretten zu schnorren. Sein Deutsch war kaum vorhanden und so machte er die Gesten des Zigarette Anzündens. Ich dachte, er will Feuer und zückte mein Feuerzeug, das wie Taschenmesser, Hausschlüssel und eine Packung Taschentücher zum festen Stamm an Utensilien zählte, die ich immer bei mir trage. Aber nein, er wollte eine Zigarette, und da ich als Nichtraucher keine solche mit mir führe, nahm er das Feuerzeug stattdessen. Ich war nicht der Einzige, den er anschnorrte. Christian wechselte schon die Straßenseite, wenn er ihn von Weitem sah, um einer weiteren Schnorrerattacke zu entgehen. So maximal zwei Mal im Monat bat er mich um ein Feuerzeug. Öfter ließ ich mich nicht drauf ein, sagte ich hätte keines. Beim örtlichen Supermarkt, kostete so ein Feuerzeug im Dreierpack 99 ct, einzeln 1,19€ Ich bestellte mir eine größere Menge im Internet zu 49 Cent das Stück.
    Bald lernte Matusch ein paar Brocken deutsch und er fing an, mich um Geld zu bitten. Meine Geldgeschenke an ihn erreichten bis zu 4 Euro im Monat, wobei ein Feuerzeug mit 1 € verrechnet wurde.
    Bald freute er sich schon von Weitem, ausgedrückt durch große Gesten und ein breites Grinsen, wenn er mich sah. Wir machten etwas Smalltalk, er erzählte und erzählte und ich verstand fast nichts. Aber das Gespräch lief immer auf die Frage hinaus:" Hast Du Euro?"
    Er wusste aber schon, dass ich ihm maximal alle zwei Wochen was schenkte, und so fragte er mich, hatte er erst kürzlich was bekommen, erst gar nicht.
    Sagte ich ihm: "Matusch, Du hast erst gestern was bekommen", so sah er das sofort ein und verzichtete ohne Diskussion. Oft rief er mir dann hinterher: "Hast du Feuerzeug?"

    Diesmal trug er eine protzige Goldkette um den Hals. Als ich sie bewunderte, nestelte er sofort noch eine zweite durch den Halssauschnitt seines T-Shirts und zeigte mir stolz alle beide.
    Mittlerweile rauchte er Zigarillos. Ich habe ihn seit Monaten nicht ohne einen solchen im Mund gesehen. Aber Feuerzeuge brauchte er immer noch. Ich werde wohl bald nachbestellen müssen.

    Matusch ist geistig behindert. Er arbeitet in einer beschützenden Werkstätte und hat viele Freunde gefunden. Meist sind es ältere Frauen, die er auch zu Hause besucht. Da bekommt er zu Essen, Geld für ein paar kleine Jobs, und hat Ansprache. Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass er sehr viel besser Englisch spricht als Deutsch und so hat unsere Unterhaltung an Substanz gewonnen.

    Der Bus kam, und wir verabschiedeten uns durch Schulterklopfen. Ich war wieder einen Euro und ein Feuerzeug ärmer!

    An dem Tag hatte ich abends beim Heimfahren in Neuhaus noch eine Begegnung mit einem neuen Freund. Er war schon etwas älter und humpelte auf zwei Krücken auf mich zu. Ob ich wohl auf den Bus warten würde, fragte er mich. Er tat es offensichtlich nicht, genoss aber den Umstand, dass die, die das taten, zwagsläufig Zeit, wenn auch nicht immer Lust zum Reden hatten.
    Wir kamen ins Gespräch.
    Er klagte mir sein Leid, dass er seine Wohnung verloren hätte und jetzt in ein Zimmer von der Stadt zur Verfügung gestellt in der Plattenhaussiedlung bewohnte, in der früher seine Wohnung war. Seine Wohnung hatte die Nummer 1 er wohne jetzt im Kinderzimmer der Wohnung 7. 58 Euro kostet die. Er sah mich bedeutungsvoll an. "Die Woche! Das sind über 200 Euro im Monat!"
    "Aber du bekommst doch sicher Bürgergeld?"
    Er wäre schon in Rente, meinte er. Er würde eine Sozialrente beziehen, nicht gerade viel. Und die würde derzeit von der Wohnungsbaugesellschaft gepfändet, weil er Mietschulden von seiner früheren Wohnung hatte. Die wäre Zwangsgeräumt worden.
    Er sei gestürzt, erklärte mir genau wie und wo, und musste ins Krankenhaus. Seinem Nachbarn gab er die Kontodaten und bat ihm, die Miete von seinem Konto zu überweisen. 20€ hätte er sich behalten dürfen, für die Mühe.
    Aber der Nachbar, der krumme Hund, hätte den ganzen Kontoinhalt verzockt.
    "In der örtlichen Spielhalle?", fragte ich.
    Nein, da hätte der doch Hausverbot. Das geht jetzt ganz leicht am PC. Die prüfen, ob du Geld hast, und dann kannst du spielen, bis es weg ist. Sein Nachbar war da auch gesperrt, aber mit seinen Kontodaten konnte er wieder spielen.
    Als mein neuer Bekannter vom Krankenhaus mit seinen Krücken nach Hause gehumpelt war, stand er vor verschlossener Tür, seine Möbel waren entsorgt worden und der Nachbar war verschwunden. "So ein Hund!"
    Jetzt müsse er sehen, wie er wieder auf die Beine komme, erzählte er mir seine Pläne. Aber sein Anwalt lebe in Sonneberg und der wolle auch immer Geld.
    Und essen müsse er auch was.
    Ich bot ihm einen Apfel an, den ich im Rucksack hatte.
    Nein, Äpfel vertrage er nicht. Die Säure verätzt seine Zahnstummel, an die das Gebiss angehängt wäre. Das hatte er beim Sturz auch verloren, ist in den Gulli gefallen, was das kosten würde wisse ich ja.
    Wusste ich nicht, aber vermutlich war es nicht ganz billig. Die Krankenkasse ist knickrig bei Zahnersatz.
    Ersatzweise bat er mich um zwei Euro. Die Menge meines Kleingeldes war aber schon geschrumpft, hatte ich doch schon Matusch getroffen. Es kamen noch 1,78 € zusammen.
    Als er sah, dass bei mir nicht mehr zu holen ist, humpelte er weiter. Er wolle sich beim Lidl Zigaretten kaufen. Vielleicht träfe er einen Bekannten, der ihm die restlichen Cent noch leihen würde.
    Ob er sich nicht lieber was zu Essen kaufen sollte, fragte ich ihn.
    "Bin satt, war heute bei der Tafel!"
    Da gerade mein Bus kam, sparte ich mir eine Antwort.

  • BuchbesprechungenDatum22.02.2024 11:41
    Foren-Beitrag von petias im Thema Buchbesprechungen

    Ergänzende Bemerkung zu Sellners Buch

    Es ist dabei problematisch, den Unterschied zwischen völkischem Gedankengut und Selbstschutz des Staates im Auge zu behalten. Es kann nicht funktionieren, wenn ein Sozialstaat seine Grenzen zu weltweitem Zuzug in die Sozialsysteme öffnet. Dass das so wäre ist gängige Propaganda. Tatsächlich findet die aktuelle Politik keine Lösung im Spagat das Asylrecht zu beachten, der lamentierenden Wünsche der Wirtschaft genügend Arbeitskräfte zu bekommen, die drohende Überalterung der Bevölkerung und den damit verbundenen Druck auf die Renten und Sozialsysteme, der Ethik, Leute bei der Ausweisung nicht in Gefahr zu bringen.

    Zudem ist Deutschland kein sehr attraktives Einwanderungsland für Arbeitskräfte aus anderen Industrieländern. In Ihrer Not versucht es die Politik auf Druck der Wirtschaft auch in Ländern mit erheblichen kulturellen Unterschieden.

    Die Profite sind oberstes Gebot. Die völlig aufgeblähte Exportwirtschaft droht wegen der mangelnden Arbeitskräfte und der hohen Energiepreise zu schrumpfen. Der Staat soll die Wirtschaft entlasten, alle denkbaren Gruppen subventionieren, die Steuern senken aber gleichzeitig Investieren und tatkräftig und effektiv den Umbau der Wirtschaft auf CO2- Neutralität vorantreiben und finanzieren, den die international eingegangenen Verpflichtungen hinsichtlich des Klimawandels erfordern. Schulden dürfen nicht oder nur eingeschränkt gemacht werden.

    Das kann nicht funktionieren. Die Perspektiven sind schlecht, die "kleinen Leute" spüren die Folgen der Probleme schmerzhaft und suchen Schuldige.
    Die sind in den farblich und kulturell verschiedenen Neumitbürgern schnell gefunden. Da gibt es auch großen Missbrauch. Da haben Väter angeblich 12 Kinder und holen diese und ihre afrikanischen Mütter ins Land und in die Sozialsysteme. Jugendliche Gruppen ziehen durchs Land bedrohen Bürger und belästigen Frauen. Dass das statistisch gesehen nicht mehr Personen mit Migrationshintergrund sind als solche, deren Eltern unter Hitler einen Arier-Pass hatten interessiert da nicht.
    Da bekommt so eine Bande von Massenvergewaltigern Bewährungsstrafen und wenn die auch noch dunkelhäutig sind, dann wünscht sich so Mancher die Gaskammern zurück.

    Kriminalität darf nicht geduldet werden und die Höhe der Strafe kann durchaus diskutiert werden, aber für alle Bürger. Den Zuzug von Ausländern auf eine Menge zu begrenzen, die noch integriert werden kann, ist ebenfalls notwendig. Personen die staatliche Leistungen erhalten zu verpflichten auch was für den Staat zu tun und sich nach Möglichkeit selbst zu erhalten ist eine konsequente und berechtigte Forderung.

    Aber wegen des emotionalen Ärgers und diffusen Hasses auf Ausländer und Obrigkeit einen rassistisch völkischen Staat zu fordern der selbst gut integrierte, perfekt deutsch sprechende Staatsbürger ausweisen, die eigenen Kinderproduktion massiv ankurbeln möchte, um der Wirtschaft die geforderten Arbeitskräfte zur Verfügung stellen zu können, ist völlig undiskutabel.
    Wozu der neue Nationalismus führt, kann man gut an extrem rechten Kreisen in Ungarn und der Ukraine sehen, die bereits diskutieren, wie man die gerade im Stich gelassene Ukraine nach ihrer Niederlage aufteilen könnte. Neben Russland wollen auch andere "große Nationen" ihren Anteil am Kuchen. Überall wird aufgerüstet. Brauchen wir tatsächlich eine neuen Runde national imperialistischer Kriege um der eigenen überlegenen Rasse die Geltung zu verschaffen, die sie glaubt, dass sie ihr zustehe?

  • Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!Datum21.02.2024 18:01
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

    Hallo Eule,
    nach Wikipedia wurde die Asylanfrage Snowdens von Brasilien, Deutschland, Ecuador, Finnland, Frankreich, Indien, Irland, Island, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Spanien
    abgelehnt. Es kann angenommen werden, dass dies unter Einflussnahme oder Rücksicht auf die USA erfolgt ist. Einige begründeten das damit, dass das nicht nötig sei (z.B. Deutschland), einige verwiesen darauf, dass man dazu auf dem Boden des Landes stehen müsse (z.B. Finnland), einige verwiesen darauf, dass die USA ein befreundetes Land sei (Frankreich).

    Ein Angebot machten Bolivien, Nicaragua, Russland und Venezuela. Da Snowden aber keinen gesicherten Flug in die Länder erreichen konnte, aber bereits in Russland war, akzeptierte er das Angebot Russlands, das er zunächst abgelehnt hatte, da interessanterweise Putin die Bedingung daran knüpfte, seine „antiamerikanischen Betätigungen“ einzustellen.

    Er erhielt zunächst ein, dann zweimal drei Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung, bis er im September 2022 die russische Staatsbürgerschaft erhielt, indem Putin selbst ein entsprechendes Dekret unterzeichnete.

    Bislang ist Snowden nicht zur Armee eingezogen worden. Er hat sich nicht eindeutig zum Ukrainekrieg geäußert.
    Was ich daraus lese ist, dass es ein sehr gefährlicher Job ist, Whistleblower zu sein, wenn eine Staatsmacht betroffen ist. Man gerät dann schlichtweg zwischen die Fronten politischer Machtspiele.

  • Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!Datum21.02.2024 10:57
    Foren-Beitrag von petias im Thema Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

    Das was Nawalny passiert ist, wäre im freien Westen nicht möglich gewesen?

    Putins Kritiker Nawalny sollte vergiftet werden. Nachdem das nicht funktioniert hat, wurde er nach seiner Rückkehr wegen durchsichtiger Vergehen wie Spionage (er hat z.B. Putins Zarenpalast ausspioniert) angeklagt. Jetzt ist er im Gefängnis gestorben. Ob er explizit ermordet wurde, so kurz vor der Wahl-Show in Russland oder nicht, weiß man nicht. Ich vermute eher nicht. Denn die Wahl ist nur eine Show. Nawalny und seine Anhänger können nicht gefährlich werden. Im Gegenteil. Jetzt tritt ein Märtyrer- Effekt ein, der zumindest recht unbequem für die Machthaber ist.

    Hatte das Regime das nötig, Nawalny zu ermorden, jetzt, nachdem er für aktuell 19 Jahre im Straflager unter härtesten Bedingungen sitzt, weitere Verfahren noch ausstehend? Es war doch nur eine Frage der Zeit, bis der gesundheitlich schwer angeschlagene Mann unter der Isolation, dem schlechten Essen und der grimmigen Kälte zu Tode kommen würde.
    Und das Vorgehen, das wir aus Orwells 1984 kennen, dass der Abtrünnige erst bekehrt wird, durch systematische Gehirnwäsche, bis er Big Brother liebt, um dann von hinten eine Kugel in den Kopf zu bekommen, als Demonstration der Allmacht des Staates, kann es ach nicht gewesen sein, hat Nawalny doch noch am Tag zuvor in einer Gerichtsverhandlung, zu der er aus dem Gefängnis heraus zugeschaltet war, die Richterin gebeten ihm Geld zu leihen, damit er die Strafe zahlen kann, zu der sie ihn verurteilt hatte.

    Mir kommt da, sicher nur weil das gerade wieder aufs Neue durch die Medien geht, ein anderer Fall in den Sinn. Ein englisches Gericht entscheidet gerade ob Julian Assange nun endgültig an die USA ausgeliefert wird, wo ihm 127 Jahre Haft drohen, oder vorläufig noch nicht.

    Der Australier sitzt im Gefängnis wegen Fluchtgefahr in Abschiebehaft. Erinnert ihr euch? Er hatte WikiLeaks gegründet, eine Plattform, wo sonst geheim gehaltenen Informationen von öffentlichem Interesse, die ihm zugespielt werden von Whistleblowern. (Whistleblower bedeutet wörtlich jemand, der in die Pfeife bläst. Mit einer Trillerpfeife zu pfeifen wird empfohlen, wenn man bedroht ist, um andere darauf aufmerksam zu machen.)
    Das ist journalistische Arbeit. Ein Journalist bekommt eine Nachricht, er prüft sie, so gut er kann, bewertet das öffentliche Interesse (kein Klatsch über den Nachbarn) und veröffentlicht das dann.

    Chelsea Manning, IT-Spezialistin in den US-Streitkräften, spielte WikiLeaks ein Video zu, das eine Szene aus dem Irak Krieg enthält. Sie wurde 2010 verhaftet. Es wurde in 21 Punkten Anklage gegen sie erhoben in 19 der Punkte wurde sie zu insgesamt 35 Jahren Haft verurteilt. US-Präsident Barack Obama begnadigte sie am 17. Januar 2017 teilweise. im Mai des Jahres 2017 wurde sie freigelassen.
    Das Video zeigt einen Hubschrauberangriff im Irak. Zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters werden beschossen. Einer getötet und auch noch 8 weitere Menschen. Ein Passant hält sein Auto an und hilft. Er wird erschossen. Seine Kinder im Auto schwer verletzt. Die Unterhaltung der Hubschrauberbesatzung wirkt, als ob sie ein Videospiel spielen würden. Das Video wurde von WikiLeaks unter dem Namen „Collateral Murder“ veröffentlicht. Die Soldaten wurden nie belangt. Julian Assange aber, wegen Hochverrats seit Jahren verfolgt. Er sitzt im Hochsicherheitsgefängnis.

    Er ist seit 12 Jahren in Isolation. 7 Jahre verbrachte er auf engem Raum in der ecuadorianischen Botschaft in London. Als man ihn da nicht mehr haben wollte, wurde er von den Briten verhaftet und abgeführt. Er bekam zunächst eine 1-jährige Haftstrafe wegen Verletzung von Auflagen der englischen Gerichtsbarkeit. Er hatte sich in die Botschaft geflüchtet, weil er sonst nach Schweden ausgeliefert worden wäre, von wo man ihn in die USA verfrachtet hätte. Grund des Auslieferantrages Schwedens: Assange hatte während eines Aufenthaltes in Schweden mit zwei Frauen geschlafen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Der Sex war eivernehmlich, was die Frauen nicht bestritten. Die beiden Frauen hatten sich per SMS ausgetauscht. Die eine erzählte, dass das Kondom geplatzt wäre. Die andere erwiderte, dass Julian bei ihr erst gar keines anziehen wollte. Sie überlegten sich, ob sie sich denn möglicherweise AIDS eingefangen haben könnten. Sie gingen zur Polizei, um sich beraten zu lassen. Die beantragte die Auslieferung - Assange war inzwischen in England - wegen Verdachts auf Missbrauch. Ob die USA ihre Hand im Spiel hatten, ist nicht bekannt.

    Das Jahr Haft in England ist längst abgeleistet. Jetzt sitzt er wegen Fluchtgefahr in Abschiebehaft.
    Leute, die ihn kennen, einschließlich seines Therapeuten, meinen, dass er sich das Leben nehmen würde, sollte er in die USA abgeschoben werden. Die USA erklären, dass man ihn nach dem Gerichtsverfahren nach Australien in die Haft überstellen würden, wo er von den australischen Behörden freigelassen werden könnte, sollten diese das so beschließen. Assange glaubt ihnen nicht.
    Ganz ehrlich? So groß finde ich den Unterscheid nicht, zwischen Nawalny und Assange. Die russische Presse berichtet voll Häme darüber, wie der Westen mit Journalisten umgeht.
    Geht es überhaupt um Ost und West, um Freiheit und Totalitarismus? Oder geht es um mächtig und ohnmächtig? Um den Erhalt der Macht egal wie und egal wo?

    Übrigens der Irak-Krieg wurde unter der Voraussetzung begonnen, dass dessen Machthaber Massenvernichtungswaffen hätten, die kurz vor dem Einsatz ständen. Das war zu keinem Zeitpunkt wahr. Schröder wusste das, wie alle Geheimdienste und hat die deutsche Gefolgschaft in den Krieg verweigert. Chapeau Herr Schröder! Ob Freund Putin, der lupenreine Demokrat, was damit zu tun hatte?
    Ned, dass ma red, ma sagt ja blos!

  • BuchbesprechungenDatum20.02.2024 12:44
    Foren-Beitrag von petias im Thema Buchbesprechungen

    Martin Sellner: Regime Change von rechts - Eine strategische Skizze

    Verlag Antaios

    Seit dem durch die Correctiv-Recherche bekannt gewordenem Potsdamer Treffen, bei dem er einer der Reder war, ist Herr Sellner jedem ein Begriff. Er ist ein österreichischer rechtsextremer Aktivist. Geboren 1989 war er von 2015 bis 2023 Sprecher der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ) Er ist ein Ideologe und Stratege sowohl der rechten Bewegung in Österreich, als auch in Deutschland. Er trifft häufig mit der FPÖ-Führung und den Machern der AfD zusammen zu Gesprächen und Vorträgen.

    Mir schien es interessant, mal zu lesen, was er selbst schreibt. Er bringt gerade - den Boom nutzend - (wie auch Höcke) ein neues Buch heraus, was aber noch etwas dauert. Da nehme ich eben vorläufig mit seinem 2023 erschienenem Buch vorlieb. Vielleicht findet man da sogar noch ehrlichere Aussagen als im neuen Buch, das en aktuellen Gegenwind mit berücksichtigen dürfte.

    20€ und 4€ Versand durch einen Buchversender.

    Die Rechnung kam vom Renovamen-Verlag zusammen mit einer Werbe Broschüre für einen "Kleinen katholischen Katechismus" - passt irgendwie!

    Sellner erkennt in der europäischen Nachkriegsgeschichte ein Bild des Niederganges. Der Verfall von Bildung, Sprache und Glauben geht mit der Überalterung der Bevölkerung einher. Er spricht von Fortpflanzungsverweigerung. Die Beschreibung "Volk" spottet geradezu was sich da als überalterte, hypermoralische, wehleidige, egoistischer, gemeinschaftsvergessene Biomasse durch die Zeit wälzt, von Schaaren junger fremder Männer mit niedriger Bildung und hoher Risikobereitschaft aus fremden Ländern mit anderem Wertegefüge Jahr für Jahr aufs Neue verwässert.
    "Der Bevölkerungsaustausch durch Ersatzmigration macht Jahrtausende alte Völker in wenigen Jahrzehnten zu verdrängten Minderheiten im eigenen Siedlungsgebiet."
    Aber statt einer Klage, die man seitenlang fortsetzen könnte, will der Autor eine Strategie des Wandels entwickeln.: Hauptziel, Leitstrategie, Strategien und Taktiken. Das Hauptziel muss ein minimaler Konsens sein, dem alle zustimmen können. Welche Pläne und Vorstellungen die einzelnen Teilkräfte über das Leitziel hinaus haben mögen, soll zunächst nicht interessieren.

    Hauptziel: Erhalt der ethnokulturellen Identität!
    Oberstes Ziel eines jeden Volkes in der Geschichte war die eigenen Existenzsicherung. Aber bei den Deutschen führt das Schuldgefühl und der Wunsch nach Wiedergutmachung zur Negation der eigenen Existenz.
    Hauptziel: "Wir müssen unsere ethnokulturelle Identität und Substanz bewahren. Dazu brauchen wir eine radikale Wende der Identitäts- und Bevölkerungspolitik, die den Bevölkerungsaustausch aufhält."
    "Eine Kombination aus Rückwanderungsanreizen, Deislamisierung, Assimilations- und Remigrationsdruck kann langfristig die Überfremdung eindämmen."
    Es gibt strenge Einwanderungsregeln hinsichtlich maximaler Anteile an der Bevölkerung und bezogen auf die Herkunftsländer. Nur integrationsfähige und kulturell nahestehende und gut ausgebildete Immigranten sind zuzulassen. Diese Regeln sind auch nachträglich anzuwenden und führen zu einer Remigration.

    "Das rechte Hauptziel lautet, genau diesen Willen zu bilden und ihm staatspolitische Gestaltungsmacht zu verschaffen."
    Auf dem Weg zum Ziel können Bündnisse mit libertären und sozialistischen Flügeln eingegangen werden, aber diese können nicht den Ton angeben, denn die Abschaffung des Staates und der Steuern ist ein Ego-Trip und hat nicht das "Volk" zur Grundlage.

    Der Autor beschreibt unsere Demokratie als "sanften Totalitarismus". Wahlen sind nur periodische Messungen. Entscheidend ist die "Metapolitik", die darauf beruht, die Meinungsbildung des Wahlvolkes zu steuern.
    Die propagierte Idee der Freiheit ist nur schein. Tatsächlich leben wir politisch in einem Treibhaus, dessen Temperatur durch eine "Meinungsklimanalage" von den politischen Gegnern betrieben wird.
    Wesentlichen Anteil an der Meinugsklimaanlage ist das Overton Fenster. Es bildet den Meinungskorridor der gesellschaftlich vertretbaren Ansichten dar. Das macht sich an sagbaren Begriffen fest. In den letzten Jahrzehnten worden früher normale Begriffe problematisiert andere eingeführt und so nach links verschoben. Linksradikale Ideen wurden normalisiert, während rechte Begriffe ein politisch inkorrektes Minenfeld darstellen.
    Der rechte Bereich wurde in die Vergangenheit gerückt der linke Bereich in die Zukunft. Rechts gilt als rückständig, ja moralisch abwertende, links als zukunftsorientiert und gut.
    Diese Begriffskorridor muss wieder verändert werden. Das Overton Fenster muss wieder nach rechts rücken.
    Die rechte Leitstrategie "schafft, um ihr Hauptziel zu erreichen, ein Gegennarrativ zur herrschenden Ideologie."
    Wer sind wir (die Rechten)?
    Partei(AfD), Bewegung(Demos), Gegenöffentlichkeit(Eigene Meldungen, meinungsbildende Maßnahmen), Gegenkultur (rechte Musik, rechte Publikationen, Videos) Theoriebildung (diese Buch)
    Das alles bildet die "People Power".

    Es gibt nur ein kurzes Zeitfenster, indem die ethnokulturelle Identität noch wiederherstellbar ist. Ist der Bevölkerungsaustausch zu weit fortgeschritten, so ist Remigration nicht mehr durchzusetzen.

    Sellner bewertet einige Leitstrategien des rechten Lagers
    Leitstrategie 1: Die Reconquista
    Der Begriff stammt aus der Zeit der Widerherstellung des katholischen Glaubens auf der durch Muslime besetzten iberischen Halbinsel. Er versteht darunter die Eroberung der kulturellen Hegemonie. Es geht also darum, die Bevölkerung dazu zu bringen wieder die rechten Werte anzunehmen.
    Das ist ganz klar Sellners Favorit.

    Leitstrategie 2: Parlamentspatriotismus
    Ziel dieser Strategie ist es, die politische Gestaltungsmacht durch Wahlsiege zu erringen. Dabei werden oft unpopuläre Themen gemieden, um den Wahlerfolg nicht zu gefährden. Aber wesentlich ist nach Sellner, die Veränderung der Meinung im Volk. Um die zu bilden, müssen auch gelegentlich geringere Wahlergebnisse in Kauf genommen werden.

    Leitstrategie 3: Militanz
    Also Staatputsch, Militärhilfe von außen, Organisation von Massenaufständen, Partisanenkampf, Attentate etc.
    Davon hält Sellner nichts. Er hält das für kontraproduktiv gemessen am Leitziel.

    Leitstrategie 4: Sammlung
    Ist der Bevölkerungsaustausch zu weit fortgeschritten, so dass kein Zurück mehr möglich ist, hat die Änderung der Staatspolitik keinen Erfolg mehr. Dann sollen die rechten Kräfte sich in einer Gegend sammeln und dort eine Gegenkultur aufbauen als Basis eines neuen Staates.

    Sellner beschreibt die Strategie der Reconquista genauer.
    Er bildet und begründet die Formel für die Wende:

    (((Masse x Organisation) x Botschaft) x Strategie) - Repression und Resilienz + Lage = Wende

    Die mobilisierte Masse (Sympathisanten, Unterstützer) wird von der Partei geführt und kanalisiert. Dazu bedarf es meiner zündenden Botschaft (Remigration). Die geeignete Strategie (Reconquista) vervielfältigt die Wirkung. Dieser "people power" steht die Repression (Polizei, Gesetzesänderungen) entgegen und die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) der Bevölkerung. Die Lage ist ein entscheidender Verstärker. Je schwieriger die materielle, politische, ideologische Lage ist, desto leichter können die Massen mobilisiert werden.

    Es werden Anleitungen gegeben, wie man den Protest effizient gestaltet. Dass man alle Aktionen vermeiden soll, die nicht bei einem Teil der Bevölkerung anschlussfähig ist, also gut geheißen werden. Handlungen und Begriffe werden eingeführt (Remigration, Bevölkerungsaustausch, Ersetzungsmigration) und zum normalen Sprachschatz gemacht. Andere Begriffe wie multikulturell, Integration, Toleranz, bunte Vielfalt etc. werden lächerlich gemacht, so dass sie niemand mehr ohne Rechtfertigungsdruck in den Mund nehmen möchte.

    Zum Schluss gibt es noch ein paar Regeln für den, der aktiv mit dabei sein will.

    1. Stabilisiere dein Berufs- und Privatleben und werde zu einer wertvollen "personellen Ressource des Widerstands

    2. Such dir eine Funktion im rechten Lager, die due langfristig und mit vollem Einsatz erfüllen kannst.

    3. Vernetze dich regional. Falls in deiner Region kein regelmäßiger Treffpunkt existiert, gründe einen.

    4. Sei in Deiner Gruppe eine Kraft der Motivation und unterstütze die Leiter bei der Schaffung einer positiven Grundstimmung.
    Der Schlussabschnitt wirkt sehr vertraut:
    "...die Ehre der Strategen, ... besteht darin, die Opferbereitschaft und Kraft hunderttausender Aktivisten zu vereinen, zu organisieren und zum Sieg zu führen."

    Man sollte die rechte Bewegung nicht unterschätzen. Ich setze auf die Resilienz der Bevölkerung, die Bestandteil der Gegenkräfte für die rechte Wende in Sellners Wechselformel der Macht ist.

    Wir haben da noch ein Wörtchen mitzureden!

  • PhilosophieDatum15.02.2024 18:01
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Auferstehung des Glaubens? Teil 12 (Glaubensbekenntnis)

    Es wird nicht funktionieren, dass Menschen mit welchimmer Methoden ein "wissenschaftlicher Erkenntnis" standhaltendes optimales und wahrhaftiges Bild einer idealen Erde mit glücklichen Menschen und intakter Natur erarbeitet. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen und was nicht. Wir brauchen ein neues Glaubensbekenntnis. Im Versuch die Glaubenssätze so gut möglich bei sich selbst umzusetzen, stellen wir sie den Mitmenschen zur Diskussion. Ziel ist es, wenn man die Anderen auch nicht komplett vom eigenen Glauben überzeugen kann, man doch genügen Schnittmengen sinnvollen Handelns findet, so dass sich die Welt, in die für richtig erachtete Richtung bewegt.
    Kann das nicht gelingen verwirklicht man schon mal im Kleinen so viel davon wie möglich. Gelingt es nicht mit dem eigenen Glauben in die Staatsorgane und internationale Organisationen vorzudringen, so versuchen wir zumindest, diesen Organisationen einen Toleranzbereich abzutrotzen, in dem der eigene Glaube, wenn auch eingeschränkt, Heimat findet.

    Gleichheitsgrundsatz
    Alle Menschen sind gleich viel wert! Haben die gleichen Rechte und Pflichten.
    Menschen sind nicht gleich, aber die Unterschiede dürfen nicht dazu führen, dass sich einige auf Kosten der anderen ausbreiten, bereichern, sich über sie erheben. Einige können mehr für die Gemeinschaft leisten als Andere und sollen dafür angemessen wertgeschätzt und belohnt werden, aber in Grenzen und unter Berücksichtigung des "Ökologischen Imperatives"

    In der Konsequenz dieses Glaubenssatzes erhebt sich keine Volksgruppe, Nation oder Ethnie über andere. Lokales Brauchtum und Identitäten können gepflegt werden, dürfen aber nicht zum Ausschluss von Anderen führen. Was passiert, wenn sich Ethnien oder Nationen über andere erheben, zeigt die Geschichte am Beispiel Sklaverei, Judenverfolgung, imperialistische Kriege etc.

    Ökologischer Imperativ
    Jeder verhalte sich hinsichtlich seines Ressourcenverbrauches und seines ökologischen Fußabdruckes, so, dass, wenn alle Menschen der Erde sich ebenso verhalten würden, die Erde das verkraften und unversehrt auch die folgenden Generationen beherbergen kann.
    (in Anlehnung an den „Kategorischen Imperativ“ von Immanuel Kant)

    Im Interesse des Ökologischen Imperatives und des Gleichheitsgrundsatzes Ist es erforderlich das Wirtschaftssystem weltweit umzustellen.
    Dazu erforderlich:
    Abschaffung des Zinses
    - Nicht investiertes Geld unterliegt einer Steuer
    - Der Grund und Boden geht in den Besitz von lokalen Verwaltungseinheiten (Gemeinden) über
    - Löhne werden nicht besteuert
    - Dafür werden Waren nach sozialen und ökologischen Kriterien besteuert.
    - Gewinne werden besteuert, wenn sie über das Lohnniveau hinausgehen
    Diese neue Wirtschaftsform kann teilweise lokal und national in Vorreiterschaft verwirklicht und erprobt werden. Erkenntnisse bei der Umsetzung fließen in die Zielsetzung ein.

    Friedenspolitik
    Kriege sind in unserer Zeit weder ökologisch noch vom Menschenbild her tragbar. Internationale Gremien sollen derart gestärkt werden, dass - durch Aufstellen einer Weltarmee - Imperialisten und rassistische Unterdrücker es gar nicht erst wagen, ihr Vorhaben umzusetzen.
    Gelingt das nicht, und auch in Ergänzung dazu, sollen Bevölkerungen sich im passiven Widerstand ausbilden und üben und dafür sorgen, dass ein Besatzer sich an seiner Beute übernimmt.

    Glokalisierung
    "Glokalisierung" und "glocal" sind Wortschöpfungen, die der Verbindung von "global" und "lokal" Rechnung tragen.
    Die Werte Frieden, Ökologie, Eindämmung des Klimawandels sind nur global umsetzbar. Katastrophen z.B. durch den Klimawandel und andere regionale Unterschiede erfordern überregionales Management und Ausgleich.
    Demokratie funktioniert nur gut in überschaubaren Strukturen, also lokal. Global arbeiten wir idealerweise mit repräsentativen Demokratien. Aber selbst eine Technokratie z.B. durch KI- Systeme wäre denkbar, wenn sie als gemeinsamer Nenner der lokalen Gemeinden eingerichtet ist. Das entscheidende Problem dabei ist die Kontrolle.
    Im Verhältnis lokal - global herrscht das Prinzip der Subsidiarität. Das heißt, nur was auf lokaler Ebene nicht erreicht werden kann, wird auf globaler Ebene behandelt.

    Begrenzung und Kontrolle von Neuerungen
    Dieser Punkt wird vermutlich am umstrittensten sein. Er hat überhaupt nur eine Chance, wenn zuvor das Wirtschaftssystem umgestellt ist. Wir müssen weg vom "gemacht wird, was machbar ist" und sollte es zu Problemen kommen, und die Bürger merken das, dann gibt es Einschränkungen, Korrekturen und Entschädigungen auf Kosten der Steuerzahler.
    Gelingt eine Neuerung, muss deren Wert - ja schon, an was entwickelt und geforscht wird - öffentlich diskutiert werden. Bei Freigabe werden ein ausgedehnter Test und Modellversuch durchgeführt. Nur wenn es glokal sinnvoll und hilfreich ist, wird das Neue umgesetzt.

    Diese teils plakativen Forderungen sind im Einzelnen mit Leben zu erfüllen und in Handlungsanweisungen zu übersetzen. Damit befassen wir uns in weiteren Beiträgen.

    Die Werte dürfen gerne diskutiert werden!

  • PhilosophieDatum14.02.2024 15:28
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Auferstehung des Glaubens? Teil 11 ("Fortschritt")

    Noch vor 200 Jahren, zu Lebzeiten Goethes und Schillers, konnte man - zumindest auf dem Lande - vom örtlichen Kirchturm aus 97 Prozent der Ressourcen, die das Leben bestimmten, überblicken.
    Die Nahrung kam von den Feldern und aus den Gärten, das viel seltener konsumierte Fleisch von Tieren auf den Weiden und etwas Wild aus den Wäldern ab und zu. Aus dem Wald kamen das Bauholz und das Brennholz.
    Auf den Feldern wuchs der Lein, aus dem das Leinen gewebt wurde, aus dem Bettwäsche und Kleidung bestand. Für die warme Kleidung hatte man Schafwolle, die viele zuhause spannen, färbten, strickten oder webten. Aus Schafwollstoffen wurden regendichte Sachen gefilzt. Für Schuhe und Gürtel gerbte man Leder.
    Nur das Salz, das man in unseren Breiten brauchte, um Lebensmittel haltbar für den Winter zu machen (Milchsäureprodukte wie Sauerkraut, Pökelfleisch) kam aus Bad Reichenhall oder dem österreichischen Salzkammergut. Der Schmied brauchte ab und an etwas Eisen, wenn es nicht genug Altmetall gab für seine Wagenräderreifen, Eggen und Pflüge. Der Hochofen war aber nicht allzu weit entfernt und die Meiler der Köhler, die die Holzkohle dafür lieferten, konnte man vielleicht auch vom Kirchturm aus sehen. Und wer es sich leisten konnte, der erstand auf einem Markt in einer Stadt schon mal ein paar Gewürze aus dem Land, wo der Pfeffer wächst. Nicht, dass man das gebraucht hätte. Es wachsen vielerlei Gewürze in Gärten und Fluren, z.B. den Bärenkümmel (Bärwurz), den Dill, den Majoran (Dost, Oregano), Thymian (Quendel) und wie sie alle heißen!

    Wieviel von dem, womit ich bekleidet bin, was ich gegessen habe oder der Dinge, die ich benutze, wären wohl zu sehen, wenn ich heute auf einen Aussichtsturm stiege (Die Kirchtürme sind meist nicht zugänglich)? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass nichts davon aus dem Sichtkreis stammt! Unsere Waren kommen aus China, unser Essen, wenn wir Glück haben, aus Spanien oder mit weniger Glück aus Südamerika oder Asien.

    Das Leinen wurde von der Baumwolle verdrängt, die billig von Sklaven, verschleppt aus Afrika, in den Südstaaten der USA angebaut und aufbereitet wurde. Heute ist auch die rar geworden und wenn es noch eine gibt, dann wird sie den Kunstfasern beigemischt. Selbst die "reine" Baumwolle enthält meist noch 2 % Elasthan und macht auch die restlichen 98 Prozent nicht mehr umweltverträglich.
    Die Waren werden weltweit produziert und von überallher transportiert und vor die Haustüre geliefert. Die Waren Multis wie Amazon besitzen eigene Containerschiff Flotten und Lieferdienste. Die Belieferung mit Drohnen wird bereits getestet. Meist ist es billiger zurückgeschickte Waren wegzuwerfen, als sie neu an andere Kunden wieder loszuschicken.

    In meiner Kindheit gab es schon Radio, große Kästen, wo erst mal die Röhren aufwärmen mussten, bevor sie anfingen Musik zu spielen oder Nachrichten und Geschichten zu erzählen. Später kamen dann die "Transistorradios", die weniger Strom verbrauchten, immer handlicher wurden und robuster. Heute sind viele Tausende von Transistorfunktionen auf einer Platine in integrierten Schaltkreisen verbaut.

    1941 baute Konrad Zuse mit seiner Z3 den ersten Computer der Welt. Er erreichte nicht die Leistung von heutigen Taschenrechnern und füllte einen ganzen Raum mit seinen Bauteilen.
    1997 verlor Kasparow als erste Schachweltmeister gegen einen Computer im Schach. Gegen den IBM Supercomputer Deep Blue. 2017 gewann das Programm AlphaZero von Google gegen Stockfish 8, den unschlagbaren Schachweltmeister von 2016.

    Stockfish 8 konnte pro Sekunde 70 Millionen Stellungen berechnen (AlphaZero nur 80000) und hatte Zugang zu allen gespeicherten Schachzügen der letzten 10 Jahre und in ihm steckte quasi das Schachwissen der Menschheit.
    AlphaZero wusste nichts über Schach, nur die Regeln, war aber mit der neusten KI- Software für maschinelles Lernen ausgestattet. Das Programm hatte vier Stunden Zeit, sich im Schach zu üben, indem es gegen sich selbst spielte.
    Die Gegner spielten 100 Spiele gegeneinander. 28 gewann AlphaZero, Die restlichen 72 Spiele endeten remi (unentschieden).

    Die aktuelle Entwicklung widmet sich den Quantencomputern. Im Unterschied zum klassischen Computer arbeitet er nicht auf der Basis elektrischer, sondern quantenmechanischer Zustände.
    Der aktuelle (2022) Quantencomputer von IBM hat 433 Qubits. Die Firma plant ein Gerät mit 100.000 Qubits.
    Nach Meinung von IBM wären dafür für eine Simulation durch konventionelle Hochleistungsrechner mehr klassische Bits notwendig, als es Atome in jedem menschlichen Wesen auf dem Planeten gibt.
    Das ist unvorstellbar. Ein solches Monster ist dazu gedacht, die KI zu revolutionieren. Geplanter Entwicklungszeitraum: 10 Jahre.
    Gerade erleben wir erstaunliche Leistungen von KI-Systemen, die streng genommen noch gar keine sind. ChatGPT ist eher ein überdimensionierte Textvervollständiger wie beim Handy, er berechnet die Wahrscheinlichkeit der nächsten Buchstaben und Wörter auf der Basis der vorhergehenden aus einer gigantischen Textbasis.
    Was eine KI auf der Basies eines Quantencomputers zu leisten in der Lage wäre kann sich kein Mensch auch nur in Ansätzen vorstellen.

    Als ich geboren wurde, lebten auf der Erde ca. 2,5 Milliarden Menschen. Heute sind es über 8 Milliarden. Mehr als eine Verdreifachung während eines Menschenlebens (bis jetzt)
    Hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung errechnen Modelle eine Sättigung bei ca. 10 Milliarden Menschen. Die Feststellung ist, je besser (Wohlstand, Sozialstaat) es den Menschen geht, desto weniger viele Kinder bekommen sie. Ob die Modelle wohl mit der anvisierten Familienpolitik der neuen Rechten gerechnet haben?

    Aber hinsichtlich der technischen Entwicklung verläuft die Wachstumskurve exponentiell. Ich vermute, auch wenn man unmöglich vorhersehen kann, zu welchen Erkenntnissen und Aktionen die KI kommt, sind die Ressourcen unseres Planeten endgültig erschöpft, dass die Entwicklung auf andere Planeten der Galaxie ausgedehnt wird. Eine Grenze dieser Entwicklung übersteigt den menschlichen Geist.

    Roboter ins All entschwinden
    so weit, wie die Materie reicht,
    zu einem Netzwerk sich verbinden,
    dem nichts Dagewesenes gleicht.


    -----

    Erst wenn, sei's Teilchen oder Welle,
    an jeder kleinsten Kosmos Stelle,
    der Geist sich gänzlich breit gemacht,
    ist die Evolution vollbracht.

    aus Evolution


    Ich bin überzeugt, dass die Menschheit, indem sie das Heft des Handelns durch einseitiges Setzen auf technische Entwicklung aus der Hand gibt, auf anderen, weniger materiellen Gebieten ihr Potential bei Weitem noch nicht ausgeschöpft hat. In eigenem Interesse: wir sollten unsere Glaubensätze nach denen wir leben gründlich überdenken!

  • Leseempfehlung zu gegebenem AnlassDatum14.02.2024 11:17
    Foren-Beitrag von petias im Thema Leseempfehlung zu gegebenem Anlass

    14. Februar Valentinstag

    Heute wäre meine Großtante Emma 105 Jahre alt geworden. Sie ist aber "schon" mit 100 kurz vor ihren 101 Geburtstag gestorben!
    Immer schon, und das wird auch so bleiben, ist für mich ihr Geburtstag mit dem Valentinstag verbunden. So konnte und kann ich ihn nie vergessen, denn der Werberummel sorgt dafür, dass der "Tag der Liebenden" von niemand übersehen werden kann!

    In dem Zusammenhang ein paar Links zu früheren Beiträgen:

    14. Februar - Karl Valentinstag
    Valentinstag (2021)

  • PhilosophieDatum12.02.2024 00:01
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Auferstehung des Glaubens? Teil 10 (Das Zeit-Fenster für die Demokratie)

    Die traditionellen Demokratien sind bedroht. In den USA war Mr. Trump kein einmaliger Ausrutscher. Knapp am Regierungsputsch vorbeigeschrammt mit vielen juristischen Verfahren an der Backe schickt er sich an, zum zweiten Mal Präsident zu werden.
    Victor Orbán in Ungarn verkündete bereits 2018: "Die Epoche der liberalen Demokratie ist zu Ende" und rief die "illiberale Demokratie" aus.
    Giorgia Meloni gewann die Wahlen in Italien und hat erst mal das Bürgergeld für Millionen Italiener gestrichen.
    Die polnische Pis Partei hat die Wahlen nach Jahren der Regierung zwar verloren, aber Tusks demokratischen Bündnis will es nicht so recht gelingen den demokratischen Staat wiederherzustellen.
    In Groß Britannien werden die rechten Tories und Brexit- Verfechter von noch weiter rechts vor sich hergetrieben.
    Marine Le Pen hat gute Chancen die nächsten Wahlen in Frankreich zu gewinnen.
    Der ultrarechte Geert Wilders hat die Wahlen in den Niederlanden gewonnen, auch wenn er sich jetzt schwer tut eine Regierung ans Laufen zu bringen.
    Die AfD erwartet durch Umfragen ermutigt Erdrutschsiege bei den Landtagswahlen In Thüringen, Sachsen und Brandenburg und steht bundesweit bei über 20 Prozent. Sie faseln von Remigration und Reconquista (Die Rückeroberung der spanischen Halbinsel von den muslimischen Mauren durch die christlichen Reiche 722 bis 1492)

    Die Symptome der schleichenden Aushöhlung der Demokratie sind überall ähnlich: Die Bevölkerung ist unzufrieden, weil ein ständiges "Mehr" und "Besser" nicht einzuhalten ist. Die politische Polarisierung nimmt zu, befeuert von populistischen und extremistischen Bewegungen oder der wachsende Erfolg einer etablierten Partei, die sich immer weiter radikalisiert. Das Vertrauen in etablierte demokratische Institutionen wird untergraben, indem die Legitimität des politischen Systems insgesamt permanent infrage gestellt wird. Soziale Ungleichheit, Desinformation insbesondere über soziale Medien und die mangelnde Transparenz politischer Entscheidungsprozesse verstärken diesen Prozess.

    Je liberaler eine Demokratie ist, desto leichter gelingt es sie zu diskreditieren, attackieren und letztlich zu übernehmen. Die radikalen Kräfte versuche die staatlichen Stellen so sehr zu bedrängen, dass diese die "Wehrhafte Demokratie" bemühen und die Bedrohung mit Verboten und Strafverfolgung abzuwehren versuchen. Das setzt sie in den Augen der Kritiker ins Unrecht die das als Enttarnung einer Scheindemokratie feiern.

    Die ständigen Attacken und Verunglimpfungen, gedeckt durch Meinungs- und Redefreiheit, entwerten systematisch Begriffe wie "multikulturell", "Willkommenskultur", "Integration" etc. und ersetzen sie durch Begriffe wie "Ersetzungsmigration", "Bevölkerungsaustausch", "Remigration", "Reconquista".

    Ähnlich wie im Neusprech aus Orwells 1984 werden so Begriffe hoffähig gemacht, die den Aktivisten dienen und Begriffe verunglimpft, die ihrer Auffassung widersprechen, so dass sie ohne Erklärung und Rechtfertigung nicht mehr gebraucht werden können.
    Hier werden systematisch und taktisch Erkenntnisse der Revolutionstheorie - entwickelt für den gewaltfreien Umsturz von Autokratien hin zur Demokratie - eingesetzt, die in Demokratien viel gefahrloser und leichter eingesetzt werden können als in Autokratien.
    Haben die Kräfte sich erst mal an die Macht gemogelt, höhlen sie die demokratischen Strukturen aus, machen den Staat zur illiberalen Demokratie, zur Demokratiefassade. Eine Gegenbewegung ist jetzt sehr viel schwieriger!

    Das Wahlvolk fungiert hier nur als manipulierbare Masse, den Psychologismen der Aktivisten weitgehend hilflos ausgesetzt.
    Die zensierten Medien erschweren eine Beeinflussung der Massen in ungewünschte Richtungen.

    Gelingt es dennoch, das Volk gegen die Autokratien zu mobilisieren, muss die Bewegung auch Polizei und Streitkräfte erfassen, damit die Autokraten gestürzt werden können.
    Und jetzt kommen wir zum Zeit-Fenster:

    Medienkontrolle, die Filterung der Nachrichtenströme, die Manipulation von Nachrichten fällt den Machthabern viel leichter als der Opposition. Die Digitalisierung der Bürgerdaten schafft den gläsernen Bürger und diese Informationen nützen den Machthabern, die bereit sind, sie zu missbrauchen.

    Die Automatisierung gerade auf der Basis von künstlicher Intelligenz schreitet massiv fort. Nach der Ersetzung von Busfahrern, Zug und U-Bahn Führern, dem automatischen Straßenverkehr, dem Pflegehelfer Roboter, der perfekten Partnersimulation durch Androiden werden auch Polizei (Robocop) und Militär automatisiert. Die sind dann nicht von der Stimmung im Volk abhängig und gehorchen skrupellos ihren Herren.

    Ob mächtige Wirtschaftskonzerne oder potente Einzelpersonen hinter den offiziellen Machthabern stehen oder diese selbst die Zügel in der Hand halten, oder gar eine KI, ist dabei unerheblich. Die edle Idee der Demokratie, der Freiheit und Gleichheit ist tot. (Vielleicht war sie immer schon eine Täuschung, aber solange das nicht offensichtlich ist, kann man damit leben)

    Der Rechtsruck ins völkisch Nationalistische mag eine "normale" dialektische Erscheinungsform (These, Antithese, Synthese) sein. Die Erkenntnis von "Alle Menschen sind gleich", für alle gelten die Menschenrechte gleichermaßen, führte erst einmal, gepaart mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem, zum globalen Handel.
    Die z.T. daraus resultierenden globalen Probleme Klimawandel, steigende Meeresspegel, Flüchtlingswellen, (wobei vor allem die auf der Flucht sind, die am wenigsten dafürkönnen), und (Um)Weltzerstörung führen zur dialektischen Antithese des völkisch Nationalen.
    Aber der technisch wissenschaftliche "Fortschritt" wird eine Synthese aus globalen Umwelterfordernissen und neu erstarkten Autokraten und alten Autokraten, die gerade noch mal dem Freiheitswillen des Volkes entronnen sind, nicht zulassen, wird keine globale freiheitliche Demokratie sein. Das Fenster für Demokratien schließt sich in wenigen Jahrzehnten.

    Die Massen werden zur Manipulationsmasse und die Technik bevorzugt die Manipulatoren. Spannend bleibt die Frage: werden die Manipulatoren Menschen sein? Und was wird aus den anderen Menschen?

  • Dies und das für jeden wasDatum11.02.2024 12:28
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Versuchskaninchen Menschheit - Beispiel PFAS

    Die Bedrohungen des Klimawandels sind von den meisten anerkannt, von manchen geleugnet, weit verbreitet in der medialen Berichterstattung. Andere Umweltprobleme werden in der Regel ausgeblendet, weil das Hauptthema alles überstrahlt.

    Als Opa eines Enkels der mit fast zwei Jahren noch gestillt wird - worauf ich immer sehr stolz war - ist mir neulich eine Meldung aufgefallen, wonach das beste Mittel sich von dem allgegenwärtigen Schadstoff PFAS zu befreien für Mütter das Stillen ist, weil da die Schadstoffe an den Säugling weitergegeben werden.

    PFAS - Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (englisch per- and polyfluoroalkyl substances)

    PFAS kommt in verschiedenen Formen vor. Fest, flüssig, gasförmig ist es in tausenden von Variationen allgegenwärtig. Von der Antihaftbeschichtung in Pfannen, der Zahnseide, Regenkleidung, Sprühdosen, Kühlflüssigkeit, Batterien, elektronischen Bauteilen, Kunststoffverpackungen, Wärmepumpen, Windrädern ... es wäre einfacher, die Gegenstände aufzuzählen, die ohne PFAS auskommen.
    Ich habe mal gegoogelt:
    Die jährlichen gesundheitsbezogenen Gesamtkosten im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber PFAS wurden 2019 für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) auf mindestens 52 bis 84 Milliarden Euro, für die Vereinigten Staaten im Jahr 2018 auf 6 bis 62 Milliarden USD geschätzt. Die jährlichen Gesamtkosten für Umweltscreening, Überwachung bei Kontamination, Wasseraufbereitung, Bodensanierung und Gesundheitsbewertung belaufen sich im EWR plus der Schweiz auf 821 Millionen bis 170 Milliarden Euro. Die American Water Works Association schätzt, dass es 370 Milliarden Dollar kosten würde, die PFAS aus dem US-Trinkwasser zu entfernen. Unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Kosten liegen die Kilogrammkosten für PFAS bei rund 18700 €, während der durchschnittliche Marktpreis von PFAS bei rund 19 € pro Kilogramm liegt.

    PFAS schwächt das Immunsystem, gilt als krebserregend und Grund für viele Krankheiten.
    Allein die Firma 3M, die den Chemiepark in Gendorf bei Altötting betreibt und dort PFAS Substanzen herstellt, hat in den USA letztes Jahr 10 Milliarden für Vergleiche in Prozessen mit Geschädigten ausgegeben. Das nimmt solche Dimensionen an, dass die Firma aus dem PFAS - Geschäft 2024 aussteigen will und das Werk in Gendorf schließt.

    Die EU hat ein Gesetz vorbereitet, das den Einsatz von PFAS bis auf wenige kritische Ausnahmen verbietet. Dagegen gab es bei den üblichen Anhörungen viele Einwände aus den Lobbygruppen. Für die Wirtshaft wäre das ein harter Schlag, denn PFAS gilt als Wunderwaffe und fundamental für die CO2 neutrale Technologie.

    So ist in einem Verbrenner heute ca 1 kg PFAS verbaut. In einem Elektro Auto ca. 10 kg. Wärmepumpen laufen nicht ohne PFAS, die Windturbinen-Flügel sind mit PFAS beschichtet ...
    Bisher hat als einzige die "Europäische Volkspartei" sich dazu positioniert. (Da ist auch die deutsche CDU/CSU Mitglied) Sie sind strikt dagegen, weil das die Wirtschaft und den Technologischen Fortschritt behindern würde. Lieber tot als kein PFAS?

    Es wäre durchaus möglich, PFAS durch Anderes zu ersetzen. Aber welch ein Aufwand! Und die Kosten!

    Übrigens: wie stolz sind wir doch auf den Erfolg bei FCKW. Die Flur-Kohlen-Wasserstoffe waren früher in den Spraydosen und als Kühlmittel in den Kühlschränken und Gefriertruhen, Klimaanlagen usw. Sie hatten begonnen, die Ozon- Schicht aufzulösen. Das konnte gestoppt werden. Die OZON- Schicht hat sich schon deutlich regeneriert, das Loch ist kleiner geworden.
    Wodurch hat man das FCKW ersetzt? Durch PFAS!
    Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, nennt man das wohl. Sollten wir vielleicht lieber die Vergiftungen durch PFAS in Kauf nehmen als durch ein neues Wundermittel noch mehr Risiken einzugehen?
    Versuch und Irrtum lautet die Devise. Dabei ist nicht die Giftigkeit von PFAS gemeint, die ist der Wirtschaft schon seit den 60er Jahren bekannt. Nein, der Versuch besteht darin, die maximalen Gewinne auszuschöpfen, bevor die träge Bürokratie reagieren kann. Das Risiko, dass das nicht gelingen könnte, ist gering!

    Die repräsentative Demokratie zeigt sich äußerst schwerfällig. Die Lobby der "Kriegsgewinnler" ist stark, bis sich da die Vernunft durchsetzt, der öffentliche Druck zu groß wird, das dauert. Bei PFAS wird es wohl dazu kommen, schon weil die Kosten so hoch sind. Aber am Beispiel Glyphosat kann man sehen, wie lange das dauert und wie schwer das ist. Roundup gab es schon in den 70er Jahren. Es spielte schon eine Rolle als Pflanzenschutzmittel, als ich noch eine Landwirtschaftslehre absolvierte. Besonders der Mais wurde damit gespritzt. Trotz großer Bemühungen ist es bis heute nicht gelungen Glyphosat zu verbieten. Das wird immer wieder verschoben. Kein Wunder, ist die Gentechnologie doch eine vielversprechende Waffe: Man macht das Getreide immun gegen Roundup und kann es dann in noch größeren Mengen spritzen.

    Wenn es klare Beweise gibt, für die Giftigkeit eines Mittels, dann hat man noch "Glück". Für die meisten Giftstoffe lässt sich die Gefährlichkeit nicht eindeutig beweisen oder sie stehen in Wechselwirkungen mit anderen, zu komplex die Wirkungsweise nachzuvollziehen.

    "Der Fortschritt schreitet da und dort
    auch von dem eigenen Schöpfer fort.
    Lebendiges erweiset sich
    dem Fortschritt oft als hinderlich.
    Muss man nicht auf Gifte achten,
    die alles Lebende bedroh'n,
    Prozesse schneller Fortschritt machten,
    Organisches, wer braucht das schon?"


    Aus Evolution

  • PhilosophieDatum08.02.2024 16:01
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Auferstehung des Glaubens? Teil 9 (Lieber tot als rot?)

    "Better dead than red" (lieber tot als rot) war ein Schlagwort, das während des kalten Krieges durch den "freien" Westen ging. Erfunden hat den Ausdruck allerdings (angeblich) Propagandaminister Goebbels im Rahmen seiner Reden, in denen er Durchhalteparolen dem deutschen Volk eintrichterte.
    "Wollt ihr den totalen Krieg?", fragt Goebbels in der berühmten Propagandarede im Berliner Sportpalast. Und das Volk jubelt. "Wollt ihr den Krieg noch viel radikaler und totaler, als ihr ihn euch vorstellen könnt?". Noch mehr Jubel.

    Damals, während des kalten Krieges, etwa bei den Demos gegen den Nato Doppelbeschluss, bildete sich eine breite Friedensbewegung. Die Partei "Die Grünen" entstand aus dieser Bewegung. Das Verbot von Waffenlieferungen war dabei zentral. Nichts davon ist übrig geblieben.

    Die einzigen Parteien, die scheinbar für konsequenten "Frieden" eintreten ist die AfD und das Bündnis Sarah Wagenknecht, aus ganz offensichtlich taktischen Gründen, die nichts mit Friedenspolitik zu tun haben.

    315 000 tote und schwerverletzte russische Soldaten
    200 000 tote und schwerverletzte ukrainische Soldaten
    10 000 tote Zivilisten in der Ukraine darunter Kinder
    verseuchtes Land, gesprengte Staudämme, gefährdete Atomkraftwerke, 400 Milliarden Schaden durch Bomben und Raketen, einen CO2 Ausstoß durch den Krieg von 150 Millionen Tonnen CO2, soviel wie die jährlichen CO2-Emissionen Belgiens. Den größten "Schadensposten" stellen die absehbaren Wiederaufbau-Emissionen dar.

    Und das ist nur der Krieg vor unserer Haustüre.

    Heute geht es nicht mehr um rot. Welche Farbe man imperialistischen Kriegsherren auch zuschreibt, Krieg ist kein Mittel der Wahl. Eskalation und Weltbrand drohen die menschliche Kultur zu zerstören (wäre vielleicht nicht schade darum, aber als Menschen sollten wir Besseres wollen!).

    Da puschen die Führer der beteiligten Lager, sicher in ihren Palästen und Bunkern sitzend, durch Propaganda, Angstszenarien und (pseudo)religiösen Ritualen die Massen auf und bei genauerem Zusehen haben eigentlich nur Eliten etwas zu gewinnen. Die Bevölkerung, vor allem die Soldaten, können nur verlieren, zuletzt ihr Leben.
    Es gibt keine gerechten Kriege. Es werden Bevölkerungen dazu gebracht aufeinander los zu gehen, die sich gar nicht kennen, nichts gegeneinander haben vielleicht sogar gestern noch Freunde waren. Die Gräuel des Krieges werden der Gegenpartei zugeschrieben, die die eigenen Leute nur noch mehr aufputschen und mobilisieren. Doch der Krieg ist das Gräuel. Der Krieg enthemmt die Kämpfenden zu Folter und Vergewaltigung, reißt die dünne Zivilisationsschicht auf die als Kultur den Wilden einhüllt, dankbar im Gegner einen menschlichen Untermenschen gefunden zu haben.

    Aber es gibt doch den "gerechten" Krieg.
    Was? Fragst du. Sollen sich die Überfallenen nicht gegen machthungrige Eroberer, die gegen das Völkerecht verstoßen, wehren dürfen?
    Doch: sie müssen es sogar. Aber Krieg ist kein geeignetes Mittel. Die Internationale Friedensbewegung wusste das noch. Aber heute, mit einem Krieg vor der Haustüre, gilt das nicht mehr?

    Der "gerechte" oder "ungerechte" Krieg ist immer eine Frage der Perspektive.

    Nur
    Ein Mensch, der sagen wir als Christ
    streng gegen Mord und Totschlag ist,
    hält einen Krieg wenn überhaupt,
    nur gegen Heiden für erlaubt.
    Die allerdings sind auszurotten,
    weil sie des wahren Glaubens spotten.

    Ein andrer Mensch, ein frommer Heide,
    tut keinem Menschen was zu leide.
    Nur gegenüber Christenhunden
    wäre jedes Mitleid falsch empfunden!

    Der ew'gen Kriege blutige Spur
    kommt nur von diesem kleinen "nur"
    ---------------------------------------------------Eugen Roth


    Ja, sagst du, das mag ja beim Glauben und bei Religionskriegen so sein, aber ...
    Was aber? Wenn Du noch nicht weißt, dass es nur Glauben gibt und keine Wahrheit, so fang nochmal von vorne an, diese Beitragsreihe zu lesen.

    Despoten, zumal wenn sie Atomwaffen haben, muss man anders bekämpfen, als durch Kriege. Despoten sind von willigen Untertanen abhängig und auch Angst und Schrecken verbreiten können sie nicht alleine. Es gibt Methoden des gewaltlosen zivilen (bürgerlichen) Widerstandes, die ebenfalls effektiv und mit sehr viel weniger Helden und Toten auskommen, als Kriege. Es ist oberste Pflicht aller von Despoten beherrschten Völker sich ihrer Despoten durch solidarische Initiative zu entledigen. Scheitert ein Volk daran wie z.B. bislang die Russen, (die meisten ihrer ehemaligen Vasallen sind auf einem guten Weg) muss notfalls darauf gewartet werden, bis die Despoten an ihren Eroberungen ersticken, weil sie sich übernommen haben oder bis ihnen die Feinde ausgehen, die sie brauchen, um das Volk glaubhaft durch die Bedrohung von Außen bei der Stange zu halten. Ohne willige (durch Einschüchterung oder Einsicht oder Bekehrung zum Glauben) Untertanen funktionieren keine Staaten (gilt übriges auch für Demokratien)

    Es sollten Demokratien, die es ernst meinen ihren Bürgern die Regeln des freien Zusammenlebens und die Methoden des zivilen Widerstandes lehren und einüben lassen. Das wäre dann sogar ein perfekter Spiegel für den eigenen Staat.

    Ein Verfechter dieses Ansatzes war Gene Sharp (1928 - 2018) der zahlreiche Publikationen veröffentlichte.
    Gelesen habe ich von ihm:
    "Von der Diktatur zur Demokratie - Ein Leitfaden für die Befreiung" Das Lehrbuch zum gewaltlosen Sturz von Diktaturen.

    Ein weiteres Strategie-Papier lieg mir vor in Form eines Buches von Martin Sellner, dem österreichischen Identitären, der als Chefideologe auch eine große Rolle bei der Rechten in Deutschland spielt. Alle AfD Größen sind schon mit ihm gesehen worden. Er war der Referent in Sachen "Remigration" bei dem besagten Treffen, das als Auslöser der aktuellen Protestwelle gegen Rechts gilt.
    Da wird viel von Gene Sharp verwendet. Beim zivilen Widerstand und Kampf kommt es vor allem auf die Bevölkerung an, die sich aktivieren lässt. Das Thema bzw. das Ziel der Veränderung und wer als Diktator bezeichnet wird - wer die Guten sind und wer die Bösen - das ist Glaubenssache und hängt von der Geschicktheit der Missionare ab.

    Gelingt es einem Eroberer, den Glauben zu ändern, dann war der neue wohl besser als oder genau so gut wie der alte. Wenn nicht, weil er ein menschenverachtender Despot ist, so kann das geschulte und überzeugte Volk ihn stürzen. Kriege führen müssen heutzutage nur Machthaber (schein)demokratisch oder offen totalitär, die sich ihrer Sache (Glauben) nicht ausreichend sicher sind (sein können).
    Das einfache und bescheidene Volk hat auch bei einem Regime Change nicht viel zu verlieren. (Außer, wenn es rassistischer Verfolgung ausgesetzt ist). Um die Pfründe der Reichen und Mächtigen zu verteidigen, sollte der Bürger nicht bereit sein zu Elend, Tod und Vernichtung der Erde.

    Und wieder sind wir bei der Wichtigkeit von politischer Arbeit in den Gemeinden und Stadtteilen. Ein lebendiges Gemeinwesen ist die wichtigste Keimzelle eines jeden funktionierenden Staates.

    Die Stärkung der Internationalen Gremien wie die Vereinten Nationen ist anzustreben. Dann nimmt möglicherweise der imperialistische Machthunger ab.

    Im nächsten Beitrag besprechen wir das "Zeit-Fenster für die Demokratie" das gerade dabei ist, sich zu schließen.

  • PhilosophieDatum05.02.2024 17:22
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Auferstehung des Glaubens? Teil 8 (Demokratie - Autokratie 2)

    Zitat von petias im Beitrag #77
    Die Ideen der Demokratie, das Menschenbild der Demokratie halte ich für ein hohes Gut. Es lohnt sich, sich dafür einzusetzen, und wir sollten es tun.


    Um sich für die Demokratie einzusetzen reicht es nicht, alle paar Jahre zur Wahlurne zu gehen oder die Briefwahlunterlagen abzugeben. Man wählt die Partei, die im Wahlkampf anscheinend am ehesten die Politik im eigenen Interesse macht, die man traditionell immer wählt oder deren Protagonisten gerade am sympathischsten sind. Erfüllen sie die Erwartungen nicht z.B. weil sie in einer Koalition gar nicht so können, wie sie wollen und versprochen haben, reagiert man verärgert und wählt künftig anders, mit gleichem Ergebnis. Sind die demokratischen Parteien durch, neigt man schon mal zur Protestwahl oder riskanten Experimenten.

    Gerade in Zeiten, in denen die Werte der Demokratie von einigen Frustbürgern bereitwillig aufgegeben werden - es ist einer erstaunlich großem Menge potentieller AfD- Wählern egal, ob die Partei zur Verfassung steht oder nicht - darf man demokratisches Handeln nicht komplett delegieren. Die Hauptarbeit demokratischen Handelns liegt bei lokalen Initiativen in Gemeinden, Stadtteilen, Wahlkreisen, Landkreisen usw.

    Hier ist oder wird man am ehesten mit den Problemen vertraut, die die Mitbürger bewegen. Man beeinflusst lokale Politik, lernt künftige Abgeordnete kennen und beurteilen, unterstützt die Kandidatur von solchen oder kandidiert selbst. Man hat bei der Wahl des Bürgermeisters, Gemeinde oder Stadtrates ein besseres Beurteilungsvermögen, wenn man diese aus gemeinsamer Arbeit an gemeinsamen Projekten kennt.

    Im örtlich begrenztem Raum, wenn sich die Akteure kennen oder man Leute kennt, die sich kennen, wo die Probleme alle unmittelbar betreffen oder Familienmitglieder, Kollegen und Freunde, da kann die Demokratie noch direkt sein.

    Die Schweiz gilt als die Demokratie mit dem höchsten Anteil an direkter Demokratie. Viele dem Bürger wichtige Themen werden per Volksabstimmung entschieden. Das hat auch Grenzen, denn es ist nicht leicht, wen nicht unmöglich, komplexere Entscheidungen als Ja / Nein Fragen zur Wahl zu stellen.

    Eine weitere Form, Bürger in die Politik einzubinden ist die " Deliberative Demokratie" ( Latein: deliberatio = Beratschlagung, Überlegung) Hier werden z.B. Bürgerforen eingerichtet, die Themen beratschlagen und die Ergebnisse an die Repräsentanten der Politik übermittelt werden. Wie die damit umgehen beeinflusst deren Wiederwahl.
    Interessant dabei ist, das die Vertreter dieser Bürgerforen nicht gewählt werden, sondern ausgelost. Damit wird sichergestellt, dass zufällige Mitglieder verschiedener Bevölkerungsgruppen in das Forum kommen. Nicht die, die am besten reden können, sympathisch sind oder schon gut bekannt. Das war übrigens auch in einigen der griechischen Polis so, aus genau demselben Grund.

    In den Sozial Media wird diskutiert, eine umfassende direkte Demokratie einzuführen. Die modernen Medien erlauben es, schnell und per Mausklick die kompliziertesten Sachverhalte durch alle Bürger zu entscheiden. So zu sagen staatbürgerliches Verhalten immer und von überall. Solche unreflektierten Abstimmungen, noch dazu mit unüberprüfbarer Technik würden vermutlich das Land ins Chaos stürzen. Vermutlich könnte man so kurz hintereinander verschiedenen Gesetze mit widersprüchlichem Inhalt verabschieden, abschaffen, wiedereinführen je nach Geschick Stimmbürger zu aktivieren und im eigenen Sinne zu beeinflussen.

    Das Verhältnis von regionaler, landesweiter, bündnisweiter und weltweiter Politik wird noch zu erörtern sein.

    Hier stellen wir erst mal fest, dass direkte aktive Demokratie vor allem regional funktioniert und geeignet wäre Politikverdrossenheit zu überwinden und den frustrierten Wutbürger in den politischen Prozess einzubinden.

    Initiativen, Begegnungsstätten, Feste, Veranstaltungen, Tauschkreise, Repair-Cafés, Arbeitsgruppen für gemeindliche Aufgaben - theoretisch und praktisch - alles was helfen kann, Begegnung fördert und Zusammenhalt auch und gerade zu Neubürgern - hilft. In diesem Kontext lassen sich dann auch geeignete Abgeordnete für die landesweite repräsentative Demokratie finden, die sehr viel direkter ihren Wählern verpflichtet sind, bzw. denen Rede und Antwort stehen müssen.

    In dem Bereich werde ich noch konkrete Initiativen entwickeln und versuchen sie umzusetzen. Die Stimmung im Lande ist gerade günstig!

    Als Nächstes möchte ich den Glaubenssatz "lieber tot als rot?" diskutieren, der auch einer der Bestandteile unseres Wertebündels ist.

  • Dies und das für jeden wasDatum04.02.2024 11:42
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Zusammen gegen Rechts

    https://www.zusammen-gegen-rechts.org/

    Auf dieser Internet-Seite kann man nachsehen, wann und wo die nächste Demo in der Nähe ist. Man kann über Demos berichten, kann selbst eine anmelden etc.
    Die Karte ist etwas grob - zumindest meine Feinmotorik und vielleicht auch mein Geographieverständnis reichen nicht aus für die Bedienung der Karte.
    Aber unterhalb der Karte gibt es eine Listenansicht, in der - mittlerweile sogar in alphabetischer Reihenfolge - die Veranstaltungsorte der gemeldeten Demos gelistet werden.

    Eine Suchfunktion erleichtert das Auffinden.

    Heute fahren wir - diesmal schon zu dritt (in Erfurt war ich noch allein, in Saalfeld waren wir schon zu zweit)- zur Demo in unsere Kreisstadt Sonneberg. Richtig! Der Landkreis mit dem bundesweit ersten Landrat mit Parteibuch der AfD.
    Mal sehen ob wir Robert Sesselmann zu Gesicht bekommen. Letzten Sonntag in Saalfeld war der Landrat unter den Sprechern der Demo.

    Ich werde heute Abend davon berichten und ein paar Fotos einstellen.









    Die Polizei spricht von 700Teilnehmern andere von über 1000. Nicht schlecht jedenfalls, für einen Landkreis mit knapp 57000 Einwohnern bei einer Größe der Kreisstadt von 23000 Einwohnern. Und das obwohl die Vereinigung aus AfD und Traktorprotzen jeden Montag ein paar 100 Teilnehmer aufbringt.

    Landrat Sesselmann ist nicht erschienen, war wohl auch kaum eingeladen.
    Die Stimmung war gut, trotz Dauerregen und schlechter Mikrophon- Anlage. Ein paar sind auch von Bayern herüber gekommen.

    Der Bahnhof Sonneberg war schon lange nicht mehr so voll. Der Zug nach Neuhaus auch nicht.

  • GedichteDatum03.02.2024 12:12
    Foren-Beitrag von petias im Thema Gedichte

    Dem Bruno zum 60. Geburtstag


    Mich erreichte diese Einladung

    für die Lesbarkeit auf das Bild klicken oder mit dem Finger stupsen (Touch Screen) zum Schließen des Zooms das "X" im rechten oberen Eck betätigen


    Auf Nachfragen hat sich herausgestellt, dass das mit Alaska noch nicht so ganz feststeht. So habe ich dieses Gedicht mitgebracht:

    Am Tag vor Lichtmess, das ist klar,
    wird Bruno älter um ein Jahr.
    Das jährt sich ohne jede Wahl
    Bislang schon ganze 60-mal!

    Nun hat der Heller leider zu,
    die Petra möchte ihre Ruh
    und da Ersatz ist allzu schwer,
    ruft Bruno an die Feuerwehr.
    Die kommt und löscht und hilft sogleich
    mit ihrem Raum in Bock und Teich.

    Das Haus ist fertig -und na klar,
    eine Reise wär‘ jetzt wunderbar!
    Er plant und bittet statt Geschenken,
    man soll an seine Reise denken
    und füllen auf die Reisekasse,
    dass er es nach Alaska schaffe.

    Nun liegt Alaska hoch im Norden
    Nur Eisbär‘n mögen es so kalt
    Und Lapplands große Rentierhorden-
    ach ja, und Pinguine halt!

    Vielleicht steck‘st auch in Griechenland
    die nackten Zehen in den Sand
    oder Du machst in Ireland
    Musik mit einer Irish Band.

    Auch Schottlands grüne Hügelrücken
    könnten Dich sicher sehr verzücken.
    Tequila schmeckt in Mexiko
    viel besser noch als anderswo!

    Vielleicht fährst‘ im September weg,
    das hätte einen schönen Zweck:
    Du sparst Dir bei der Landtagswahl,
    die Propaganda viele Mal

    Kein Zweifel, Sarah Putinknecht
    sehr gerne Deine Stimme möcht
    und gerne würde Bernd das Brot
    Dich führen in den NAZI-Tod.

    Und auch die anderen trüben Tassen
    wollen Dich beim Schlafittchen fassen.
    Du lässt sie machen und vertraut
    küsst Dich die Sonne auf die Haut!

    Und kommst Du dann zurück ins Land
    Ich kann es nicht verhehlen,
    Besuch‘ ich Dich, lausche gespannt,
    denn wer gereist, der hat was zu erzählen

  • Leseempfehlung zu gegebenem AnlassDatum02.02.2024 19:56
    Foren-Beitrag von petias im Thema Leseempfehlung zu gegebenem Anlass

    2. Februar - Maria Lichtmess - Murmeltiertag

    Das Murmeltier hat dieses Jahr einen frühen Frühlingsstart vorausgesagt!


    Maria Lichtmess - Murmeltiertag

  • PhilosophieDatum01.02.2024 09:43
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Moin Eule,
    ja, wenn Du den Verzicht auf (freie) Wahlen einschließt! Der reine Verzicht auf Begrenzung der Anzahl der Amtszeiten würde ich nicht dazu rechnen. Dass wir in Deutschland keine Begrenzung der Zahl der möglichen Amtszeiten des Bundeskanzlers, der Bundeskanzlerin haben (z.B. 16 Jahre Merkel) halte ich nicht für unmittelbar demokratiegefährdend.

  • PhilosophieDatum01.02.2024 01:53
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Auferstehung des Glaubens? Teil 7 (Demokratie - Autokratie 1)

    Zitat von petias im Beitrag #67
    Ein Stück Wahrheit, an das wir glauben, ist unsere freiheitlich demokratische Grundordnung.

    Wir haben gesehen, dass der Kapitalismus, die einzige derzeit praktizierte Wirtschaftsform, nicht von einer demokratischen Grundordnung abhängt. Zur Zeit des kalten Krieges mag das so ausgesehen haben, aber inzwischen hat die Treuhand das DDR- Staatsvermögen in private Hand gegeben und unter Jelzin wurde das UDSSR- Staatsvermögen privatisiert. In kürzester Zeit sind superreiche Oligarchen entstanden. Unter Putin hat sich das fortgesetzt. Putin gilt heute als der reichste Oligarch von allen. In China wird gerade der Baukonzern Evergrande abgewickelt. Er kann die Zinsen für 300 Milliarden Dollar nicht mehr bezahlen. Nach Chapter 15 des US-Insolvenzrechts hat das Unternehmen aber die Möglichkeit, sich vor Klagen amerikanischer Gläubiger zu schützen, während das Unternehmen in China umstrukturiert wird.

    Im Demokratieindex von 2021 gilt Norwegen als der am meisten demokratische Staat gefolgt von Neuseeland. Deutschland nimmt Platz 14 ein. Mit Platz 24 ist Süd Korea das letzte Mitglied der "Vollständigen Demokratien". Die USA mit Platz 30 im Ranking ist bereits eine "Unvollständige Demokratie".
    Von Bangladesch (73) bis Mauretanien (108) erstreckt sich die Gruppe der "Hybridregime".
    Russland (146), Volksrepublik China (156) stecken tief in der Gruppe der "Autoritären Regime", deren Abschluss Afghanistan (167) bildet.
    74 Staaten werden als Demokratien gelistet (vollständige und unvollständige), 45,7 % der Weltbevölkerung leben demnach in einer Demokratie und 54,3 % nicht.

    Die Tendenz geht in Richtung Autokratie. Die Demokratien haben im Vergleich zu 2020 um 3,7 Prozent abgenommen.

    Was ist eigentlich eine Demokratie? Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Volksherrschaft". Das Wort wird als erstes von Herodot um 430 v. Chr. verwendet.
    Dabei muss man wissen, dass in einer griechischen Polis das Demos (Volk) nur aus den freien Männer, die als mündige Bürger an der Ekklesia, der Volksversammlung, teilnahmen bestand. Die Frauen, Sklaven und Metöken (Ausländer) gehörten nicht dazu.
    Die Gruppe, über die es zu bestimmen galt in so einer griechischen Polis (Stadtstaat) war recht überschaubar ebenso war es die Komplexität der Welt. Die Universalgelehrten wussten noch über alle Wissensgebiete der Welt bescheid. Heutzutage ist es den Gelehrten kaum mehr möglich, auch nur das Wissen ihrer Fachdisziplin vollständig zu überblicken.

    Heute gibt es Berufspolitiker, die sich im Rahmen einer repräsentativen Demokratie von ihren Wahlkreisen wählen lassen und sich Vollzeit mit Politik befassen. Es wird viel Steuergeld für Spezialisten ausgegeben, die sie beraten. Ihr politisches Handeln wird hauptsächlich von Lobbyisten (Interessensgruppen, die versuchen die Politik zu beeinflussen), Parteidisziplin und Expertenmeinungen bestimmt.

    Zur Demokratie nach heutigem westlichem Verständnis gehören allgemeine, freie und geheime Wahlen, die Aufteilung der Staatsgewalt bei Gesetzgebung, Regierung und Rechtsprechung auf voneinander unabhängige Organe (Gewaltenteilung) sowie die Garantie der Grundrechte.

    Das Wahlvolk nimmt eine eher passive Haltung ein. Es hört sich im Wahlkampf an, was die Politiker versprechen und suchen sich aus, was ihnen am wichtigsten ist. Dann haben die Gewählten auch zu liefern, sonst werden sie nicht wiedergewählt. Die Wahlen sind alle paar Jahre, beim Zerbrechen der Regierung auch häufiger. Eine langfristige Politik ist damit nur schwer zu machen. In der Hinsicht haben es Autokraten leichter, sie können langfristig planen. Damit, dass der eigenen Sturz dazwischen kommen könnte, wird nicht gerechnet, bzw. man versucht sich dagegen zu wappnen.

    Das Wahlvolk neigt dazu, bei schwieriger Lage und schwieriger Politik Führer zu wählen, die schnelle einfache Lösungen versprechen und die charismatisch genug sind, dass viele ihnen die Umsetzung auch zutrauen. Massendynamik und "wir gegen die" Effekte spielen eine große Rolle. Charismatischen Führern folgen die Massen manchmal bis zum Untergang. Die Erkenntnisse aus den Ereignissen der Geschichte verblassen mit dem Aussterben der Zeitzeugen.

    Die Ideen der Demokratie, das Menschenbild der Demokratie halte ich für ein hohes Gut. Es lohnt sich, sich dafür einzusetzen, und wir sollten es tun. Aber ich befürchte, dass sie in stürmischen Zeiten nicht wird standhalten können, weil das Menschenbild, das sie hat ein Ideal ist, das leider nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun hat. Um mehrheitlich bewusste Demokraten zu werden, Menschen mit Durchblick und Bewusstsein, braucht es noch viel mehr Bildung, Übung und Reifung. Die Zeit dafür, werden wir nicht haben!

    Demgegenüber steht eine weitere Entwicklung, die noch ausführlich zu besprechen sein wird: der rasante "Fortschritt" von Wissenschaft und Technik. Er führt uns in eine Welt, die von noch so gebildeten und geübten Demokraten nicht mehr zu durchschauen sein wird und damit nicht vernünftig von Menschen politisch regiert werden kann.
    Überleben könnte vor diesem Hintergrund nur eine nominelle Demokratie, die bestenfalls noch zwischen maschinenbasierten Gesetzen und Entscheidungen wählen kann, die wir nicht beurteilen können. Selbst diese Entscheidung ist vermutlich vorgeplant und die Wahl der "richtigen" wird durch Manipulation bewirkt.

    Um die Demokratie und das dahinterstehende Menschenbild zu erhalten, müssten wir uns auferlegen in einer Welt zu leben, die vom Menschen noch beherrschbar ist. Dass das ohne Zusammenbruch der derzeitigen Kultur (durch z.B. einen Atomkrieg mit Milliarden Toten) geschehen könnte, halte ich für völlig unrealistisch. Im Vergleich dazu wäre die Abschaffung des Zins (siehe die voranstehenden Beiträge) ein Kinderspiel!

  • PhilosophieDatum30.01.2024 17:37
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Brainstorming

    Die Eule hat mir privat mit dem Betreff: "Brainstorming" folgenden Text übermittelt.

    Zitat
    Menschliches Zusammenleben ist von Anfang an durch Hierarchie geprägt, weil's eben immer Unterschiede zwischen den Individuen gibt, objektive und subjektive, und neben den physisch überlegenen "Platzhirschen" gab's sicher schon recht früh Diejenigen, die über privilegierendes Wissen verfügten bzw. die Fähigkeit, dies den Anderen glaubhaft zu machen, um persönliche Vorteile daraus zu ziehen.

    Die historischen Spielarten, die sich daraus im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt haben, hatten im Wesentlichen immer zur Folge, dass Wenige auf Kosten von Vielen gut leben konnten, bis es den Vielen gestunken hat, und eine Art von Umsturz zu einer gewissen Umverteilung, aber nie wirklich zu einem grundsätzlich anderen System führte, denn es wechselte lediglich die Besetzung der leitenden Posten, ob es nun feudale, ständische, kapitalistische, "sozialistische" oder autokratisch-absolutistische Systeme sind. Immer versucht eine kleine Minderheit Macht und Besitz auf Kosten der großen Mehrheit anzuhäufen, es unterscheiden sich lediglich die Methoden, wie man jeweils versucht, die Mehrheit so effektiv und lange wie möglich ruhig zu stellen.

    Die technologisch mögliche Maximierung der Ausbeutung der terrestrischen Ressourcen konnte, verbunden mit einer scheinbaren Chance für Jeden, im System die Seiten zu wechseln (beispielhaft "bewiesen" durch öffentlichkeitswirksam medial gehypte Einzelfälle), für 2 -3 Generationen im Westen "das Volk" zufrieden stellen, aber genau das funktioniert nun nicht mehr.

    Die "Regierenden" laufen kreuz und quer wie eine aufgeschreckte Hühnerschar und haben kein Konzept, weil's eben nicht geht: "you can't have the cake and eat it too".

    Bei einem Wechsel der Regierung, die vor der Wahl verspricht, Alles wieder zurück zu drehen, was die Vorgänger versucht haben, und damit den Wunsch bedienen, es könne Alles wieder so werden "wie früher", wird sich erneut nur die Klientel ein wenig ändern, welche die verbleibenden Chancen nutzt, abzugreifen, was noch irgendwie abgegriffen werden kann, aber die Illusion einer nachhaltigen Problemlösung wird wie zuvor die Legislaturperiode nicht halbwegs überleben.

    Angeblich müssen die Bauern über den Einsatz und Dieselverbrauch ihrer Traktoren akribisch Buch führen, um sich die Mineralölsteuer erstatten lassen zu können, weshalb es angeblich ausgeschlossen ist, dass sie auch private Diesel-Pkw mit Agrardiesel betreiben. Wie sieht es denn mit den Traktorfahrten zu Demos aus? Steuerbefreit?



    Ich finde diese Kurzsoziologie des Menschen sehr treffend!
    Die Eule findet den Text nicht ausgefeilt genug und bemängelt den fehlenden Lösungsansatz, hat mir aber erlaubt, das "Brainstorming" einzustellen.

  • PhilosophieDatum29.01.2024 12:25
    Foren-Beitrag von petias im Thema Philosophie

    Das Ende der (beweisbaren) Wahrheit - die Auferstehung des Glaubens? Teil 6 (Geld 3)

    Die Idee des zinsfreien Geldes ist nicht neu. Die Versuche, basierend auf Gesells Überlegungen in Österreich, den USA und anderen Ländern werden von den Wirtschaftswissenschaftlern als gescheiterte Versuche gesehen, das Geldsystem zu reformieren. Sie gelten als Grund, es gar nicht weiter zu versuchen. Vermutlich ist ihnen die Sprengraft exponentiellen Wachstuns nicht klar. Alle System die exponentiell wachsen zerstören sich schließlich selbst. (Krebszellen)

    Die Profiteure des Zinssystems haben logischerweise kein Interesse, es aufzugeben. Leistungsloser Reichtum, "arbeitendes Geld" (es ist die Arbeit von Menschen, die hier dem Geld zugeschrieben wird), passives Einkommen und wie die Methoden des schnellen Geldes alle heißen, faszinieren auch viele, die gerne in die Welt der Reichen aufsteigen würden. Die Verkaufszahlen entsprechender Bücher beweisen das.

    Das zinslose Geld ist nicht der Abschied vom Unternehmertum, es stellt es nur auf eine solidere Grundlage. Geld wird zum Zahlungsmittel und ist daneben keine Ware mehr, wie jetzt. Wer jetzt schon reich ist, wird es bleiben können. Man wird ihm die bisher angehäuften Umverteilungsgewinne, die ihm zugewachsen sind nicht wegnehmen. Er muss nur künftig auf diese Mittel verzichten. Ein Unternehmer wird sich darauf beschränken müssen, ein gutes Produkt herzustellen, das seinen Preis erzielt oder eine Leistung anzubieten, die einen Wert hat und entsprechend bezahlt wird. Unternehmer zu werden, wird einfacher, da die Zinslast entfällt! Es sollte viel einfacher werden, Kredite zu erhalten.

    Die bisherigen Profiteure vor die Wahl gestellt, ob man jetzt den kranken Baum verlässt, der bald umstürzen wird und mit ihm der hohe Ast, auf dem man sitzt, oder auf einen gesunden Baum zu klettern, der nicht umstürzen wird, scheint die Entscheidung logisch. Stürzt der Baum, auf dessen Ast man sitzt, verliert man viel mehr, vielleicht alles!

    Man sollte die Gefahr des exponentiellen Geldwachstums durch Zinsen genau so ernst nehmen, wie den Klimawandel, dessen Gefahren mehr und mehr Menschen bewusst werden auch wenn man noch nicht konsequent handelt. Genau so, wie die Klimamodelle, könnte man die Wirtschaftsmodelle mit Supercomputern und KI durchrechnen und entsprechende Prognosen, Handlungsalternativen und Lösungen anbieten.

    Unser Wirtschaftssystem basiert auf Wachstum. Das liegt vor allem an unserem Geldsystem. Das Ökosystem Erde verträgt kein weiters Wachstum. Wir müssen unser Wirtschaftssystem ändern,
    wollen wir die Erde erhalten. Oder ziehen wir die Lösung der Lemminge vor, die Überbevölkerung mit kollektivem Selbstmord lösen. Nein, soviel Charakter besitzen wir nicht. Wir bringen uns lieber gegenseitig um!

    Die Aussicht, dass sich nötige Erkenntnis durchsetzt und in nötige Handlungen umsetzen lässt ist gering. Aber das ist kein Grund es nicht zu versuchen! Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder hat jemand was Besseres vor?

    Bevor wir eine neuen Welt im Kleinen entwerfen, und sehen, was jeder tun kann, um was beizutragen, wenden wir uns in den nächsten Beiträgen noch weiteren Glaubensätzen zu, die in unseren politischen Paketen stecken.

  • Dies und das für jeden wasDatum27.01.2024 09:31
    Foren-Beitrag von petias im Thema Dies und das für jeden was

    Wehrt euch, leistet Widerstand gegen den Faschismus hier im Land ...

    Demo in Saalfeld auf dem Marktplatz am 26.1.2024. Ich war da. Begleitet hat mich Elke, die Einzige meiner Bekannten hier, die Zeit hatte und sich aufraffen konnte. Die meisten meiner Bekannten hier fürchte ich, sind Sympathisanten und Wähler der AFD. Ob es an mir liegt?

    Die Veranstalter Gruppe war breiter gestreut als neulich in Erfurt. Die Jugendorganisationen der demokratischen Parteien waren mit von der Partie, der Landrat auch im Namen der Bürgermeister von Saalfeld und Rudolstadt, die Kirchen, Diakonie ...
    Die Reden waren vom Geist "gemeinsam gegen Rechts!" Nur einer versuchte wieder kurz mal sein Süppchen zu kochen und wetterte gegen die aktuellen Parteien, die dem Faschismus Vorschub leisten würden. Er wurde gnädig tot geschwiegen, hat es dann selbst gemerkt, dass das nicht so richtig ankommt und gelassen.
    Alle haben drauf hingewiesen, wie schön das ist, dass so viele demonstrieren. Aber, hieße es weiter, das ist nicht genug. Sie forderten auf, in demokratische Parteien einzutreten, sich in Kommunalpolitik zu engagieren, aktiv mitzumachen. Sie haben wohl recht. Aber ich fürchte, keine der Parteien hat die Lage wirklich begriffen - sprich: den richtigen Glauben. Zumindest bezweifle ich, dass in irgendeinem Parteiprogramm die Abschaffung des Zins- Systems steht. Die Neugründung einer Partei ist sehr mühsam und teuer...





    1500 Demonstranten zählte die Polizei. Der Marktplatz war gut gefüllt. Der Regen war erträglich. Wir durften nicht durch die Straßen ziehen, so wurde Lambada getanzt, um sich warm zu halten.
    Ob wohl in unserer eigentlichen Kreisstadt Sonneberg auch mal eine Demo gegen Rechts stattfinden wird? Dort ist der Landrat bekanntlich von der AFD. Ob der auch sprechen würde oder ob man ihn ließe?
    Da würde ich jedenfalls auch gerne hingehen.

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